Keine Schmierung im Zyl.-kopf + danke an dreiradbertl

Seebrise

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In meinen letzten (und bisher einzigen) thread, bat ich um Rat wegen meinen kaputten Endantrieb. Kurz darauf bot mir Herbert (dreiradbertl) ein passenden und noch gut brauchbaren HAG zum absoluten Freundschaftspreis an. Er funktioniert einwandfrei. Bei ihm, sowie bei all die anderen die sich gemeldet haben, möchte ich mich recht herzlich bedanken.
Mein Eindruck als Neuling: Respekt, dieses Forum hat es echt in sich!
Nun muss ich erneut um Unterstützung bitten.
Gleich nach dem Kauf meiner Q hatte ich den Ventilspiel eingestellt, ohne die Zylinderköpfe nachzuziehen. Nun wollte ich den Vorgang korrekt wiederholen und habe dabei mit Besorgnis festgestellt, dass die Kammer des linken Einlassventils staubtrocken ist, sie kam nicht mal mit Ölnebel in Kontakt! (siehe Bilder).
Seit den Einbau des HAG bin ich mehrere kleinere Probefahrten gefahren, (zusammen ca. 100 km), auch bei munterer Fahrweise, und bin nun etwas besorgt.
Zunächst gilt es aber den Schmierungsfehler zu finden: wo könnte es liegen?
Das Ölniveau ist, mit eingeschraubten Ölmessstab gemessen, ok.
Ich hoffe auf den richtigen Tipp.
Danke in voraus.
Steve
 

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Hallo Steve,

schraube mal die Kerzen raus und lasse bei abgenommenem Ventildeckel die Chose mit dem Anlasser durchdrehen. Kommt Öl etwa gleichzeitig aus den Hebeln bzw. ihrer Lagerung? Falls besagter Kipphebel tatsächlich nicht geschmiert werden sollte, müssen Kopf und Zylinder ab (Kopfdichtung bereit legen!) und es muss anschließend geprüft werden, ob evtl. der Ringspalt um den hinteren oberen Zuganker zugeschmoddert ist.

Have phun ))):!
 
Hallo Steve,

auf jeden Fall so nicht mehr fahren -sollte klar sein.
Das Problem dürfte wahrscheinlich in einer verstopften Ölbohrung liegen.
Du wirst nicht umhin kommen, den betroffenen Zylinder zu ziehen.
Die Ölversorgung der Köpfe läuft über eine Bohrung an den Stehbolzen:

Bohrung_Stehbolzen.jpg

Wahrscheinlich (oder hoffentlich) wurde hier zuviel Dichtmasse verwendet und die Bohrung ist dicht.

Viel Glück! :rolleyes:
 
Ach ja, eines noch (ich war oben etwas schnell :pfeif:): Die neue Kopfdichtung kannst Du Dir meiner Erfahrung nach sparen, wenn Du bei der Demontage Zylinder und Kopf mit der oberen und der unteren Schraube zusammengespannt lässt, also nur die vier Muttern der Zuganker löst. Der - unwahrscheinliche - Fall, dass der Schraubkanal für besagten Stehbolzen in Zylinder und/oder Kopf dicht sein sollte, lässt sich auch bei aufgesetztem Kopf beurteilen.

Greez!
 
Danke für die Blitzschnelle Reaktion!
Also das Problem liegt unter dem Zylinder?
Mist, hatte gehofft man könnte vielleicht das Problem von oben mit einen Draht oder Pressluft lösen...
 
Hallo,
nein, die Bolzen (Zuganker) sind nicht hohl.
Auf Michaels Bild siehst du die Ölbohrung im Motorblock knapp oberhalb des Gewindes für den Zuganker, die Ölversorgung findet nur über die beiden oberen statt.
Die Bohrung ist bei eingeschraubten Ankern mit bloßem Auge fast nicht zu erkennen:

Ölbohrung-2.jpg

jedenfalls darf dort keine Dichtmasse sein!
Der O-Ring an der Stelle stört allerdings nicht.
 
Die Bohrung ist bei eingeschraubten Ankern mit bloßem Auge fast nicht zu erkennen.
jedenfalls darf dort keine Dichtmasse sein!
Der O-Ring an der Stelle stört allerdings nicht.

