rKstn

Einsteiger
Moin zusammen,
Ich fahre/überhole seit knapp 1.5Jahren die alte 82er R100 von meinem Vater.
Ich habe mittlerweile Vergaser gereinigt und Zündung aufgerüstet.
Nachdem ich einfach nicht mehr weiterkam, hat mir ein Bekannter ein Lambda Messgerät ausgeliehen und ich habe sowohl links als auch rechts Sonden in den Krümmer eingesetzt. Am besten lief die Maschine dann mit rechts Seriendüsen 160 / 2.66 Nadelpos 3 , und links 165 /2.72 Nadelpos 2.
Ende 2025 gab es dann Beschwerden von Mitfahrern ich würde sie regelrecht Räuchern. Ölverbrauch etwa 1L/400km
Die Auslassventilführungen waren mehr noch Ventilempfehlungen.
Also Köpfe machen lassen und da im Linken Zylinder tiefe Längsrillen zu sehen war, 7er Replacement Kit drauf.
Ölverbrauch geht gegen 0, stark unterschiedliche Abgaswerte weiterhin vorhanden.
Durchzug gut, Vibrationen sehr schlecht. Ich habe leider kein Vergleich, sowohl ein bekannter als auch mein Vater meinen sie läuft sehr ruppig.

Mir hat das ganze keine Ruhe gelassen, und ich habe heute mit einer Messuhr und einem Encoder mal die Ventilbewegungen aufgenommen.
Wenn ich mich nicht komplett verrannt habe, bei dreifachem messen, sowohl manuell die maximale Öffnung suchend, als auch komplett alle Ventile nach einander für alle möglichen Nockenwellenpositionen, ist die Nockenwelle im besten Fall hin, im schlechtesten Fall schädlich.
Gemessen, Ventilspiel oben drauf gerechnet und dann durch 1.39 geteilt um aufs Nockenmaß zu kommen
1775663541774.png

Der Motor wurde vor deutlich über 20 Jahren mal schnell nach einem Malheur günstig repariert, hat aber eigentlich nur 50000km runter.

Nun habe ich schon 4 verschiedene Meinungen:
- einfach weiterfahren lief ja bisher auch
- Nockenwelle tauschen möglichst günstig
- Motor überholen lassen, war schon so viel kaputt, gibt noch mehr
- Austauschrumpf

Ich will damit in etwa 6 Wochen etwa 5000km fahren und unsicher ob ich noch weitere Maßnahmen ergreifen sollte. 

Würde mich über eure fachkundigen Meinungen und Empfehlungen freuen.
Falls jemand Umgebung südlich von Hamburg in den nächsten Tagen Lust/Zeit hat sich das ganze mal anzuhören bzw zu vergleichen würde ich mich auch freuen.

Gruß
Rico
 
Hallo Rico,
Ich verstehe nicht ganz deine Vorgehensweise. Hast du nachdem du die Köpfe gemacht und den Siebenrock Satz montiert hast immer noch das alte Vergasersetting mit der unterschiedlichen Düsenbestückung übernommen?

Nockenhub eingebaut zu messen ist so eine Sache, das Laufverhalten ne andere.
Ich würde mir das erst mal, wie Florian vorgeschlagen hat, die Nockenwelle mal von unten anschauen.
Dann würde ich die Vergaser auf Standardeinstellung und Düsenbestückung bringen und synchronisieren.
Es könnte auch sein, dass das hintere Nockenwellenlager etwas Luft hat. Da können deine unterschiedlichen Messwerte auch herkommen. Auf das Laufverhalten hat das allerdings keinen
so gravierenden Einfluss.

Gruß
Kai
 
Hallo Kai,
Nein, das wäre Unsinn.
Ich hab natürlich beide Seiten Seriendüsen wieder eingesetzt und Synchronisiert.
Vielleicht nicht gut genug, oder es war einfach noch zu kalt.
Ich werde das Morgen nochmal versuchen.
Der linke Lambda wert läuft halt eigentlich nur unter last weg. Der Motor wird dann auch merkbar ruckelig.
Ich werde auch nochmal prüfen ob ich nicht Membran durch das mehrmalige öffnen und schließen zum Umhängen der Nadel beschädigt habe.
Ich kann auch nicht ausschließen das die Mischkammer einfach zu ist.

Danke für den Input bezüglich der Nockenwelle, mich macht das Ganze im Moment einfach ein bisschen verrückt.

