mehcas
Teilnehmer
Hi zusammen,
nach finaler Testfahrt heute möchte ich hier kurz meine Erfahrungen und Ergebnisse zu den Vibrationen bei meiner R45, Bj. 1982 bei ca. 5000 RPM schildern. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen bei der Fehlersuche.
Los ging es dass ich bei ca. 4800-5200 RPM (entspricht ziemlich genau 100km/h) so starke Vibrationen an den Fußrasten hatte, dass meine Füße nach 30s ein Nachkribbeln hatten. Unterhalb und oberhalb dieser Drehzahlen waren die Vibrationen nahezu weg, was auf ein Resonanzverhalten hindeutet.
Alle Öle, Ölfilter und Luftfilter sind neu von mir gemacht worden. Den Endantrieb konnte ich ausschließen.
Also habe ich erstmal - auch aufgrund vieler Tipps hier im Forum, ein großes Danke dafür! - die "Klassiker" gemacht:
1. Ventilspiel eingestellt, gemäß Anleitung hier im Forum.
2. Zündung gerprüft (war i.O.)
3. Vergaser mittels DigiSync synchronisiert (Leerlauf, und bei ca. 3500-4000 RPM) - in der Garage
ZwischenErgebnis: Die Vibrationen waren noch da, aber gefühlt ganz leicht weniger, das war aber ein subjektives Empfinden und vielleicht auch etwas Placebo dabei
Danach habe ich die Motorlagerbolzen gelöst und nochmal mit korrektem Drehmoment angezogen -> keine Verbesserung. Das hatte ich schon fast erwartet.
Gestern dachte ich mir dann, ich prüfe mal optisch, ob die beiden Gaszüge auch wirklich synchron ab Leerlauf losziehen. Also an beide Gaszüge einen roten Kabelbinder befestigt und beim Ziehen am Gasgriff optisch geguckt, ob sich beide gleichzeitig bewegen --> ich habe festgestellt, dass die Bewegung absolut gleichzeitig am linken und am rechten Vergaserzug losgeht.
Nun dachte ich mir heute, ich schnalle den DigiSync auf den Tank und fahre mal bei exakt 5000 RPM und beobachte die Messwerte. Das ist dann ja exakt die "unruhige" Drehzahl und bei der war bis dato ja nicht synchronisiert (denn das habe ich ja bei 3500-4000 RPM gemacht). Es könnte ja sein, dass sich bei dieser Drehzahl die Werte stark verändern. Bis auf die üblichen Sprünge, die man dort angezeigt bekommt (<10kPa) und dem wechseln des Max.-Wertes vom rechten auf den linken Zylinder und zurück, sahen die Werte gut aus.
ZwischenErgebnis: Motor ist jetzt soweit eingestellt und die Züge passen auch. Die Motorlagerung ist es auch nicht gewesen. Die Synchronisation bei 5000RPM ist also in Ordnung.
Nach reichlich Lesen hier im Forum, aber auch durch Unterstützung der KI habe ich mich nochmal an die Leerlaufgemischschrauben gemacht. Also reindrehen bis Drehzahl abfällt, danach wieder ca. 1/4 Umdrehung aufgemacht - an beiden Vergasern. Wieder auf die Straße und siehe da, die Vibrationen waren deutlich angenehmer. Gefühlt ist es so gewesen, dass die Frequenz gleich bleibt, aber die Amplitude niedriger wurde. Beim nächsten Stopp habe ich dann die Leerlaufgemischschrauben so weit herausgedreht, bis die Drehzahl nicht mehr gestiegen ist. Insofern habe ich dann mit etwas rumprobieren zwischen den beiden Einstellungen (Schraube max. eingedreht bis Schraube maximal ausgedreht) die optimale Drehzahl gesucht (nach Gehör und durch Fahren) und offensichtlich gefunden.
Fazit: Diese Einstellung der Leerlaufgemischschrauben hin zu "fetter" hat jetzt final dazu geführt, dass die Vibrationen bei 5000 RPM noch da sind, aber deutlich angenehmer. Meine Füße kribbeln nach dem Fahren nicht mehr! Insofern bin ich jetzt froh, so ein tolles, funktionierendes Motorrad zu haben
Ich war erstaunt, dass die Leerlaufgemischschraube bei Last so einen starken Einfluss hat, wenn das Motorrad sonst schön sauber läuft. Ich würde sagen: Again what learned und ein großes Danke ans Forum, ihr seid toll!
