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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : alte vs. nicht ganz so alte Zündspulen



Superquerulant
08.01.2008, 16:16
Ich habe neuerdings - vor allem bei Nässe - bei meiner kleinen /6 etwas Probleme mit der Zündung (Ruckeln, Aussetzer und so was). Kerzen-, Zündkabel und Steckerwechsel brachte tatsächlich merklich Linderung der Beschwerden, aber 100% fit ist das System noch nicht. Zündsteuerung läuft über Omega-Modul, Zeitpunkt stimmt exakt. Kabel, Stecker und Anschlüsse sind alle i.O.. Ich vermute, der Funke ist einfach zu schwach, und habe jetzt die alten 6V-Zündspulen in Verdacht.

Ich hab noch welche bei mir rumliegen, die aus einer Transistorzündung einer 80er-Jahre-Q stammen. Steht auch fett drauf: Transistorzündung! Durchgangswiderstände der Primär- und Sekundärwicklungen sind gleich wie meine alten.

Was meint ihr: Kann ich die trotzdem verwenden? Was kann denn da schlimmstenfalls passieren?

willi
08.01.2008, 17:22
Meß mal den Wiederstand der Primärwicklung
(einfach zwischen Plus- und Minusklemme).
Dann bei Omega den Typ des Zündmoduls angeben und nachfragen.
Je mehr Ohm, umso schwächer der Zündfunke.
willi

Detlev
08.01.2008, 18:00
Wenn Deine Omegazündung ein "V"-Modul hat, geht es problemlos, bei einem "W"-Modul würde ich vorsichtig sein.
Wenn der Primärwiderstand der Spule unter 1,5 Ohm ist, ist bei der "W"-Zündung Vorsicht angesagt!

Jörg
08.01.2008, 22:47
Original von Superquerulant
Durchgangswiderstände der Primär- und Sekundärwicklungen sind gleich wie meine alten.

Was meint ihr: Kann ich die trotzdem verwenden? Was kann denn da schlimmstenfalls passieren?

Korrigiert mich, wenn ich Mist schreibe, aber wenn die Widerstände von Primär- & Sekundärwicklung die gleichen sind wie bei den alten Spulen, kann da überhaupt nix passieren, wieso auch?

MM
08.01.2008, 22:49
Sehe ich auch so.
:schade: Es sei denn, es sind noch schlimme Blind- und Scheinwiderstände vorhanden. :schadel: :lautlach: :aetsch:

Detlev
09.01.2008, 07:17
Original von manzkem
... es sind noch schlimme Blind- und Scheinwiderstände vorhanden. :schadel: :lautlach: :aetsch:
Donnerwetter, Hochspannungszündungen kenne ich schon, aber Hochfrequenz? Wie schnell dreht denn Deine Q?

willi
09.01.2008, 08:45
Liebe Freunde des Zündfunkens,
ich warte noch etwas,
denn demnächst erscheint die neueste Zündgeneration:
Microwellengesteuerte Piezozündung!
In der Harley-Szene wir sie zuerst vorgestellt.
willi

hubi
09.01.2008, 16:28
Original von Superquerulant
Ich vermute, der Funke ist einfach zu schwach
Um die Stärke des Funken zu testen, ziehst Du am besten mal die Funkenstrecke:Du ziehst bei laufendem Motor mal einen Kerzenstecker vorsichtig ab und schaust, wie lange die Strecke ist, die der Funke maximal vom Stecker bis zur Kerze überspringt.Dabei darauf achten, daß Du eine ISOLIERTE Zange oder sogar eine spezielle Kerzensteckerzange hernimmst.Zündfunken tun erstens verdammt weh und zweitens ist das Berühren hochspannungsführender Teile der Zündanlage bei laufendem Motor LEBENSGEFÄHRLICH!Also schön vorsichtig machen oder die bekannte Funkenstrecke hernehmen, auf die Du das Zündkabel steckst und am anderen Ende das Ganze auf die Kerze.Bei der Prozedur sollte sich der Funke mal mindestens um 15-20 mm strecken lassen, sonst ist zuwenig Zündenergie da.
Anmerkung: Um das Schadensbild in Bezug auf die Nässe einzugrenzen empfehle ich folgendes:Sprüh mal bei laufendem Motor Wasser mit nem Pumpzerstäuber auf Zündkabel, Kerzenstecker und Zündspule.Das ganze am Besten im Schummerlicht.Da kannst Du dann nämlich wunderbar sehen, wo die Funken fliegen!Um die Zündspannung dabei noch zu erhöhen, kannst Du den Elektrodenabstand erhöhen(ca. 2mm)
und/oder wenn alles schön klitschnass ist wie im schwäbischen Landregen mal kurz das Gas aufziehen.Beide Methoden erhöhen zuverlässig die zum Funkenüberschlag an der Kerze notwendige Zündspannung.

