Z- Regler und Ladekontrollleuchte halten mich etwas zu sehr in Bewegung...

R60er

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04. Mai 2015
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38179 Rothemühle
Bei meiner R60/2 zieht der Magnet anscheinend teilweise die untere Kontaktzunge des Z-Reglers nicht an.
In der Folge leuchtet dann die Ladekontrollleuchte durchgehend auf.
Habe dann den Deckel abgeschraubt und den Kontakt einfach einmal mit dem Daumen nach oben gedrückt und schon lief alles wieder "normal". Kontakt öffnet bei sehr niedriger Drehzahl und schließt beim Hochdrehen.
Leider häuften sich die Situationen des "Nichtschließens" auf den letzten km n.
Da ich mit der Elektrik gerne mal etwas auf Kriegsfuß stehe meine Frage:
Hilft es eventuell, wenn ich das Wiederlager der Kontaktzunge vorsichtig so nachbiege, dass der Spalt zwischen Spulenkern und Kontaktzunge etwas kleiner wird (gibt es hierfür einen Minimalwert?), ist hier ein neuer Regler fällig oder liegt es eventuell an zu schwachem Ladestrom??? Ich denke eine Frage für einen echten Elektrospezi...
 
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Hallo R60er,
auch wenn das jetzt nicht die Antwort ist, die Du erwartest:
Wenn Du einen elektronischen Regler einbaust, hast Du Ruhe.
Die mechanischen Regler sind irgendwann fertig, Federn müde, Kontakte verschlissen etc.
 
klar, grundsätzlich ist das Herumbiegen am Regler strikt verboten und auch sinnlos. Betrifft es jedoch ausschließlich den Rückstromschalter (das ist der mit einem Kontakt), kann nicht viel passieren. Am Spannungsregler (Kontaktzunge liegt zwischen zwei Kontakten) darf man unter keinen Umständen herumbiegen.
Ich würde zur Probe mal ganz feines Schmirgelleinen durch die Kontakte des Spannungsreglers ziehen, denn offensichtlich funktioniert die Selbsterregung der Lima nicht richtig.
Ansonsten dürfte der Gang zum Fachmann ruck-zuck die Lösung bringen.

Gruß Gerd
 
klar, grundsätzlich ist das Herumbiegen am Regler strikt verboten und auch sinnlos. Betrifft es jedoch ausschließlich den Rückstromschalter (das ist der mit einem Kontakt), kann nicht viel passieren. Am Spannungsregler (Kontaktzunge liegt zwischen zwei Kontakten) darf man unter keinen Umständen herumbiegen.
Ich würde zur Probe mal ganz feines Schmirgelleinen durch die Kontakte des Spannungsreglers ziehen, denn offensichtlich funktioniert die Selbsterregung der Lima nicht richtig.
Ansonsten dürfte der Gang zum Fachmann ruck-zuck die Lösung bringen.

Gruß Gerd

Besten Dank für die Info, werd' ich probieren...
by the way,
wenn du von feinem Schmirgelleinen schreibst, an welche Körnung denkst due denn dann? 400er?
R60er
 
Hallo R60er,

Es gibt an den alten Limas einen gemeinen Fehler, der genau den von dir verursachten Effekt hat: Die Feldwicklung hat einen falschen Restmagnetismus. Die Lima läuft hoch, erzeugt aber eine negative Spannung!
Das kannst du messen. Die Ursache ist, dass der Regler bei einem Rückstrom falsch magnetisiert wird; der Rückstrom aber Batterie und Lima erst trennt - deshalb heißt er ja Rückstromschalter.
Reicht der Strom der Ladekontrolle nicht aus, läuft die Lima verkehrt herum hoch. Zwei Lösungen bieten sich an:
- der elektronische Regler hat keinen Rückstrom, der Effekt tritt vielleicht noch ein mal nach seiner Montage auf, dann nicht mehr.
- Du baust dir an den Lenker eine Taste, die bei Bedarf D+ mit B+ verbindet.
Das hatte ich an meiner R27. Nach einiger Zeit brauchte ich diese Taste nicht mehr. Hat den Charme des Originalen.

