Pleuellager Schaden - Analyse

muntablues

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Hallo Männer

Auf anraten meines Freundlichen, der meinte er hört das eine Pleuellager, überhole ich gerade meinen Motor und nun ist mir bei der Demontage leider augefallen, dass das Pleuel vom rechten Zylinder ein kleine Ölproblem gehabt haben muss. Kann mich auch dunkel daran errinnern, dass ich ein zwei mal die Ölkontrollampe gesehen habe, vor einigen Jahren. Ging danach auch einiges an Öl rein, soweit ich das noch im Kopf habe... Naja selbst Schuld wenn man so will.

Die Lagerschalen hat es gefressen und die Arretierungsnase hats komplett weg gefetzt. Nun heißt es Schadensanlyse: Kurbelwelle hat ein wenig ab bekommen und mit dem Fingernagel kann man die Riefen auch gut erkennen. Allerdings sind die Schäden nur "punktuell" und ganz so krass schau ich den Schaden noch nicht an, was meint ihr dazu?

Beim Pleuel schauts schon anderst aus. Für mich schauen die Spuren so aus, als hätte sich die Schale am Pleuel gedreht und nicht mehr auf der Kurbelwelle, da sind die Schleifspuren sehr ausgeprägt.

Zwei Stößel sind auch noch im Eimer, aber ob der Schaden mit dem anderen was zu tun hat, kA. Ist aber auch nicht so wichtig.

Nocke und Vetilhebel schauen noch gut aus. Auf den Hebeln ganz leichte spuren, aber das ist aus meiner Sicht noch im grünen Bereich.

Ich würde jetzt aus dem Stehgreif das Pleuel rechts tauschen, die beiden Stößel erneuern und dann wieder mein Glück versuchen. Meiners Erachtens sollte der Schaden an der Kurbelwelle noch im gelben Bereich sein und mit neuen Lagerschalen und allem was dazu gehört, sollte das Werk wieder rennen.

Was meint ihr dazu?

Dank und schöne Grüße
Günter
 

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Kann nur sagen, was ich machen würde....bei so einem Schaden keine halbe Sache.

Die Weissmetall Reste müssen auf jeden Fall entfernt werden, also Kurbelwelle ausbauen, alle Lager messen und dann entscheiden was erneuert werden muss.

Kurbelwelle kann man ggf. zart mit Läppleinen abziehen und auch das Pleuel kann man aufarbeiten lassen...je nach Befund.

Alles was man weniger macht als eine komplette Überholung des Motors wird auch einige Zeit halten...ist halt die Frage wie lange und wieviel du noch fahren willst.

Gruß
Volker
 
Pleullager hat mitgedreht.

Der Pleulfuß müsste an den Anlageflächen einige 1/100mm abgeschliffen und danach auf der Koordinatenschleifmaschine wieder rund ausgeschliffen und evt. gehont werden = wirtschaftlicher Totalschaden.


Hubzapfen mit Mikroverschweißungen einfach Läppen und alles gut kann man vergessen, die jetzige Rautiefe und Formfehler (oval) erfordern mit großer Sicherheit die Abnahme von ca. 5/100mm Material, was effektiv nur durch Schleifen geschehen kann. Nur dann stimmt das Lagerspiel nicht mehr, also nächstes Untermaß.
 
Kurbelwelle muss geschliffen werden.

Hallo lieber Poltergeist,

kannst Du eine Adresse empfehlen, die das mit dem Schleifen der Welle inkl. dem erforderlichen Abnehmen und wieder neu Vernieten der Ausgleichsgewichte tadellos hinbekommt? Ich hab auch so eine Welle mit Pleullagerschaden hier liegen. Der Schaden weit geringer als oben. Aber ich konnte mich trotzdem nicht zu einem Wiedereinbau durchringen. Auf Untermaß schleifen lassen habe ich mich bisher nicht getraut, weil es halt schon häufiger Brüche von geschliffenen Wellen gibt. Mutmaßlich, weil die seitlichen Übergangsradien nicht ordentlich gefertigt wurden?

Grüße
Marcus
 
Frag mal bei Gänssle (gaenssle.de) an, die können das.
Der Knackpunkt sind die vernieteten Ausgleichgewichte, da lassen viele lieber die Finger von. Ich habe hier lokal auch einen Schleifer, mache die Gegengewichte aber selber.
Bei vernünftiger Arbeit sollten Brüche kein Problem sein. Die Kurbelwelle muss nach dem Schleifen zwingend einer Wirbelstromprüfung unterzogen werden, darauf sollte man Wert legen.
 
