Grundsätzlich Kurbeltrieb, Ventiltrieb usw... hab gerade ein logisches Problem

lisser

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Mahlzeit in die Runde,

ich baue gerade meine R80 RT um.

Unter anderem auch einen 7Rock-Satz. Es ist alles soweit verbaut...

Jetzt sitz ich hier gerade auf Arbeit und denke über den Ventiltrieb in seiner Funktion nach. Warum? Ich muss am WE die Ventile einstellen.

Jetzt hab ich irgendwo im Hirn einen Klemmer - und der muss weg.

Hier im Forum wurde ja schon ausgiebig übers Ventile einstellen usw gesprochen.

Hier wurde ausgiebig die Funktionsweise vom User traebbe erklärt. Ist ja soweit auch alles klar...

Zitat:

Der Viertaktmotor braucht für einen Durchlauf aller 4 Takte (1.Ansaugen, 2. Verdichten, 3. Arbeiten, 4. Ausstossen) 2 komplette Umdrehungen der Kurbelwelle.
Bei 1 geht der Kolben bei geöffnetem Einlassventil (das dem Vergaser zugewandte) in Richtung Kurbelwelle (beim Boxermotor in Richtung Motorenmitte).
Kurz vor Erreichen des unteren Umkehrpunkte des Kolbens, auch unterer Totpunkt oder kurz UT genannt, wird das Einlassventil geschlossen.
Der Kolben wird nun von der Kurbelwelle nach "oben", also in Richtung Zylindekopf, gedrückt, das ist Punkt 2, das Verdichten des Benzin/Luftgemisches.
Kurz vor dem oberen Umkehrpunkt, auch oberer Totpunkt oder Kurz OT genannt, zündet die Zündkerze das Gemisch und drückt den Kolben wieder nach unten.
Das ist dann der 3. Takt, das Arbeiten.
Kurz vor dem UT öffnet nun das Auslassventil zum Auspuff hin.
Durch den 4. Takt, bei dem der Kolben wieder in Richtung Zylinderkopf gedrückt wird, stösst der Kolben das verbrannte Gemisch, die Abgase also, durch das Auslassventil aus.
Kurz vor dem OT wird nun das Einlassventil geöffnet, so sind beide Ventile für eine Kurze Zeit gleichzeitig offen.
Bei einem Einzylindermotor geht also ein Kolbenhub, das Ausstossen (4.Takt), ohne Arbeit vonstatten.
Der BMW-Boxermotor ist so aufgebaut, dass beide Kolben gleichzeitig nach aussen und nach innen fahren.
Durch die versetzte Anordnung des Arbeitstaktes um 360° Kurbelwellenumdrehung erreicht man so, dass bei jeder Kurbelwellenumdrehung ein Arbeitstakt stattfindet.

Die Ventile stellst du nun wie folgt ein:
Beide Ventildeckel abschrauben.
Nimm den Gummi neben dem Ölmesstab vom Schauloch und dreh den Motor solange, bis die Markierung OT im Loch sichtbar wird.
Auf einer Seite wirst du nun kein Ventilspiel feststellen können, da ja beide Ventile gleichzeitig geöffnet sind, also am Anfang des Taktes 1 (Ansaugen)
Jetzt steht der gegenüberliegende Kolben im Zündungs-OT, beide Ventile sind geschlossen und nun kann hier das Ventilspiel eingestellt werden.
Auslass 0,20mm, Einlass 0,15mm, dann bist du auf der siceren Seite.
Lieber ein bisschen mehr als zu wenig.
Die Fühlerlehre muss saugend durchflutschen.
Und das evtl. Spiel der Stösselstange wie schon angeführt wurde, durch Druck auf die Schraube eliminieren.
Wenn die eine Seite eingestellt ist, musst du die Kurbelwelle genau einmal herumdrehen, also um 360°.
Somit ist nun die eingestellte Seite am Anfang des Ansaugtaktes (beide Ventile geöffnet) und der andere Zylinder im Zündungs-OT, also beide Ventile geschlossen und jetzt einzustellen.
Das Bewegen der Ventile kann man übrigens sehr gut sehen.



