R80-Probleme

Serizzo

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06. Juli 2011
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30
hallo BMW-Freaks,

ich hab seit meinem Umbau von meiner Ex-Polizei-RT R80/7 zum Scrambler einige Motorlauf-Probleme und weis eigentlich keinen Rat mehr, Vielleicht kann mir einer von Euch helfen.
Wenn ich die Kuh starte und losfahre ist eigentlich alles ganz in Ordnung, sie nimmt das Gas perfekt an, läuft synchron, schüttelt nicht und hat ordenlich Leistung. Nach 2-3 km fällt auf, dass die Leerlaufdehzahl an der Ampel erhöht ist und nur langsam zurückfällt. Je heißer der Motor wird um so so schlimmer wird dieses Phänomen. Nach ca. 10 km Fahrt und ca. 100 - 110 Grad Öltemperatur läuft sie nur noch wie ein Sack Nüsse und die Gasannahme ist unter aller Sau. Nach abkühlen des Motors ist alles wieder wieder gut und das Spiel beginnt wieder von vorne.
Ich hab bereits die Vergaser mit neuen Hauptdüsen und neuen Nadeln mit Nadeldüsen bestückt, alles mit Messuhren synchronisiert, LLGemisch eingestellt (ca. 1,25 Umdrehungen raus), Zündung sowohl im kalten als auch im warmen Zustand abgeblitzt und Hallgeberdose penibelst eingestellt, Ventile eingestellt und momentan sogar probeweise Ventilspiel vergrößert (0,15 u. 0,20 mm), Vergaserstutzen abgedichtet und neue Flanschgummis montiert, alles bei laufenden Motor mit Bremsenreiniger auf evtl. Fallschluft geprüft, und, und, und............

Hat einer von euch einen Rat.........


Servus, Serizzo
 
Tippe auf den hallgeber.
Blitze mal den Motor ab wenn er wie ein Sack Nüsse läuft.
Im Leerlauf sollte "S" erscheinen.
Manfred
 
Hallo,

stele das Ventilspiel entsprechend der letzten BMW-Vorgabe auf E = 0,10 mm und A = 0,20 mm ein. Für das Leerlaufgemisch gibt es keine Vorgaben. Die Anzahl der Umdrehungen, die die Stellschraube lt. Vorgabe herauszudrehen ist, sorgt lediglich dafür, dass der Motor sicher anspringt und nach dem Warmlaufen passend eingestellt werden kann.

Also: Gib den Gaszügen ausreichend (4 mm lt. Vorgabe) Spiel, stelle die Drosselklappen- und Leerlaufgemischschrauben entsprechend den Vorgaben ein und fahre den Motor ausreichend warm. Anschließend drehst Du die Drosselklappenschrauben, sinnigerweise unter Zuhilfenahme eines Synchrontesters, stückchenweise und abwechselnd heraus, bis die Drehzahl aud 800/min gefallen ist. Dann drehst Du die Gemischschrauben ebefalls gefühlvoll und langsam hinein. Die Drehzahl wird zunächst steigen und ab einem gewissen Punkt wieder fallen. Bei diesem Punkt drehst Du die Schrauben wieder einen Tick herausd. Anschließend mit den Drosselklappenschrauben die Drehzahl auf 800 - 1000/min bringen. Darauf folgt die Synchronisation der Gaszüge.

Have phun, Uwe
 
Hallo, vielen Dank für eure schnellen Antworten

der Motor war warm beim einstellen, die Zündung hab ich sowohl bei warmen als auch kalten Motor abgeblitzt und die Spät-Früh-Verstellung funktioniert perfekt. Das Ventilspiel hab ich schon in allen möglichen Varianten eingestellt
(von 0,1 bis 0,2 mm) ohne eine Besserung oder Veränderung (außer mehr oder weniger Geräusch) festzustellen. Die Synchronisation hab ich auch so gemacht wie von Uwe beschrieben (nicht nur einmal) und sie auch bis der Motor warm wird einwandfrei.
Irgendwie muss es mit der entstehenden Wärme zu tun haben. Wenn ich die Vergaser bei heißem Motor mit Bremsenreiniger einspritzte ändert sich die Drehzahl überhaupt nicht, wobei ein kurzer Spritzer in das Ansaugrohr den Motor sofort absterben lässt.
Als nächstes wollte ich die Zündspulen tauschen, wobei das irgendwie unlogisch erscheint, da ja die Zündpunktverstellung funktioniert.
Ich hab schon viele verschiedene Moppeds beschraubt, dass mir die einfach und logisch aufgebaute Kuh solchen Probleme macht hätte ich nicht für möglich gehalten.
Vielleicht habt Ihr noch ein paar Ideen zum ausprobieren.


