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  1. #1
    Avatar von Tam92
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    Das Gamle Gespann

    Es ist soweit, der Tröt zum ungepflegtesten Gespanns des letztjährigen Anfängerlehrgangs von Horst und Werner startet hier.

    Im freien Sprachmix etwas skandinavisch abgemildert von "Gammelig" auf "Alt".
    Mit jetzt 31 Jahren ist es definitiv nichts Neues, die Anzahl der Vorbesitzer und die bisherige Pflege und Nutzung haben nicht unbedingt geholfen die zuverlässige Funktion oder das Erscheinungsbild zu verbessern.
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    SO sah es kurz nach dem Kauf aus.

    Ohne Brille eigentlich ganz proper, auf Details achtet man als hibbeliger Käufer sowieso nicht und bei der kurzen Probefahrt in der Pfalz funktionierte ja auch alles noch.

    Wie kommt man überhaupt dazu, sich so ein Ding anzuschaffen?
    Bei mir war es im Jahr 2015 der Wunsch nach langjähriger Abstinenz mal wieder Motorrad zu fahren, dann aber mit dem Teil der Famillie, der noch was mit mir machen will.
    Also mit meiner Frau und der unmündigen Tochter.
    Wer rechnen kann kommt auf 3 Personen mit Fahrer was sich nur mit einem Gespann realisieren lässt.

    Wenn so ein Wunsch da ist wird er umgesetzt und nicht lange gewartet.
    Man ist ja nicht mehr der Jüngste und will noch was davon haben.
    Schlecht für mich, gut für die Verkäufer.
    Zufällig war genau dieses Gespann am Tag der Wunschäußerung auf einer Verkaufsplattform, fast wie bei der Fee mit den 3 Wünschen.
    Die beiden Chefinnen fanden die Farbe toll, die letzte Hürde war genommen.

    Genau genommen kam bei mir noch die Prägung als Jungmensch in der Sahara ins Spiel, wo mich ein HEOS Ketten-BMWGespann mit meinem Antichrist (G/S) über eine längere Strecke abgeschleppt hatte.

    Also bin ich nach kurzem Telefonat mit Hänger in die Pfalz gefahren.
    Das sollte man nie tun, der Kauf ist quasi vorprogrammiert, man fährt ja nicht mit leerem Hänger zurück.
    Die Probefahrt auf dem Feldweg war meine Gespannpremiere, hat Spass gemacht, die Karre lief ganz gut.
    Da der Verkäufer durch seine Auswanderung gute Argumente für den Verkauf hatte wurde also kurz verhandelt, bezahlt, aufgeladen und ab nach Hause.

    Wie man auf dem Photo sieht waren die Grazien zu Hause positiv beeindruckt, das Gespann wurde umgemeldet und los ging die erste Probefahrt auf richtigen Strassen.

    Bei verschiedenen Stops wollte der Anlasser nur jedes vielleicht 3. Mal auf die Ansage des Knopfes am Lenker reagieren.
    Und Bergauf ruckelte die Kuh auch ein wenig.

    Naja, bisschen einstellen, alles halb so wild.

    Der rosarote Blick wurde tatsächlich erst dann etwas getrübt, als ich auf dem heimischen Hof vor versammeltem Freundeskreis den wundervollen Klang der Gletter-Auspuffanlage ohne Vorschalldämpfer präsentierte.
    Anstatt ehrfurchtsvoll zu erstarren wedelten alle mit den Armen und riefen mir "AUSMACHEN" oder Vergleichbares zu.
    Gehört, getan.
    Es war leise und ich fragte die Runde warum man so reagierte.
    Man zeigte mit erstauntem Gesicht auf das Pflaster unter dem Motor wo sich ein Gutteil des Motoröles einen Weg zwischen den Pflastersteinen ins Erdreich suchte.

    Das war der erste Streich, doch der Zweite folgt sogleich.
    Geändert von Tam92 (27.02.2020 um 21:38 Uhr)
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  2. #2

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    AW: Das Gamle Gespann

    Zitat Zitat von Tam92 Beitrag anzeigen
    .....Wie man auf dem Photo sieht waren die Grazien zu Hause positiv beeindruckt, ....
    Reines Wunschdenken, Frank.