Frag mal bei Gänssle (gaenssle.de) an, die können das.
Der Knackpunkt sind die vernieteten Ausgleichgewichte, da lassen viele lieber die Finger von. Ich habe hier lokal auch einen Schleifer, mache die Gegengewichte aber selber.
Bei vernünftiger Arbeit sollten Brüche kein Problem sein. Die Kurbelwelle muss nach dem Schleifen zwingend einer Wirbelstromprüfung unterzogen werden, darauf sollte man Wert legen.


Wie stehen die Kosten einer solchen Dienstleistung gegen die Anschaffung einer "guten gebrauchten" Welle?
 
@Wolfo: Danke für den Tipp!

Gebraucht ist sicher günstiger. Ich hab damals bei dem o.g. Pleullagerschaden auch aus einer Schlachtung einer 800er eine KW für nach meiner Erinnerung ~100 Euro gekauft und in den fraglichen Motor eingebaut.

Aber gebraucht ist halt gebraucht. Man hat dann immer eine gewisse Unsicherheit bezüglich des "Vorlebens" des Gebrauchtteils. Zumal sich der Zustand einer Kurbelwelle auch für einen ambitionierten Laien schwer beurteilen lässt (auch wenn man über besseres Meßwerkzeug verfügt). Ich hatte mal eine gebrauchte erleichterte KW gekauft, da waren die Hubzapfen optisch erkennbar leicht ballig. Die Meßwerte waren gerade noch ok. Die KW hab ich trotzdem wieder zurückgegeben.

Grüße
Marcus
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin,

bei dem Schadenbild würde ich mir einen intakten Rumpfmotor suchen. Der sollte nicht die Welt kosten.

Alles andere läuft entweder auf Geld-spielt-keine-Rolle-Reparatur raus (was bei so einem Allerweltsmotor keinen Sinn macht). Oder auf eine Schmalspur-Reparatur, bei der man dann beim Fahren immer mit Beten beschäftigt ist (Hoffentlich-hält-dat-Ding...).

PS - Wie sieht denn eigentlich die Ölpumpe aus?
 
AT Kurbelwellen gibt es u.a. bei den üblichen Händlern. Beim Rabbi z.B. für 500 Eurönchen.

Kritisch ist dabei,wie oben schon geschrieben die erneute Befestigung der Ausgleichsgewichte. Da habe ich sogar schon geschraubte gesehen...:schock:...und auch welche wo sie sich gelockert haben....bis zum Abflug.

Daher ist eine wirklich gute Gebrauchte oft die sicherere Wahl.

Gebraucht bei Rabenbauer ab 350€....dem würde ich vertrauen was die Zustandsbeschreibung und Prüfung betrifft.

Ich habe aber auch schon einmal eine simpel / provisorische Reparatur erledigt und nur das Weissmetall entfernt, Lagerschalen ersetzt und die Maschine ist danach noch über 30000km gelaufen, bis wir sie aus den Augen verloren haben.

Gruß
Volker
 
Danke zuerst einmal für eure Meinungen.

Ich habe es schon fast erwartet, wollte es aber wahrscheinlich nicht glauben, wie es halt ist in so einem Fall ;)

Ich denke auch, dass ich eher auf eine Gebrauchte gehen werde, hatte eh schon davor bei Rabenbauer geschaut und bei denen hab ich ein rel. gutes Gefühl. Bestellen muss ich ja eh...

Also dann, nochmals danke und schöne Wochenende noch!
Gruß Günter
 
Hi Günter,
hatte vor einiger Zeit einen ähnlichen Schaden , müsste da mal in meinem Profil schauen um die zahllosen auch zum Teil bebilderten Beiträge auszugraben !
Kurzum ich habe mir nicht einen neuen Rumpfmotor besorgt ,habe aber Herrn Bals ( Werkstatt in meiner Nähe ) im Vorfeld um Rat gebeten !
So dann mit Leinenschleifpapier viel Oel und noch mehr Geduld die Erhebungen durch die defekten Pleullagerschalen,
zu glätten !!!!Neue Schalen und fettig !
Seitdem 3x Dänemark und zahlreiche Touren der Motor schnurrt wie ne Katze!
Gruß und gutes Gelingen
Lutz
 
Diese Erfahrung kann ich voll bestätigen...Lass es mich mal so zusammenfassen....