Vielen Dank im vorraus


Ciao, Serizzo
 
Moin Serizzo,

dann erzähl doch mal was du alles umgebaut hast.

Hochgelegte Krümmer ...

Wenn du z.B. die Zündsteuereinheit in wärmere Regionen verbaut hast, kann es sich so äussern.

Welche Zündkerzen hast du drin und wie ist deren Zustand?

Grüsse
Chris
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich hab zwei NGK BP6ES Kerzen verbaut, die sind ca. 500 km drin und das Kerzenbild ist so wie es sein soll (graubraun, außen tendenziell schwärzer).
Der Motor ist bis auf die hochgezogene Auspuffanlage mit anderen Töpfen (Kickstart-Universaltöpfe mit weniger Staudruck als orignal) und kleinerer Zündspulen (Kawasaki Z900R) original. Die gesamte Elektronik ist am Rahmenrohr verbaut, aber mindestens 20-25 cm vom Krümmer entfernt. Da die Krümmer weiter außen im Luftstrom liegen kann ich mir eine übermäßige Überhitzung fast nicht vorstellen.
Das Interferenzrohr hab ich übrigens entfernt, da wegen Einbaulage nicht mehr montierbar.
Das mit den Startvergasern klingt interessant. Ich habe auf Handhebel am Vergaser umgebaut, die Hebel aber dazu nicht demontiert. Was kann da vertauscht werden ?


Ciao, Serizzo
 
Kompression im warmen zustand prüfen! (Abweichung rechts links!!!!!)vieleicht ist ein Ventilsitz lose??? (Ventilspiel warm kalt vergleichen wäre noch ne idee ) Ansonsten würde ich auf verdacht einen anderen hallgeber einbauen die dinger verrecken immer öfter und machen dann teilweise ganz komische faxen wenn sie warm sind!!ps: richtig kaputt sind die nie da hilft nur probeweise tauschen. (alternativ kannst du auch prüfen ob das signal wirklich von 12v auf 0v springt alles über 0,5v ist ein indiz für Hallgeber mit treffer) allerdings tendiere ich mitlerweile dazu 30 Jahre alte Elecktronik bausteine auszutauschen macht immer mehr probleme das zeug
 
PS: Hallgeber Baustein mit Kabel gibts für ca 150€ bei q-tech oder siebenrock was will mann mehr
 
Hallo,

Kompression prüfen hab ich noch nicht gemacht, wäre aber eine gute Idee.
Momentan regnets bei uns, sonst hät ich die Q schnell mal bewegt und dann gemessen.
Der Hallgeber wäre auch so ein Kanditat der anscheinend oft Probleme macht. Ich bräuchte einen der mal leihweise eine zur Verügung stellt.

Im Frühjahr hab ich ewig mit mit einer mal geladenen u. mal nicht geladenen Batterie gekämpft. Erst als ich dieses Diodenplatten-Regler-Zeugs gegen ein vollelektronisches Teil ausgetauscht habe, war Ruhe.
Vielleicht sollte ich über eine andere Zündung nachdenken.
Ich schau jetzt MOTO 2 u. MOTO GP an, vielleicht kann ich mir zumindestens Fahrstilmäßig was abschauen...........


Ciao, Serizzo
 
Servus,

wenn alles Andere stimmt, würde ich nochmal bei den Versagern ansetzten !

Deine Gemischeinstellung ist m.M.n. viel zu fett, im Regelfall reichen bei 800 ccm
und den 64ger Bings eine Einstellung von 0,7 bis 0,9 Umdrehungen (auf nach zu).
Die dazu nötige minimale Öffnung der Drosselklappe wird durch o,5 bis 1,0
Umdrehungen der Anschlagschraube des DK-Hebels eingestellt. Dazu empfiehlt
es sich, die Feder am Halter auszuhängen.