Viel Erfolg wünscht Rainer
 
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Hallo R60er,

Es gibt an den alten Limas einen gemeinen Fehler, der genau den von dir verursachten Effekt hat: Die Feldwicklung hat einen falschen Restmagnetismus. Die Lima läuft hoch, erzeugt aber eine negative Spannung!
Das kannst du messen. Die Ursache ist, dass der Regler bei einem Rückstrom falsch magnetisiert wird; der Rückstrom aber Batterie und Lima erst trennt - deshalb heißt er ja Rückstromschalter.
Reicht der Strom der Ladekontrolle nicht aus, läuft die Lima verkehrt herum hoch. Zwei Lösungen bieten sich an:
- der elektronische Regler hat keinen Rückstrom, der Effekt tritt vielleicht noch ein mal nach seiner Montage auf, dann nicht mehr.
- Du baust dir an den Lenker eine Taste, die bei Bedarf D+ mit B+ verbindet.
Das hatte ich an meiner R27. Nach einiger Zeit brauchte ich diese Taste nicht mehr. Hat den Charme des Originalen.

Viel Erfolg wünscht Rainer

Hallo Rainer, dank für deine Anregung, Analyse und Vorschlag.
Verstehe ich das richtig, der Rückstrom magnetisiert den Regler um und das kann auch bei laufendem Motor passieren?!
Ist das Drücken des Schalters dann das gleiche, was ich mit dem kurzfristigen Drücken des Rückstromkontaktes mache? Das würde ja auch bedeuten, dass die von mir in Erwägung gezogene Maßnahme gar nichts bringen würde, da ich es mit einem falsch gepolten Magnetfeld zu tun habe, und nicht mit nicht ausreichender Magnetkraft.
By the way, ich hoffe, ich denke logisch, wenn ich davon ausgehe, dass ein Ausstellen des Motors keine entsprechende Wirkung haben kann, da die falsche Magnetisierung sich ja wohl halten würde?
Fragen über Fragen...
der neugierige R60er, der endlich `mal wieder zum Lesen gekommen ist
 
Zum grundsätzlichen Verständnis dieser klassischen Motorradtechnik und Tips für die damals üblichen Komponenten ist die Lektüre von Hertwecks "Der Kupferwurm" und "Besser machen" wärmstens zu empfehlen!

Die Bücher sind unheimlich unterhaltsam geschrieben und zeugen aus meiner Sicht von großer Leidenschaft der Technik gegenüber..Gibt es als Reprint von Amazon oder ähnlichem.

Viele Grüße, Hendrik
 
Hallo 60er du schreibst:
Verstehe ich das richtig, der Rückstrom magnetisiert den Regler um und das kann auch bei laufendem Motor passieren?! Ist das Drücken des Schalters dann das gleiche, was ich mit dem kurzfristigen Drücken des Rückstromkontaktes mache? Das würde ja auch bedeuten, dass die von mir in Erwägung gezogene Maßnahme gar nichts bringen würde, da ich es mit einem falsch gepolten Magnetfeld zu tun habe, und nicht mit nicht ausreichender Magnetkraft. By the way, ich hoffe, ich denke logisch, wenn ich davon ausgehe, dass ein Ausstellen des Motors keine entsprechende Wirkung haben kann, da die falsche Magnetisierung sich ja wohl halten würde? Fragen über Fragen...

