BMW R45 Bremse ohne Wirkung

MadBlue

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28. Nov. 2016
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Hallo zusammen,

meine neuste Errungenschaft hat leider ein mächtiges Problem beim Verzögern. Die Vorderradbremse zeigt kaum Wirkung. Selbst bei voll gezogenem Hebel, lässt sich die Maschine mit etwas Schwung noch prima herum schieben. ;)

Habe den Bremssattel vorhin demontiert. Das ist zwar alles etwas moderig, aber die Bremskolben flutschen soweit ganz gut. Kommen beim Betätigen des Hebels gut raus und lassen sich auch relativ einfach zurück schieben...

Zwar will ich den Bremssattel in jedem Falle Restaurieren, trotzdem frage ich mich etwas wo die schlechte Bremsleistung her kommt? Kann es an zu alten Bremsbelägen liegen? Oder gibt es da BMW spezifischere Fehlerquellen?


Zum Restaurieren der Bremse wollte ich wie folgt vorgehen:
-Bremssattel & Kolben zerlegen
-Alles reinigen (erst manuell dann mit dem Ultraschallbad)
-Rep Satz in den Bremssattel
-mit neuen Belägen wieder zusammen bauen

Spricht da bei der R45 etwas dagegen?
Lohnt es sich eine Zubehörbremsscheibe zu verwenden? (EBC zB.) Oder macht das in der Bremswirkung keinen Unterschied zur originalen, so diese noch genug Fleisch hat?

Zu guter Letzt noch:
Mir ist bei meiner bisherigen Recherche aufgefallen, dass es die R45 mit verschiedensten Bremskonfigurationen gibt. Bremssättel und Scheiben von Brembo und ATE und jeweils als Einzel- oder Doppelscheibe... an meiner ist eine einzelne ATE Bremse verbaut... macht da ggf. ein Wechsel Sinn?

Schon einmal vielen Dank für eure Tipps!
Sören
 
Du solltest neben dem Bremssattel auch den Bremszylinder revidieren.
Dann noch neue (Stahlflex) Bremsleitungen, dann müsste das eigentlich gescheit funktionieren.
 
Moin

Die Einscheibenanlage der R45 ist vom Werk aus schon recht mau
Man war damals mit der hydraulischen Übersetzung sehr konservativ weil man angst hatte, die Leute würden sich mit diesen "Hochmodernen" Bremsen gleich alle auf den Bart legen.

Ich habe irgendwann an meiner R65 auf die Doppelscheibenanlage umgerüstet. Die ist ganz brauchbar und auch auch nicht so gering hydraulisch übersetzt.

Eine fiese Falle sind die Bremsleitungen. Mir ist tatsächlich mal eine innen so weit zugequollen dass nichts mehr durch ging, bzw noch schlimmer, dass was durch ging ging nicht mehr zurück (Bremse löste nicht mehr richtig)

Also eine Doppelscheibenanlage bremst einigermaßen.....

Viele Grüße

Derdicke
 
Hallo,

vielen Dank für die flotten Antworten! Damit komm ich schonmal weiter.

Wegen der Doppelscheibenbremse:
Sind das die selben Sättel/Scheiben wie bei der Einscheibenbremse nur eben doppelt/gespiegelt?

Wegen der Hydraulik:
Das ließe sich ja auch einfach mit einem modernen Bremspumpe in den Griff bekommen, oder?
Für meine Zwecke sind die OEM Amaturen ohnehin nicht ganz optimal...

Grüße,
sören
 
Moin

Die Einscheibenanlage der R45 ist vom Werk aus schon recht mau
Man war damals mit der hydraulischen Übersetzung sehr konservativ weil man angst hatte, die Leute würden sich mit diesen "Hochmodernen" Bremsen gleich alle auf den Bart legen.

Eine fiese Falle sind die Bremsleitungen. Mir ist tatsächlich mal eine innen so weit zugequollen dass nichts mehr durch ging, bzw noch schlimmer, dass was durch ging ging nicht mehr zurück (Bremse löste nicht mehr richtig)

Also eine Doppelscheibenanlage bremst einigermaßen.....

Mein Ältester und ich haben beide je eine R 45 Bj. 78 und 80 mit nur einer Bremsscheibe. Nach gründlicher Revision der Kolben, HBZ und Einbau Stahlflex kann man eine beachtliche Bremswirkung erzielen! Es muß nicht gleich eine zweite Bremsschebe eingebaut werden.
Gruß Maci
 
Ich greife das noch mal auf.
Es wurden schon "Bremsleitungen" erwähnt.
Genauer und ursächlich sind hier die Bremsschläuche!
Ich unterstelle mal, dass noch die Erstausrüstung verbaut ist; da es um ATE-Sättel geht, ist von einem Alter von mindestens 35 Jahren auszugehen.
Da gilt ohne Wenn und Aber: Raus damit und Stahlflex-Leitungen montieren.
Die alten Schläuche sind garantiert innen zugequollen.
Die schon angesprochenen Überholungen von Bremssattel und HBZ sind bei dem Alter ebenfalls Pflicht.

Es gibt beim Zweirad nix Dümmeres, als am Zustand von Bremsen oder Reifen zu sparen.
 
Hi,

danke für die Antworten.

Stahlflexleitungen stehen nun auch auf der Liste.
Den HBZ schmeiße ich denke ich raus... an die Maschine soll ohnehin ein anderer Lenker... werde wohl entweder F650 Brems/Kupplungsarmaturen verwenden oder gleich zu Zubehörteilen greifen...

Ich werde weiter berichten. :)

Grüße,

Sören
 
Ich greife das noch mal auf.
Es wurden schon "Bremsleitungen" erwähnt.
Genauer und ursächlich sind hier die Bremsschläuche!
...
Da gilt ohne Wenn und Aber: Raus damit und Stahlflex-Leitungen montieren.
...
Es gibt beim Zweirad nix Dümmeres, als am Zustand von Bremsen oder Reifen zu sparen.

Dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen:
Bremsschläuche neu, am besten schon gestern.
 
Hallo,

die gezeigten Bilder der Bremsschläuche haben starke Ähnlichkeit
mit dem "Schreckens-Kabinett" auf heutigen Zigaretten-Schachteln.
Aber aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Nicht nur Bremssättel
und Handbrems- / Fußbremszylinder sollte man häufiger kontrollieren, sondern auch die Bremsschläuche....und die in einem festen Zeitraum rein prophylaktisch erneuern Nach dem Motto: RAUS UND NEU!

Viele Grüße

R17freak
Dietmar
 
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