VorderBremse blockiert wenn warm (R 100 GS, 1989)

Mallard

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23. Apr. 2016
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Unterfranken
Hallo Leute,

meine Vorderbremse wird nach einigen stärkeren Bremsvorgängen schwergängig und würde blockieren. Nach 5 Minuten Pause (Abkühlung) bin ich vorsichtig heim gefahren.

(Das Moped stand länger.)

Diverse Foreneinträge habe ich dazu bereits gelesen ;)

Was ich bereits erledigt habe:

- Stahlflex verbaut
- Bremsflüssigkeit neu
- Lucas Sinter (533SV ?) verbaut

Daraufhin war es bis jetzt für einige 100 Kilometer OK (gestern beim starken Bremsen erneute Probleme).

Bremswirkung OK, quietschen beim Bremsen mit geringen Geschwindigkeiten

Wie im Internet zu lesen, gibt es prinzipiell zwei weitere Problembereiche:

1.) Hauptbremszylinder, Dreck in der Ausgleichsbohrung etc: Bremse fährt nicht immer in Ausgangsstellung, schlechter Ausgleich bei Erwärmung. Blockiert den Rückfluss und somit die Rückstellung der Bremse

2.) Radbremszylinder: schwergängig durch Dreck / Gammel / ggf. Korrosion (Bakelit?)

Vorgehen: Ist zu klären


  • Hauptbremszylinder neu: kostet etwa 180.-, einen Überholsatz würde ich selbst eher ungerne verbauen (Rep.satz ca. 80.-)
  • Bremssattel neu: ist extrem teuer (Reststück neu gesehen für 350.-). Ggf. Guzzisattel? (Rep.satz ca. 120.-)

Jeweils gibts Überholsätze, bei denen sollte man meiner Meinung nach vom Fach sein. Ich habe Werkzeugmechaniker damals gelernt, bin jedoch etwas vorsichtig, da nicht vom "Fach"...

Frage an Euch:

Bitte um einen Blick in die Glaskugel - nach dem Fehlerbild eher Hauptbremszylinder, oder?

Mit dem wahrscheinlichsten Teil würde ich weiter machen.
So in der Stadt fährt es problemlos, die Bremse schleift im "üblichen Rahmen" - wie ich das beim Drehen am Rad erwarten würde...

(Oder der harte Weg: Bremse heiss fahren, Ringschlüssel und Schlauchstück mitnehmen, wenn blockiert vorsichtig unten öffnen: wenns geht vermutlich Haupbremszylinder?)

Danke für Euer Feedback dazu :gfreu:

VG
Fx

EDIT sagt noch:
- Füllstand der Bremsflüssigkeit ist 2mm unter maximal
- diverse kleinere Touren mit normaler Bremsung waren OK, gestern bewusst etwas (nicht extrem!) wärmer gebremst, um das System zu testen.
- Bei der Abholung vor einigen Tagen war der Effekt sehr extrem, den Bremsschlauch und die Flüssigkeit hatte ich dann direkt getauscht, dann war es ok - bis gestern.
- Nach ca. 20 km Heimfahrt ohne Einsatz der Vorderbremse war die Scheibe nicht auffallend warm.
 
Zuletzt bearbeitet:
mache mal ein Foto vom Innenleben des Bremsflüssigkeitsbehälters wo man den Boden gut erkennen kann. Für mich hört sich das das nach zugesetzter Bohrung an. Bei Erwärmung der Bremsflüssigkeit dehnt sich diese aus und legt langsam den Anker an. Du wirst um das Zerlegen und Reinigen des Handbremszylinders nicht herumkommen. Nach penibler Reinigung dessen siehst du ja, ob sich ein wiederverwenden der Teile oder ein Austausch lohnt. Auch die Bremszange würde ich dabei überholen.
 
Servus,

hört sich für mich eigentlich auch verdächtig nach der Ausgleichbohrung Hbz an.

