Linke Motorseite klappert nach Überholung

desertracer

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Als Südhesse in Bonn
Gude,

ENDLICH den Motor wieder zusammen, Öl rein, Knopf gedrückt, und Motor läuft.
ABER: bei Leerlaufdrehzahl klappert es im linken Zylinderbereich, als würde man mit einem kleinen Hammer ganz sachte auf einen Holztisch klopfen
Sh....:schimpf:
Fakten: Fallert Motor, Bj. 96, vor 6 Tkm Kurbelwelle neu gelagert, ebenso Pleuelfüsse. Neues Lagerschild mit schraubengesichertem Stift des Grauens (Patrick), Ölpumpe und NW in Ordnung, bis zum jetzigen Ausbau der Köpfe zwecks Überholung durch ... kein Klappern.
Zylinder noch absolut o.k., Kolben bei Onkel Wahl checken und überholen lassen. Kolbenringe noch vollkommen neuwertig (auch erst 6 Tkm alt...).
Beim Zusammenbau bzw. Anziehen der linken Kopfschrauben kam aus der Tiefe ein lautes "Pling" , so daß ich erstmal fluchend den Kopf wieder abnahm und den Zylinder soweit zog, daß ich das Pleuelauge inspizieren konnte. Eine gröberer Schaden war nicht sichtbar, also wieder drauf mit dem "Gelerrsch". Bis zu den 40 Nm (Fallert !) liessen sich die Kopfschrauben problemlos anziehen, keine losen Zuganker oder so...

Und jetzt stellt sich für mich die Frage:

Was verursacht dieses Klappern ??? Ab ca. 2000 U/min schnurrt der Motor normal vor sich hin.
Wenn ich nicht wüsste, daß die Kolben i.O. sind, würde ich auf einen Kolbenkipper tippen.
Erstmal fahren, Kopfschrauben nachziehen, Ventilspiel nochmal einstellen ? Oder gleich nochmal runter bis zum Pleuelfuß mit der linken Seite ? :schimpf:

Verzweifelter Gruß,
Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
Tiefe ein lautes "Pling" ,
Da wird wohl die Stößelstange unten im Motor in die Pfanne des Tassenstößels gerutscht sein. Das passiert gerne wenn die Kipphebeleinstellschrauben nicht weit genug gelöst sind. Bei der Aktion wird das Ventil ein wenig geöffnet, da darf es natürlich keinen Kontakt zum Kolbenboden bekommen, sonst ist es krumm.
Kannst Du die Kompression rechts-links mal messen?
 
Da wird wohl die Stößelstange unten im Motor in die Pfanne des Tassenstößels gerutscht sein. Das passiert gerne wenn die Kipphebeleinstellschrauben nicht weit genug gelöst sind. Bei der Aktion wird das Ventil ein wenig geöffnet, da darf es natürlich keinen Kontakt zum Kolbenboden bekommen, sonst ist es krumm.
Kannst Du die Kompression rechts-links mal messen?

@Georg: Koppdichtung ist richtig rum drauf.

@Detlev: mittlerweile hab ich so ziemlich alles an Werkzeug in der Bude, aber leider kein Kompressionstester :schock:
Ich versuch mich dran zu erinnern, auf welchem OT ich die linke Seite beim bosseln hatte,aber ich denke, es war der richtige. Und angenommen wenn doch nicht, dann muß man aber mit ziemlichen Mutwillen den Kopp auf die Zuganker schrauben, falls die Kipphebel press auf den Ventilen liegen ?
 
Naja, es sind immerhin rund 3mm, die die Stößelstange zu weit draußen sitzt, wenn sie auf der Kante der Pfanne liegt.
Das "Einbaugeräusch" lässt darauf schließen, und das Laufgeräusch, dass Du schilderst, kommt dem eines leicht krummen Ventiltellers durchaus nahe. Hatte mal ein Freund von mir, er meinte dann, dass er die 50km nach Haus damit ja noch fahren könne. Nach 5km war der Ventilteller ab...
 
Wenn der Teller sich löst, klappert es schrecklich und sieht nachher schrecklich aus....kenne ich leider auch. Besser sofort bei gehen....

Gruß
Willy
 
Hallo Andreas,

um den (hinreichend begründeten) Verdacht sicher auszuschließen, wirst Du nicht daran vorbeikommen, den Kopf abzubauen und das Ventil zu überprüfen.
Immer noch besser, als durch ein abgerissenes Ventil Gewissheit zu erlangen...

Wie Karl immer sagt:
"des werd scho".

Gruß Ulli
 
Wie Karl immer sagt:
"des werd scho".

Gruß Ulli

Frei nach diesem Motto ging`s weiter.

Es bot sich folgendes Bild: gerissener Ventilsitzring des Auslaß :schimpf:

Ich denke mal, das war das "Pling" beim Anziehen der Kopfschrauben. Es war der richtige OT, die Ventile zeigen keinerlei Beschädigung, und selbst die Dichtigkiet ist zu 100% gegeben. Aber irgendwie stand der Kopf bzw. der Ventilsitz nach der Bearbeitung wohl noch unter Spannung, so daß beim WHB mässigen Anziehen der Schrauben das gute Teil wie Omas Suppenschüssel nach 40 Jahren Gebrauch aussah.

Ob damit auch das "Klappern" erklärt wäre ?
Und sollte ich den zweiten Kopf vorsichtshalber auch zur Kontrolle zurückschicken ?

Und dabei ist doch gerade Sommer ..;(
 

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Hallo Andreas,

aus dem Gedächtnis weiß ich es nicht mehr genau, wurden die Ventisitze auch erneuert? (Du hast den Fred ja aufgeräumt :nixw:)

Der Riß deutet auf einen lockeren Sitz des Ringes im Kopf hin und könnte das Klopfen erklären.

Das Pling beim Anziehen erklärt sich damit aber nicht.

Wenn Du den anderen Kopf zur Kontrolle mitschickst und es ist kein Befund zu sehen, wird man sagen, es sei alles in Ordnung.

Gruß Ulli
 
Die Geschichte geht weiter:

Kopf eingeschickt und direkt Antwort erhalten.
"Guten Tag Herr Harz,
der Kopf ist eben angekommen und ich habe mir das angesehen.
Es handelt sich definitiv nicht um einen Riß, sondern das ist der Schnittansatz des Schnittmessers vom Korrekturfräser.
Ich habe einmal drübergefräst.
Einen Riß oder einen Lunker im Sitzring merkt man bei der Bearbeitung sofort und ganz deutlich da an dieser Stelle der Schnitt unterbrochen ist (so, wie eine Macke in der Schallplatte)"


Das ist schon mal prima ! Keine Macke im Sitz, kein krummes Ventil ...

ABER: ich bin genau so schlau wie vorher. Was kann das Klappern noch verursachen ??? ;(
 
Es soll ja schon vorgekommen sein, dass die Kipphebel am Ventildeckel anklopften und dann auch sichtbar helle Stellen an der Kontaktstelle hinterlassen haben.
 
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