redbird

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Hallo zusammen,
bei meinem jüngsten Vergaserprojekt hat sich in der Schwimmerkammer ein, wie ich meine, recht ernster Defekt offenbart:
einer der Lagerböcke für den Lagerstift des Schwimmers war genau im Bereich der Bohrung für den Stift weggebrochen.
Auf die Schnelle fällt mir hierzu erstmal keine Kur ein, aber ich habe die Hoffnung, dass der Ein oder Andere das Problem und hoffnungsvollerweise auch eine Lösung dafür weiß.
@ Gerhard/Red Baron: Wenn du als Fachmann mir sagst, dass das extrem heikel ist, da selber was zu wurxeln, hast du den Gaser schenller auf der Werkbank liegen als du blinzeln kannst :) . Oder sollte ein Ersatzgehäuse fällig werden?
Freue mich dennoch auf kreativen input.

Beste Grüsse und Wünsche für das Neue Jahr allerseits
Peter

Lagerbock defekt.jpg
 
Hi Peter,

vermutlich ist der schnellste und preiswerteste Weg tatsächlich ein anderes Gehäuse.

Wenn Du aber Muße und eine überdurchschnittliche Werkstattausstattung hast könnte man folgendes eruieren:
  • angebrochenen Stumpf planfeilen/planfräsen
  • ein M3/M4/M5-Gewinde in den Stumpf bohren
  • einen passenden "Stiftzahn" mit M3/M4-Zapfen anfertigen (fräsen/feilen)
Geht aber nur, wenn der Stumpf Vollmaterial ist und darin kein Hohlraum steckt.

Herzliche Grüsse, Andreas
 
...nix planen sondern mit Sekundenkleber fixieren, dann durch alles 2x bis in den Stumpf mit M3 bohren und den Stumpf mit Innen-Gewinden versehen. Dann noch mal Benzinfest kleben und mit 2 M3 Schräubchen verschrauben, ne Strafarbeit isses so oder so...
Dann schauen, wie lang es hält...
 
Freue mich dennoch auf kreativen input.
Vielleicht mit 2k Epoxy C versuchen. Gerade weil der Rest der Bohrung noch da ist. Epoxy C ist treibstofffest, wird im Modelbau gerne verwendet. Vermutlich wird es in kleinen Mengen nur schwer zu beschaffen sein. Meist 1 Liter Gebinde,viel zu viel.

Falls man das zufällig bekommt:
Ordentlich entfetten, einen passenden Stift mit Fettfilm in die zukünftige Bohrung legen und aus Tesafilm die Umrandung formen. Vielleicht auch mit anderm Material die Form machen, möglicherweise auf der anderen Seite abnehmen. Es muss nur unten dicht sein.

Dann mit Epoxy auffüllen, das kann ruhig mit Fasern verstärkt oder mit Glasperlen eingedickt werden. Nach dem Durchhärten die Form entfernen, den Stift herausdrücken und das Ergebnis bewundern.

Falls man Angst hat außen noch eine Lage Fasermatte bis über das alu laminieren. Dabei muss man aber sehr den Abstand zur Schwimmerkammer beachten, viel Platz ist da nicht.

Ein neues Gehäuse ist sicherlich weniger Arbwit.
 
Ja was ihr alle so schreibt, ist mir auch exakt so durch den Kopf gegangen. Meine Hoffnung war/ist halt einfach, dass eventuell der eine Hinweis kommt, den ich noch nicht bedacht hatte. Aber ist ja auch noch nicht aller Tage Abend - vielleicht gibt's ja noch einen überraschenden twist zum Guten hin. Ansonsten 1x neu und am alten Gehäuse trotzdem Bastlergeschick austesten.
Gruss, Peter

PS: Hatte den Gaser lose gekauft. Ob der vorher so noch gelaufen ist?? Schwer zu sagen. Der Schwimmer hing frei beweglich, aber leicht schräg da drin.
 
Falls du ein Ersatzgehäuse suchst, schreib doch mal die Vergasernummer hier rein, vielleicht habe ich noch was.