Euklid55
10.01.2008, 12:33
Hallo,

ob die Harleys damit zuverlässiger werden?

Gruß
Walter

Detlev
10.01.2008, 16:58
Original von Euklid55


ob die Harleys damit zuverlässiger werden?


Hallo Walter,
ich habe von 1995 bis 1998 eine HD-RoadKing gefahren.
Dazu muss ich sagen, dass dieses Motorrad auf den 45.000km mein bisher zuverlässigstes Motorrad überhaupt war!
Ich hatte als einziges ein defektes Radlager zu verzeichnen, an dessen Ableben ich auch noch selber schuld war! (Wartungsmangel und fleißiges kärchern)
Also nix gegen die Zuverlässigkeit neuerer Harleys, ab etwa Mitte der 80er Jahre war Schluss mit verlorenen Schrauben etc.pp.
Ein Freund von mir ist bis zur ersten Motorrevision 180.000km gefahren, und diese wäre unnötig gewesen, wenn nicht eine kleine Mutter aus einem Zubehörluftfilter (selber Schuld!) den Weg durch die Ventile gesucht hätte!

Aber, und das muss man natürlich auch klar sehen, in der Harley-Scene wird auch wirklich alles angebaut, von dem der Hersteller behauptet es mache schneller... :wink1:

hubi
10.01.2008, 17:12
Naja, Harley-Fahrer sind auch eine ganz eigene Spezies.Ich vergleiche die immer mit den Kids, die unbedingt Klamotten mit einem bestimmten Namen drauf brauchen.Die Harleys hätten auch einen wesentlich besseren Ruf, wenn man sie original belassen würde oder aber Änderungen von Leuten mit Ahnung durchgeführt werden würden.
Ich will hier aber nicht alle Harley-Fahrer über einen Kamm scheren, ich habe aber schon zu viele "Spezialisten" aus der Ecke kennengelernt, sowohl Besitzer als auch "Mechaniker".Ich kenne nur einen, der wirklich gut ist:Ratz, der Chef von JBCB aus Ellwangen, der versteht sein Handwerk und verkauft Dir nicht jeden Modedreck, nur weil der gerade angesagt ist.
P.S. Mein bester Kumpel hat eine 883, die von mir umgebaut wurde, verliert keine Schrauben(Stoppmutern und literweise Loctite) ist saumässig zuverlässig, obwohl der Fahrer ein echter Wartungsmuffel ist("Glaubst Du, ich sollte mal an einen Ölwechsel denken, ist ja erst fünf Jahre her?", EHRLICH!!!!) und wird von ihm tatsächlich nur des Feelings wegen gefahren und nicht zum posen missbraucht, geht auch schlecht, da nie geputzt, ausser ich habe gerade die Wartung gemacht.

MM
10.01.2008, 17:12
Aber, und das muss man natürlich auch klar sehen, in der Harley-Scene wird auch wirklich alles angebaut, von dem der Hersteller behauptet es mache schneller... :wink1:

...oder schöner... :wink1:

Euklid55
10.01.2008, 20:44
Hallo

ich kenne nur wenige Harley Fahrer aus den 70 Jahren. Selbst ein Moto Guzzi war zuverlässiger. Am schlimmsten war immer ein Harley-Gespann Fahrer dran aus Niedersachsen. Bei jeder! Fahrt ging etwas kaputt und das bei einer Fachwerkstatt in Hamburg wartete Motorrad. Die heutigen Harley erscheint mir nicht besser, letztem Herbst habe ich einem Fahrer unterwegs meine Batterie aus der BMW geliehen, damit er seinen Urlaub weiterführen konnte.

