Wellendichtring Hinterachsgetriebe Einbaurichtung

Seit
01. Okt. 2019
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Ort
Fuchstal im Allgäu
hallo
ich überhole gerade mein Hinterachgetriebe 11/33 mit glattem Gehäuse - an meiner R100S verbaut
ich bin mir bei einer Sache leider unsicher und finde weder in der BMW Reparaturanleitung noch in all den guten Beiträgen in der Datenbank eine Antwort (Bild etc.)
es geht um die Einbaurichtung des Wellendichtrings an der Seite zur Schwinge hin
bei mir läuft immer wieder das Öl des Kardantunnels in das Hinterachsgetriebe und tritt dann - wie bekannt - mit viel Schaum aus und verziert das Hinterrad
ich hatte vor einem Jahr (ich fahre nimmer viel) den Dichtring gewechselt und wohl falsch eingebaut - mit der offenen Seite zur Schwinge hin
auf jeden Fall hat es nicht geholfen, es schäumt weiter ...
gehört der Wellendichtring nun mit der offenen Seite zur Schwinge, um Ölaustritt von Schwinge zu Achsantriebsgehäuse zu stoppen oder gehört der mit der offenen Seite Richtung Tellerrad, um das Öl im HAG zu halten ?
es wäre prima, wenn mir da jemand mit Rat und Wissen helfen könnte ...
P.S.: Ölstände haben jeweils gestimmt vor den Schaumbädern, Entlüftung im HAG kann atmen, die Dichtflächen auf der Eingangswelle ins HAG sind riefenfrei; Entlüftung Schwingenholm ins Getriebe muß ich prüfen, Getriebe habe ich gerade ausgebaut wg. Schaltautomat-Revision
danke wie immer und viele Grüüße
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Wellendichtring gehört mit der offenen/hohlen Seite zur Schwinge montiert.
 
Hallo Matthias,

es muss nicht unbedingt der Dichtring sein. Es kann auch am Öl liegen. Hatte ich bei meiner Q auch mal. Immer wieder kam Öl aus der Entlüftung des HAG, obwohl der Ölstand stimmte. Dann habe ich das Öl gewechselt (andere Marke), seit der Zeit ist Ruhe.
 
danke, Jürgen
ich fahre meine BMW seit 1981, mit Hypoid 90 Öl, erst BellRay und dann LiquiMoli
die Ölerei hat eigentlich erst seit 5 Jahren angefangen
ich habe mittlerweile auf Öl in der Schwinge verzichtet und es ist bislang gut gegangen
aber das ist ja auch keine Lösung ...
 
der Gewindering sollte beim Einbau aussenrum auch mit einem Dichtmittel eingeschraubt werden.
Dann gibt es noch den kleinen Vulkollandichtring vor der Abschlußmutter.
Der dürfte aber eher weniger die Ursache sein.
Hans.
 
hallo Hans
ich hatte in der Datenbank die Beiträge zu HAG Hinterachsgetriebe durchgesehen
da habe ich nicht entdeckt, was ich gesucht habe
vielleicht habe ich es auch nur übersehen
bei "Getriebe" habe ich tatsächlich nicht geschaut, denn für mich sind Getriebe und HAG zwei unterschiedliche Bauteile
auf jeden Fall weiß ich jetzt dank der Antworten, daß die offene Seite zur Schwinge hin zeigen soll
viele Grüße
 
Hallo Hans,

es handelt sich hier um das HAG und nicht um das Schaltgetriebe.

LG
Rainer

hallo Hans
ich hatte in der Datenbank die Beiträge zu HAG Hinterachsgetriebe durchgesehen
da habe ich nicht entdeckt, was ich gesucht habe
vielleicht habe ich es auch nur übersehen
bei "Getriebe" habe ich tatsächlich nicht geschaut, denn für mich sind Getriebe und HAG zwei unterschiedliche Bauteile
auf jeden Fall weiß ich jetzt dank der Antworten, daß die offene Seite zur Schwinge hin zeigen soll
viele Grüße