- Konsequent ist natürlich die vollständige Überholung des Motors...aber eben auch recht teuer.

- Daneben gibt es natürlich Instandsetzungsstufen, die man durchaus versuchen kann, auch wenn sie dir kaum ein Betrieb, der haften soll, anbieten wird.

- Grundsatzfragen wären...Ursache und Dauer des Ölmangels?...welche weiteren Schäden kann man erwarten, stellt man fest?...wie intensiv und lange willst du die Maschine nutzen?...welches Risiko gehst du bei einer weniger konsequenten Vorgehensweise?

Daher oben bereits mein Tipp...Kurbelwelle ausbauen, prüfen und messen und dann entscheiden was für dich, dein Anforderungsprofil, passt.

Wenn die Lagerzapfen noch halbwegs maßhaltig sind, dann kann man das Weissmetall durchaus mit 1200'er Läppleinen und Schleiföl entfernen und so eine Welle erhalten die unter normalen Betriebsbedingungen noch viele Jahre vor sich hat.

Risiko...gering. Im ungünstigsten Fall musst du nach einigen Jahren noch mal ran und dann umfassend überholen. Die Zeit kann man aber nutzen sich einen Ersatz-/ Rumpfmotor in Ruhe aufzubauen.

Gruß
Volker
 
Hallo Lutz, Volker

Hab deinen Beitrag gefunden und durchgelesen. So wie ich gestern das ganze angeschaut habe, sind bei mir leider Riefen auf dem Zapfen und das kann ich nicht weg polieren :-) Ich werd mich aber morgen mal mit meinem Freundlichen unterhalten, wie er die Sache sieht. Man muss nämlich auch dazu sagen, dass es auf den Bildern viel schlimmer aussieht, als es im echten Leben ist.

Ursache bin ich mir relativ ischer, dass zu wenig Öl schuld ist, das war aber vor 2-3 Jahren und ich kann mich erinnern, dass ich den Fresser glaub auch gehört habe. Von dem her sieht die Welle ja eigentlich noch sehr gut aus, wenn man bedenkt, dass ich sicher 5000km so gefahren bin, ohne mir einen Kopf zu machen. Ich hatte zum Glück nicht viel Zeit die letzen Jahre und bin deshalb auch wenig gefahren.

Ich fahr aber auch nicht mehr so viel, mir ist einfach zu viel los am WE und unter der Woche hat man nicht immer Zeit. Wenn ich also mal stehen bleiben sollte, bin ich sicher nicht tausende km von zu Hause weg und wie man gesehen hat, läuft das Ding nach einem "Fresser" immer noch weiter ;-)

Wie auch immer, ich red mal mit meiner Werkstatt, aber irgendwie denke ich, jetzt hab ich eh schon alles offen, dann kann ich gleich eine gebrauchte Welle und neue Lager usw. einbauen und hab dann ein besseres Gefühl danach.

Sschöen Grüße
Günter
 
Hi,

Zapfen reinigen, neue Schalen und fahren.
Natürlich die Ölversorgung prüfen.
Außer du machst eine Welt oder Europareise über zigtausende Kilometer,,...dann besser alles neu.

Gruß
Willy
 
Hallo Günter,
nur mit Läppen wird das Lager nicht zuverlässig halten.
( .wenn Du jetzt irgendwo in der hinteren Mongolei stehen würdest,
wund läppleinen dabei hättest, wäre das sicher etwas anderes..)
Die Kurbelwelle muss geschliffen werden. Dürfte für eine Motoreninstandsetuung kein Problem sein. Das Pleuel muss vermessen und bearbeitet bzw. ggf. ersetzt werden.
Frag mal bei meinem alten Kollegen Frank Just an. Der macht das bestimmt ohne irgendwelche Fantasiepreise abzurufen.

http://www.motorenteilebearbeitung.de/
 
den Lagerdeckel nachsetzen und das Pleuelauge neu bohren ist ja nicht die Welt. Tausch / Rep. der KW aber bereits eine ganz andere Hausnr., besonders wegen Haupt- und Axiallager.

Nach den Fotos sieht es nicht gar so schlimm aus, ich würde es also einfach lediglich mit neuen Lagerschalen probieren, auch weil es praktisch Null Aufwand ist und damit ohne Risiko. Wird schon klappen.

Gruß Gerd
 
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