    Die Tochter verbirgt ihr Gesicht gschamig unterm Helm und Deine Frau hat sich offensichtlich schwarz geärgert .

    Werner


    Trösterchen-PS:

    Sooooo ranzig war/ist Dein 3-Rad nun auch wieder nicht. Da haben wir in den rund 30 Lehrgangs-Jahren aber ganz andere Kloaken gesehen. Und das nicht nur in Bezug auf die Optik. Bei nicht Wenigen haben wir uns ernsthaft gefragt, wie die die Anreise überleben konnten. Das "Schärfste" war mal ein 2V-Boxer mit irgendwie drangepfriemeltem riesigem Armec-Tremola II, bei dem der ohnehin nicht gerade kleine Kofferraum nachträglich mit Unmengen unsachgemäß verarbeitetem GFK vergrößert worden war .

    Dieses "Unding" hatte definitiv nicht eine (!) funktionierende Bremse; aber Kind und Hund im Boot . Topping: Die BesitzerIn fand nix dabei und verbat sich jegliche Kritik; der Prüfer hätte das ja schließlich so abgenommen

  3. #3
    Avatar von Tam92
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    AW: Das Gamle Gespann

    Erste Korrektur: Es war schon Mai 2014.
    Schiebe ich mal auf das Alter.
    Meins, nicht das vom Gespann.

    Nach dem Ölfleck den Motor erstmal nicht mehr gestartet, sondern drunter geguckt.
    Es kam eindeutig zwischen Motor und Kupplung heraus, roch aber nicht nach faulen Eiern, also definitiv Motoröl.

    Zum Glück habe ich eine grundsolide Schaukel auf dem Gründstück.

    Das Gespann wurde also durch den Garten unter die Schaukel geschoben um dort mittels eines LKW Spanngurtes den Hintern zu heben.

    Dort ist es schön schattig, man blockiert nicht den Hof und wenn die Familie im Garten chillt kann ich in unmittelbarer Nähe basteln.

    Die erste Aufgabe war, das Hinterrad aus der Doppelarmschwinge heraus zu bekommen.

    Rad entlasten, Mutter ab, Klemmung lösen und mit Knebel durch die Achsbohrung einfach ziehen.

    So hatte ich das in Erinnerung.

    Es tat sich aber nichts.

    Also noch mehr gezogen, geflucht und dann das Plastikhämmerchen geholt.

    Mit viel Klopfen, fluchen, einem Durchschlag, noch mehr Klopfen und Ziehen, Drehen und wieder Klopfen ging die Achse dann raus.

    Irgendein Vorfahre hat die Achse rundum mit Körnerschlägen versehen, damit das Spiel in der Radnabe sich verringert.

    Ich kenne sowas von osteuropäischen Verkaufsrestaurationen, aber von einem Pälzer hätte ich das nicht erwartet.

    Das Rad plumste damit etwas tiefer, war aber nicht zu entfernen.

    Damit das Rad aus der Schwinge rausgeht, muss man erst die Bremsscheibe losschrauben.

    Scheint öfters vorzukommen, irgendein fürsorglicher Ahne hat die Alunabe mit Helicoil Einsätzen für diese Schrauben versehen.

    Das Rad kam also dann raus, ich hatte gerade noch Zeit die elegante Halterung der Bremszange zu bewundern, welche in einer Kasachischen Feldschmiede aus Teilen der Restekiste entstanden sein muss.

    Dann kam unmittelbar die Erkenntnis, daß man auch mit einer papierdünnen Verzahnung im Hinterrad noch fahren kann.
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    Dieses war der zweite Streich, doch der Dritte folgt sogleich.
    Geändert von Tam92 (05.03.2020 um 21:25 Uhr)
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  4. #4
    Admin Avatar von dl6dx
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    AW: Das Gamle Gespann

    Hallo Frank,

    ich bin schon auf die weitere Geschichte gespannt. Da muss bis letzten September ja doch einiges passiert sein...

    Viele Grüße

    Stefan
    Viele Grüße

    Stefan

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  5. #5
    Avatar von Onno
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    AW: Das Gamle Gespann

    Ich harre auch der Offenbarungen, die da noch kommen.
    Ein hübsches Gespann ist es aber allemal.


