Don.Rudolfo

Einsteiger
Hallo in die Runde,
da demnächst eine große Enduro-Reise ansteht und meine organische Kupplung bereits 85.000 km abgeritten hat, wollte ich "uns" was besonders Gutes tun und habe eine Sinter-Kupplung von Sachs verbaut.
Was zunächst beim Zusammenbau aufgefallen war, habe ich dann hier im Forum auch bereits gelesen, dass die Einstellmöglichkeit der Schraube am Kupplungshebel verschwindend gering war. Die Testfahrt hat dann auch schnell gezeigt, dass die Kupplung durchrutschte.
Ich habe dann eine Einstellung gefunden, dass die Kupplung nicht mehr durchrutscht und nach über 1.000 km einfahren auch bei Volllast die Maschine kraftvoll nach vorne schiebt.
Was jedoch auffällt ist, dass die Kraftübertragung beim Anfahren ein wenig "luschi" ist, im Gelände ist das nicht ganz so schlimm, sobald ich Gas gebe ist die Kraft sofort da.
Habe die Kupplung aber trotzdem nochmal ausgebaut und es zeigt sich folgendes Bild:

BMW R100 GS PD 247 | Baujahr 1992 | 85.000 km | 1070ccm SE Torque Kit Sportevolution

Ich freue mich auf Eure vielfältige Expertise!

Viele Grüße Rudolf

IMG_3132.jpeg IMG_3131.jpeg IMG_3128.jpeg IMG_3130.jpeg IMG_3129.jpeg
 
Moin,
Druckplatte, Kupplungsscheibe und Druckring tragen nur aussen. Ca. 50 % des Reibbelags bleiben ungenutzt. Deshalb rutscht die Kupplung durch.
Die Teile sind nicht 100 % plan aufeinander. Ich würde die "Wunderkupplung" durch eine originale ersetzen und die andere unter schlechte Erfahrungen verbuchen.
LG :wink1:
Martin
 
Die trägt ja nur zur Hälfte.
...und die Trägerplatte sieht aus, als wäre sie schon richtig heiß geworden. Die dunklen Flecke auf dem Gehäuse sind auch "Brandspuren".

Ich würde das gesamte Kupplungspaket durch neues Originalmaterial von @frankenboxer ersetzen. Meine Serienkupplung in der 800er hat 220 tkm runter und funktioniert immer noch besser als diese "Sporchtkupplung".

Edit: gaaaanz wenig Kupplungsnabenfett unter den Anlagepunkten der Federlamellen, dem Mittelloch und auf dem Rand der Tellerfeder wirken Wunder bei den Betätigungskräften. Aber die Feder würde ich nicht mehr benutzen.
 
1. wurde die Nabe falsch, nämlich mit Keramikpaste, sieht für mich auf Bild vier zumindest danach aus, und mit zu viel Schmierstoff, sieht man im selben Bild an den strahlenförmig von der Nabe ausgehenden Fettspuren, geschmiert.

2. Hat sich der reichliche Schmierstoff durch die Zentrifugalkraft auf das Belagmaterial verteilt, was zu einer Verminderung des Reibwertes führt.

> Kupplung rutscht > Brandflecken

3. Anpressplatte und Gehäusedeckel, also die Gegenreibflächen des Kupplungsbelages sind nicht plan, sie werden so bearbeitet, dass sie zum InnenØ hin leicht abfallen.

Die Übertragungsfähigkeit einer Kupplung berechnet sich wie folgt:

Mittlerer Reibradius x Anzahl der Reibbeläge x Reibwert des Belagmaterials x Anpressdruck der Feder

Der mittlere Reibradius liegt in etwa in der Mitte des Belagringes und wird durch die Hinterdrehung an den Gegenreibflächen bei einer neuen, noch nicht eingelaufenen Scheibe nach aussen verlegt, also größer gemacht um den, noch nicht vollen Reibwert des neuen Belagmaterials zu kompensieren. Trifft zwar bei der Sinterscheibe weniger zu, aber die Kupplung wurde ja für organisches Belagmaterial konstruiert.

Anzahl der Reibbeläge ist klar: ein getriebe- und ein motorseitiger (bei unseren Einscheibenkupplungen), also zwei.

Reibwert ist bei Sinter- höher als bei organischen Belägen.

Bei der, hier zur Debatte stehenden Kupplung mit "leichtem Schwung", sind drei, unterschiedlich starke Membranfedern möglich.

Richtig montiert funktioniert die Sinterkupplung einwandfrei. Der Praxistest in meinem Monolever-Gespann zeigt 's.

:oberl: Habe fertig!
 
1. wurde die Nabe falsch, nämlich mit Keramikpaste, sieht für mich auf Bild vier zumindest danach aus, und mit zu viel Schmierstoff, sieht man im selben Bild an den strahlenförmig von der Nabe ausgehenden Fettspuren, geschmiert.
Das kann auch Staburags sein. Ich nehme das gar nicht mehr, eben weil es schon bei geringem Überschuss so leicht wegfliegt.

