Getriebelager

kardan_de

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14. Okt. 2011
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Hallo zusammen,
kann ich die Getriebelager alle in 2RS (beidseitig geschlossen) verbauen
(abgesehen von Rollenlager der Eingangswelle) oder spricht etwas dagegen?
Gibt es eine haltbarere Alternative zum großen 6403-Lager?
Hatt vielleicht noch jemand einen Getriebedeckel in Kickstarterversion
rumliegen (gebraucht)?

Danke und Gruß Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Genau, ich bin übrigens gerade dabei, an meiner eigenen Kiste zu testen, wie sich ein geschlossenes Lager auf der Eingangswelle macht :D
 
Ah. Also reicht das Oel vom Getriebe nicht fuer das Ausruecklager? Oder ist das nur zusaetzliche Vorsicht? Habe seinerzeit naemlich kein Fett reingemacht...
 
Ich denke mal, das Lager wird ausreichend versorgt, selbst mit einem geschlossenen Lager davor. Schliesslich befindet sich im Getriebedeckel eine kleine Ausfräsung, die es dem Öl ermöglicht, bis ans Ausrücklager vorzudringen. Und da es sich um ein Wälzlager handelt, reichen dem ein paar Tropfen.
 
Hallo zusammen,
danke für die Antworten.
Somit spricht wohl nix dagegen, beidseitig geschlossene Lager zu verwenden.
Ob sich dadurch die Haltbarkeit vor allem des großen 6403 erhöht,
ist die Frage.
Schaun mer mal

Gruß Holger
 
Ich verbaue die geschlossenen Lager seit geraumer Zeit und habe bislang keine Probleme damit......
 
Hallo,

Inzwischen sind ja nochmal einige Jahre vergangen. Daher würde mich interessieren:

hat sich das mit den geschlossenen Lagern bei den Getrieben in der Zwischenzeit als problemlos bewährt?

Nimmt man besser 2RS Lager bei denen die Dichtlippe auf den Innenring durchgeht oder 2Z Lager mit den Blechdeckeln, bei denen noch ein "Spalt" bleibt?

Hat man jemand so ein 2RS Lager nach längerem Betrieb zerlegt? Bleibt da die Fettfüllung drin oder kommt das Getriebeöl rein und wäscht das Fett aus?

Fazit?
  • Alle Lager als 2RS Lager?
  • Ausnahme 1: Das Zylinderrollenlager am Eingang (Gibt es in der Bauform nur bei BMW)?
  • Ausnahme 2: Das vordere Abtriebswellenlager (das "brüchtigte" 6403: als geschlossenes 2RS C3 Lager von SKF? Oder als 2RS von FAG mit sieben Kugeln aber ohne erhöhte Lagerluft? Oder das "offene" NTN TM 6403 C3, das BMW heute liefert?

Grüße
Marcus
 
Hallo Marcus,

viel kann ich noch nicht sagen, aber immerhin soviel:

4* 2RS Lager - offenes Lager hinten auf der Antriebswelle (wg. Schmierung Kupplungsdrucklager) + BMW-Zylinderrollenlager (geht eh nie kaputt)
34 000 km

Schwinge ist gerade raus: Abtriebswelle dreht absolut sauber.
Das letzte offene 6403C3 (7 Kugeln) hatte bereits bei 27 000 km ne Macke.
Sehr viele Km's zu zweit + Gepäck, was den Antrieb dauerhaft fordert.


EDIT: auch auf ziemlich viel Km's mit der GS (Knickwinkel ...) hatte ich immer nur ernsthafte Lagerprobs mit dem 6403. Ich habe zwar öfter auch andere getauscht, bin aber inzwischen überzeugt, dass dort auch die offenen ewig gehalten hätten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zusammen mit einem Fachmann (Getriebe Roth) habe ich mal über Sinn und Unsinn des von BMW im Original verbauten geschlossenen bzw. halbgeschlossenen Lagers im Getriebe philosophiert....