SOOO: und jetzt hab ich irgendwo nen Denkfehler. Im rot gefärbten Text steht ja, dass bei jeder 360° Drehung ein Arbeitstakt stattfindet. Wenn ich mir aber mal ne normale Kurbel- und Nockenwelle ansehe, dann sind im OT ja Kurbelwellenbedingt beide Kolben "aussen". Die Nockenwelle hat ja aber nun die Zapfen für Einlass und Auslass jeweils genau nebeneinander... Sprich die Stößelsatngen und damit auch die Ventile machen auch jeweils genau das gleiche. Somit wären ja die Takte 1-4 auf beiden Seiten auch gleich.

Kann mir jemand sagen wo mein Denkfehler liegt?

Danke Euch
 
Hallo,

Dein Denkfehler besteht darin, dass zwar die Nocken i.d.T. nahezu parallel geschliffen sind, die Stößelstangen aber nahezu (die Winkeldifferenz zu 180° entspricht dem Winkel zwischen den beiden Nocken) diametral betätigt werden.

Beste Grüße, Uwe
 
[...]
SOOO: und jetzt hab ich irgendwo nen Denkfehler. Im rot gefärbten Text steht ja, dass bei jeder 360° Drehung ein Arbeitstakt stattfindet. Wenn ich mir aber mal ne normale Kurbel- und Nockenwelle ansehe, dann sind im OT ja Kurbelwellenbedingt beide Kolben "aussen". Die Nockenwelle hat ja aber nun die Zapfen für Einlass und Auslass jeweils genau nebeneinander... Sprich die Stößelsatngen und damit auch die Ventile machen auch jeweils genau das gleiche. Somit wären ja die Takte 1-4 auf beiden Seiten auch gleich.

Kann mir jemand sagen wo mein Denkfehler liegt?

Danke Euch

Denkfehler:
Richtig: beide Hubzapfen stehen auf OT, jedoch dreht sich die NW mit 1/2 Geschwindigkeit, so dass kurz vor OT z.B. links der zweite takte gerade zu Ende geht, rechts der vierte Takt gerade zu Ende geht. Nach einer weiteren KW-Drehung (360 Grad) und einer halben Drehung (180 Grad) der NW sind die Gegebenheiten genau umgekehrt.

Hans
 
Kann mir jemand sagen wo mein Denkfehler liegt?

Hier:
...Die Nockenwelle hat ja aber nun die Zapfen für Einlass und Auslass jeweils genau nebeneinander... Sprich die Stößelsatngen und damit auch die Ventile machen auch jeweils genau das gleiche. Somit wären ja die Takte 1-4 auf beiden Seiten auch gleich

Eben nicht. Wenn der Stößel rechts grad' auf der Nockenspitze ist (Ventil offen) ist der links grad' im tiefen Tal unterwegs (und andersrum).

Wenn die Nockenabnehmer (Stoßstangen/Stössel) genau wie die Zylinder auch um 180° versetzt wären (was sie nicht sind), hätte man an der Nockenwelle auf separate Nocken für links und rechts verzichten können.
 
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Die Nockenwelle hat ja aber nun die Zapfen für Einlass und Auslass jeweils genau nebeneinander... Sprich die Stößelsatngen und damit auch die Ventile machen auch jeweils genau das gleiche. Somit wären ja die Takte 1-4 auf beiden Seiten auch gleich.

Kann mir jemand sagen wo mein Denkfehler liegt?

Danke Euch

Oder meinst du die quasi parallenen Nocken pro Zylinder? Die sind leicht versetzt, so dass das Auslassventil gerade am schliessen (Ende Takt 4) ist und das Einlassventil beginnt zu öffnen (Takt 1).

Hans
 
Hier:


Eben nicht. Wenn der Stößel rechts grad' auf der Nockenspitze ist (Ventil offen) ist der links grad' im tiefen Tal unterwegs (und andersrum).

Wenn die Nockenabnehmer (Stoßstangen/Stössel) genau wie die Zylinder auch um 180° versetzt wären (was sie nicht sind), hätte man an der Nockenwelle auf separate Nocken für links und rechts verzichten können.


DA WAR ER MEIN DENKFEHLER !!!
 
Danke !!!

Schönes WE an Euch und bei dem super Wetter ne unfallfreie Fahrt !
 
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