    Viele Grüße, Onno
    due cilindri e basta!

  6. #6
    Avatar von Tam92
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    AW: Das Gamle Gespann

    Zitat Zitat von Onno Beitrag anzeigen
    Ein hübsches Gespann ist es aber allemal.

    Viele Grüße, Onno
    Ich mag auch Spuren eines bewegten Lebens und die gibt es hier mehr, als einem manchmal lieb ist.

    Nach der warzigen Achse und den etwas großen Zahnlücken holte ich mir erstmal ein Höckerchen um den Schwingenausbau vorzubereiten.
    So ein Höckerchen für kleinere Kinder, damit die ans Waschbecken kommen.
    Sehr praktisch im fortgeschrittenen Alter, wenn man bequem irgendwas in Achshöhe basteln will.
    Vor dem Schwingenausbau lasse ich ja immer das Öl ab, macht weniger Sauerei wenn einem der Endantrieb mal umkippt, Schwinge muss eh´ leer.
    Das Schwingenöl war ok, kein Wasser drin, Gewinde ok, alles gut.
    Beim Endantrieb war anfangs auch alles gut.
    Ab- und Einlassgewinde waren in Ordnung, das bräunliche Öl lief so in die Schüssel.
    Bis es das erste Mal leise „Klonk“ in der Schüssel machte.
    Es Klonkte noch 2 mal bis ich die Ursache herausfand: Das Tellerrad hatte Besuch von der Zahnfee.
    Mit ein bisschen Drehen am Achsantrieb kamen insgesamt 13 Zahnstücke raus.
    Gut, dass ich auf dem Höckerchen saß.
    Der verbaute 50/5 Endantrieb war also nicht mehr zu gebrauchen, aber der freundliche Verkäufer hat mir ja noch einen R45 Endantrieb mitgegeben.
    Also den mal vorgekramt und nur so prophylaktisch das Spiel zwischen Ein- und Ausgang geprüft.
    Knapp 30 Grad an der Eingangswelle finde ich zuviel, also hatte ich 2 schrottreife Endantriebe.
    Egal, da muss man durch, also die Schwinge ausgebaut.
    Die Achslager haben auch schon länger kein frisches Fett gesehen, aber dafür war der Gummibalg noch ganz gut.
    Und die Schwinge war so umgebaut, dass die verlängerte Kardanwelle mit Glocke rausgezogen werden kann.
    Dafür hat die Schwinge eine Verkaufslackierung bekommen, einfach mit der Sprühdose über Dreck und Rost.
    Der Getriebeausbau war dann wieder ganz ok, Demontage der Kupplung auch.
    Dann war auch die Ursache des Durchfalls erkannt.
    Der Ölpumpendeckel stand so ca. 1mm vom Gehäuse weg, die 4 Schrauben waren alle gelöst.
    Nach Abschrauben des Deckels noch ein Blick auf die Ölpumpe.
    Die hat auch schon mal ein paar Krümel durchgezogen und sah ziemlich übel aus.
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    Fazit nach vielleicht 30km Fahrt:
    Achse Schrott
    Radlagerung mit Buchse Schrott
    Endantrieb Schrott
    Schwinge sehr rostig
    Ölpumpe Schrott

    Darauf habe ich, glaube ich, erstmal ein Bier getrunken.
    Ich konnte einfach nicht glauben, das ich eine gut geschminkte Ural gekauft habe.
    Geändert von Tam92 (05.03.2020 um 22:29 Uhr)
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  7. #7
    Admin Avatar von dl6dx
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    AW: Das Gamle Gespann

    Zitat Zitat von Tam92 Beitrag anzeigen
    Ich könnte einfach nicht glauben, das ich eine gut geschminkte Ural gekauft hatte.
    Ach du...!

    Das hat ja Qualität für einen Horrorroman. Bitte weiter erzählen!

    Viele Grüße

    Stefan
    Viele Grüße

    Stefan

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  8. #8
    Avatar von Eifelwolf
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    AW: Das Gamle Gespann

    Zitat Zitat von Tam92 Beitrag anzeigen
    Erste Korrektur: Es war schon Mai 2014.
    Schiebe ich mal auf das Alter.
    Meins, nicht das vom Gespann.