Das beidseitig geschlossene (Ausgangswelle hinten) wird ggf. zu wenig Schmierung durch die Abdeckung des ersten Getriebezahnrades bekommen - haben wir aber selbst nicht richtig geglaubt, da viele auch hier offene Lager ohne große Probleme verbauen - z.B. hat der alte Kayser auch hier offene verwendet.

Noch größere Fragen wirft häufig das einseitig geschlossene Lager auf (Zwischenwelle hinten) - da die geschlossene Seite auch noch Richtung Deckel zeigt.
Aber da habe ich eine "abenteuerliche aber glaubhafte" Begründung gefunden. Als ich mal ein Getriebe eines Polizeimotorrads zerlegt habe, war hinter der geschlossenen Seite des entsprechenden Lagers eine starke Ansammlung rostbraunem "Schmodders". Gehe davon aus, dass die Rennleitungskräder viel Regenwasser abbekommen, das sich auch über die Tacholeitung ins Getriebe absetzt.

Der Freiraum hinter der Abdeckung dient meines Erachtens als Wasser-/Abrieb-/Rostfalle.

Normalerweise schwebt "Wasser-Abrieb-Rost" im bewegtem Öl - das Öl wird über das obere Ölleitblech in die vorderen Lager gespüft. Ein Teil davon gelangt über das Innere der Zwischen(hohl)welle in den hinteren Bereich und damit auch in das Sackloch hinter der "halb-Abdeckung". Hier ist natürlich das Öl stark beruhigt und es kann sich der Schmodder in das Sackloch absetzen ohne seine "Reise durchs Getriebe" weiter fortsetzen zu können.

Egal ob überall oder nirgends geschlossene Lager verbaut werden sollen - das hintere Zwischenwellenlager bekommt von mir zumindest eine Abdeckung hinten....

Gruß, Micha
 
Zuletzt bearbeitet:
Gehe davon aus, dass die Rennleitungskräder viel Regenwasser abbekommen, das sich auch über die Tacholeitung ins Getriebe absetzt.

Geh mal eher davon aus, dass diese Moppeds zuviel rumstehen und der Ölwechsel tatsächlich erst nach km-Vorgaben erledigt wird.
 
Hallo,

mir sind heute beim Aufräumen zwei Getriebelager in die Hände gefallen. Das 6403, das vordere Abtriebswellenlager, das immer mal wieder Ärger macht. Beide wurden bei Motor/Getriebeumbauten ausgebaut weil an den Getrieben andere Arbeiten anstanden (längerer 5ter usw. Dabei wurde dann ein Zylinderrollenlager eingebaut das mein Motorenbauer (Wank) empfielt. Das eine Lager wurde bei einer Laufleistung von < 1.000 KM ausgebaut, das andere hatte rund 60-TKM runter. Das Lager mit der höheren Laufleistung dreht sich deutlich rauher. Das wollte ich mir mal genau anschauen.

Die beiden Lager
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Mit Hausmitteln das "Kippspiel" des Lageraußenringes gemessen. 1.000 KM = 0,35 mm, 60.000KM = 0,65mm
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Detailaufnahme aus dieser Perspektive
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Das Lager mit 1.000 KM
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Das Lager mit 60.00 KM
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Deutung:
Man sieht in dem Lager mit der höheren Laufleistung deutlichen Verschleiß an den Seiten der Kugellaufbahnen des Außen- und Innerings. Rostnarben sind das nicht, die Getriebe waren "wasser und rostfrei". Jetzt wäre es interessant zu wissen, ob der Verschleiß durch die Axiallast auf die Abtriebswelle beim Einfedern des Endantriebs entstanden ist, oder ob da der Dreck eine Rolle gespielt hat, der im Getriebeöl herumwabert und z.T. aus gehärtetem Metall besteht.

Exkurs: Bei moderneren PKW gibts beim Getriebeöl Dauerfüllungen, bei denen über die Lebenszeit gar kein Wechsel vorgesehen ist. Wie das funktioniert ?( Ich hab mir sagen lassen: Hochlegierte Getriebeöle, gekapselte Lager und starke/mehrere Magnete im Gehäuse, die den Dreck aus dem Öl an sich binden.

Grüße
Marcus
 
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