R 90 S Getriebe 3.Gang muckt

Chrismoe

Teilnehmer
Seit
04. März 2007
Beiträge
38
Ort
Theley
Hallo zusammen,

ich habe bei meinem "Goldschatz" ein seltsames Phänomen;(:

Der 3. Gang springt unter Last für eine halbe Sekunde raus und direkt wieder rein. Das fühlt sich an, als würde kurzzeitig die Kupplung rutschen. Aber - es ist nur im 3.Gang und nur unter Last, also bei starkem Beschleunigen und/oder mit zwei Personen. Bei sanftem Beschleunigen passiert nichts. Alle anderen Gänge rasten sauber ein und bleiben auch langfristig drin.

Das Getriebe wurde überholt, die Kupplungsteile sind erneuert worden. Als letzte Maßnahme wurden am Getriebedeckel die "Buchsen" für Kupplungsstange und Kardan überholt. Nun meine Fragen:

Hat sich durch die "Deckelüberholung" das Ausdistanzieren der Gänge verändert und springt deshalb der 3.Gang?

Oder ist an den "3.Gangzahnrädern" der Fehler=Abnutzung zu suchen ?

Vielen Dank für Eure Hilfe sagt

Chrismoe
 
Mir fällt es gerade etwas schwer, für dieses Phänomen eine technische Erklärung zu finden. Die Gänge werden von den Schaltgabeln geschaltet und rasten über Klauen ein. Dass bei einem Defekt der Teile der Gang nicht richtig rein will, ist erklärlich. Ebenso kenne ich den Effekt, dass der Gang scheinbar eingelegt ist, aber wieder rausspringt. Aber dass er einrastet, rausspringt und wieder einrastet, kann ich aufgrund der Konstruktion gerade nicht nachvollziehen.
 
Vermutlich liegt es an der Schaltkurve und/oder der Schaltgabel. Ohne das Getriebe aufzumachen wirst Du keine Lösung finden.
 
Hi,

finde ich auch interessant, denn ich habe seit etlichen Jahren ein Getriebe ab 81 mit gleichen Symptomen liegen.
Lagerdistanzen sind ok, Schaltgabeln, Klauen und Aufnahmen sehen gut aus.
Symptomatik ist ähnlich:
Vom 2. in den 3. rastet der 3. Gang ein. Dann lösst sich die Verbindung, kommt wieder usw. Böses Geklacker vom Getriebe und Bockspünge im Antrieb.
Neu schalten und der 3. bleibt drin.?(

Bin mal gespannt, ob jemand dazu eine Idee hat.

Schöne Grüße
Rick
 
Bei den frühen 4-Ventilern war das ein häufig beschriebenes Phänomen - konnte (musste) ich auch erfahren :(
Beim 2-Ventiler hatte ich das so noch nicht.
 
Bin mal gespannt, ob jemand dazu eine Idee hat.

Jo, Rick, ne Vermutung hob ich.

Schaltklauen ungleich abgeschliffen. Das Zeugl rutscht durch, bis die besterhaltene Klaue auf das besterhaltene 'Fenster' trifft. Dann erst bleibt der Gang drin.
Die Chancen stehen dabei im schlechtesten Fall 1 : 4.
Das dürfte aber - wegen des ungleichen Tragbildes - nicht ewig gutgehen.
 
Als ich mein 90S Getriebe 2003 vor immerhin 70000km überholen lies, wurde die Schaltkulisse eines späteren 2V Getriebes eingebaut. Hiermit konnte ich exakter schalten. Mehr könnte man nicht aus dem alten Getriebe nicht rausholen, sagte meine Werkstatt. Leblang Motorradtechnik in Frankfurt. Vor zwei Jahren wurde noch ein mal geöffnet um die abgebrochene kleine Feder zu erneuern. Lager und Rest war absolut ok.

Ich selber kenne nicht den Springer des 3. Ganges, nur ein nicht ganz eingelegten mit der alten Schaltkulisse. Zudem halte ich automatisch alle Gänge unter Zug fest. Ich könnte mir vorstellen, sollte der Gang rausspringen, drückst Du ihn wieder rein. Irgendwo habe ich auch schon Vergleichsbilder gesehen. Die Spezialisten melden sich bestimmt gleich.

P.S.
Ein Springer des letzten Ganges bei unserer Rennmaschine konnte von Herr Kayser abgestellt werden:D.
 
Ich würd mir die Lagerung des dritten Gangs auf der Zwischenwelle mal ansehen. Dort sind bei der Baureihe Bronzebuchsen verbaut, die gerne mal extrem verschleissen (man kann dann durch den Lagerspalt durchgucken). Dadurch kippt das Rad ab und die Schaltklauen können rausspringen.
Aber egal, was es letztlich ist: Ich empfehle, es gleich zu öffenen, bevor der Schaden grösser wird.
 