Gruß
Walter

Detlev
10.01.2008, 20:50
Die 70er Jahre Harleys waren grausam, damals gehörte Harley zum AMF-Konzern, die mit den Bowlingbahnen, und die haben auf z.T. völlig ausgelutschten Werkzeug- und Bearbeitungsmaschinen nur noch Ausschuss gebaut!
Nach dem sog. "Buyback" hat man dann die EVO-Modelle entwickelt und danach wurden sie wirklich zuverlässig.
Und eine Batterie ist ja nun wirklich kein motorradherstellerspezifisches Problemteil, da können BMW-Fahrer auch ein Lied von singen! :pfeif:

dan-bike
10.01.2008, 21:31
Hallo Willi,

Piezozündung kenne ich ja aus den neumodischen Feuerzeigen von REWE.

muss man dann, wenn man den Microwellenimpuls erhält immer drücken ;)

diese Frage bitte nicht ganz so ernst nehmen...

hubi
10.01.2008, 23:06
Ausser Du hast eine Funkenübertragung via Bluetooth.... :D

MM
11.01.2008, 01:39
Lieber WLAN,

da kann ich dem Nebenmann an der Ampel die Zündung abstellen :D

Detlev
11.01.2008, 03:01
Ach Du warst das neulich! :schimpf:

Aber ich glaube, wir schweifen hier vom Thema ab!

@Superquerulant: Hatte im Sommer ein Problem, dass sich genauso anfühlte wie Zündaussetzer.
Waren es aber nicht, es war durch meine Putz- und Waschorgien einfach nur Wasser in die Schwimmerkammern gekommen.
Einmal ausgeleert und gut wars!

Superquerulant
11.01.2008, 10:26
Danke für die Tips,

in die Kammern hatte ich noch nicht reingeguckt. Aber zwischenzeitlich hat sich das Problem in Gänze erledigt, ohne dass ich noch irgendwas weiter dran gemacht habe. Und ich fahre jeden Tag durch zum Teil recht ergiebigen Regen zur Arbeit.

Finde ich insofern ärgerlich, da ein Fehler, der nicht mehr auftritt, natürlich die Fehlersuche nicht gerade erleichtert. Ich werd somit den Dunkelkammer-Test, den Hubi vorschlug, durchziehen.

Gruß

Andreas

Superquerulant
16.01.2008, 11:12
So, gestern im Starkregen auf der Autobahn stellte eine Seite die Zündarbeit ein. Gottlob haben unsere Kühe ja 2 davon, und 100 km/h läuft sie ja auch noch mit einem Pott. Zuhause angekommen, hab ich die Spule ausgebaut und durchgemessen: Widerstandswerte in Ordnung. Gleichwohl getauscht gegen eine Spule meines anderen Moppeds (gottlob hab ich auch davon zwei), und siehe da: Läuft 1a.

Werte hin oder her: Alte Spule geht natürlich auf den Müll.

Und die Spulen für die Transistorzündung baue ich nicht ein, weil sie primärseitig nur die Hälfte des Durchgangswiderstandes haben, wie es für eine /6 vorgesehen ist. Sprich: Doppelt so hoher Strom. Das ginge also sicher nicht lange gut.

Detlev
16.01.2008, 17:05
Original von Superquerulant


Und die Spulen für die Transistorzündung baue ich nicht ein, weil sie primärseitig nur die Hälfte des Durchgangswiderstandes haben, wie es für eine /6 vorgesehen ist. Sprich: Doppelt so hoher Strom. Das ginge also sicher nicht lange gut.
Das dürfte dem Zündkontakt auch relativ egal sein!
Auf jeden Fall wäre der Zündfunken kräftiger, was aber wiederum dem Benzin-Luftgemisch egal ist.
Ein allzu kräftiger Zündfunken gibt höchstens Probleme durch mangelhafte Isolierung an Zündspulen, Kabeln und Steckern!
Ich hatte mal ne Silent-Hektik Powerspule am Motorrad, wenn da die Kerzen nicht montiert waren und ich habe den Motor durchgedreht, hat es am Ausgang der Zündspule, wo das Zündkabel einegsteckt ist, über 15mm zum Anlasserdeckel hin gefunkt! Und das trotz eingestecktem und isolierten Kabel! :pfeif:

Superquerulant
16.01.2008, 22:29
Nun, um den Kontakt mache ich mir auch keine Sorgen (mehr), denn ich hab hier die Omega-Zündung von BG eingebaut. Vielmehr das zugehörige Steuermodul ist wohl nur auf die geringeren Ströme der Originalspulen ausgelegt.

Detlev
16.01.2008, 22:36
OK, dann sei besser vorsichtig!
Es gibt aber von B&G die Energieblöcke mit unterschiedlichen Leistungsstufen. Weißt Du, welche Du verbaut hast?