Bowdenzug Kupplung BMW R100 - schwergängig durch Alterung/Abnutzung?

MarkusR65

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Hallo zusammen,

der Kupplungszug an meiner R100 funktioniert zwar (ich schmiere regelmäßig) - gefühlt könnte dieser jedoch leichter gehen.

Kann es denn sein, dass die Züge einfach im Laufe der Zeit altern und durch Verschleiß - trotz Pflege - schwergängiger werden?

So wie ich es sehe, fahre ich immer noch den ersten Zug seit 45 Jahren.

Die angebotenen Kupplungszüge - z.B. von Israel - sind ja teflonbeschichtet.

Sollte durch dieses möglich "Update" nicht automatisch eine Verringerung der Zugkraft feststellbar sein?

Geschmiert wird übrigens mit so einem WD40 ähnlichen Zeug, was ich eigentlich schon viel zu flüssig halte.

Was meint ihr dazu?

Grüße Markus
 
Nach 40 Jahren könnte sich die Seele in die Hülle gearbeitet haben. Ein neuer Zug wäre jetzt kein Luxus.
 
An den Teflonbowdenzügen halte ich kontinuierliches Schmieren für kontraproduktiv.

Schmier bindet Staub und Dreck und irgendwann geht der Zug schwerer, teigig. Das lässt sich durch Spülen beheben.

Etwas anderes ist, wenn der Zug "rau" geht, dann ist die Teflonhülle an Bögen/Knicken verschlissen und es ist Zeit für einen neuen Zug.

Meines Erachtens sind die Züge, die man bei BMW an der Theke bekommt, qualitativ immer noch hochwertiger als sämtliche aus dem Zubehör, was Leichtgängigkeit und Lebensdauer betrifft.

Grüsse, Hendrik
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann jedes Wort nur bestätigen!
Nach 40 Jahren wird ein neuer Bowdenzug ein ganz neues Kupplungsgefühl bringen.
Wir haben mit unserem Wechsel auch zu lange gewartet, letztendlich war der Austausch jeden Cent wert.
Wir haben uns für den originalen entschieden, war beim Händler vorrätig.
Aber erst den alten ausbauen und auf den Tresen legen, uns wurde zuerst ein falscher verkauft.
An unserem alten Zug war noch die Originalnummer an einer Fahne angeheftet zu erkennen.

Fred
 
An den Teflonbowdenzügen halte ich kontunierliches Schmieren für kontraproduktiv.
Deshalb hat der an meiner GS wahrscheinlich auch 37 Jahre und >200 tkm auf der Uhr ;) Gleiches für den Bremszug hinten
Schmier bindet Staub und Dreck und irgendwann geht der Zug schwerer, teigig. Das lässt sich durch Spülen beheben.
Schmieren und spülen ist bei mir ein Arbeitsgang. Alle 10 Jahre oder so kommt oben solange Nähmaschinenöl rein, bis es unten wieder rauskommt.
Meines Erachtens sind die Züge, die man bei BMW an der Theke bekommt, qualitativ immer noch hochwertiger als sämtliche aus dem Zubehör, was Leichtgängigkeit und Lebensdauer betrifft.
Zumindest für die Gaszüge kann ich das bestätigen. Die "hochwertigen" eines bekannten Zubehörhändlers waren im Vergleich mit BMW Landmaschinenqualität.
 
Alle 10 Jahre ist zwar auch soetwas wie Kontinuität :D , war aber von mir anders gemeint..die Quintessenz meiner Aussage war, die Dinge werden eher totgepflegt....Die Anschlussteile (Nippel/Rollen) sollten natürlich immer gut gefettet sein und möglichst der Filz oben in der Armatur vorhanden...aber der Zug selber wird von mir mit Missachtung gestraft.

