Mahlender Endantrieb begleitet von rhytmischen klopfen bei meiner GS

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joha.ko

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Hallo wissendes Forum,
ich fahre eine R100GS Bj. 92.
Es fing vor 2 Jahren an. Mit vollen Gepäck und Sozia hinten drauf spürte ich bei ca. 120 km/h ein rhytmisches klopfen.
Im Solobetrieb war nicht zu spüren. Es wurde im Laufe der Zeit schlimmer.

Aktuell habe ich den mahlenden Endantrieb unter Last, d.h. beschleunigen oder ab 100 km/h.
Im hinteren Kreuzgelenk des Kardan ist ein leichtes knierschen beim Drehen des Rads spürbar. Es wurde von meinem Vorgänger eine "abschmierbare" Kardanwelle eingebaut.

Wie soll ich vorgehen?

Vielen Dank für Eure Ratschläge

Jürgen
 
Schwinge ausbauen und prüfen, wie die Verzahnung aussieht und in welchem Zustand die Gelenke sind.
BTW: Wann wurde die Verzahnung letztmalig gestaburagst?
 
Der Kardan wurde vor einem Jahr von der Werkstatt demontiert.
Ich gehe davon aus, dass Sie es fachgerecht gewartet haben.
 
Ich würde den Kardan ausbauen und mal an der Ausgangswelle am Getriebe drehen.
 
OK, sehe ich ein. Ohne Ausbau geht es nicht.
Ich melde mich sobald ich es ausgebaut habe.

Jürgen
 
Moin,

Könnte vielleicht auch der Standard Getriebelagerschaden der GSen sein, das vordere Abtriebswellenlager.

Hatte es auch schon 2mal, fing mit Rumpeln im Antrieb an und beim ersten mal hätte ich darauf gewettet, das es die Kardanwelle ist.
 
Hallo,
hatte heute die Gelegenheit, das gute Stück mal zu fahren. Da ich ja eher im Elektrischen zuhause bin, möge man mir mögliche Fehlinterpretationen nachsehen.

Wie schon geschrieben, erst ab etwa 120 KM/h spürbar und nicht wirklich hörbar (kann aber auch an der hohen Scheibe liegen). Beschleunigt man auf 140 und zieht dann die Kupplung, so kann man das rhythmische "Vibrieren" am Hintern spüren, ab ca 110 lässt es spürbar nach. Wenn man auf dem Hauptständer den 1 Gang einlegt und das Hinterrad im Spiel von Anschlag zu Anschlag dreht, so spürt man den malenden Widerstand und am Schwingengehäuse beim Knickgelenk wird es stark übertragen. Zum Vergleich hatten wir meine Kiste, gleiches BJ und ähnliche KM-Leistung.

Da die Mehrheit für ein Getriebeschaden plädiert (ich hätte auf das HAG getippt), bitte ich uns ein paar Tipps zu gebe, um den Schaden einzugrenzen. Zu Getriebe: Dieses wurde schon mal revidiert und hat einen längeren 5. Gang. Lässt sich bestens schalten.

Vorgehensweise:
  1. Kardanwelle zum Getriebe lösen
  2. Hinterrad drehen und das Schadverhalten nachvollziehen
  3. Schwinge ausbauen und Kardan samt -gelenk überprüfen
  4. Getriebe von Hand am Abgang drehen und Schadverhalten nachvollziehen


Eigentlich hatte ich vor, das HAG von der Schwinge zu trennen, aber nach euren Angaben würde ich es erstmal zusammenlassen.

Irgendwelche Einwände? Montagabend wollen wir uns dem Thema nähern.

Hans
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Hans,

ich würde bei Nr. 4 anfangen (klar, da ich das Getriebe prognostiziert habe :D)

Viel Erfolg
 
Vorgehensweise:
  1. Kardanwelle zum Getriebe lösen
  2. Getriebe von Hand am Abgang drehen und Schadverhalten nachvollziehen
  3. Hinterrad drehen und das Schadverhalten nachvollziehen


Wenn 1-3 nichts ergeben:
4. Schwinge ausbauen und Kardan samt -gelenk überprüfen
 
Egal was es ist (Endantrieb, Kardanwelle oder Getriebe), die Schwinge muß in jedem Fall sowieso ab.

Also besser gleich einen ungestörten Schrauberplatz aufsuchen und von hinten her abbauen. Alles andere artet nur in Fummelei aus.
 
Hallo,
das die Schwinge raus muss, ist klar. Mir ging es um das Lösen des Knickgelekes, d.h. das bescheiden zu öffnenede Festlager (C). Das würden wir erst dann öffnen, wenn es trotz Entkopplung vom Getriebe mahlend drehen lässt.

Lager_01.jpgLager_02.jpg

Hans
 
Noch eine Frage:
Wie kann man das Getriebe am besten testen? Geht das auch im eingebauten Zustand bei ausgebauter Schwinge?

Hans
 
Kunststück.

Achsantriebe der Paralever sind absolut unauffällig....

Kardanwelle, kommt schon mal vor....

Getriebe, ein Dauer-Thema bei den Para´s....

bedauerlicher Weise habe ich zweifachen Grund, diese Aussage anzuzweifeln.
Zweimal Ärger mit dem HAG in diesem Jahr... weshalb ist unklar. beim zweiten war es Hauptlager mit zuviel Spiel - wie es dazu kam: weiss der Himmel. gebraucht erworben, nach Verkäufer-Angaben ca. 45.000 Tsdm gelaufen

Ralf
 
Hallo,
das die Schwinge raus muss, ist klar. Mir ging es um das Lösen des Knickgelekes, d.h. das bescheiden zu öffnenede Festlager (C). Das würden wir erst dann öffnen, wenn es trotz Entkopplung vom Getriebe mahlend drehen lässt.