Danke für den Hinweis - habe oben den Blödsinn von mir entfernt. Sorry

Hans
 
Du solltest mal genau prüfen, woher welches Öl wohin geht. Das HAG entlüftet über seinen eigenen Entlüfter oben am HAG-Gehäuse. Die Schwinge entlüftet sich (oder eben auch nicht) über eine kleine Bohrung im Getriebedeckel (hinter dem Kardanwellenflansch) Richtung Getriebe und dann über die hohlgebohrte Tachowellenschraube.
Bei meiner 75/5 fehlte (!) doch tatsächlich diese kleine Bohrung im Deckel (sehr frühes Modell 1970). Die Bohrung kann natürlich auch verstopft sein.
Gemerkt hatte ich das an einem aufgeblasenen Faltenbalg am Kardangelenk. Der Überdruck in der Schwinge führte zum Öldurchdrücken Richtung HAG.
Also erstmal die Ölstände exakt herstellen. Dann nach hundert schnellen Kilometern zuerst am HAG nachsehen, ob und wie sehr der Ölstand an der Kontrollöffnung gestiegen ist. Am besten mit einer Einwegspritze schnell abziehen, wenn es denn überläuft. Dann hast du gleich die Menge zum Ablesen.
Ich musste den Getriebedeckel übrigens nicht abbauen. Der Flansch wurde abgezogen, der Dichtring am Kreuzgelenk ausgebaut. Dann habe ich in die Gummierung des neuen Wedis außen eine kleine Kerbe mit einem Teppichmesse gemacht, sodass nun über diese Öffnung etwas Luft Richtung Getriebe gehen konnte, auf Position 12 Uhr. Ging sehr gut.
Wahrscheinlich musst du aber, wie schon im thread empfohlen, am HAG an den Gewindering und an der Verschraubung an der Ritzelwelle mit etwas Dichtmittel ran. Ich habe damals das von BMW empfohlene Hylomar genommen. Ist immer noch dicht.

Viel Erfolg, Jan
 
Das von Jan beschriebene "Problem" der fehlenden Belüftungsbohrung betrifft tatsächlich nur die frühen /5 4-Gänger..hier kann im Zuge einer Revision die Bohrung nachträglich angebracht werden. Gegen Schaum an sich hilft beispielsweise ein "dünneres" Öl (bzw. eines mit einer größeren Viskositätsspreizung, 75W-140 von Castrol oder Motul ist meine Empfehlung).

Frohes Schrauben, Matthias!

Grüße, Hendrik
 
hallo Hendrik
danke für die Tips

ich hab mich heute um den Kardangelenkflansch gekümmert
der Dichtring ist noch nicht raus, ich sehe aber auf 12-Uhr-Stellung überhaupt keine Einkerbung oder Bohrung
ganz und gar nix ...
ich werd da also am Gehäuse nacharbeiten
das Gußdatum des Gehäuses ist '76 ...
wenn ich es nicht vergesse, mache ich dann mal Fotos und stelle sie ein

dünneres Öl - ja, hmm - es hat doch sicher einen Grund, warum in Getrieben und HAGs 90er Hypoid-Öl vorgeschrieben ist; ich mag - ohne jetzt wissenschaftlich tiefer in das Thema einzusteigen - eigentlich nichts dünneres reinkippen
ich hoffe mal, die Ursache liegt im Bereich Entlüftungsbohrung...

noch mal eine Frage zum hitzigen Diskutieren :
warum ist in der Schwinge überhaupt Öl ?
die Verzahnung Kardanglocke/HAG-Eingangswelle bewegt sich gegeneinander nicht oder kaum,
die Nadellager im Kreuzgelenk ähnlich und der Ölstand in der Schwinge sorgt sicher nicht dafür, daß die im Ölbad laufen;
zw. Kupplungsscheibe und Getriebewellen-Verzahnung ist ja auch kein Ölbad und zw. Hinterrad-Mitnehmer und HAG auch nicht ...
bei Guzzi sind die Nadellager des Kreuzgelenks gekapselt und die Schwinge läuft trocken ...
bin mal gespannt auf die Antworten :-))
 
Zuletzt bearbeitet:
Da Schwingendrehpunkt und Kreuzgelenkmitte nicht identisch sind gibt es sehr wohl eine Längsbewegung der Kardanglocke. Deshalb ist auch die Mitnehmerverzahnung der Nabe 1233303 bogenverzahnt. Ohne zwingenden Grund wird das nicht gemacht, da die Herstellung aufwändiger/teurer ist. Das Öl wird als Schmiermittel benötigt.
Bei den Vierventilern sind das Längsverzahnungen für den Längenausgleich mit Staburags als Schmiermittel.
Wed
 
ok, gut zu wissen
ich habe eine Kupplungsglocke mit Ruckdämpfer in der Schwinge und das Ritzel auf der HAG Eingangswelle ist gerade verzahnt
wenn Schmierung, dann sollte doch auch Fett reichen - Ölbad sollte da nicht zwingend sein
wie auch immer - ich frag mich halt nur, warum es ist, wie es ist
:)
liebe Grüße
 
