Montage BBK

Florian

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Berlin
Hallo Forum,

ich montiere gerade den BBK und die Passung Kolbenbolzen/Pleuelauge macht mir etwas Sorgen: der montierte Kolben läßt sich für meine Begriffe relativ schwer um das Pleuelauge drehen (wesentlich schwerer als das Pleuel um den Hubzapfen). Ist das normal oder habe ich eine ungünstige Paarung erwischt?

Aus der Werkstatt,
Florian

Edit: Montage vorschriftsgemäß mit leicht angewärmtem Kolben und eingeölten Bolzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

ich hatte das gleiche Problem mit einer Seite. Der Bolzen hatte einen zu festen Sitz im Pleuelauge. Ich habe dann das Pleuelauge etwas aufgerieben.
Habe auch im Nachhinein noch mit Jochen 7R gesprochen, der das als nicht normal bezeichnete.

Wenn es dir nicht eilig ist, dann würde ich nach dem Betriebsurlaub mal bei 7R anrufen.
 
Normal ist das nicht, wobei der subjektive Eindruck oft auch täuscht. Bau es nochmals auseinander und prüfe, ob der Kolbenbolzen eingeölt durch sein Eigengewicht langsam durch die Buchse rutscht.
 
Ich habe die Beobachtung gemacht, dass das Phänomen auch von der Temperatur in der Werkstatt abhängig ist. Kolbenbolzenmontage bei knapp über null ist irgendwie immer strammer als bei 20°
 
Hallo Florian,


Du hast ja die neuen I-Pleuel, da weiß ich nicht wie es ist. Bei den beiden BBK mit H-Pleulen, die ich montiert habe, war der Sitz im Pluelauge gefühlt in etwa so wie bei den Serienteilen.

Unterschiede gab es allerdings beim Sitz des Bolzens im Kolben. Bei dem ersten hatte der Kolbenbolzen im Kolben einen normalen Schiebesitz. Bei der späteren Version musste der Kolbenbolzen in den erwärmten Kolben eingesetzt werden, weil der Sitz des Kolbenbolzen im Kolben eine engere Passung hatte. Vermutlich soll dadurch das seitliche "Wandern" des Bolzens verringert werden. In der Montageanleitung war auf des Erwärmen des Kolbens vor Montage explizit hingewiesen worden (diesen Hinweis gab es beim ersten BBK nicht, die Passung war vermutlich gewollt geändert worden).

Wenn es, wie du schreibst am Pleuelauge zwickt, würde ich mal den Bolzen und Auge nachmessen (lassen) und ggf. bei Siebenrock fragen, welche Maße hier gewollt sind.

Grüße
Marcus
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für Eure blitzartigen Antworten: Die Werkstatt ist geheizt und die Engstelle eindeutig das Pleuelauge. Eine passende Reibahle habe ich leider nicht und so mag ich das nicht montieren. Auch ein Seitenwechsel des Bolzens bringt keine Besserung. :-( Einstweilen Baustopp.

Edit: Beidseitig läßt sich der Bolzen bis etwa zur Mitte des Pleuelauges wie erwartet einschieben, dann fängt er an zu klemmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß nicht, was für Buchsen in den Pleuel montiert sind.

Wenn es Sinter-Buchsen sind, habe ich schon gute Erfahrungen damit gemacht, den Bolzen gut angewärmt (+-50°C) und eingeölt ein paar mal durch die Buchse zu schieben, geht mit deutlicher Handkraft.

Ist mir alle Male lieber als Reiben an der Buchse.

Wenn beides dann wieder auf gleicher Temperatur ist, dann mal versuchen ob der Bolzen dann sauber durch sein Eigengewicht durch gleitet.
 
Ich weiß nicht, was für Buchsen in den Pleuel montiert sind.
Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, daß das Buchsenmaterial etwas anderes als Bronze ist – und jetzt bin ich wieder zu Hause.

Kannst Du auf dem angehängten Bild was erkennen?

Danke einstweilen, Gruß,
Florian
 

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Hmm,
wenn es so wenig ist was fehlt bis es saugend durchgeht,würde ich mit Läpp-paste arbeiten .
Danach natürlich penibelst auswaschen.
Manne
 
Hmm,
wenn es so wenig ist was fehlt bis es saugend durchgeht,würde ich mit Läpp-paste arbeiten .
Danach natürlich penibelst auswaschen.
Manne
Und was würdest Du als „Spindel” verwenden – wenn Du, wie ich, keine Drehbank hättest?

Neugierig,
Florian
 
Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, daß das Buchsenmaterial etwas anderes als Bronze ist – und jetzt bin ich wieder zu Hause.

Kannst Du auf dem angehängten Bild was erkennen?

Danke einstweilen, Gruß,
Florian

Servus!

Ist da in der Mitte der Buchse eine Schmiernut? Sitzt da ein Grat?

Gruß, Rudi
 
Hallo Rudi,

Schmiernut ja, Grat nein– das habe ich penibel kontrolliert.

Danke fürs Mitdenken,
Gruß,
Florian

Hallo Florian,

der Bolzen lässt sich aber bis zur Mitte, also bis zur Nut schieben? Schwer oder leicht? Und dann geht nix mehr? Dann muss das Problem da sitzen, oder?

Gruß, Rudi
 
Ja, bis etwa zur Mitte läßt sich der Bolzen mit geringem Kraftaufwand in das Pleuelauge schieben – so, wie ich das über die ganze Länge erwarten würde.
Dieses Spiel funktioniert beidseitig mit beiden/vertauschten Bolzen: ab der Mitte des Pleuelauges wird die Passung zu eng.

Gruß,
Florian
 
Und was würdest Du als „Spindel” verwenden – wenn Du, wie ich, keine Drehbank hättest?

Neugierig,
Florian

Rudi hat recht,wenn der Bolzen bis zur Mitte (Nut ) von beiden Seiten geht,dann liegt da der Hase im Pfeffer.
Nimm Dirks Angebot an,der sagt Dir sicher ganz genau was zu tun ist.
Manne
 
So, das Problem ist gelöst: Auf telefonische Empfehlung von Dirk (danke für den prompten Service!) habe ich heute beide Pleuelaugen mit geöltem feinen Schleifvlies und gezieltem Fingerdruck auf der/um die Schmiernut nachbearbeitet.

Mit einiger Geduld stellte sich dann das gewünschte, sämig–saugende Passungsgefühl (und die korrespondierende Leichtgängigkeit beim Kippen der Kolben um die Bolzenachse) ein. :]

Gruß und Dank,
Florian
 
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