    Nach dem Ölfleck den Motor erstmal nicht mehr gestartet, sondern drunter geguckt.
    Es kam eindeutig zwischen Motor und Kupplung heraus, roch aber nicht nach faulen Eiern, also definitiv Motoröl.

    Zum Glück habe ich eine grundsolide Schaukel auf dem Gründstück.

    Das Gespann wurde also durch den Garten unter die Schaukel geschoben um dort mittels eines LKW Spanngurtes den Hintern zu heben.

    Dort ist es schön schattig, man blockiert nicht den Hof und wenn die Familie im Garten chillt kann ich in unmittelbarer Nähe basteln.

    Die erste Aufgabe war, das Hinterrad aus der Doppelarmschwinge heraus zu bekommen.

    Rad entlasten, Mutter ab, Klemmung lösen und mit Knebel durch die Achsbohrung einfach ziehen.

    So hatte ich das in Erinnerung.

    Es tat sich aber nichts.

    Also noch mehr gezogen, geflucht und dann das Plastikhämmerchen geholt.

    Mit viel Klopfen, fluchen, einem Durchschlag, noch mehr Klopfen und Ziehen, Drehen und wieder Klopfen ging die Achse dann raus.

    Irgendein Vorfahre hat die Achse rundum mit Körnerschlägen versehen, damit das Spiel in der Radnabe sich verringert.

    Ich kenne sowas von osteuropäischen Verkaufsrestaurationen, aber von einem Pälzer hätte ich das nicht erwartet.

    Das Rad plumste damit etwas tiefer, war aber nicht zu entfernen.

    Damit das Rad aus der Schwinge rausgeht, muss man erst die Bremsscheibe losschrauben.

    Scheint öfters vorzukommen, irgendein fürsorglicher Ahne hat die Alunabe mit Helicoil Einsätzen für diese Schrauben versehen.

    Das Rad kam also dann raus, ich hatte gerade noch Zeit die elegante Halterung der Bremszange zu bewundern, welche in einer Kasachischen Feldschmiede aus Teilen der Restekiste entstanden sein muss.

    Dann kam unmittelbar die Erkenntnis, daß man auch mit einer papierdünnen Verzahnung im Hinterrad noch fahren kann.
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    Dieses war der zweite Streich, doch der Dritte folgt sogleich.
    Habe Anfang Dezember auch ein Gespann von einem Pfälzer gekauft. Ein SR 500 Gespann um das BMW Gespann im Winter zu schonen.
    Dein Bericht könnte auch von mir sein. Hat keine verdeckte Mängel, wenn was dran wäre würde ich es Dir sagen, waren seine Abschiedsworte.
    Nach jeder Schrauberei wurde das Gefühl stärker, dass er das Gespann nicht an mich verkauft hat, sondern bei mir entsorgt hat.
    Dabei habe ich die Pfälzer bisher nur als nette Menschen kennengelernt.
    Gott sei Dank kann ich mir selbst helfen, sonst wäre das wirtschaftlich nicht zu machen.

    Gruss Werner

  9. #9
    Avatar von Tam92
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    AW: Das Gamle Gespann

    Nee, soll keine Keule gegen Pälzer sein, Fähnchenhändler gibt es überall und in allen Nationalitäten.
    Ich will dem Vorbesitzer und Verkäufer auch keine üblen Absichten unterstellen, aber seine Fähigkeiten lagen nicht im Service des Gespanns.

    Nach dem Beruhigungsbier kam mein Puls wieder runter und in den leicht vernebelten Gedanken reifte ein Plan:
    • Die Schaukel muss wieder freigemacht werden, sonst gibt es Mecker von allen Seiten.
    • Das Gespann soll ja fahren, es ist Mai und das Wetter ist gut.


    Wegen des Endantriebs war ebay mein Freund. Dort war für vernünftiges Geld ein 60/5 Endantrieb zu haben, um es abzukürzen: das Ding sah ladenneu aus, Bremsbeläge gab es gratis mit, fast kein Spiel.