Heißt es nicht immer, diese Sinterkupplungen seien resistent gegen Verölung?
 
.......................

Heißt es nicht immer, diese Sinterkupplungen seien resistent gegen Verölung?

Im Prinzip schon, mit viel Bremsenreiniger sollte man die Beläge auch wieder hin kriegen.

Und Rudolf hat ja auch geschrieben, dass die Kupplung noch ganz passabel funktioniert hat. Bei einem organischen Belag wäre unter diesen Umständen sicher keine große Kraftübertragung mehr möglich gewesen.
 
Vielen Dank, an Alle, für Eure Beiträge, vor Allem an Frankenboxer, der sehr verständlich erklärt hat, was ich mir auch schon so ähnlich vorgestellt habe.
... und ja, richtig Frank, es handelt sich um Starburags, war mir eigentlich sicher, dieses gaaanz sparsam mit der Zahnbürste aufgetragen zu haben.
Die Kupplung werde ich jetzt, nach einer gründlichen Reinigung, mit einer verstärkten Tellerfeder montieren.
Nach einer angemessenen Einfahrzeit werde ich an dieser Stelle das Ergebnis kundtun!

Schönen Abend Rudolf
 
Hallo,

die Fettspritzer sehe ich auch. Was ich allerdings auch noch sehe, ist ziemlich viel Rost. So eine verrostete Tellerfeder habe ich noch nie gesehen! Was ist da passiert? Wasserdurchfahrten oder regelmäßig Hochdruckreinigung? Vielleicht trägt das ja auch zu dem komischen Verhalten der Kupplung bei?
 
... die Gummikuh wird schon artgerecht gehalten, darum ja auch die Kupplung mit Sinterbelägen. Vor dem Kupplungsausbau war auch eine gründliche Hochdruckreinigung fällig, weil die Machine komplett eingeschlammt war.

Gruß Rudolf
 
Noch ein Tipp zum Fetten der Verzahnung:
Fett, gibt 's nicht nur von ZF-SACHS, in der Getriebeseite der Nabe verteilen, ich nehme einen Finger dafür.
Die Kupplungsscheibe auf die Getriebeeingangswelle aufstecken, abnehmen, etwas verdrehen und wieder aufstecken bis das Fett gleichmäßig in der Naben- und auf der Getriebeeigngswellenverzahnung verteilt ist.
Fett, das dann aussen an der Nabe, bzw. auf der Eingangswelle nicht im Bereich der Verzahnug ist penibel entfernen.
 
Ich verstehe nicht, wo die Unsitte herkommt, das Staburags NBU 30 PTM für die Kupplung zu verwenden. Da gab es ja wirklich schon genug Erkenntnisse hier im Form, dass das zu Problemen führt. Und auch wenn es in manchen Shops noch als "Kupplungsnabenfett" angeboten wird (z.B. Israel), das feststoffreiche, zähe Zeug braucht man doch nur anschauen, um zu erkennen, dass das nix für die Kupplung ist. Wenn ich eine Kupplung für einen PKW kaufe, liegt meist ein Tütchen spezielles Kupplungsfett dabei. Wenn das nicht der Fall ist, und ich keine Reste habe, dann kauf ich mir halt für ein paar Euro eine Tube davon. Gibt es von Sachs, LUK,...? Reicht dann bis zum Lebensende....

Gruß
Marcus
 
Ich verstehe nicht, wo die Unsitte herkommt,
Hallo Marcus,
möglicherweise bin ich das Problem, bzw. meine Dokus. Ich habe bis jetzt immer Optimol genutzt, jedoch mit der gleichen Methode von Peter. Kann ich in den Dokus abändern.
Ungeachtet dessen vermute ich, dass oftmals entweder lein Fett oder eben zu viel Fett verwendet wird.

Hans
 
Hallo Hans,

nach meiner bescheidenen Meinung ist das NBU 30 für die Kupplung einfach zu zäh und zu klebrig. Kupplungsfett ist im direkten Vergleich "geschmeidiger". Aber ausdrücklich: Ich bin nur Hobbyschrauber und ich habe nicht in die Verwendungsempfehlungen von Klüber für das NBU 30 reingeschaut. Die rücken Detailinformationen wie das Prduktdatenblatt auf ihrer Website nur gegen Registrierung raus :-(

Das mit zuviel/zu wenig Fett vermute ich auch.

Gruß
Marcus
 
Bin eher bei Martin,
die Kleinstmenge Fett lässt doch keine Kupplung rutschen.
Für mich sieht es auch so aus, als ob die Druckscheibe und der Druckring nicht flächig tragen.
Auf dem Tragbild sind einige Flecken bzw. nicht tragende Stellen zu erkennen.
Ich würde mit einem Haarlineal prüfen, ob die Flächen
a. konisch sind
b. uneben sind

Sonst nützt das schönste Nabenfett nichts.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Verwendung großer Mengen Staburag bringt keine Besserung. Eine kleine, gut verteilte Menge funktioniert bei mir problemlos. Mit freundlichen Grüßen, Harold