Da würd' ich als allerletztes aufmachen, es sei denn die Lager haben offensichtlich was. Wenn sie nix haben, haben sie spätestens dann was, wenn Du da aufmachst ;). So zumindest meine Erfahrung.

Wenn die Schwinge raus ist, kann die Kardanwelle nach vorne raus. Dann könnt ihr schön getrennt gucken, ob der Endantrieb was hat (halte ich auch für eher unwahrscheinlich, das Teil ist bei meiner GS das einzige am Motor/Antrieb, das ich noch nie tauschen musste und immer unauffällig war). Dann guckt ihr, ob die Kardanwelle in Ordnung ist. Ist beides unauffällig, muß das Getriebe wohl raus.

Wenn ich wetten sollte, wäre Getriebe mein erster Kandidat.
 
Zuletzt bearbeitet:
bedauerlicher Weise habe ich zweifachen Grund, diese Aussage anzuzweifeln.
Zweimal Ärger mit dem HAG in diesem Jahr... weshalb ist unklar. beim zweiten war es Hauptlager mit zuviel Spiel - wie es dazu kam: weiss der Himmel. gebraucht erworben, nach Verkäufer-Angaben ca. 45.000 Tsdm gelaufen

Ralf

Hallo Ralf,

das halte ich jetzt mal für persönliches Pech.

Es ist zwar so, das die Teile nun auch in die Jahre kommen, aber bei vernünftiger Pflege, also ab und zu mal ein gutes Öl, dann sind die wirklich gut.

So gut, das so viele auf dem Markt sind, das eine Instandsetzung aktuell nicht lohnt (meine Meinung).

So lange wie ich nun mit Para-GSen rum mache, gab es exakt eine Anfrage nach einer Reinigung (nach strahl arbeiten) und neu Lagerung.

Selbst wenn ich es ohne Berechnung der Arbeitszeit gemacht hätte, die Lager und Dichtungen summieren sich auf über 250,00 €.

Das zahlt aktuell kaum einer, wenn es für 110-150 € Antriebe bis zum Abwinken gibt.

Das wird sich sicher irgendwann mal ändern.

Gruß
Patrick
 
Guten Abend in die Runde,
hatte natürlich den wichtigsten Fakt vergessen: Das Getriebe wurde von Hubi gemacht (hatte ja die Revision schon angesprochen). Und das, was er macht, hält.

Aufklärung:
Jürgen hat das Teil heute Abend auseinandergenommen (ich habe mich mehr mit mir selbst und dem falsch mitgebrachten Werkzeug beschäftigen dürfen) und das hier gefunden:

Kardan_01.jpgKardan_03.jpg

Das Gelenk hat hübsches Spiel.
Zusätzlich scheint der Dichtring am HAG undicht zu sein.

Mal kein Getriebeschaden, was am Schluss eher gut ist.

Hans

ps.: Eines muss man dem Gelenk lassen: Gut gehalten hat es ja
 
Hallo,
wie Hans schon dokumentiert hat, ist das Kreuzgelenk der Kardanwelle ausgebrochen. Beim suchen bin auf den Fred des Vorbesitzers gestoßen.

"Reanimation einer GS" von MarcoS aus dem Jahr 2010. (sorry weiß nicht wie ich den Link einfügen soll)
Viele aus dem Forum haben ihm dabei mit Rat zur Seite gestanden.

Er hat eine Kardanwelle von "Boxersupplies" bei 46.000 km eingebaut.
Die Aktion wurde im Forum intensiv diskutiert, da er das Kreuzgelenk abfeilen musste, damit sie in den Kardantunnel passt.

Nun 4 Jahre und 32.000 km später ist sie defekt.

Leider habe ich keine Rechnung zu der Kardanwelle.
Ich werde Boxxersupplies mal anschreiben.

Anbei nochmal Bilder vom Schaden zur Veranschaulichung

Jürgen
 

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Genau so.
Gefeilt wurde an der Außenkontur und ausgebrochen ist ein Stück von der Lagerschale des Kreuzgelenk.

Gruß
Jürgen
 
Zuletzt bearbeitet:
Für mich sieht der ganze Bereich zu trocken aus....wo ist das Fett?

Klebt das außen in der Schwinge oder reicht die "lebenslange" Füllung nicht ein leben lang.
 
In der Tat, es ist ein längeres Federbein (Hersteller muss ich nachschauen) verbaut und ich habe es hoch eingestellt.

Gruß
Jürgen
 
Shit, grummel grummel.

Das wird teures Lehrgeld.

Gruß
Jürgen
 
In der Tat, es ist ein längeres Federbein (Hersteller muss ich nachschauen) verbaut und ich habe es hoch eingestellt.

Gruß
Jürgen

So war ich anfangs mit meiner Q (gs) auch unterwegs. Auf 40 tkm drei Gelenkwellen. :entsetzten: Seit dem das Heck abgesenkter gefahren wird ist Ruhe. Interessant, dass auch die Zubehörwellen mit demontierbaren und abschmierbaren Lagern nicht ewig halten.

Gruß
Claus
 
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