Grüße, Hendrik
Es handelt sich um einen rechten Vergaser (obwohl mir das ganz im Vertrauen nicht sooo wichtig wäre, mit Ausnahme der Anbauteile, die man dann ja entsprechend benötigt) mit der Nummer 64/32/306. Blauäugig gehe ich sogar davon aus, dass (fast) beliebige rechte Vergaser dieses Gehäuse ersetzen könnten. Wäre spitze, wenn du was hättest, sonst mach ich noch ne Suche auf.
Im übrigen, ja, da ist seltsames Zeug, also nicht einfach nur mehr oder minder krümelige Rückstände in der Schwimmerkammer. Auch Reste von aufbauenden Klebespuren sind erkennbar. Aber das ist ja eben das geringste Problem.
Grüsse, Peter
 
Also Leute,
mit so einem modifizierten Einsatz würd ich das reparieren und auch fahren um zu wissen obs funktioniert,

Hab auchschon 2 vergaser mit diesem Vergaser kaputtgeschraubt Schaden repariert und schon weit mehr als 100tkm gefahren
Gruß Vitus
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Vitus,
interessante Idee - das werd ich mal andenken und prüfen, ob das was werden könnte.
Danke u. Gruss
Peter
 
Moin,
ein Gebraucht-oder Neugehäuse ist am besten ...... aber was, wenn einem die Bastelfinger jucken ?
Ich würde es so probieren:

- Oberteil li/re neben der Schwimmerachsbohrung in Längsrichtung mit 1,5mm Bohrer durchbohren
- Oberteil aufsetzen und in das Gehäuse li/re mit 1,2mm Bohrer ca. 10-12mm tief Löcher bohren
- Oberteil mit 2K-Kleber aufsetzen
- 2K-Kleber in die Löcher träufeln
- 2 Stahlstifte ( Sockelleistenstifte/Stahlnägel ) mit 1,5mm Durchmesser vorsichtig eintreiben und oben bündig abzwacken oder feine Trennscheibe
- Schwimmerachsbohrung von Kleberresten reinigen
- wartenmmmm:pfeif: ... und hoffen, dass es vielleicht hält :D

Man könnte auch noch als zusätzliche Sicherung aus einem dünnen VA-Streifen einen Bügel über das Gewerkel legen und li/re herunterbiegen.
Vorher 3mm Löcher an den Enden bohren. Aufsetzen, durch die Lasche in den Gehäusesockel mit 2,5mm bohren, dann ein zartes M3-Gewinde schneiden, Bügel mit 2K-Kleber aufsetzen, Schraube montieren - ganz extrem : mit Kontermutter und am Gewinde Loctite .... und
- wartenmmmm:pfeif: ... und hoffen, dass es für immer hält :D

Auf jeden Fall eine interessante Baustelle !!
LG:wink1:
Martin
 
Hallo Peter,
ich würde erst mal versuchen zu reparieren aber bei dem auch sonst fragwürdigen Zustand des Vergasergehäuses ein gutes als etwaigen Ersatz suchen.
 
Moin,
* planen => zentriertes Sackloch mit ca. halben Durchmesser bohren => Stufe 90° zur Schwimmerachse fräsen (dient zur Ausrichtung und als Verdrehsicherung)
* passenden 'Stiftzahn' als Gegenstück (incl. der Stufe) aus Messing schnitzen, den Zapfen am unteren Ende als Presspassung zur Bohrung im geplanten Stumpf
* einschrumpfen

Lohnt sich vom Aufwand her imho aber nur aus Spaß an der Freude...

Grüße,
Jörg
 
Danke für die zahlreichen motivierenden Tips, aber leider hab ich noch nicht mal ne top ausgestattete Werkstatt, die die hier nötige Präzision unterstützen würde. Dennoch bleib ich dran und werde berichten. Falls jemand über einen rechten Vergaser stolpert - bitte unbedingt Bescheid geben.
Mit der Suchanzeige warte ich noch solange, bis die Verzweiflung überhand nimmt. :-(

Peter
 
Als Übersprungshandlung und zur Frustbewältigung eine kleine Hartlötarbeit mittels des dazu extra gekauften Druckminderers für die Propangasflasche durchgeführt.
Das war wiederum eine echte Freude! :)
bypass Ölkühler.jpg
 
Idee:

Unterwegs
würde ich den Sockel bohren, das Oberteil (wenn vorhanden mit Kleber) aufsetzen und mit dünnem Draht durch die Bohrung im Sockel verrödeln.
Hält bis nach Hause.

Lösung für vernünftig kennst du 😉
 
Oberteil ist -nein, ich war's wirklich nicht- nicht vorhanden. Gedanklich arbeite ich an einer Reparaturlösung, aber parallel mach ich mich über kurz oder lang auf die Suche nach einem Ersatzgehäuse bzw. einem rechten Vergaser.
Da auch ansonsten der Innenzustand eher ranzig ist, mach ich mich nun an die Reinigung etc der Kanäle. Wenn ich hier auf weitere Probleme stosse, wandert er in die Tonne, sonst fröne ich weiter der bastlerischen Unvernunft, so lange bis das Ganze ausweglos erscheint oder eine Wiederinstandsetzung gelingt.
Grüsse,
Peter