    Am selben Tag suchte ich noch nach dem Ersatzteilhändler meines Vertrauens, der Name fiel mir nach kurzer Zeit wieder ein, seit dem letzten Kontakt ca. 1995 hat er sogar einer Website.
    Den rief ich dann Montags an, nannte brav meinen Namen und mein Anliegen doch ein paar Teile erwerben zu wollen.
    Nach 19 kontaktlosen Jahren kam folgender Satz, sinngemäß:
    "Du hattest doch damals die Sch.... G/S, was hast Du dir denn jetzt wieder für einen Mist gekauft?"
    Ich scheine erstens Eindruck hinterlassen und zweitens eine Affinität zu aufgehübschten Schrotthaufen zu haben.

    Ich versorgte mich also mit diversen Dichtungen an Kurbelwelle und Getriebe, nebst Ölpumpen O-Ring, einer guten gebrauchten Ölpumpe, einem Filterchen und irgendeinem Kleinkram.
    Der Mitnehmerring aus dem Hinterrad war bestellt, passte aber nicht.
    Der Erbauer des Gespannes hat treffsicher den Mitnehmer gewählt, der nur ganz kurz verbaut wurde, bei den Gußrädern mit Trommel.
    BMW Bonn hatte diesen noch nicht mal als Ersatzteil gelistet, nach einigem hin und her bekam ich das Teil dann aber doch.

    Beim Verlassen des Hofes war dieses wissende Grinsen im Gesicht des Gegenübers: den Typen siehst Du öfters, der ist noch lange nicht fertig.

    Egal, mit ein paar Tips versehen fing ich an, das Ding wieder zusammen zu bauen.
    Motorölwechsel mit Filter war ok, die verbliebene Restmenge vielleicht 1/2 Liter. Pures Glück, daß das nicht während der Fahrt passiert ist.
    Die Schläuche zum Ökühler sind nicht sehr vertrauenserweckend, vergnaddelte Schlauchschellen dazu, egal, wird später gemacht.
    Kurbelwellensimmerring prophylaktisch getauscht,
    Ölpumpendeckelschrauben mit Loctite eingesetzt, Kupplung montiert, Getriebe mit neuem Simmerring dran, bis dato alles gut.

    Die rostig-gammelige Schwinge hatte ich dann ohne Endantrieb gereinigt, mechanisch und chemisch entrostet, grundiert und lackiert.
    Brantho Korrux ist nach Meiner Erfahrung in diesem Bereich gut geeignet, da es sehr gut haftet und bei dem Steinschlag an der Schwinge elastisch genug bleibt.
    Mit neuem Fett waren die Schwingenlager wieder brauchbar, auch diese würde ich tauschen, wenn sie auffällig werden.

    Bleibt noch die Radlagerung.
    Aus Zeitgründen habe ich die Radachse mit Feile und Abziehstein soweit geglättet, daß diese wieder satt durch die ebenfalls geglättete Buchse in der Radnabe ging.
    Den Endantrieb habe ich dann aber dummerweise ohne Papierdichtung montiert, war ja vorher auch so.
    Ergo liess sich die Achse wieder nur mit etwas zuviel Kraft überreden, durch Radnabe und Endantrieb zu gehen.

    Aber die Prioritäten lagen ja auf Fahren und Schaukel freimachen.

    Nebenbei ersetzte ich noch die Schauchschellen, welche die Auspuffanlage zusammhielten gegen richtige Auspuffschellen, das war im Prinzip alles nur locker zusammengesteckt.

    Öle wurden wieder aufgefüllt, der Bock sprang an, die Sonne schien und es war noch Sommer.
    Also war alles wieder gut, dachte ich.

    "Frohlocket und seid froh, denn es könnte schlimmer kommen.
    Und er frohlockte und ward froh und es kam schlimmer"
    Geändert von Tam92 (06.03.2020 um 10:35 Uhr)
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  10. #10

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    AW: Das Gamle Gespann

    lass uns raten: das Getriebe, die Lima und letztendlich der Kabelbaum.

    Ausserdem musstest du alles was EML spezifisch war anderweitig ersetzen?

    Ernie

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