1. Der Rückstrom fließt von der Batterie (die 6V hat) in die Lima (die weniger Spannung hat, weil sie zu langsam läuft). Der Rückstrom fließt durch den Rotor und durch die Feldwicklung. Aufgabe der Feldwicklung ist es, das Magnetfeld zu liefern, in dem sich der Rotor drehen kann. Fließt der Strom entgegengesetzt durchs Feld, dreht sich Nord und Süd am Magneten. Der Regler verhindert das Entladen der Batterie, indem er durch diesen Rückstrom abschaltet. Nicht der Regler wird also magnetisiert, sondern der Eisenkern der Feldwicklungen.
2. Startet die Lichtmaschine neu, so kann es im ungünstigen Fall sein, dass der Restmagnetismus im Rotor eine entgegengesetzte Spannung induziert (erzeugt) Diese Spannung liegt dann auch an den Feldwicklungen, so dass ein Strom in der falschen Richtung durch die Spulen fließt, das umgekehrte Magnetfeld verstärkt sich.
3. Drückst du den Reglerschalter, fließt ein Strom von der Batterie in die Lichtmaschine - in der richtigen Richtung! Die Feldwichlung wird ebenfalls in der richtigen Richtung durchflossen, der Magnet polt sich wieder zurück und die Lima kann normal vom Regler gesteuert werden. Alles klar?

@ Bernhard
Die mechanischen Regler sind irgendwann fertig, Federn müde, Kontakte verschlissen etc.
Die Frage ist, ob ein neuer mechanischer Regler den Fehler beheben könnte. Vielleicht ist der empfindlicher und schaltet schon bei kleinem Rückstrom. Mit einem elektronischen geht's, weil kein Rückstrom mehr auftritt.

Zu Hendrik: den Kupferwurm von Hertweck sollte man als Oldtimerfahrer wirklich im Haus haben. Da findet man einfach alles über die Elektrik!

Gruß Rainer
 
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Hallo 60er du schreibst:


1. Der Rüc...

falschen Richtung durch die Spulen fließt, das umgekehrte Magnetfeld verstärkt sich.
3. Drückst du den Reglerschalter, fließt ein Strom von der Batterie in die Lichtmaschine - in der richtigen Richtung! Die Feldwichlung wird ebenfalls in der richtigen Richtung durchflossen, der Magnet polt sich wieder zurück und die Lima kann normal vom Regler gesteuert werden. Alles klar?

@ Bernhard
Die Frage ist, ob ein neuer mechanischer Regler den Fehler beheben könnte. Vielleicht ist der empfindlicher und schaltet schon bei keinem Rückstrom. Mit einem elektronischen geht's, weil kein Rückstrom mehr auftritt.

Zu Hendrik: den Kupferwurm von Hertweck sollte man als Oldtimerfahrer wirklich im Haus haben. Da findet man einfach alles über die Elektrik!

Gruß Rainer

Jungs, vielen Dank für die Nachhilfeversuche :respekt:, aber ich verstehe immer mehr, warum meine innere Stimme mir zum Maschinenbau und nicht zur Elektrotechnik geraten hat...
Diese Kontaktgeschichte D+ B+ wird es wohl im nächsten Versuch werden.
Bin `mal gespannt, wann ich dazu kommen werde.
Ich mag die elektronsiche Variante irgendwie immer noch nicht...

R60er
 
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Hallo R60er,
Ich mag die elektronsiche Variante irgendwie immer noch nicht...

Kann ich verstehen. Wenn die mechanischen Dinger aber sehr unzuverlässig sind, ist ein elektronischer Regler gleicher Baugröße ein billiger und guter Ersatz.
Ich muss mich hier selbst korrigieren, ein Schreibfehler hat den Sinn entstellt:
Ein guter mechanischer Regler schaltet schon bei kleinem Rückstrom.

Ganz ohne Rückstrom kann er nicht schalten!

Bei deinem Fehler würde ich es ruhig mit dem Schalter am Lenker probieren. Obwohl ich 1974 selbst Regler gebaut habe, war ich zu knauserig, einen für mich selbst zu verwenden: Der Schalter macht's ja.
Heute hat meine R25/3 einen elektronischen Regler von Omega-Oldtimer.
Meinen eigenen habe ich mir zur Erinnerung ins Regal gestellt - er funktioniert noch (muss aber außen angebaut werden). Die R27 gibt's auch noch; sie hat den originalen Regler. :]

Gruß Rainer
 
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