Sonntagsfahrer

Teilnehmer
Moin, ich habe an meiner unlängst erworbenen R100R Bj.96 inzwischen viele Dinge gewechselt und eingestellt, da der Motor anfangs sehr schwerfällig lief. Sie hat jetzt perfektes Standgas, springt super an und zieht zügig los. Gebe ich allerdings beispielsweise im 3. oder 4. Gang bei 3000 Umdrehungen Vollgas brummt sie und beschleunigt kaum. Drehe ich das Gas langsam hoch, geht sie problemlos bis 7000 Umdrehungen.
Ich habe gewechselt: Luftfilter, Zündkerzen, Gummimuffen zwischen Zylinder und Vergaser, Membranen, Nadeln, sämtliche O-Ringe und Dichtungen am Vergaser. Ich habe beide Vergaser komplett zerlegt mit Spezialreiniger eingeweicht und mit Druckluft durchgeblasen. Alle Kanäle sind meiner Meinung nach jetzt frei. Hab alles zusammen gebaut und den Lehrlauf nach Vorschrift mit minimal geöffneten Drosselklappen an den Leerlaufgemischschrauben eingestellt. Der Lehrlauf ist bei 900 Umdrehungen bei einer 0,75 Umdrehungen geöffneten Gemischschrauben. Also erstmal alles perfekt. Die Zündung habe ich mit Hellastroposkop geprüft und eingestellt.
Was ich noch machen könnte, wäre die Ventile prüfen und mir nochmal mehr Mühe bei der Synchronisation der Gaszüge geben. Weiß nicht ob das geschenkte Gerät gut ist. Heißt Minimax oder so ähnlich.
Wer kann mir nun sagen, was die Ursache meines Problems bei der Beschleunigung ist? Wäre dankbar für den entscheidenden Tipp. 🙂
 
Hallo Sonntagsfahrer,

willkommen im Forum!

Mein erster Ansatz wäre, die (serienmäßigen) 150er Hauptdüsen gegen 155er zu tauschen. Das hat bei meiner R100R nach einem Wechsel vom originalen auf den K&N–Luftfilter ein identisches Problem nachhaltig gelöst.

Viel Erfolg
Florian
 
Hi.

Ventilspiel auf jeden Fall kontrollieren, ist aber vermutlich nicht die Ursache. Dann natürlich nochmal Vergaser einstellen.

Die Beschreibung deutet tatsächlich auf zu mager an. Wie ist der Schwimmerstand? Ist genug Sprit im Vergaser?
Testweise das Gemisch etwas fetter stellen. Bei 3000 ist die Leerlaufgemischschraube so gerade eben noch im wirksamen Bereich. 0,75 Umdrehungen erscheint mir etwas wenig.
Ist die richtige Hauptdüse drin?

Sind die Kolben leichtgängig? Membrane sind ja neu, also vermutlich intakt.

Wenn das alles soweit gecheckt ist würde ich mir auch Zündspule(-n) und Zündgeschirr anschauen.
 
Mir fallen die Membrane ein. Wenn die nicht richtig eingelegt sind, also mit den Nasen sauber in den zugehörigen Nuten, dann kann es Probleme bei der Gasannahme geben. Ventile bitte auf alle Fälle kontrollieren.

Ansonsten ist dein Minimax vermutlich ein TwinMax und das wäre dann ein hinreichend gutes Gerät zur Synchronisierung.

Gruß Bernhard
 
Danke Kuhtreiber.
Schwimmer habe ich beide etwas nachgestellt, so dass sie etwas später schließen, Sprit läuft auch genug. Leerlaufgemischschrauben könnte ich mal versuchen. Es sind 150 Düsen drinnen. Kolben sehen noch gut aus und sind leichtgängig. Zündkabel und Kappen könnte ich mal versuchen. Welches sind die besten? Original?

Danke auch Schwupp.
Membranen sitzen richtig aber ich könnte es testweise mit den alten etwas labbrigen versuchen, vielleicht sind die neuen zu steif. Ventile stelle ich mal nach und genau TwinMax heißt das Ding. 🙂

Danke für die schnellen Antworten,

Gruß Jens
 
....Mein erster Ansatz wäre, die (serienmäßigen) 150er Hauptdüsen gegen 155er zu tauschen. Das hat bei meiner R100R nach einem Wechsel vom originalen auf den K&N–Luftfilter ein identisches Problem nachhaltig gelöst.
... Das darf man nur empfehlen wenn man gleichzeitig darauf hinweist, dass das natürlich unzulässig ist und zum erlöschen der Betriebserlaubnis führt.