Die Flächenpressung ist durch die kleine Kontaktstelle viel größer. Das Fett ist irgendwann weg und dann beginnt der spanbehebende Vorgang. Das Öl benetzt das ganz permanent. Aber vielleicht funktioniert das mittlerweile mit den heutigen Hightechschmiermitteln.
Versuch macht kluch.
Wed
 
Die Flächenpressung ist durch die kleine Kontaktstelle viel größer. Das Fett ist irgendwann weg und dann beginnt der spanbehebende Vorgang. Das Öl benetzt das ganz permanent. Aber vielleicht funktioniert das mittlerweile mit den heutigen Hightechschmiermitteln.
Versuch macht kluch.
Wed
Und selbst mit Öl, sind viele Verzahnungen heute, 50 Jahre später völlig am Ende.
 
dünneres Öl - ja, hmm - es hat doch sicher einen Grund, warum in Getrieben und HAGs 90er Hypoid-Öl vorgeschrieben ist; ich mag - ohne jetzt wissenschaftlich tiefer in das Thema einzusteigen - eigentlich nichts dünneres reinkippen
ich hoffe mal, die Ursache liegt im Bereich Entlüftungsbohrung...
Alles gut, es kann ja auch jeder einfüllen, was er mag und als richtig empfindet.:bier: Aber das 75W-140 ist übers Forum weg bekannt und wird mit Erfolg im Antrieb eingesetzt, bei den meisten sogar in allen 3 Ölreservoirs...Und..es nicht dünner oder weniger belastbar als ein 90er Getriebeöl, sondern hat nur einen anderen Viskositätsverlauf, ist bei Belastung/Betriebstemperatur gar "dicker".
wenn ich es nicht vergesse, mache ich dann mal Fotos und stelle sie ein
Ja, mach mal!

Grüße, Hendrik
 
hallo
so, der Flansch ist von der Getriebe-Ausgangswelle ab
im Gehäusedeckel ist definitiv keine Einkerbung oder ähnliches zur Entlüftung der Schwinge
wie bewertet Ihr denn meine Idee, statt im Deckel die Kerbe anzubringen eine entsprechend große Bohrung auf 12-Uhr-Stellung oben in die Wand des Dichtrings anzubringen? also im oberen Viertel zw. Dichtring-Rand und Dichtlippe ...
ich habe das jetzt eine Zeitlang durchgedacht und sehe es als machbar an ...
es würde jedenfalls schneller gehen als im Alu rumzufeilen ...
ich weiß, bei jedem Dichtringwechsel muß das Loch wieder neu, wäre mir aber egal
ich wäre im Eure Meinungen dankbar
viele Grüße udn danke
 
hallo
so, der Flansch ist von der Getriebe-Ausgangswelle ab
im Gehäusedeckel ist definitiv keine Einkerbung oder ähnliches zur Entlüftung der Schwinge
wie bewertet Ihr denn meine Idee, statt im Deckel die Kerbe anzubringen eine entsprechend große Bohrung auf 12-Uhr-Stellung oben in die Wand des Dichtrings anzubringen? also im oberen Viertel zw. Dichtring-Rand und Dichtlippe ...
ich habe das jetzt eine Zeitlang durchgedacht und sehe es als machbar an ...
es würde jedenfalls schneller gehen als im Alu rumzufeilen ...
ich weiß, bei jedem Dichtringwechsel muß das Loch wieder neu, wäre mir aber egal
ich wäre im Eure Meinungen dankbar
viele Grüße udn danke
Wer es glaubt, ich nicht.

1974 war es eine runde Ausbuchtung auf 12 Uhr

1977/78 dann definitiv die Kerbe

Die "Kerbe" hat man vermutlich gemacht, weil die Gefahr bestand mit der Gummierung des Wedis die durchaus kleine Öffnung zu verschließen.


P1250605.JPG P1250606.JPG P1250607.JPG P1250608.JPG P1250609.JPG P1250610.JPG
 
ich mach die Kerbe dann einfach mal eine Ticken größer
damit man sie dann auch von aussen sieht bei eingebautem WeDi und damit die Schwinge dann sicher entlüftet wird
 
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