Andreas
 
Hi,
ich hatte solche Leerlaufprobleme mal an meiner 100/7, als nach einer langen Autobahnfahrt die angerosteten Endflächen der Auspufftöpfe löchrig wurden: Standgas 3000 U/min, konnte ich mit der Kupplung runterwürgen, stieg aber sofort wieder langsam an.
Prüf doch mal die Dichtigkeit Deiner Abgasanlage.
Gruß Thomas
 
Hast du das Spiel der Gaszüge kontrolliert? Das Verhalten hatte ich auch, da blieb die Leerlaufdrehzahl bei 3000min-1 stehen und ging erst langsam zurück. Schuld daran war zu wenig Spiel in den Zügen.
 
Hallo,

die Bowdenzüge hab ich mittlerweile auf 4 mm Spiel eingestellt um sicher zustellen, dass sie bestimmt schließen.
Bei Einstellung der Leerlaufschraube unter einer Umdrehung bleibt die Mühle fast stehen. Die 1 1/4 Umdrehungen die momentan eingestellt sind, ist die unterste Grenze wo sie noch vernünftig läuft. Die von Andreas vorgeschlagene Einstellung mit 0,7-0,9 Umdrehungen in Verbindung mit nur 0,5 mm geöffneter Drosselklappe werde ich morgen mal probieren, vielleicht hab ich ja die Drosselklappen zu weit auf. Komischerweise geht sie ja im kalten Zustand, so 2-3 km einwandfrei, erst wenn sie auf Temperatur kommt beginnt der Spuk.
Aber es sind schon ein paar Ansätze dabei wo ich nochmal prüfen und schauen muss.

Vielen Dank für eure Hilfe, ich bin guter Hoffnung dass ich die Kuh doch noch zum laufen bringe.

Ciao, Serizzo
 
Naja, da gibt's dann noch die lose werdenden Ansaugstutzen in den Köpfen, die bei heißem Motor Nebenluft ziehen.
 
Hallo Dorni,

die waren in der Tat locker und wurden nur mit fest einschrauben nicht dauerhaft fest (auch nicht nachdem ich sie in den warmen Motor geschraubt habe). Daher hab ich sie mit DIRKO (hitzebeständiges Silikon) eingeklebt.
Jetzt halten sie und saugen auch bei warmen Motor (Bremsenreinigertest) keine Falschluft.

Wäre aber auch so ein R-Klassiker.............

Thanks, Serizzo
 
Nimm Dir eine Dose Startpilot und lass den Motor kalt im Standgas laufen. Dann spühst du mit ca. 30cm Abstand zwischen Vergaser und Kopf.
Wenn die Drehzahl sich erhöht zieht Dein Motor frische Luft.
Dann ist ein Riss in den(dem Ansugstutzen oder schlimmer im Kopf.
Wenn es im kalten Zustand ok zu sein scheint, dann solltest Du die Prozedur im warmen wiederholen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Dirko kenne ich sehr gut und nutze ich auch gern. Aber an der Stelle halte ich eine gute Schraubensicherung für sinnvoller.
 
Hallo,

den Test mit dem Startpilot habe ich bereits gemacht, ohne erkennbares Ergebnis. Vielleicht war der Motor damals noch nicht warm genug, kann ich nicht mehr genau sagen. Ein Haarriss im Kopf wäre einen Gedanken wert. Alles normale und üblichen Sachen hab ich ja schon probiert.
Die Stutzen hab ich mit DIRKO eingeklebt, da ich dachte dass LOCTITE 643 die Hitze nicht aushält und vor allem dass das ganze dann, im Falle des Falles, wieder zu demontiern ist.
Ich hab diese Woche viel zu arbeiten und werde erst am Samstag nachmittags meine Tests weiterführen können. Ich werde euch über den Stand der Dinge informieren.

Ciao, Serizzo
 
Hallo Achim,

ich komme gerne auf Dein Angebot zurück. Zuerst möchte ich am Wochenende alle anderen bereit genannten Sachen testen und wenn dann
keinen Lösung zu finden ist, mir den Hallgeber vornehmen.
Ich meld mich baldmöglichst.


Ciao, Serizzo
 
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