- Abgasverhalten geändert
- Ansauggeräuschdämpfung geändert
- möglicherweise Leistung gesteigert

Diese Maßnahmen sind auch nicht ohne weiteres abnahmefähig, weil Bj. >1989 / 1994
 
Zuletzt bearbeitet:
Zündkabel und Kappen könnte ich mal versuchen. Welches sind die besten? Original?
NGK Winkelstecker, Silikonzündkabel und Einschraubkappen- ist konkurrenzlos günstig
hallo Jens,
Zündkabel usw, würde ich bei Deinem Problem als zweitrangig sehen, wenn Du aber tauschen willst, bitte auf die richtige Ausführung achten. z.B. mit (Entstör-) Widerstand im Stecker. bei meiner (GS/ST) braucht es 5 kohm- Stecker - ansonsten leidet die Zündspule.
was die Schnorchel betrifft: bei meiner hatte ich schon als 800-er die Schnorchel auf groß und klein abgeändert. umgerüstet auf 1000-er SR habe ich das beibehalten. Versuchshalber habe ich mal auf 2 große Schnorchel gesetzt mit größerer HD, das Ergebnis war nicht überzeugend, obenrum ein bisserl mehr, unterum war der Bumms nicht mehr so toll. Allerdings fahre ich kleine Vergaser und das Moped ist Bj 84, d.h. das Abgasverhalten ist aussen vor. Was bei Deiner den kürzeren Schnorchel betrifft, haste mal ein Bild davon, nicht daß den ein Spezialist einfach abgesägt hat. Resonanz und Ansaugrohrlängen spielen auch eine Rolle, da können andere sicher mehr darüber schreiben.
viel Erfolg Paul
 
Ich würde die Probleme eher direkt im Vergaser suchen. Meine R60/6 hatte die gleichen Symptome, als die Beschleunigerpumpen nicht funktioniert haben. Da wird der Motor beim Gasgeben bei mittlerer Drehzahl erst mal nur lauter, aber nicht schneller. Beim GD-Vergaser wird die Beschleunigungsanreicherung über den Unterdruck beim Öffnen der Drosselklappe gesteuert. Schau doch mal, welche Federn im Vergaser verbaut sind. Es gibt die kürzeren (115 mm) weicheren mit 30 Windungen und die längeren (120 mm) härteren mit 20 Windungen. Letztere sollen das Ansprechverhalten spürbar verbessern (siehe Beitäge zu "Unterschiedliche Schieberfedern").
Viele Grüße
Stephan
 
Hier noch mal Infos zu den Ansaugschnorcheln: :db:

Der Vollständigkeit halber: Zündeinstellung wurde geprüft - auch die automatische Verstellung?

Zündzeitpunkt (drehzahlabhängig) °KW 6 ... 32 (Vorzündung)
Zündeinsteilung statisch °KW 6 vor OT
Verstellbereich °KW 26
Verstellbeginn mm-1 1500
Verstellende mm-1 3000
 
Wir reden immer noch über die R100 R des Threaderöffners?
Störst Du dich jetzt echt dran, dass ich Beschleunigerpumpe statt Beschleunigungspumpe geschrieben habe? Gibts tatsächlich im Schieber-Vergaser der R60/6.
GD-Vergaser = Gleichdruck-Vergaser (hat keine Beschleunigungspume, im Unterschied zum Schiebervergaser der R60/6)
Und die "Federn" befinden sich oben im Vergaser und drücken die Schieber nach unten. Jeder, der sich mit dem Thema einigermaßen auskennt, weiß Bescheid...
 
Jawohl Meister. Kenne die Bings erst seit 40 Jahren aber Danke für die Belehrung.
Es geht um eine R100R, also um 40er Bings aus 1991-1995. Z.B. 94/40/123 A & 94/40/124 A

1000048222.jpg
aus
Teilekunde Gleichdruckvergaser

Es geht also nicht um Schiebervergaser, sondern um Gleichdruckvergaser (nicht GD). Bei der Modellreihe 123A und 124A gab es nur eine Variante der Feder und weitere Änderungen zu den älteren Bings.
Also wozu Verwirrung stiften?
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin, ich habe an meiner unlängst erworbenen R100R Bj.96 inzwischen viele Dinge gewechselt und eingestellt, da der Motor anfangs sehr schwerfällig lief. Sie hat jetzt perfektes Standgas, springt super an und zieht zügig los. Gebe ich allerdings beispielsweise im 3. oder 4. Gang bei 3000 Umdrehungen Vollgas brummt sie und beschleunigt kaum. Drehe ich das Gas langsam hoch, geht sie problemlos bis 7000 Umdrehungen.
Also ich kann es mir nicht verkneifen, ich hab bei diesem Fred ein leicht trolliges Gefühl.