Gruß
Rico
 
Moin,
hast du die Nadeldüsen gewechselt? Die sind eines der größten Verschleißteile im Vergaser und die haben einen größeren Einfuß auf das Laufverhalten als die Hauptdüsen, die ja nur bei Vollgas relevant sind!
Hast du die Vergaser im Ultraschall gereinigt?
Ich würde erst mal die ganze Peripherie kontrollieren inkl. Vorzündung, Zündverstellung, Zündkabel,, Stecker bevor ich den Motor zerlegen würde.
Hattest Du die Drosselklappen draussen? Sind die Düsennadeln okay?
Chokedichtungen neu? Ckokegehäuse nicht vertauscht?
Stell den Motor mal nach Gehör bzw. maximaler Drehzahl im Stand mit der Gemischreg-Schraube rechts und links ein. Wie reagiert der Zylinder auf Anfettung, Abmagerung?

Gruß
Kai
 
Moin,
Vergaser waren komplett auseinander und im Ultraschall. Ich hatte nur die Mischkammer nicht auf.
Drosselklappen sind definitiv richtig drin.
Nadeldüsen neu, Nadeln neu, Schwimmer neu, auch richtig eingestellt.
Ich suche schon eine weile.
Zündung ist neu. In dem Hallgeber auf der Nockenwelle war das Sensorelement abgebrochen und hatte bei jeder Umdrehung Kontakt. Dadurch Sprang der Zündzeitpunkt undefiniert hin und her.
Sollte auch Korrekt eingestellt sein, sowohl statisch als auch Abgeblitzt die Verstellung.
Vergaser lassen sich super einstellen.
Im Stand habe ich auch keine Probleme. Nur unter Last.
Bevor ich den Motor öffne oder machen lasse, ist mein letzter schritt Vergaser Links und Rechts zu tauschen, ob das Problem wandert.
Ich wollte einfach nur mal eine weitere Einschätzung, ob ich mir sorgen machen muss.

Es soll mal eine scharfe Nockenwelle drin gewesen sein. Steuerzeiten und Spreizung entsprechen aber Serie.
Durch den Motor ist mal ein Stück Straße gefahren, danach wurde er halt wieder aufgebaut.
Die Nockenwelle hat vorne 2 weiße Punkte und zwischen den Nocken sind die Beschriftungen scheinbar weggeschliffen.
Das Material ist halt 45 Jahre alt. Ich erwarte deswegen auch keinen neu zustand. Optisch kann ich keine 0.1-0.3mm unterschied sehen.
Klar könnte ich ausbauen und wirklich nachmessen. Nur wenn ich ausbaue, lass ich den kompletten Motor machen.

Gruß
Rico
 
Hallo,
mach mal ne einfache Kompressionsprüfung ob du gravierende Unterschiede +- 1 bis 2 Bar zwischen rechts und links findest.
Hast Du die Pleuellager bei Einbau des SR Satzes mitgetauscht?


Gruß
Kai
 
Hallo,
Ich hab wirklich alle einfachen Lösungen durch.
Möglichkeit 1: Linker Vergaser hat einen riss irgendwo und zieht fremd.
Möglichkeit 2: Irgendwas mit der Nockenwelle.

Abstimmung mit beide seiten 2.66 / 160 war unmöglich.
Hab nun wieder links 2.72 165 drin. Kann das Gas jederzeit voll aufreißen.
Beide lambda wie genagelt bei 0.85.

Ich lass es so.

Aber danke für den Input.
Gruß
Rico
 
Hallo Rico,

ich bin selbst während der Abstimmungsphase meines Motorumbaus monatelang mit einer Lambdasonde/-anzeige durch die Gegend gefahren.
Deswegen kann ich diesen Satz nicht glauben:
Beide lambda wie genagelt bei 0.85.
Kann es sein, dass hier die Anzeige defekt ist?

Gruß
Florian
 
Hallo Florian,
Sollte nicht. Sehe kurze Blips ins fette wenn ich vom Gas gehe, und im Schiebebetrieb mit Drosselklappen zu >1.1
Solange Last konstant anliegt, 0.85 vielleicht mal 0.87.
Leerlauf springt ein bisschen zwischen .8 und .9.
Ist ein AEM 30-3000. Mit den anderen Düsen links nicht unter 1 zu bekommen. Ruckelt dann auch merkbar.
Habe 2 Einzelsonden vor dem ersten Querrohr.
Stecke aktuell den Stecker um zwischen Links und Rechts. Erwarte aber, dass nicht Messen mit Sonde wenig bis keinen Einfluss hat auf der jeweils anderen Seite.
Selbst wenn die Absoluten werte nicht 100% stimmen, hab ich immerhin einen Vergleich zwischen links/rechts und verschiedenen Düsen.

Gruß
Rico
 
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