Ok, danke für die Erklärung, fange an zu verstehen: das Öl schleicht sich also entlang der Zuganker bis oben im Kopf.
Habe Nikasil-Zylinder, theoretisch gehört da keine Dichtmasse, sondern nur O-Ring. Werde das nachprüfen.
Hoffe nur, das Kipphebel und Ventilschacht diese 100 km halbwegs unbeschadet überlebt haben.
 
Der Ölstab wird zum Messen nicht eingeschraubt, sondern nur aufgelegt. :oberl:

Das ist aber nicht die Ursache deines Problems.

Mag sein, ist aber wichtig zu wissen!
Ich war mir darüber sehr unsicher und keinerlei Hinweise in der Literatur gefunden.
Danke Benno.
 
Auf den Bildern ist für mich nicht sicher zu erkennen, ob die Kipphebelwellen
richtig herum eingebaut sind.
Gruß Udo
 
Hallo Steve,

das Meiste ist schon gesagt, eine Geschichte aus meiner frühen BMW-Historie sei noch nachgetragen.
Ich hatte 1975 eine gebrauchte, teilzerlegte 60/5 erworben.
Das Getriebe war mit Hilfe von Schraubendrehern und Hammerschlägen geöffnet worden und wurde durch ein Gebrauchtes ersetzt.

Im rechten vorderen Ventildeckel blieb es auch immer trocken.
Ich habe dann den Motor bei geöffnetem Ventildeckel gestartet und aus dem hinteren Kipphebel quoll jede Menge Öl, aus den vorderen kam nichts.
Daraufhin habe ich den Zylinder gezogen und am hinteren oberen Zuganker die Bohrung gefunden, die Michael oben so schön fotografiert hat, am vorderen Zuganker war nichts.
Nach längerem Nachdenken (kein Internet, kein Forum...) dann mit einem kleinen Bohrer in gleichem Winkel und an gleicher Stelle wie an der hinteren Zugstrebe in's Gehäuse gebohrt (Zwischen Mut und Zweifel).
Plötzlich einen Hohlraum getroffen, Bohrer raus, alles zusammengebaut und nun sprudelte auch vorne das Öl.

Im Nachhinein habe ich erfahren, das Zugankergewinde ist wohl mal durch zuschweißen und neu schneiden repariert worden und die Ölbohrung ist nicht beachtet worden...
Bei Dir wird hoffentlich nur überschüssiges Dichtmittel die Bohrung verstopfen.

Gruß Ulli
 
Hallo Steve,
...Im rechten vorderen Ventildeckel blieb es auch immer trocken....
Wie lange bist du (wenn überhaupt) so rumgefahren?
Wenn dein Auslassventil es überlebt hat, könnte mein Einlassventil noch halbwegs gesund sein...hoffe ich.
Dein Hinweis ist übrigens Gold wert, danke.
Mit diesen Megaforum habe ich als Q-Späteinsteiger die Chance und die Hoffnung, mein Wissensrückstand doch noch zu füllen!
Gruss
Steve
 
Hallo,

einfach nur die Zündkerzen raus schrauben und mit dem Anlasser durchdrehen ist je nach verbauter Zündanlage auch keine so gute Idee. Nicht alle elektronischen Zündungen mögen das ohne Zündkerzen betrieben zu werden. Wenn man das macht sollte man die Zündkerzen wieder in die Zündkerzenstecker stecken und auf Masse legen.

Gruß Berthold
 
Hallo,
einfach nur die Zündkerzen raus schrauben und mit dem Anlasser durchdrehen ist je nach verbauter Zündanlage auch keine so gute Idee. Nicht alle elektronischen Zündungen mögen das ohne Zündkerzen betrieben zu werden. Wenn man das macht sollte man die Zündkerzen wieder in die Zündkerzenstecker stecken und auf Masse legen.
Gruß Berthold

Ohne Kerzen, würde es wahrscheinlich reichen ohne Zündung auf dem Kickstarter fest zu treten.
Meines Erachtens ist dieser Test aber überflüssig, da es offensichtlich ist, da kein Bisschen öl da herauskommt.
Gruß
Steve
 
Wie lange bist du (wenn überhaupt) so rumgefahren?
Wenn dein Auslassventil es überlebt hat, könnte mein Einlassventil noch halbwegs gesund sein...hoffe ich.


Hallo Steve,

nach der Zeit muß ich sagen, ich weiß es nicht mehr.
Wahrscheinlich mehrere Tausend Kilometer ?
Ich würde mir keine allzu großen Sorgen machen, Ventilspiel einstellen, fahren und beobachten.