Hi,

ich habe an meiner 90/6 seit Längerem auch das Problem mit dem herausspringenden 3. Gang unter Last. Allerdings rastete der nicht wieder ein.
Außerdem liess sich die Kupplung nur sehr schwer bedienen.

Am Samstag hab ich dann mal das Getriebe und die Kupplung ausgebaut.

Ergebnis: Schaltklaue gebrochen und die Druckstange hat sich in die Druckplatte eingearbeitet.

Könnte also auch bei dir zumindest auf Verschleiss der Schaltklauen hindeuten.

http://forum.2-ventiler.de/vbboard/attachment.php?attachmentid=71007&stc=1&d=1367817660
 

Anhänge

  • Schaltklaue-Druckplatte.jpg
    Schaltklaue-Druckplatte.jpg
    188 KB · Aufrufe: 104
Moin.

Jo, Rick, ne Vermutung hob ich.

Schaltklauen ungleich abgeschliffen. Das Zeugl rutscht durch, bis die besterhaltene Klaue auf das besterhaltene 'Fenster' trifft. Dann erst bleibt der Gang drin.
Die Chancen stehen dabei im schlechtesten Fall 1 : 4.
Das dürfte aber - wegen des ungleichen Tragbildes - nicht ewig gutgehen.
Klingt plausibel, die Schaltklauen sahen allerdings gut aus, d.h. nicht zu sehr abgenutzt. Das hiesse dann also das Rad für den dritten zu tauschen.

Ich hätte noch Flanschverbindung zur Ausgangswelle unter Verdacht.
Du meinst Nummer 4 auf der Nebenwelle zur Ausgangswelle?

Ich würd mir die Lagerung des dritten Gangs auf der Zwischenwelle mal ansehen. Dort sind bei der Baureihe Bronzebuchsen verbaut, die gerne mal extrem verschleissen (man kann dann durch den Lagerspalt durchgucken). Dadurch kippt das Rad ab und die Schaltklauen können rausspringen.
Aber egal, was es letztlich ist: Ich empfehle, es gleich zu öffenen, bevor der Schaden grösser wird.
Guter Hinweis, gilt das auch für die späteren Getriebe ab 81 ???

Schöne Grüße
Rick
 
Verstehe, Detlev

den Flansch habe ich selbst nach Inaugenscheinnahme der Getriebeinnereien festgezogen.
Müsste dann nicht das Problem auch in anderen Gängen auftreten?

Grüße
Rick
 
Guter Hinweis, gilt das auch für die späteren Getriebe ab 81 ???

Schöne Grüße
Rick

Nein, die hatten dann Stahl-auf-Stahl-Lagerung, allerdings hab ich da auch schon extremen Verschleiss gesehen. Die letzten Getriebe hatten dann im Losrad des dritten Gangs eine DU-Buchse drin, die eigentlich bisher was Verschleiss angeht, am besten abschneidet.
 
Hi Hubi,

sieht wohl so aus, dass ich die Box nochmal aufmache und die Lagerung der Gangraeder inspiziere.
Wer ist denn, für den Fall der Fälle, in unserem Forum der Getriebpabst an den ich das Puzzle schicken kann, wenn ich nichts relevantes diagnostizieren kann?

Schöne Grüße
Rick
 
Hi,

:oberl: der Papst ist bekanntlich mittlerweile im Ruhestand.
Es gibt aber noch zwei Erzbischöfe (ziemlich weit oben im Grünen Bereich).
 
Ich liebe dieses Forum !!:applaus:

Vielen Dank für die vielfältigen und konstruktiven Hinweise zu meinem Phänomen.

Beim Einstellen des Themas am Sonntagabend um 22:50 Uhr hatte ich schon ein schlechtes Gewissen...und dann am gleichen Abend noch 6 Antworten: unglaublich.

Mein "Getriebeschrauber" konnte mir anfangs den Fehler auch nicht recht glauben, bis er selber eine Probefahrt gemacht hat und so ?( zurückkehrte.

Laut Rechnung wurden getauscht: Schaltwelle, Schaltrolle und Schaltgabel 1. und 5. Gang(Teileendnummer 215 und 219). Denke, das Getriebe muss wieder raus.

Solange geniesse ich die Schaltvorgänge meiner R 100 RS, deren Getriebe nach Überholung bei 120.000 km - immer noch vorbildlich weich und sanft zu schalten - Richtung 250.000 km unterwegs ist. :---) nä nä, überholt hält das länger als original, oder ??

Eine gute Woche noch wünscht

Chrismoe aus dem Saarland
 
Zurück
Oben Unten