Viele Grüße,
Markus
nach finaler Testfahrt heute möchte ich hier kurz meine Erfahrungen und Ergebnisse zu den Vibrationen bei meiner R45, Bj. 1982 bei ca. 5000 RPM schildern. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen bei der Fehlersuche.
Los ging es dass ich bei ca. 4800-5200 RPM (entspricht ziemlich genau 100km/h) so starke Vibrationen an den Fußrasten hatte, dass meine Füße nach 30s ein Nachkribbeln hatten. Unterhalb und oberhalb dieser Drehzahlen waren die Vibrationen nahezu weg, was auf ein Resonanzverhalten hindeutet.
Alle Öle, Ölfilter und Luftfilter sind neu von mir gemacht worden. Den Endantrieb konnte ich ausschließen.
Also habe ich erstmal - auch aufgrund vieler Tipps hier im Forum, ein großes Danke dafür! - die "Klassiker" gemacht:
1. Ventilspiel eingestellt, gemäß Anleitung hier im Forum.
2. Zündung gerprüft (war i.O.)
3. Vergaser mittels DigiSync synchronisiert (Leerlauf, und bei ca. 3500-4000 RPM) - in der Garage
ZwischenErgebnis: Die Vibrationen waren noch da, aber gefühlt ganz leicht weniger, das war aber ein subjektives Empfinden und vielleicht auch etwas Placebo dabei
Danach habe ich die Motorlagerbolzen gelöst und nochmal mit korrektem Drehmoment angezogen -> keine Verbesserung. Das hatte ich schon fast erwartet.
Gestern dachte ich mir dann, ich prüfe mal optisch, ob die beiden Gaszüge auch wirklich synchron ab Leerlauf losziehen. Also an beide Gaszüge einen roten Kabelbinder befestigt und beim Ziehen am Gasgriff optisch geguckt, ob sich beide gleichzeitig bewegen --> ich habe festgestellt, dass die Bewegung absolut gleichzeitig am linken und am rechten Vergaserzug losgeht.
Nun dachte ich mir heute, ich schnalle den DigiSync auf den Tank und fahre mal bei exakt 5000 RPM und beobachte die Messwerte. Das ist dann ja exakt die "unruhige" Drehzahl und bei der war bis dato ja nicht synchronisiert (denn das habe ich ja bei 3500-4000 RPM gemacht). Es könnte ja sein, dass sich bei dieser Drehzahl die Werte stark verändern. Bis auf die üblichen Sprünge, die man dort angezeigt bekommt (<10kPa) und dem wechseln des Max.-Wertes vom rechten auf den linken Zylinder und zurück, sahen die Werte gut aus.
ZwischenErgebnis: Motor ist jetzt soweit eingestellt und die Züge passen auch. Die Motorlagerung ist es auch nicht gewesen. Die Synchronisation bei 5000RPM ist also in Ordnung.
Nach reichlich Lesen hier im Forum, aber auch durch Unterstützung der KI habe ich mich nochmal an die Leerlaufgemischschrauben gemacht. Also reindrehen bis Drehzahl abfällt, danach wieder ca. 1/4 Umdrehung aufgemacht - an beiden Vergasern. Wieder auf die Straße und siehe da, die Vibrationen waren deutlich angenehmer. Gefühlt ist es so gewesen, dass die Frequenz gleich bleibt, aber die Amplitude niedriger wurde. Beim nächsten Stopp habe ich dann die Leerlaufgemischschrauben so weit herausgedreht, bis die Drehzahl nicht mehr gestiegen ist. Insofern habe ich dann mit etwas rumprobieren zwischen den beiden Einstellungen (Schraube max. eingedreht bis Schraube maximal ausgedreht) die optimale Drehzahl gesucht (nach Gehör und durch Fahren) und offensichtlich gefunden.
Fazit: Diese Einstellung der Leerlaufgemischschrauben hin zu "fetter" hat jetzt final dazu geführt, dass die Vibrationen bei 5000 RPM noch da sind, aber deutlich angenehmer. Meine Füße kribbeln nach dem Fahren nicht mehr! Insofern bin ich jetzt froh, so ein tolles, funktionierendes Motorrad zu haben
Viele Grüße,
Markus