Nix als Ärger mit dem modernen Zeug !

Oskar

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04. Juli 2013
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Köln
Guten Abend allerseits,

meine R 60/6 ist mal wieder nicht das Problem...auch nicht die CB 750 K2. Sind ja schließlich vor 1976 vom Band gerollt.

Vielmehr ist es die Überholung der Bemsanlage der vor kurzem erworbenen 84er CB 900 Bol d´or. (Sozusagen mein Neufahrzeug)

Trotzdem frage ich hier weil ich hier den größten Sachverstand sehe :oberl: und ich vermute, dass rappzapp ne Antwort kommt.

Habe die Doppelkolbenbremsanlage komplett mit einem Rep.satz bearbeitet, neue Beläge eingebaut, neue Bremspumpe, Stahlflexleitungen verbaut und neue Bremsflüssigkeit versteht sich von selbst. Jetzt wo alles akribisch zusammengebaut ist dreht sich das Vorderrad nach jedem Bremsvorgang frei aber nicht so, dass es noch eine Umdrehung aus eigener Kraft zurücklegt. D.h., die Beläge sind ziemlich "Spack" an der Scheibe.

Fahren konnte ich leider noch nicht, da auch am Motor noch das ein oder andere zu machen ist.

Jetzt meine Frage: Wie frei muss ein Rad nach der Komplettüberholung der Bremsanlage laufen? So dass es völlig frei ist oder kann etwas schleifen und somit das Rad nach einer frei zurückgelegten viertel Umdrehung stoppen? Tut sich da evtl. was auf den ersten Kilometern?

Von "Fest" ist das Rad jedenfalls weit entfernt.

In der Hoffnung auf eine erhellende Antwort. :wink1:

Viele sonnige Grüße
aus Köln
 
Vom Prinzip sollen die Dichtmanschetten die Kolben nach dem Ausfahren soweit zurückholen, dass die Beläge keinen Kontakt zur Scheibe mehr haben.
Natürlich musst du dem System eine kleine Einlaufzeit gestatten -wer weiß wie exakt planparallel die neue Belagoberfläche zum Träger sitzt...
Ist die Berührung rundum an der Scheibe gleich oder kann hier auch noch ein minimaler Schlag beteiligt sein?
 
Zuviel Bremsflüssigkeit drin? Mach mal den deckel vom Vorratsbehälter auf und dreh nochmal.
 
Hi Michael,
Hi Hubi,

würde behaupten, dass es rundum gleich ist. Das Rad dreht sich, aber eben nur gleichmäßig schwer. Wobei schwer der falsche Ausdruck ist. Ich merke aber, dass die Scheiben einen minimalen Kontakt zu den Scheiben haben.

Hab mal irgendwo gehört, dass sich die Beläge irgendwann den Riefen der Scheibe anpassen. Tät mich jetzt schwer damit, die beiden Sättel wieder auszubauen und nochmal die neuen Dichtungen zu überprüfen. Die Kolben gingen bei der Montage mit plastilube und von Hand problemlos rein.

Werd morgen mal den Vorschlag folgen ohne Deckel des Behälters zu drehen. Steht knapp unter max.

Gruß
Ralf
 
schwimmsattel oder festsattel ?

alles gangbar gemacht ? (speziel schwimmsattel )

die rechteckringe in den bremszangen, ziehen den kolben nach dem druckvorgang zurück in den sattel .(würde ein o-ring nicht tun)

wenn alles frei beweglich ist, bekommen die beläge spiel und können folgen, die bremse ist frei !


schönen abend , arne
 
Servus

Die Beläge laufen doch eigentlich nie "frei". Ein bisschen schleifen ist OK und normal. Fahr die Mühle mal und schau, das nichts heiß wird.

Es grüßt

Dietmar
 
Moin Oskar,

Habe die Prozedur letztes Jahr auch hinter mich gebracht, und die Bol`dor eines Kumpels wieder fahrbereit gemacht.
Das Teil hatte acht Jahre gestanden.
Neben anderen Dingen die wieder gängig gemacht werden mussten, waren auch die Bremsen fest, und ich habe mir die Mühe gemacht, neben den Bremssätteln auch die Bremspumpen instandzusetzen. Vorne war durch den ganzen Schmodder die Rücklaufbohrung dicht, was bewirkte dass die Bremse nicht mehr löste. Im Ultraschallbad wurde alles wieder gut.
Da Du aber eine neue Pumpe eingebaut hast, wollen wir das mit der Rücklaufbohrung erstmal ausschließén.
Das mit dem Einbremsen wurde schon gesagt.
Mach doch mal Folgendes:
Klopfe mit einem Kunstoffhammer oder etwas Ähnlichem sachte auf die Sättel.
Sollte sich das Vorderrad danach wieder leichter drehen, ist alles im grünen Bereich, und es muss sich nur noch einlaufen.
 
... Die Kolben gingen bei der Montage mit plastilube und von Hand problemlos rein.