Ich würde aber zunächst das einfachere wie folgt prüfen:

  • Deckel Bremsflüssigkeitsbehälter abnehmen oder zumindest gut lösen.
  • Beläge aus dem Sattel machen, bzw. zunächst einen.
  • Bei der Gelegenheit wirst du auch sehen, ob die Beläge im Sattel frei gehen oder nicht.
  • Anstelle dessen einen Schraubenzieher o.ä reinhalten und dann die Bremse betätigen.
  • Nun schaust du wie der Kolben kommt, und ob er sich wieder relativ leicht mit dem Schraubenzieher -ganz- in den Sattel zurückdrücken lässt.
  • Pumpe aber nicht zu weit raus, nicht dass der Kolben raus ploppt :D
  • Den 2. Kolben auf die gleiche Weise prüfen.
  • Sollten die Kolben sehr schwer zurückgehen, wiederhole den Vorgang ein paar mal um zu sehen ob es dann besser geht

Vielleicht bekommst du auf diese Weise auch deine Bohrung im Hbz wieder frei :nixw:

Bei gut freigängigen Bremssattelkolben kann man nach dem loslassen der Bremse erkennen, dass die Kolben von alleine ein minimales Stück einfahren. Ist aber tatsächlich -wenn überhaupt- im Bereich von 0,5mm.
 
Moin,

und nimm zum Dazwischenhalten einen Meterstab.
Da kannst Du die Dicke der Zwischenlage stufenweise einstellen.
Und dann ggf. mit Bremsfl. die Kolben mal von aussen einweichen und den Dreck mit einem Lappen weg - hilft u.U. schon mal etwas.

Gruß Holger

P.S. und beim Arbeiten mit Bremsflüssigkeit - Handschuhe an :oberl:
 
Wenn Du es richtig machen willst solltest Du den HBZ zerlegen und reinigen. Und mit dem Rep. Satz wieder zusammenbauen. Durchspülen beseitigt vielleicht die Blockade, aber der Schmodder bleibt im System und kann jederzeit wieder Probleme machen.

Das ist kein Hexenwerk. Achte auf den Durchmesser des Kolbens, denn den würde ich gleich mit tauschen, die Nr. auf der Unterseite gibt den Durchmesser an.
Wenn Du vorgehst wie in der Anleitung beschrieben, kann nix schiefgehen.
Mache beim Zerlegen Fotos, so können alle hier dran teilhaben und Du kannst zur Not nachschauen wie es eingebaut war. Oder Du baust das Teil aus und besuchst damit jemanden der das kann und schaust ihm über die Schulter.

Sollte es das nicht gewesen sein erst danach nach den Sätteln schauen. Es kann auch sein, dass die Kolben im Sattel bei Wärmeausdehnung verkanten, der HBZ ist aber dennoch der wahrscheinlichste Verdächtige. Wenn Du es ganz richtig machen willst, spendiere Deinen Bremssätteln auch eine Überholung. Die Kolben entweder im eingebauten Zustand mit der Handpumpe herausdrücken, oder nach dem Trennen der beiden Hälften mit einem Tuch umwickeln und mit Druckluft ausdrücken, Vorsicht Finger aus der Schussbahn :oberl::D
Die Kolben nicht mit Schmirgel oder Metallgegenständen reinigen, gut mit Kaltreiniger oder Backofenspray einweichen und mit einem Lappen bzw. einem Schaber aus Plastik reinigen.
 
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Hallo,

ich hatte schon mehrfach an unterschiedlichen GS Probleme mit schwergängigen Bremssätteln. Ich hab dann immer auf andere Bremssättel umgerüstet (HE+Brembo 4K od. Spiegler 4K)* , ohne was am HBZ zu machen. Dann funktionierte wieder alles wie es soll. Waren also jeweils definitiv die Bremssättel.

An einem der Sättel habe ich die Kolben nicht mal mit Druckluft rausbekommen. Die Kolben der Serien-Bremssättel sind aus irgendeinem Kunststoff (Bakelit?). Keine Ahnung, ob die aufquellen, verkanten oder warum die bei mir geklemmt haben. Ich habe mich jedenfalls immer gewundert, dass ich hier im Forum so selten was über Probleme mit den Brembo 2K Bremssätteln lese und selbst gleich mehrfach damit Schwierigkeiten hatte.

Grüße
Marcus

*Nachtrag:
Die Lösungen mit 300er oder 320er Scheibe und 4K-Sattel sind m.E. in jeder Hinsicht besser als die Serienbremse der GS. Ist halt nicht mehr original. Spiegler/ABM mit 300er Scheibe kommt für reichlich € mit Teilegutachten, Bremsleitung ist Plug and Play. Die 320er HE mit 4K Brembo braucht Einzelabnahme und ein paar Anpassungen (Distranzring, Bremsleitung).
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann funktionierte wieder alles wie es soll. Waren also jeweils definitiv die Bremssättel.

Grüße
Marcus

Hallo Leute,

erstmal vielen Dank für die große Resonanz auf meine Frage, echt beeindruckend!