Zumindest für die Gaszüge kann ich das bestätigen. Die "hochwertigen" eines bekannten Zubehörhändlers waren im Vergleich mit BMW Landmaschinenqualität.
Ich hab das Beispiel grad wieder an meiner 90/6...der Vorbesitzer hatte noch neue Züge eingebaut, auch nicht die ganz schlimmen, sondern Mark Swiss, schön mit BMW Nummer...ich habe sie gegen NOS Lagerware ausgetauscht, der Unterschied ist gut spürbar...besondern bei denen, die mehr Kräfte übertragen, sprich Kupplung/HBZ.

Grüße, Hendrik
 
Bei Umbauten ist ein Selbstbau von Zügen eine echte Chance. Und der Sparfuchs findet da vermutlich auch Potential. :D
Hatte an meinem Bastard beim originalen Dnepr-Kupplungszug eine, sagen wir mal, originelle Verlegung (made by Vorbesitzer), hohe Kräfte waren da von Anfang an nötig. Später dann mit anderen Lenkern experimentiert, die Lebensdauer der Züge war nie gut, die Bedienkräfte immer herausfordernd. Irgendwann mal die Schnauze voll gehabt, für kleines Geld einen Bausatz bei Tante Louise geholt, Hülle sauber verlegt und abgelängt, Nippel an das Drahtseil gelötet, und auf einmal reicht gefühlt die Hälfte der früher benötigten Kraft. Sollte dementsprechend auch länger halten... ;)
 
Bolzen am Handhebel schmieren, Nippel schmieren. Der Ausrückhebel kann auch Ursache für schwergängig sein. An die Tellerfeder kommt offiziell kein Fett, mit passendem Rostansatz tut sie das Ihrige. Ein neuer Zug knickfrei in großen Bögen verlegt hilft schon einiges.

Mich ärgert nur immer das Stück unter den rechten Stößelrohren. Da meint man, der Zug wird eingeklemt.
 
Einfach einen neuen kaufen, verbauen und Bauklötze staunen! Und nicht schmieren, außer an den Nippeln.
Ich habe gerade wegen eines Lenkerumbaus an meiner 75/5 lauter neue Züge verlegen müssen. Der Kupplungszug hatte immer folgende Eigenart. Beim Kaltstart war das Kupplungsspiel am Handhebel fast weg, was sich nach einigen Kilometern normalisierte. Der Grund war nach dem Ausbau des alten Zugs dann erkennbar... Im Ölwannenbereich war die Kunststoffhülle teilweise weggescheuert, weshalb da Öl mit Sand, aber auch Rost zwischen den Windungen der Hülle waren. Das war in eingebautem Zustand nicht zu erkennen gewesen.
 
Hi Markus,

die Seilzüge sind nicht beschichtet sondern laufen in einem Rohr aus Teflon, was wiederum in der Außenhülle steckt und ja, soweit ich weiß gabs es die Bowdenzüge von BMW in der Ausführung lange vor den 80igern.

LG
Rainer
 
Schwergängige Kupplung hatte ich auch mal an der R100R. Da war der Druckkolben (oder wie das Ding heißt) aus Kunststoff aufgequollen. Hab ich ausgebaut und leicht abgedreht und seitdem ca. 20 Jahre Ruhe.

LG
Peter
 
Drei Punkte von mir.

Wir wissen zwar, dass es um eine R100 geht, aber nicht mehr.
Die Handkräfte zwischen der Version bis 1980 und der danach unterscheiden sich spürbar.

Ansonsten siehe :db:

Und letztlich ist jeder Bowdenzug ein Verschleißteil auf längere Sicht gesehen.
 
Servus,
Also ich bau meine Züge alle selber. Gute Ware vorsusgesetzt und hochflexible Züge die in Teflonrohren laufen. Das Ganze mit entsprechenden Lämgen und in sanften Rundungen verlegt. Das schon erheblich die Handkraft und kostet auch nicht mehr als die ach so tollen BMW Züge. Aber ich weiss was ich habe.
Besonders beim Gaszug kommen die originalen nicht mit.