Gruß
Ralf

Hallo Oskar,

hast Du ernsthaft die Kolben mit Plastilube eingesetzt? :schock:

Dann musst Du wohl oder übel nochmal alles zerlegen. Plastilube ist ein Fett auf Mineralölbasis und daher für das Innere der Bremsanlage nicht geeignet.http://deweb02.henkel.com/technolog...B00034DA91/$File/PlastilubeV2.pdf?OpenElement

Zum Einsetzen der Kolben gibt es Bremszylinderpaste. http://www.ate-info.de/de/products/datasheet/ate-bremszylinder-paste-180-ml/

Zum von Dir geschilderten Problem würde ich persönlich zunächst mal ein wenig fahren und bremsen, ein leichtes Schleifen ist normal und wird normalerweise im Betrieb nach Einlaufen der Beläge auch geringer. Ganz verschwinden wird es aber nicht.

Gruß//Jörg
 
Bin zwar kein Experte für die Bol d'Or, aber ich hatte ähnliche Symptome nach dem Reifenwechsel an meiner SR (mit Doppelscheibe vorne). Ursache war, wie sich rausstellte, die verkehrte Anziehreihenfolge bei den Schrauben rund um die Radachse (erst geklemmt, dann Achsmutter angezogen :schadel: - inzwischen weiß ich's, schön blöd)) und eben nicht die zunächst verfluchten Bremsteile, an denen ich schon irgendwelche Schäden vermutet hatte. Daher mein Tip, schau mal, ob da alles richtig gelaufen ist bei der Montage. Vielleicht freust Du Dich dann, daß die Bremsen doch OK sind... :pfeif:
 
Hallo,

jeder der Bremsen repariert sollte wissen, dass mineralölhaltige Fette im Inneren des Bremssystems nichts verloren haben! Solltest du die Lauflächen der Kolben tatsächlich mit Plastilube eingeschmiert haben musst du die Sättel definitiv noch mal zerlegen, mit Bremsenreiniger säubern und neue Überholsätze einbauen.

Berthold
 
Hallo,

jeder der Bremsen repariert sollte wissen, dass mineralölhaltige Fette im Inneren des Bremssystems nichts verloren haben! Solltest du die Lauflächen der Kolben tatsächlich mit Plastilube eingeschmiert haben musst du die Sättel definitiv noch mal zerlegen, mit Bremsenreiniger säubern und neue Überholsätze einbauen.

Berthold


... und den Handbremszylinder sowie den/die Bremsschläuche gleich mit wechseln...;(


//Jörg
 
Jepp, meine Vorschreiber haben absolut recht. Haste die Gummis mal mit Mineralöl in Kontakt gehabt, dann wirf die besser raus. Gummiteile in Bremsanlagen bestehen meist aus EPDM, das weist gegenüber Mineralöl keine Beständigkeit auf. Eingesetzt werden die Teile damit.
 
...ich habe tatsächlich im Rahmen geistiger Umnachtung das Zeug reingeschmiert. Dabei habe ich auch das richtige in der Garage :schock:

Gut mal drüber gesprochen zu haben. :pfeif:

Hab jetzt wieder alles gesäubert in Einzelteilen auf der Werkbank liegen. Neue Rep. Sätze kommen in den nächsten Tagen. Soweit so gut. Trotzdem mal die Frage in die Runde, was mit den EPDM Gummis genau passiert wenn sie mit plastilube in Kontakt kommen. Schmeisse sie in die Tonne aber interessieren tät`s mich ja trotzdem. Sehen noch völlig normal aus.

Jedenfalls vielen Dank für den (lebensrettenden) Hinweis :D
 
Das ist einfach eine Frage der Dauerbeständigkeit.
Jede Dichtung altert und gibt irgendwann mal auf.
Wenn sie aber mit einem Medium in Kontakt kommt, für das sie als unbeständig gilt, kann das "Aus" sehr ungelegen kommen.
Eine Dichtmanschette am Bremskolben wird bei jahrelangem Wartungsstau sicher auch mal undicht; der Kontakt mit dem ungeeigneten Schmiermittel könnte aber nach ... Jahren dazu führen, dass das Teil bei Extrembelastung komplett versagt und sich jemand totfährt.
Deswegen kann es bei Bremsenteilen keine Kompromisse geben.
 
Hallo Nachbar

aber ganz schnell noch mal bei gehen.

Die unbedarften Dosentreiber machen das
auch gerne bei ihren abgenudelten Kisten.
Das Problem ist wohl eher das sich kein
Fachverkäufer vorstellen könnte, das jemand
das Zeugs innen im Bremszylinder verwendet.

Wie auch - die sind eigentlich Fachkräfte vorm
Tresen gewöhnt. Von der gleichen Firma gibt
es eine blau Bremszylinderpaste, die tut es gut.

Auch wenn es finanziell recht schmerzhaft ist, die
Druckringe würde ich nicht wieder verwenden. Die
Preise von alten Bolditeilen sind schon heftig wie
ich beim san mal erfahren durfte, aber trotzdem.

LG Harald
 
so ,sag ich doch,

an der bremse schleift nichts ,wenn nicht gebremst wird !!

es schleift sich auch nichts ein!


gruß bobberfred
 
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