Aber Gefühle können einen täuschen. Sollte dieser Fred ernst gemeint sein vermute ich das Problem eher beim Fahrer, weniger bei der Technik der Maschine. Wenn man nur moderne Motorräder (Drive by Wire, mit Motorsteuergerät) gewohnt ist, und diesbezüglich keinerlei motorische Erfahrung beim Gas geben hat, wundert mich hier gar nichts. Genau wie beschrieben verhalten sich CV-Vergaser (Constant Velocity). Wahrscheinlich hätte es mit Schiebervergasern nicht nur "gebrummt", der TE währe auf der Nase gelegen.

gruss peter
 
Hallo Peter, ich musste erstmal googeln, was Du mit Fred meinst. Also ich bin echt und habe eine ernsthafte Frage gestellt. Ich habe auch noch niemals ein neueres Motorrad besessen, als die R100R. Allerdings viele ältere, auch eine R65LS, die so ein Problem noch nie hatte. Schraube aber erst 50 Jahre an Mopeds und Motorrädern, deswegen suche ich hier mal um Rat, da mir langsam die Ideen ausgehen. Aber vielen Dank für Deinen hilfreichen, drolligen Beitrag.
 
hallo Jens,
Zündkabel usw, würde ich bei Deinem Problem als zweitrangig sehen, wenn Du aber tauschen willst, bitte auf die richtige Ausführung achten. z.B. mit (Entstör-) Widerstand im Stecker. bei meiner (GS/ST) braucht es 5 kohm- Stecker - ansonsten leidet die Zündspule.
was die Schnorchel betrifft: bei meiner hatte ich schon als 800-er die Schnorchel auf groß und klein abgeändert. umgerüstet auf 1000-er SR habe ich das beibehalten. Versuchshalber habe ich mal auf 2 große Schnorchel gesetzt mit größerer HD, das Ergebnis war nicht überzeugend, obenrum ein bisserl mehr, unterum war der Bumms nicht mehr so toll. Allerdings fahre ich kleine Vergaser und das Moped ist Bj 84, d.h. das Abgasverhalten ist aussen vor. Was bei Deiner den kürzeren Schnorchel betrifft, haste mal ein Bild davon, nicht daß den ein Spezialist einfach abgesägt hat. Resonanz und Ansaugrohrlängen spielen auch eine Rolle, da können andere sicher mehr darüber schreiben.
viel Erfolg Paul
Hallo Paul, die Schnorchel sehen ziemlich original aus, ich schicke mal ein Bild, dass ich nach dem Luftfilterwechsel gemacht habe. Ich schau mir die aber nochmal genau an die Tage. Gruß Jens

20260726_165044(1).jpg
 
hallo Jens,
Zündkabel usw, würde ich bei Deinem Problem als zweitrangig sehen, wenn Du aber tauschen willst, bitte auf die richtige Ausführung achten. z.B. mit (Entstör-) Widerstand im Stecker. bei meiner (GS/ST) braucht es 5 kohm- Stecker - ansonsten leidet die Zündspule.
was die Schnorchel betrifft: bei meiner hatte ich schon als 800-er die Schnorchel auf groß und klein abgeändert. umgerüstet auf 1000-er SR habe ich das beibehalten. Versuchshalber habe ich mal auf 2 große Schnorchel gesetzt mit größerer HD, das Ergebnis war nicht überzeugend, obenrum ein bisserl mehr, unterum war der Bumms nicht mehr so toll. Allerdings fahre ich kleine Vergaser und das Moped ist Bj 84, d.h. das Abgasverhalten ist aussen vor. Was bei Deiner den kürzeren Schnorchel betrifft, haste mal ein Bild davon, nicht daß den ein Spezialist einfach abgesägt hat. Resonanz und Ansaugrohrlängen spielen auch eine Rolle, da können andere sicher mehr darüber schreiben.
viel Erfolg Paul
Dankeschön
hallo Jens,
Zündkabel usw, würde ich bei Deinem Problem als zweitrangig sehen, wenn Du aber tauschen willst, bitte auf die richtige Ausführung achten. z.B. mit (Entstör-) Widerstand im Stecker. bei meiner (GS/ST) braucht es 5 kohm- Stecker - ansonsten leidet die Zündspule.
was die Schnorchel betrifft: bei meiner hatte ich schon als 800-er die Schnorchel auf groß und klein abgeändert. umgerüstet auf 1000-er SR habe ich das beibehalten. Versuchshalber habe ich mal auf 2 große Schnorchel gesetzt mit größerer HD, das Ergebnis war nicht überzeugend, obenrum ein bisserl mehr, unterum war der Bumms nicht mehr so toll. Allerdings fahre ich kleine Vergaser und das Moped ist Bj 84, d.h. das Abgasverhalten ist aussen vor. Was bei Deiner den kürzeren Schnorchel betrifft, haste mal ein Bild davon, nicht daß den ein Spezialist einfach abgesägt hat. Resonanz und Ansaugrohrlängen spielen auch eine Rolle, da können andere sicher mehr darüber schreiben.
viel Erfolg Paul
Dankeschön

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