Gruß
Der Indianer
 
Moin,

Sollte das Problem nicht der Bowdenzug sein, dann gibt es einen anderen Verdächtigen.

Bei ältern Boxern (ich weiß nicht genau bis zu welchem Baujahr) quollen gern mal die Druckhülsen auf.
Ich hatte das an meiner R60/6.
Das sind kleine Zylinder, sie gehören zu der Mechanik, die die Hebelkraft durchs Getriebe auf die Kupplung bringt. Werden die Druckhülsen dicker, dann kann das über längere Zeit bis zum Klemmen gehen.
Später wurden eine Druckhülse montiert, die nicht aufquellen konnte.

Dazu müsste es hier auch ältere Beiträge geben, wenn ich mich richtig erinnere.
 
In #14 wurde schon Bezug genommen auf den Druckkolben, der ab Modell 88 in Kunststoff kam und deswegen in Öl aufquoll.
Den dreht man 2/10 im Durchmesser ab und er flutscht wieder.
An einer /6 gabs das aber noch nicht. Die alte Kupplungsbetätigung

Ausrücker_6.jpg

enthält keine Teile, die aufquellen könnten.
 
In #14 wurde schon Bezug genommen auf den Druckkolben, der ab Modell 88 in Kunststoff kam und deswegen in Öl aufquoll.
Den dreht man 2/10 im Durchmesser ab und er flutscht wieder.
An einer /6 gabs das aber noch nicht. Die alte Kupplungsbetätigung

Anhang anzeigen 393833

enthält keine Teile, die aufquellen könnten.


Ah, dann erinnere ich das wohl falsch und das war doch schon in den Anfangsjahren mit meiner CS, die nämlich fährt mit nem 88er GS-Motor rum. Nach 30 Jahren mit dem Hocker verliert ich da manchmal den Überblick ...
 
Moin,
ein wahres Wunder an Leichtgängigkeit brachte mir an meiner NSU Konsul ein Kupplungsbowdenzug zusammengestellt aus Teilen der Fa. bowdenzug24.de.
Ich würde den alten Bowdenzug nehmen und ihn als Vorlage für einen zusammenstellbaren von bowdenzug24.de nutzen.

Bei der Konsul kriegte ich auf einer 2800km Tour fast eine Sehnenscheidenentzündung. Mit dem neuen BZ geht die Kupplung unglaublich geschmeidig.
LG
Martin
 
Ich nochmal,

also wenn ihr einen richtig geschmeidigen Bowdenzug haben wollt, dann gibt es als Lösung ein Edelstahlseil mit 49 Lizen. Das fühlt sich sehr weich an und geht geschmeidig um enge Radien, dazu eine Teflon Innenhülle.
Das Problem ist dabei den Messingnippel mit Spezial Flußmittel und Lot auf den Edelstahl zu löten, da muss die Themeratur genau stimmen. ich habs noch nicht hinbekommen.

Bei den Gaszügen gilt das selbe. Nur zusätzlich keine normal Spiralhülle verwenden, sondern sogenannte Push-Pull Hüllen. Da längt sich kein Zug beim Einlenken. (Wurde für die Schaltungen von Mountainbikes mit den Schalthebeln am Lenker entworfen). Da habt ihr plötzlich ein ganz anderes Moped.

Da ich zu blöd bin um das Edelstahlseil zu verlöten, nehm ich flexible Stahlseile mit ebenfalls 49 Lizen. Geht sehr gut, sind halt etwas steifer als die Edelstahlseile, aber um Längen weicher als herkömmliche Seile.
Nur Achtung die Push-Pull Hüllen können maximal für Gaszüge verbaut werden, da sie sehr wenig Kraft übertragen können, also nix für Kupplung und Bremse.

ich kauf meine Bowdenzug Teile hier: schreiber-zweiradshop.de

viel Erfolg beim optimieren eurer Bowdenzüge.

Gruß
der Indianer
 
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