Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. #1
    Avatar von ErtaAle
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    Besichtigung einer BMW R 65

    Tach zusammen.

    Worauf sollte ich beim Kauf/Besichtigung einer R65 ab Bj. 1981 achten?
    Möchte mir einen Kurzhuber ansehen.
    Gruß Ralf



  2. #2
    Avatar von DirkR100R
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    AW: Besichtigung einer BMW R 65

    Moin,
    sicherlich auf alles, auf daß Du bei den "Großen" auch achten mußt! Ich glaube es steht in der Datenbank. Bei den "Kleinen" noch die drehzahl -bedingten Probleme, weil sie ja vergleichsweise mehr gefordert werden. Bei dem Baujahr: wohl auch noch Rost im Tank, rund um die Benznhähne…


    Gruß Dirk

  3. #3
    Avatar von BMWolf
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    AW: Besichtigung einer BMW R 65

    Und vor allem ist der Gesamtzustand wichtig. Servicestau? oder gepflegt?
    Km- Leistung nachvollziehbar?
    Es lohnt sich immer eine Ordentliche und gepflegte zu kaufen bevor man sich eine verpastelte einfängt.
    Liebe Grüße aus Wien, Wolfgang

  4. #4
    Avatar von MacBaer
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    AW: Besichtigung einer BMW R 65

    Hallo Ralf,

    ich habe beim Kauf meiner R65 tief ins Klo gegriffen - trotz Checkliste aus dem Forum und kompetenter Begleitung. Ein Mängelriese adrett her gerichtet. Entweder war es Täuschung oder der Vorbesitzer war komplett ahnungslos (wie ich). Nimm Dir bitte vor, die Checkliste konsequent abzuhaken und lass Dich nicht durch Gequatsche ablenken. Du brauchst unbedingt eine Möglichkeit, das Motorrad ohne Tempolimit zu fahren. Bei mir war ich umzingelt von Tempo 120 und war vorher noch nie ne BMW mit angeblich 50 PS gefahren - habe mir nix dabei gedacht. Was war? Lochfraß in beiden Vergaser-Membranen. Und das war nur die Spitze des Eisbergs. Also:

    - nie nach der Arbeit unter der Woche
    - aufpassen, dass man nicht in die Dämmerung kommt
    - von Sauberkeit nicht blenden lassen
    - je nach Laufleistung nach dem üblichen fragen wie z.B. Überholung der Zylinderköpfe, Kurbelwellendichtring, Zeitpunkt der letzen Wartung (Motoröl, Getriebeöl, Kardan und Endantrieb, Einstellen des Ventilspiels).
    - Zustand der Reifen (meine waren steinalt)
    - Gabeldichtring, Riefen auf dem Chrom
    - Bremsleitungen / - Zangen. Bei den ATE Zangen waren bei mir die Kolben derart fest, dass sie sich nicht zurückstellen liessen. Habe jetzt die Brembo drauf.
    - Zustand der Federbeine. Bei meinen Boge waren schon die Augen ausgeschlagen, Gummis rissig.
    - Schwingenlager nicht vergammelt und gut gefettet.
    - Tank Innenseite wegen Rost. Dicht? Meiner war unterm Lack pfusch mäßig weich gelötet.
    - Radlager - meines hat vorne schnell den Geist aufgegeben. Da war wohl aus Faulheitsgründen der Druckreiniger im Einsatz.

    Eine mängelfreie R65 beschleunigt freudig, auch wenn es Dir nicht die Arme raus zieht, ist auf der Autobahn auch oben rum im 5. Gang drehwillig. Sie ist sehr handlich, aber stabil. Wenn sie auf schlechter Straße den Asphaltrillen hinterher wackelt, ist das Fahrwerk nicht in Ordnung.

    Habe viel Geld in Technik und Optik (neue Lackierung) meiner kleinen blauen Q gesteckt und bin trotzdem unentschlossen, ob ich sie behalten will oder doch eine R100R bzw. Mystic hole.

    Drücke Dir die Daumen und dass Du noch den einen oder anderen wertvollen Tipp hier bekommst.

    Viele Grüße
    Michael
    p.s. BMWwolf - da hast Du wohl recht. Allerdings schützt das nicht unbedingt vor Blendern. Eine einwandfreie Historie bei einem 35 Jahre (jetzt 36 ) alten Moped ist auch nicht einfach.
    Geändert von MacBaer (12.08.2017 um 08:03 Uhr)
    Birth and fortune I despise - from virtue let my friendship rise!

  5. #5

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    AW: Besichtigung einer BMW R 65

    Hallo, zusammen!

    Inklusive der Fragestellung / Kaufabsicht (...die R65 ist wirklich ein besonderes Fahrzeug) kann ich das bisher dazu gesagte nur bestätigen:


    Betrifft leider auch die "Wundertüte", als die sich aber praktisch jedes Fahrzeug erweisen kann; bei vorrangiger Sichtprüfung bleibt eben manches verborgen - die angeratene Probefahrt mit Ausfahren des Mopeds und damit inkl. kennenlernen in unterschiedlichen Betriebszuständen kann ich da auch nur empfehlen.