(Lebensweisheit eines befreundeten Autoschraubers:
"Fahr erstmal, wenn's schlimmer wird, wird's lauter...")

Gruß Ulli
 
einfach nur die Zündkerzen raus schrauben und mit dem Anlasser durchdrehen ist je nach verbauter Zündanlage auch keine so gute Idee. Nicht alle elektronischen Zündungen mögen das ohne Zündkerzen betrieben zu werden. Wenn man das macht sollte man die Zündkerzen wieder in die Zündkerzenstecker stecken und auf Masse legen.

Hallo Berthold,

das setzte ich als bekannt voraus, zumal in den Handbüchern der betreffenden Moppeds deutlich (in dicken Lettern!) gewarnt wird.

Greez!
 
das auf der Einlassseite kein Öl kommt ist wohl nicht ganz richtig.
Eine Ölpfütze unten ist erkennbar.
Aber!
Die ansaugseite hat Benz. Gemisch zu verarbeiten.
Dieses Gemisch dringt auch in die Kipphebelkammer vor und reinigt diese.
Die Auslassseite dagegen hat teilverbrantes Gemisch mit Rußanteile zu Verarbeiten.
Daher wird die Auslasskammer immer etwas brauner sein.
Will sagen, Überprüfe auch mal die Ventielsitze. und Abstreifringe,
wenn vorhanden.

Gruß klaus
 
Bei mir ist die Einlassseite auch stets heller als die Auslassseite, was ich auf den Temperaturunterschied zurück führe. Deshalb empfahl ich weiter oben den Test, den Motor mit herausgedrehten Kerzen mit dem Anlasser durchzudrehen.

Greez!
 
An Ulli: da fällt mir aber ein Stein vom Herz, ich muß dann kaum ein Schaden bei meine schlappe 100 Km erwarten!

das auf der Einlassseite kein Öl kommt ist wohl nicht ganz richtig.
Eine Ölpfütze unten ist erkennbar.
Die ansaugseite hat Benz. Gemisch zu verarbeiten.
Dieses Gemisch dringt auch in die Kipphebelkammer vor und reinigt diese.
Die Auslassseite dagegen hat teilverbrantes Gemisch mit Rußanteile zu Verarbeiten.
Daher wird die Auslasskammer immer etwas brauner sein.
Will sagen, Überprüfe auch mal die Ventielsitze. und Abstreifringe,
wenn vorhanden.
Gruß klaus
Hallo Klaus,
die kleine Ölpfütze unten am Deckelrand muß wohl eine Erinnerung aus guten, alten Zeiten sein... da wo es ankommt Ventilschaft, Kipphebel ist von Öl keine Spur, leider. Habe die rechte Seite nicht als vergleich fotografiert, kann dir aber versichern, das rechts sehen Ein-und-Auslasskammer ölmessig und farblich identisch aus.
Nichts für ungut, ich wäre aber sehr besorgt dass mir der Ventildeckel um die Ohren fliegen könnte, wäre er einer solchen ständigen Benzingemischspülung ausgesetzt, oder?
Gruß
Steve
 
Bei mir ist die Einlassseite auch stets heller als die Auslassseite, was ich auf den Temperaturunterschied zurück führe.
Nö, der Grund ist einfach nur im Verschleiß der Ventilführungen zu finden.
Auf der Einlasseite herrscht bei geöffnetem Ventil nur Unterdruck, daher saugen sich verschlissene Motoren dort etwas Öl, besonders übrigens im Schiebebetrieb wenn die Drosselklappen geschlossen sind, dann ist der Unterdruck an den Ventilführungen am größten.
Auf der Auslasseite aber herrscht bei geöffnetem Ventil ein guter Überdruck und zwar von heißen Auspuffgasen. Wenn die Führungen verschlissen sind, geht ein Teil davon auch an den Ventilschäften vorbei hinter den Zylinderkopfdeckel und das führt dann durch das dort vorhandene Öl zu den goldbraunen Verfärbungen.
Der Verfärbungsgrad bei diesem Motor ist aber noch recht gering, das habe ich schon viel schlimmer gesehen...
 
