Ventildeckeldichtung

wowbecker

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17. Juni 2015
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174
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Frankenthal/Pfalz
Hallo Leute,

dies ist mein erster Beitrag! Ich bitte also um Nachsicht, falls ich etwas falsch mache und darum die Fehler zu benennen, damit ich sie nicht noch mal mache.

Ich fahre eine R80 Monolever, die in schleichendem Umbau begriffen ist (man will ja länger etwas davon haben!) und habe gerade ein Phämomen, das ich nicht einordnen kann:

Vor Kurzem fiel mir an beiden Ventildeckeldichtungen ein leichter Ölaustritt auf - keine Tropfenbildung, nur leichte Feuchtigkeit an beiden Zylindern vorne oben.
Das habe ich weggewischt und die Ventildeckelschrauben (alle drei pro Zylinder) etwas nachgezogen.
Nach der nächsten Fahrt viel mir ein Abblasgeräusch (Pft-Pft)auf.
Dies kam mit der Hand deutlich als Gasstoß spürbar aus den Ventildeckeldichtungen jeweils vorne oben. Habe den Ventildeckel rechts abgeschraubt und festgestellt, dass die Dichtung an der Stelle gebrochen ist. Außerdem war sie so verformt, als wäre sie an dieser Stelle nach innen gesaugt worden.
Daraufhin habe ich mir die Kurbelgehäuseentlüftung angeschaut. Die ist ab dem angeschraubten Schlauchstutzen am Motorblock bis in den Luftfiltertkasten (mit aktivem SLS) frei.
Auffällig finde ich, dass es rechts und links gleichzeitig aufgetreten ist. Das deutet für mich darauf hin, dass die Beschädigung der Dichtungen eher ein Folgefehler ist.

Jetzt stelle ich mir folgende Fragen:
1. Woher kommt der Überdruck über dem Kopf und ist der normal?
2. Gibt es in der Kurbelgehäusedichtung ein Ventil was kaputt gehen kann oder ist die komplett offen?
3. Hat jemand sonst noch eine Idee?

Für Anregungen wäre ich dankbar

Viele Grüße aus Frankenthal
 
Hast du beim Prüfen der Gehäuseentlüftung auch das Ventil angeschaut?
Da beim Boxer beide Kolben immer zugleich nach innen bzw. außen laufen, gibt es recht starke Pumpeffekte. Den Überdruck soll das Ventil in den Saugtrakt ableiten, der Unterdruck unterstützt die Dichtungen.
Beim Motorlauf ist eine gewisse Pulsation also normal; nennenswerter Druck sollte aber nicht entstehen.
 
Hallo Michael,

vielen Dank für die schnelle Antwort!
Habe gehört, dass es so ein Ventil geben soll, habe aber keins gesehen. Wo sitzt das?
Ich habe es in dem Schlauchstutzen vermutet, aber da iss nix.

Gruß Klaus
 
Hallo Klaus
Da isses :bitte: :D

005.jpg

Und so sollte es nicht sein. Hier ist das Membranblättchen verrutscht und schließt nicht komplett.
002.jpg
 
Hallo Lutz, das habe ich ja schon am Anfang beschrieben: Der Schlauchstutzen für den Schlauch, der dann unter den Luftfilter geht, sitzt rechts vorne direkt hinter dem Lima-Deckel. Den habe ich abgeschraubt weil ich darin das Ventil vermutete. Aber der ist komplett leer! Wenn das Ventil einfach nur fehlen würde, gäbe es aber keinen Überdruck. Also muß das Ventil wo anders sitzen, oder mache ich da einen Denkfehler?
 
Hallo Fritz, habe Deinen Beitrag zu spät gesehen. Da muss ich erst mal zu Hause nachsehen, wie das bei mir aussieht.
Auf jeden Fall Vielen Dank für die Antworten!

Gruß Klaus
 
Hallo Klaus
Die Fotos sind von meiner Monolever.
Sieht bei deiner sicher gleich aus.
Außer der verrutschten Membrane hoffe ich. ;)

:wink1:
 
Zuletzt bearbeitet:
So, habe es gefunden, geöffnet und für gut befunden: Die Membran sitzt sauber im Sitz und flattert fröhlich wenn ich den Motor drehen lasse.

Bleibt die Frage, warum meine beiden Dichtungen gleichzeitig kaputt gegeangen sind.

Hat da jemand ne Idee?

Gruß Klaus
 
Klaus, mach doch mal Fotos von den Ventiltrieben . Wie sieht denn die Oberfläche der Köpfe unter den Ventildeckeln aus (braun)? Wie ist der Ölverbrauch? Ungewöhnliche Geräusche? Laufleistung? Eventuell sind die Ventilführungen derart fertig das großer Druck bis unter die Deckel gelangt. Ist nur so ne Idee. Oder hat der letzte Instandhalter bei Abnehmen der Deckel die Dichtungen zerrissen und sie einfach nicht ersetzt?
Gruß Lutz
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Lutz, hatte auch schon die Befürchtung, dass es Abgase sind.
Der Motor hat 72tkm runter, davon bin ich erst 2 tkm selbst gefahren.
Der Kopf sieht oben sauber aus, keine Verbrennungsrückstände,
kein nennenswerter Ölverbrauch (nach besagten 2tkm),
keine nicht-BMW-typische Geräusche, normale Leistungsentfaltung.
Außerdem habe ich bei kaltem Motor mal die Nase in den Gasstrom gehalten (allerdings sehr kurz!) und konnte kein Abgas-und kein Benzingeruch feststellen.
Und wie gesagt: Die Dichtung sieht aus wie nach innen gesaugt. Das spricht ja dafür, dass es auch Unterdruck geben muss sonst wäre sie ja nach außen gedrückt.
 