:gfreu:

OT
Wenn HBZ und Zange zicken bzw. sehr ungepflegt sind, bietet sich eine Aufrüstung natürlich besonders an. Die Bremsleistung ist aktuell die eines "Youngtimers", dass ist klar. Meine R12R springt im Vergleich so aggressiv in die Bremse, das ist einfach eine andere Welt, dies brauche ich hier gar nicht.

Der Einsatz der GS ist als Tourer ohne Sozius geplant. Möglichst original und mit ein paar Gebrauchsspuren. Dafür, dass sie "schlechter" fährt als etwa eine 1150er, hat sie mehr Stil und ist handlicher. Das passt. Ich muss nicht in etwas umbauen, für dass die Q nicht vorgesehen ist und mag die Schrulligkeiten.

Umrüstungen habe ich dennoch manchmal im Kopf und bin aktuell eher noch dagegen. Das Federbein ölt jetzt nach ca. 28 Jahren und 40t km langsam und muss raus. hh racetec kann es für etwa 200.- EUR revidieren wenn es nicht im Kern defekt ist. Wilbers gibts ab ca. 360.- EUR, hh racetec inkl. Zugstufe ab 510.-, Öhlins inkl. Zugstufe ab 560.-.

Mitte Juni möchte ich eine längere Urlaubsfahrt antreten und da sind die Kosten für notwendige Wartung / Reparaturen durchaus ein Thema.

Sicher wird bis Juni noch das eine oder andere an Reparaturbedarf auftauchen, wenn es zu arg wird, werde ich den Urlaub in den Norden verschieben, oder ggf. mit der R12R fahren. Was ich eigentlich nicht will :(
/OT
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Zum Thema:


Vielen Dank nochmal - die Anleitungen sind super und bei sorgfältiger Durchführung sicher auch für den interessierten / "sensiblen" Laien machbar.

Allerdings fehlt mir in der Garage ohne Strom ein Kompressor, ein Ultraschallbad und ein ordentlicher Arbeitstisch / Werkbank. Hier habe ich aktuell kein sicheres Gefühl dabei.

Bremsumrüstung
würde ich eigentlich vermeiden wollen. Nach meinem Gefühl kann ich hier im Mittelgebirge (etwa: Spessart / Rhön) die Q nach Bedarf noch gut vor der Kurve umlegen und die Handkraft ist "noch" OK.
Das passt im Prinzip so mit den Lucas Sinterbelägen. Zumindest Solo bei normalem Tempo (mal angenommen: ohne Alpen).

Fahrwerk kann ich nicht beurteilen, da dass originale Federbein (weichere 89er Version) alt ist und aktuell unterdämpft. Die Gabel braucht neues Öl, da kann ich das ggf. erhöhte Losbrechmoment nicht beurteilen. Die Gabel passt aber prinzipiell. Vorne original und hinten Wilbers wäre ggf. pragmatisch. Auch hier bin ich durch die R12R mit ESA verwöhnt und muss das nicht nachbauen oder mit Öhlins übertreffen. Die Bergkuh ist ein Youngtimer und das passt so.

Langer Rede, kurzer Sinn: wenn Ihr o.g. Teile aus kontrolliertem "Abbau" habt, schreibt mir gerne per PN. Auch kleine / günstige Händler gerne empfehlen. Wenn jemand da ist, der sich mein Mopped mal freundschaftlich-kritisch anschauen möchte - gerne höre ich mir eine zweite Meinung an und komme vorbei. Schorle geht dann auf mich.

Perfekt wäre es natürlich, wenn ich das Bremsenthema mit Jemand aus der Nähe bei Aufwandsentschädigung angehen könnte.

Ziel ist aktuell der große Sommerurlaub mit Q und keine umfassenden Optimierungen.
))):

Vielleicht meldet sich ja jemand aus der Ecke Unterfranken.
Danke Euch fürs mitüberlegen.

:gfreu:

VG
Felix
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

die Bremskolben kann man auch ohne Kompressor aus der Zange herausdrücken, mit Bremsflüssigkeit via Hauptbremszylinder. Ist halt ne ziemliche Schweinerei. :D
 
Hi:

Ich habe bei meiner ein ähnliches Problem gehabt wie bei dir (jedoch ohne wirkliche Blockadeneigung). Die Pressluft habe ich durch eine gute Handluftpumpe erzeugt, um die Kolben hersuzudrücken. Die Bohrungen habe ich auch mit der Pumpe getestet. Siet dem Zusammenbau ist alles wieder bestens und hat auch eine 4.000KM Fahrt mit 2 Personen durch Polen absolut gut gehalten.

Ich würde es mit einer Revision probieren.

Hans
 
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