    Letzte Sicherheit kann das zwar nicht bringen, ein gewisses Restrisiko bleibt eben immer. Dieses Risiko lässt sich jedoch zumindest etwas reduzieren - oder ist einem manchmal sogar reichlich egal:


    • Hattest Du sowieso vor, das Krad komplett zu überarbeiten / vollständig zu restaurieren?
      Dann kann sogar ein optisch eher schlechter Zustand bei ansonsten wenigstens nicht sichtbar verbogenem Rahmen oder sonstigen Indizien für einen technischen Totalschaden eine gute Basis und günstige Gelegenheit (durch niedrigen Einstiegspreis irgendwo zwischen 1.000 und 1.500 Euro) darstellen.
      Man sollte aber sicherheitshalber nicht davon ausgehen, dass so etwas am Ende billiger kommt als der Neukauf einer aktuellen Maschine...




    • Möchtest Du ein bereits weitestgehend fahrfertiges Krad?
      - die o.g. Hinweise/Checklisten bei Besichtigung und Probefahrt abhaken

      - Gepflegtes Krad ( nicht gleichzusetzen mit "zu Tode gekärchert") erstehen:
      Wartungsunterlagen sichten, welche Teile wurden bei welchem Kilometerstand ersetzt. Detailarbeiten auch erledigt? Ggf. schon Kabelbaum / komplette Elektrik erneuert worden?

      - Eindruck Bastlermaschine?
      "Individuelle Lösungen" und provisorisches Flickwerk haben vielleicht dem Vorbesitzer über die Runden geholfen oder auch nur seinem Geschmack entsprochen - für den Neukäufer sind sie regelmäßig eher eine undurchschaubare Baustelle und ein Kostentreiber.

      Zu beachten ist: Eine derart gepflegte Maschine ohne Wartungsstau ist gleichermaßen selten wie teuer. Und auch dann sollte man noch ein gewisses Finanzpolster haben für die Dinge, die der Vorbesitzer (und dessen Vorgänger) womöglich übersehen oder eben noch nicht in Angriff genommen hat.
      Hier ist aber insges. die Chance größer, letztlich mit einem sehr guten, zuverlässigen Fahrzeug unterwegs zu sein, ohne dass auf der Kostenseite praktisch eine "neue" steht.




    Kleiner Trost:
    Nach dem, was in einigen den "aktuelleren Modellen" vorbehaltene Foren so zu lesen ist, kann man den oben beschriebenen Wundertüteneffekt auch "fast ladenneu" ebenfalls erleben. Bei z.T. völlig anders gelagerter Problem- und Kostenstruktur...
    Also keine Angst vor altem Eisen :-)



    VG
    DZ


    ... Nachtrag und Tipps:
    • R65-Eigenheiten Motor:
      Bisweilen wird berichtet von mehr oder weniger nervenden Vibrationen - bei zwei bisher nur sehr kurz gefahrenen R65 (keine 27-PS-Versionen) konnte ich das auch feststellen.
      Mein Fazit: Für die Kurzstrecke / Landstraße mit wechselnden Drehzahlen geht's, auf langer Strecke bei hoher Dauerdrehzahl braucht's das nicht.

      Aber: Den einen störts, den anderen nicht. Wenn Dir das schon auf der Probefahrt negativ auffällt, kannst Du entweder die R65-Entscheidung prinzipiell überdenken oder ggf. mit einem Feintuning / Optimieren des Motors (...und da sind auch schon die zusätzlichen Kostentreiber) zumindest etwas dagegen arbeiten.



    • Cockpit und Blinkerhalter:
      Das wunderbare "Vollgummi-Cockpit" mit integrierter Prallplatte ist ein typisches Stil- Element der kleinen Boxer (und der R80ST). Leider im Alter häufig gebrochen / rissig.
      Gilt ebenso für die vorderen Blinkerhalter/Träger, die als Zugabe auch noch gerne rosten (bei meiner ST war das damals bereits nach wenigen Jahren so).



