Diodenplatte, bitte Fehlerbeschreibung

strichsechs

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22. Dez. 2019
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Grafschaft Bentheim
Guten Abend Elektronikexperten,

Ich bin heute während einer Fehlersuche aufgrund schlechten Motorlaufs einer R45 ´81 eher zufällig auf eine "abgefackelte" Diodenplatte gestoßen, als ich unter den Limadeckel geschaut habe. Ich habe sie dann erneuert, aber es war keine Veränderung zu vorher festzustellen, zumindest leuchteten und erlöschten alle Kontrollleuchten so wie es sich gehört, vorher auch schon.

Wie passiert sowas, kann ich auf dem Weg zur oder von der Diodenplatte vorsorglich irgendwas prüfen oder messen, oder ist das "Verschleiss" und passiert schon mal?

Vielen Dank für sachdienliche Hinweise.

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Hi,
mal nach der Anleitung durchmessen.


Was ich auf dem Teil „so“ sehen kann: Die Y-+ Diode hatte keinen guten Kontakt zur oberen +Platte, durch Überlastung dann ausgelötet.

Aber: Da auch bei den mittleren Kontakten es sehr warm wurde, hatte vermutlich jemand beim ein oder ausbau des LiMa Deckels Kontakt mit der obere Leiste der Diodenplatt, d.h. es gab einen satten Kurzschluss.

Platte wechseln und schauen, ob dann aller OK ist. Auch die Anschlüsse zwischen Platte und Anlasser bzw. Getriebe und Batterie und Batterie und Getriebe kontrollieren.

Hans
 
Messung

 
Hast Du beim Abbau des Limadeckels vorher die Batterie abgeklemmt? Wenn Nein Szenario von hg_filder sehr wahrscheinlich. Dh Du hast den Schaden bei der Fehlersuche selbst verursacht und der Motorlauf hatte primär nichts damit zu tun.
 
Danke für die Beiträge, das war auch mein erster Gedanke dass da jemand in der Vergangenheit den Deckel abgenommen hat ohne die Batterie abzuklemmen. Ich klemme stets die Batterie ab, nachdem ich hier vor vielen Jahren gelesen hatte, was man sich alles versauen kann, wenn nicht.

Sämtliche Stecker habe ich bereits gelöst, gereinigt und wieder zusammengesteckt. Morgen gehe ich mal die Prüfung durch.

Danke euch
 
Nachtrag: Mess mal zwischen den einzelnen Fahnen und der oberen Platte (da, wo die Fahne von Kabel zum Anlasser befestigt wird) entweder mit einen Diodenmessung oder einer einfachen Ohmmessung. Vermutlich ist mind. eine Verbindung nicht mehr durchgängig.

Hans
 
Habe mir die Bilder nochmal angesehen: Die stark gedunkelte Platte sollte die Minus-Seite sein. Ich hatte eher an die andere Seite gedacht. Vielleicht doch mal alle Seiten durchmessen. Alternativ mir zusenden.

Hans
 
Heute war ja wieder Spaßtag bei mir und Amir hat die Diodenplatte zum Testen zur Verfügung gestellt.

Ich habe nochmal ein paar schöne Horrobilder gemacht:

Diodenplatte-22A_05.jpgDiodenplatte-22A_04.jpgDiodenplatte-22A_03.jpgDiodenplatte-22A_02.jpgDiodenplatte-22A_01.jpg

Zum Schadensbild und meine Meinung zur Ursache: Der Hauptschaden betrifft "nur" die eine Y-Diode, die zur Masse angeschlossen ist.
  • Möglichkeit 1: Es gab dort ein Kontaktproblem (Lötstelle?), wodurch sich sehr viel Wärme durch den Übergangswiderstand gebildet haben könnte. Die Stelle wurde dann so heiß, dass sich die Lötung komplett und später dann eben auch der Leiter von der Platine löste. Eine weitere Folge wäre dann die Zerstörung der Diode selber.
  • Möglichkeit 2: Beim lösen des Deckel kam der Deckel mit der Lötstelle in Kontakt (nicht mit dem Aluwinkel der Platte, denn die ist Minus angeschlossen). Damit wäre ein Kurzschluss möglich - die Lackierung ist schnell mal durchgescheuert - , danach wieder die Erhitzung, dem Auslöten und der Zerstörung der Diode.
  • Möglichkeit 3: Über die Y-Diode ist so ein hoher Strom geflossen, (z.B. dass die Diode komplett leitend wurde und damit keine saubere Trennung des Wechselstromes vorhanden war) so dass die Diode erst erhitzt und dann zerstört wurde.
Möglichkeit drei würde ich fast ausschließen, denn über den Y-Anschluss kommen nach meinen Messung max. weitere 2 Ampere hinzu, dass aber erst bei sehr hohen Drehzahlen. OK, eine R45 wird schon dauerhaft eher hoch gedreht.
Bleibt noch Möglichkeit 1 oder 2, ich tendiere zu 2.

Zu den braunen Felder an den Anschlüssen zum Stator: Die Diodenplatte ist nur für 22 A ausgelegt (zweite Baureihe, grauer Lack mit Y-Anschluss) und wurde möglicherweise im Betrieb überlastet. Ursächlich für den anderen Schaden an der Y-Diode kommt das aber für mich nicht in Frage.

Die Messungen erbrachten, dass alle Dioden, mit Ausnahme der verschmorten, Funktional sind, d.h. die LiMa hätte funktionieren müssen (hat es vermutlich auch).

An Amir: Die Diodenplatte werde ich noch mal am Prüfstand laufen lassen (heute war das die Zündung dran). Ich gehe davon aus, dass sie unauffällig ist. D.h. ich kann dir die Platte wieder zusenden. Die ist zwar unschön, aber als Reserve oder zum Testen taugt die immer noch.

Hans
 
Moin Hans,

danke für deine Testreihe, alles hochinteressant, wenn ich auch fast nix verstehe und ja, die Lima funktionierte.
Zurücksenden brauchst du die Platte nicht, pack sie in deine Hall of Shame:D

Auch wenn ich von der Materie keine Ahnung habe, würde ich so ein verschmoktes Teil nicht mehr einbauen, selbst wenn sie funktionieren sollte. Mit dem "Loch" in der Platte sagt mir eine Stimme, weg schmeissen, auch wenn der Elektroniker das für unnötig halten würde.

Danke und Gruß
 
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