Kurzes Zwischenbericht: der Kopf ist ab, der Zylinder kommt erst morgen dran, da ich jetzt eh nix sehe (schraube in einer Tiefgarage, ohne Strom und unter miserable Lichtverhältnisse).
Nach der dunklen Farbe zu beurteilen, überhitzt hat sich nichts, auch der Einlassventil sieht schön dunkel aus.
Der Benzinhahn ist undicht, hole morgen Ersatzt.
Danach mach ich mich auf der Suche nach der "zugefrorener "Süd-west Ölpassage".
Ich lass von mir hören.
Bis dann.
Steve
 

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Hallo,

nach den ersten Bildern bekommt der Kipphebel Öl. Unten im Kopf sind Tropfen. Den hinteren oberen Zuganker einmal herausdrehen und das Gewinde säubern. Sollte reichen.
Den Öldruck würde ich kontrollieren lassen. Wenn die Ölfilter falsch/schlecht montiert ist baut sich kein ausreichender Öldruck auf.

Gruß
Walter
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu deinem Einfagsfred:
du wolltes die Ventile diesmal mit Kopfschrauben nachziehen einstellen weil es vorher ohne gaschah. Warum willst du die Köpfe nachziehen ? Waren die runter, sind neue Dichtungen verbaut worden ? Wurden diese noch nicht nachgezogen ?

Wie lange wurde denn der Motor vor deinem Besitz so gefahren wie er jetzt ist ?
 
.... da ich jetzt eh nix sehe (schraube in einer Tiefgarage, ohne Strom und unter miserable Lichtverhältnisse).....

Hallo Steve,

hat jetzt nix mit dem Öl zu tun, aber: Mit einer Kopftaschenlampe kannst Du dir bei schlechten Lichtverhältnissen oder in unzugänglichen Ecken gut helfen und Du hast beide Hände frei. Gibt es auch schon für kleines Geld.

Grüße Thomas
 
Grüß dich Achim.

Habe das Mopped in der Buch spontan gekauft.
Für den gepflegten Zustand, war der Preis ok.
Der Vorbesitzer wusste auch nicht viel, weil er recht schnell auf eine R80 umgestiegen war. Ich bedaure den Kauf bis heute nicht, aber...
habe mittlerweile festgestellt, dass an dieser Q mehr geputzt als (fachmännisch) geschraubt wurde.
Nun versuche ich es nachzuholen und kontrolliere einfach (fast) alles.
Aus diesem Grund (und aus meiner knappen Zeit) bin ich mit ihr in 3 Monate noch keine 100Km gefahren. Nach jede kurze Probefahr, war immer wieder was zu tun. Kopfmutter nachziehen ist ein Vorgang der, für meine Begriffe, in regelmässigen Abstände zu einer guten Wartung gehört.
Die Kopfdichtung sieht nach ziemlich neu aus aber die Kopfmuttern fühlten sich etwas schwach angezogen. Anziehen werde ich sie nat. mit Drehmomentschlüssel 15-25-37 Nm, schön abgesetzt, wie sich gehört.
Frage: wie löse ich die Zuganker: mit Doppelmutter oder gibt es ein Spezialwerkzeug? Festziehen dann wie viel, zus. verkleben?
Das müßte ich bis heute Abend wissen.

An Thomas: danke für den Tipp, die hol' ich mir!

Grüße
Steve
 
du wolltes die Ventile diesmal mit Kopfschrauben nachziehen einstellen weil es vorher ohne gaschah. Warum willst du die Köpfe nachziehen ? Waren die runter, sind neue Dichtungen verbaut worden ? Wurden diese noch nicht nachgezogen ?

Hallo Achim,

das steht doch genau so im Handbuch zu lesen, nicht? Kopfmuttern mit vorgeschriebenem Drehmoment nachziehen, dabei Axialspiel der Kipphebel im Auge behalten, dann Ventilspiel einstellen.

Frage: wie löse ich die Zuganker: mit Doppelmutter oder gibt es ein Spezialwerkzeug? Festziehen dann wie viel, zus. verkleben?

Hallo Steve,

Du drehst die Anker mit zwei gekonterten Muttern heraus und auch wieder hinein. Sie werden dabei nicht festgezogen und m.W. auch nicht geklebt, sondern auf Maß eingeschraubt, wobei ich das Maß, also die herausstehende Länge, für die kürzeren Anker Deiner R 65 nicht im Kopf habe (und zugegebenermaßen das für die längeren meiner R 80 auch nicht :nixw:). Vielleicht könnte uns jemand auf die Sprünge helfen?

Greez!
 
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