    • Kurzhuber <-> große Boxer:
      Das sollte eine Herzens- und keine Geldbeutel-Entscheidung sein. Die Kosten / Aufwände sind nämlich praktisch gleich, auch wenn evtl. der Gebrauchtkaufpreis bei den kleinen Boxern etwas niedriger sein kann.
    Geändert von Doppelzünder (12.08.2017 um 11:17 Uhr)

  6. #6
    Avatar von Kairei
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    AW: Besichtigung einer BMW R 65

    Hallo Ralf,

    ich finde es schwer hier eindeutige Tipps zu geben.
    Die Liste in der Datenbank ist schon hilfreich aber nicht alles.
    Nach meiner Meinung ist die allgemeine Optik nur ein Symptom, sollte aber nicht das alleinige Entscheidungskriterium sein. Eine Q von einem Vielfahrer zu kaufen der sich mit der Wartung auskennt, halt ich für sicherer als ein Stehzeug zu kaufen, dass nur alle drei Jahre (wenn überhaupt) mal in ne Werkstatt kommt.
    Also, schau Dir den Verkäufer gut an.
    Zweitens, es gibt eine Hierarchie der Kosten bei Reparaturen bzw. Erneuerungen.
    Mich würden defekte Vergasermembranen, undichte Schwimmerkammern, verschlissene Düsennadeln, eine rissige Sitzbank, alte Reifen, verschlissene Bremsbeläge und riefige Scheiben sowie (leicht!) verkratzte Lackteile nicht vom Kauf abhalten.
    Diese Dinge sind Verschleißteile, bekommt man für relativ kleines Geld, spielen entweder beim Fahren keine Rolle oder haben Zeit (Lackteile).
    Sogar eine schlockernde Steuerkette wär für mich akzeptabel.
    Anders sieht es bei schlecht schaltbaren Getrieben, heulendem Endantrieb, verrußten Auspüffen, lauten Ventilen, verschlissenen Gleitrohren, Sturzspuren an Rahmen und Sturzbügel etc aus.
    Besonders der Ventiltrieb ist bei den kleinen Boxern aufgrund des höheren Drehzahlniveaus und der dünneren Schäfte anfälliger. Also: gibt es beim Gasgeben, Schalten ein Ölfahne (Ventilführungen).
    Also erst die Basics, dann das Make-Up.

    Nur so als Beispiel für meine Denkweise:
    Wenn ich an meine G/S denke, die würde ich kaum loskriegen. Die regelmäßige Wartung, Erneuerung und penible Einstellung würde keinem Laien auffallen, dagegen die Macken aussen an den Standohren, am Ständer, am Gepäckträger, die "sandgestrahlten" lackierten Frontteile des Motors, die angeschliffenen Ventildeckel, die abgeschabten Tankflanken, die verblassten BMW Embleme, die durchgesessene Sitzbank etc. etc.
    Dass das Ding technisch absolut fit ist merkt man halt nicht.

    Also viel Glück!!

    Gruß

    Kai
    G/S Treiber,
    verflossene Liebschaften: RD 350, XT 500, Laverda 10003C, Yamaha XVZ 550, Yamaha TR1, BMW R80/7

  7. #7
    Avatar von steinhummer
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    AW: Besichtigung einer BMW R 65

    @Ralf (und MacBaer-Michael): Schwachstellen sind im Großen und ganzen dieselben wie bei den Langhub-Motoren, möglicherweise sind die Tassenstößel der Kurzhuber nicht so anfällig wie die der großen.

    Aber allgemein: Vom Handling her ist die R65 mit Zweiarm-Schwinge wirklich ein wunderbares Motorrad, gerade auch für nicht ganz so Großgewachsene. Der Motor kann aber mit dem Punch und auch der Geschmeidigkeit einer 800er nicht mithalten. Die von Doppelzünder angesprochenen Vibrationen kann ich bestätigen. Solange man wie ich mit maximal 100 über die Landstraße trödelt,. merkt man davon aber nichts bzw. jenseits der 5000 U/min wird sie auch wieder ruhig.

    Meines Erachtens wird die 65er erst dann zu einer wirklich runden Sache, wenn man ihr einen Satz 860er Zylinder vom 7rock (ca. 900 Euro) verpasst. Damit einher geht allerdings eine Klingelneigung, die sich mit minimal zurückgenommenem Zündzeitpunkt gut in den Griff bekommen lässt. Wer gern stramm am Kabel zieht, sollte 100-Oktan-Sprit oder Oktan-Booster in den Tank kippen.

    Meine 65er fahre ich lieber als meine 80GS und meine 1000er Mono, sie ist allerdings auch etwas umgebaut (GS-Lenker, kleines Cockpit, Behördenbank):
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    Pitt
    Geändert von steinhummer (14.08.2017 um 20:52 Uhr)

  8. #8
    Avatar von MKM900
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    AW: Besichtigung einer BMW R 65

    Zitat Zitat von MacBaer Beitrag anzeigen
    ...ich habe beim Kauf meiner R65 tief ins Klo gegriffen - trotz Checkliste aus dem Forum und kompetenter Begleitung. Ein Mängelriese adrett her gerichtet...

    Lochfraß in beiden Vergaser-Membranen. Und das war nur die Spitze des Eisbergs. Also:

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    - ...
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    - Radlager - meines hat vorne schnell den Geist aufgegeben...

    ...
    Hallo Michael,
    da hast du wirklich ordentlich Pech gehabt.
    Gruß RaineR

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