Stoßdämpfer einstellen R80 G/S Bj. 87

R80PD

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14. Apr. 2018
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Hannover
Liebe Forumsmitglieder,
ich habe mein Öhlins Federbein überholen lassen und es wurde eine etwas stärkere Feder verbaut. Ich habe Öhlins mitgeteilt, dass ich 95kg wiege und der Dämpfer wurde voreingestellt. Nun frage ich mich, ob das so okay ist. Letztlich geht es mir zuerst um die Federvorspannung, die ja die Höhe der „Hinterhand“ beeinflusst. Ich bin 1,91cm groß und bin an einer möglichst hohen Einstellung interessiert. Aber vermutlich ist das aufgrund des Kardanwinkels nicht unkritisch. Ich finde im Werkstattbuch keinerlei Angaben, wie hoch das Heck unbelastet (ohne Fahrer) im Stand sein darf. Welches Vorgehen wäre aus eurer Sicht sinnvoll? Danke!
Gruß Dirk
 
Hallo Dirk,

vergiss die Höhe der unbelasteten Maschine. Die Faustregel und der Ausgangspunkt aller Einstellungen ist ein Negativfederweg von 30% bei der Belastung, auf die Du die Maschine einstellen möchtest.

Geht es Dir also um das Fahrverhalten mit Dir allein ohne Gepäck, stellst Du die Feder so ein, dass das Heck mit Dir drauf in Mopedklamotten um 30% des gesamten Federwege einsinkt.

Gruß
Florian
 
Ich finde im Werkstattbuch keinerlei Angaben, wie hoch das Heck unbelastet (ohne Fahrer) im Stand sein darf.

Die Fahrwerksspezis an der Renne stellen die Federvorspannung nach Möglichkeit so ein, dass das unbelastete Krad um ca. 10% des Federweges einsinkt und das mit Fahrer belastete Krad um ca. 30%.
 
Hi Florian,
blöde Frage: Wie komme ich auf die 100%? Wie kann ich ermitteln wie weit das Federbein einfedern kann? Kann es ja schlecht in den Schraubstock einspannen…😊
Gruß Dirk
 
Hi Florian,
blöde Frage: Wie komme ich auf die 100%? Wie kann ich ermitteln wie weit das Federbein einfedern kann? Kann es ja schlecht in den Schraubstock einspannen…😊
Gruß Dirk
Hallo Dirk,

ich habe das am Objekt ermittelt: Feder raus und dann mit einem Spanngurt die Schwinge hochgedrückt, bis das Federbein den Anschlagpuffer komprimiert hat. (Das Foto habe ich auch bei der Eintragung verwendet, um die Freigängigkeit nachzuweisen.)

Gruß
Florian

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Hallo Dirk,

ich habe das am Objekt ermittelt: Feder raus und dann mit einem Spanngurt die Schwinge hochgedrückt, bis das Federbein den Anschlagpuffer komprimiert hat. (Das Foto habe ich auch bei der Eintragung verwendet, um die Freigängigkeit nachzuweisen.)

Gruß
Florian

Anhang anzeigen 402004
Okay, verstanden. Aber die Feder wollte ich nicht ausbauen, denn ich habe keine Spannvorrichtung. Aber ich werde einfach Öhlins anschreiben. Die sollten das wohl genau wissen.
 
Bei meinem HH–Racetec Federbein war das ganz einfach: Der Gewindering, der die Tragfeder vorspannt, lässt sich soweit lösen, dass die Feder komplett entlastet ist: Aus– und Einbau völlig stressfrei. :D

Achtung: durch die Schräglage des Federbeins und (in meinem Fall) die Winkelkinematik des Paralevers ist es nicht ohne, vom Hub des Federbeins auf den Federweg des Motorrads zu schließen.

Gruß
Florian
 
Der Federweg hinten ist mit 170 mm angegeben - eine Gockel-Anfrage nach den technischen Daten der R80G/S beantwortet das recht schnell ... :pfeif:

Den Federweg würde ich nicht am Federbein (schräg) messen, sondern von einem festen Punkt am Hinterachsgetriebe zu einem festen Punkt am Heckrahmen (senkrecht). Einmal aufgebockt unbelastet, einmal abgebockt mit dir drauf, dafür brauchst du einen Helfer. Der Längenunterschied zwischen den beiden Messungen sollte ungefähr 170 x 0,30 = 51 mm betragen. Wenn sich ein anderer Wert ergibt, dann die Federvorspannung entsprechend anpassen.

tf0908-098-fahrwerk_02.jpg

Quelle: Tourenfahrer

Gruß

Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Ach ja, noch was:
die Messung sollte über der Hinterradachse erfolgen (nicht weiter vorn oder hinten), da sich der Federweg ja auch auf die Radachse bezieht ;)

Habe in #11 dazu noch eine Grafik ergänzt.

Und noch zur Frage des kritischen Knickwinkels: wenn das Öhlins die gleiche Länge wie das Serien-Federbein hat und auch nicht mehr Federweg zulässt, kann eigentlich nichts passieren. Im aufgebockten Zustand kann man den unteren Maximalpunkt einfach durch Drehen des Hinterrades prüfen, wenn keine Geräusche kommen, ist alles okay. Um den oberen Maximalpunkt auf Freigängigkeit zu prüfen, müsste aber tatsächlich die Feder raus...

Gruß

Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen,
ihr habt mir viele hilfreiche Tipps gegeben! Da kann ich etwas draus machen. Vielen Dank und einen tollen Saisonstart!
Gruß aus Hannover
Dirk
 
Doch noch ein Nachtrag (das Hirn arbeitet…😊):
Der Tipp mit dem Anschlagsgummi war interessant. Zählt die Höhe des Anschlaggummis mit zum Federweg? Wenn es anschlägt wir es ja nur gering komprimiert, sodass zumindest theoretisch immer noch ein nicht realisierbarer Federweg bleibt - gehört dieser in den Gesamtweg rein?
Gruß Dirk
 
Ich kenne diese Faustregel mit den 30 % Negativfederweg sehr gut,
allerdings ziehe ich bei kardanangetriebenen Motorräder eben auch den Knickwinkel des Kreuzgelenkes in meine Überlegungen mit ein.

Ich habe meine Guzzi zuletzt so eingestellt, dass der Kardan mit mir als Fahrer (und Ausrüstung) belastet, möglichst gerade von dem Getriebe abgeht, und fahre damit eigentlich ganz gut (zumindest bemerke ich keinen gravierenden Unterschied)

Ob das bei der G/S auch so geht weis ich jetzt aber nicht (dafür müsste ich sie jetzt mühsam aus der Garage herauskramen).


Schönen Gruß

Christian
 
omg, wie können zig Tausende einfach so rum fahren.
ca. 30% mit Fahrer und Beladung und gut ist.
Alternativ so wenig Vorspannung, das es eben nicht durchschlägt. Für den, ders gern gefühlvoll mag.
Und immer dran denken, die Federrade ist fiGS.
 
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