Klaus,sind das die Seriendichtungen oder die von manchen Zubehörhändlern angebotenen Silikondichtungen?
Die Dichtungen von BMW sind so stabil dass ich mir das nicht vorstellen kann.
Prüf mal ob die Dichtflächen plan sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Fritz, nein, sind schon die harten Dichtungen.
Ich werde jetzt wie folgt vorgehen:
Da ich dank eurer Mithilfe den Eindruck habe, dass das kein typisches Phänomen mit hohem Wiedererkennungswert ist gehe ich mal davon aus, dass die Druckschwankungen bedingt durch die Hysterese des Entlüftungsventil im normalen Bereich sind und die Dichtungen vielleicht durch häufiges Wiederbenutzen des Vorbesitzers einen Vorschaden hatten und der entgültige Bruch durch mein Nachziehen der Schrauben eingetreten ist.
Ich habe mir bereits neue Dichtungen beim BMW-Händler bestellt und werde jetzt erst mal die Ventile einstellen und die Dichtungen montieren.
Sollte ich neue Erkenntnisse gewinnen werde ich das selbstverständlich melden - kann aber bei meiner Fahrleistung nächstes Frühjahr werden (Zumal jetzt erst mal wieder etwas geschraubt wird: Bekomme demnächst eine kürzere Sitzbank vom Polsterer zurück. Dadurch kann das Rücklicht über dem Heckrahmen montiert werden. Dazu muss die Verkabelung angepasst werden).

Gruß Klaus
 
Hallo Klaus,

kleiner Tip für die Montage der Dichtungen:
Ein wenig Dichtmasse auf die Seite der Dichtung die auf den Zylinderkopf kommt. Die Dichtung verbleibt dann bei der Demontage auf dem Zylinderkopf und hat dort ein langes Leben und die Montage der Deckel ist auch erheblich einfacher.

Berthold
 
Hallo Klaus,

gerne geschehen. Hat mir der BMW-Schrauber meines Vertrauens empfohlen. Jetzt hat er mir seit 10 Jahren keine neue Dichtung mehr verkauft ;)

Berthold
 
Vorher einölen tuts auch! Gleicher Effekt, seit mind. 10 Jahren die selben Dichtungen (zumindest am Deckel)! Aber auch bei allen anderen Papierdichtungen verhinderd vorheriges Einölen ein festbacken.
 
Schrauben nicht zu fest anziehen. Damit kann man den Deckel verformen, so dass die Dichtungen ungleichmäßig gequetscht werden. Man muss da nicht mit dem Drehmomentschlüssel dran. Aber fest und gut ist, denn nach fest kommt kaput!
LG
Zoltán
 
Hier schicke ich mal Bilder von den Dichtungen:


Dichtung 1.jpgDichtung 2.jpgDichtung 1 Falten.jpg


Man sieht deutlich die bleibenden Verformungen. Besonders krass bei Dichtung 2.
Sie waren ziemlich spröde und sind beim Abnehmen in mehrere Teile zerbrochen.

Die Verformungen waren schon und sind nicht beim Demontieren entstanden!

Bei beiden Dichtungen ist die Oberseite der Auslassseite betroffen.

Mittlerweile habe ich von einer auf BMW spezialisierten Werkstatt gehört, dass diese Verformungen bei besonders alten Dichtungen auftreten. (Waren vielleicht noch die Ersten!)

Also, Aufgabe an alle: Ventildeckel runter und nachschauen!:D
Besonders bei den 10-Jahre alten. Könnt ihr schon Anzeichen erkennen?

Ich werde jedenfalls in Zukunft, auch angesichts des moderaten Preises, hin und wieder mal neue montieren.

Übrigens: Silikondichtungen werden z.B. von Motoren-Israel verkauft - also kein Billigheimer. Er wirbt u.A. mit mehrmaliger Verwendbarkeit.
Hat da jemand Erfahrungen?

Gruß Klaus
 
Silikondichungen hatte ich mal von Wüdo.
Die Dinger waren bei der zweiten Montage nicht zu bändigen. Sie hatten keine Stabilität mehr. Man könnte auch versuchen ein Stück Gummiband drumrum zu legen.
Und noch was: Der Wärmetransport ist noch schlechter als bei den Pappedeckeldichtungen
Manfred
 
...
Mittlerweile habe ich von einer auf BMW spezialisierten Werkstatt gehört, dass diese Verformungen bei besonders alten Dichtungen auftreten. (Waren vielleicht noch die Ersten!) Glaubst du das ?

Also, Aufgabe an alle: Ventildeckel runter und nachschauen!:D niemals
Besonders bei den 10-Jahre alten. Könnt ihr schon Anzeichen erkennen? Ich habe leider keine 10-Jahre alte, :nixw:die sind alle älter.


Übrigens: Silikondichtungen werden z.B. von Motoren-Israel verkauft - also kein Billigheimer. Er wirbt u.A. mit mehrmaliger Verwendbarkeit. Die originalen sind nur für einmaligen Gebrauch ?
.
 
Hallo Manfred, das klingt einleuchtend!

Habe gerade bei Louis geschaut: das Stück aus Papier kommt auf 3,-€.
Da kann man ruhig jedesmal neue nehmen!

Klaus
 
Hallo Klaus,


das ist in diesem Fall genau der Fehler. Nicht auf irgendwelche 2-Markt Produkte zurückgreifen wo man nichts über die Qualität weiss, sondern entweder original BMW oder bekanntermassen gleiche Qualität einkaufen, auch wenn es etwas teurer sein mag.

Berthold

Hallo Manfred, das klingt einleuchtend!

Habe gerade bei Louis geschaut: das Stück aus Papier kommt auf 3,-€.
Da kann man ruhig jedesmal neue nehmen!

Klaus
 
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