5-Gang Getriebe, hinteres Lager der Abtriebswelle

falco2006

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Hallo liebe Getriebe-Fachleute,
habe gerade ein 5-Gang-Getriebe eines Freundes zur Überholung. Habe so eine Revision in den vergangenen 45 Jahren schon des öfteren erfolgreich gemacht. Trotzdem habe ich mir mal das Dokument "5-Gang Getriebe, Lager- und Dichtungswechsel R-Modelle 1974-1996" angeschaut. Ist eine wirklich sehr gute Dokumentation der erforderlichen Arbeitsschritte. Vor allem die bunten Bilder sind sehr hilfreich. Das sollte BMW sich mal als Beispiel nehmen. Vielen Dank an die Autoren.
Über eine Sache bin ich gestolpert.
Das Lager am Kardanflansch der Abtriebswelle soll beidseitig geschlossen sein. Ist damit eine (nicht ganz dichte) Blechabdeckung gemeint oder doch ein dichtes 2RS-Lager? Auf den Bildern kann ich 2RS-Lager erkennen. Macht es Sinn, dass das Lager nicht mit Getriebeöl geschmiert wird?
Wenn ich mich recht erinnere haben wir ganz früher alle Dichtungen im Lager, falls überhaupt vorhanden, vor der Montage entfernt. So konnte man das in den früheren "Reparaturanleitungen" erkennen.
Kann mir jemand die Erklärung für ein abgedichtetes Lager nennen?
Vielen Dank für Eure Antorten und allzeit gute Fahrt.
Gruß
Stephan
 
Ohne es genau zu wissen, vermute ich, dass bei einem offenen Lager der Abrieb das Lager schnell zerstören könnte.
Obwohl ja viele Getriebe mit offenen Lagern ausgestattet sind.
Oder es kommt an diese Stelle zu wenig Schleuderöl, um das Lager dauerhaft zu schmieren.

Fred
 
M.W. sind auch 2RS-Lager nicht öldicht, sondern begrenzen nur die Durchflussmenge des sie umgebenden Öls. Insofern kommt einerseits genügend Öl an die Wälzkörper um ein Trockenlaufen zu verhindern, andererseits wird der dahinterliegende WeDi entlastet.

Gruß
Florian
 
Das Lager am Kardanflansch der Abtriebswelle soll beidseitig geschlossen sein.

Das ist nur für die Getriebe zutreffend an die die ölfreie Paraleverschwinge angedockt wird. In Kombi mit den mit Ölfüllung versehenen Zwei- oder Einarmschwingen wird hier ein ganz normales offenes 6304-Lager verbaut.

Ist damit eine (nicht ganz dichte) Blechabdeckung gemeint oder doch ein dichtes 2RS-Lager? Auf den Bildern kann ich 2RS-Lager erkennen. Macht es Sinn, dass das Lager nicht mit Getriebeöl geschmiert wird?

Auch die Kunststoffabdeckungen sind nicht gas- und flüssigkeitsdicht. D.h. 1. nach wenigen Betriebsstunden ist die Fettfüllung vom heißen Getriebeöl ausgewaschen und 2. wird das Lager dann ausschließlich von selbigem geschmiert.

Obwohl ja viele Getriebe mit offenen Lagern ausgestattet sind.

Viele? Eignetlich praktisch fast alle.

Oder es kommt an diese Stelle zu wenig Schleuderöl, um das Lager dauerhaft zu schmieren.

Nein.

M.W. sind auch 2RS-Lager nicht öldicht, sondern begrenzen nur die Durchflussmenge des sie umgebenden Öls. Insofern kommt einerseits genügend Öl an die Wälzkörper um ein Trockenlaufen zu verhindern, ...

s.o.

... andererseits wird der dahinterliegende WeDi entlastet.

Genau das ist der Grund für den Einsatz eines 2RS-Lagers an dieser Stelle bei den Paralevern; schlicht eine zusätzliche Maßnahme um Öleintritt in den Schwingeninnenraum zuverlässig zu verhindern.
 
... Auch die Kunststoffabdeckungen sind nicht gas- und flüssigkeitsdicht. D.h. 1. nach wenigen Betriebsstunden ist die Fettfüllung vom heißen Getriebeöl ausgewaschen und 2. wird das Lager dann ausschließlich von selbigem geschmiert. ...
Hallo Werner,

gab es da nicht mal die Theorie, daß bei den 2-RS-Lagern mit dem Getriebeöl auch der darin befindliche Abrieb in das Lager eindringt und sich dort ansammelt und schließlich zu einem Ausfall des Lagers führen kann?

Hat sich diese Theorie in der Praxis erhärtet?
 
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Ja hallo,
vielen Dank für Eure Meinungen und Denkansätze.
Habe mir den Getriebedeckel von der R80ST Baujahr 1985 nochmal angeschaut. Bei anderen Getriebedeckeln mag das insbesonders bei den Parallever-Modellen anders aussehen.
Das Ölfenster oberhalb des Lagers der hinteren Abtriebwelle ist bei dem Deckel ca. 1,5cm² groß. Wenn das Lager in seinem Sitz ist, ist die Größe der Ablaufbohrung unten nur ca. 5mm². Wenn nun das Lager, egal ob eine oder zwei Dichtscheiben da sind, keinen Öldurchlass hat würde sich zwischen Lager und Wedi das Öl stauen. Die Möglichkeit, dass Getriebeöl in den Kardantunnel kommen kann, währe damit größer.
Ich weiß aber nicht, ob die Parallevermodelle einen anderen Getriebedeckel haben.
Ich denke, dass es nicht verkehrt sein kann, wenn das Schleuderöl, was über das Ölfenster reinkommt, komplett durch das Lager läuft ==> bessere Schmierung und Kühlung durch das Öl ist ggf. auch vorteilhaft bei dem am langsamsten laufenden Lager.
Tendiere deshalb dazu das Lager ohne Dichtscheiben zu montieren. Hat in der Vergangenheit auch immer für 50000km funktioniert. Danach habe ich meine Getriebe sowieso immer auf gemacht.
Gruß
Stephan
 
Tendiere deshalb dazu das Lager ohne Dichtscheiben zu montieren. Hat in der Vergangenheit auch immer für 50000km funktioniert.
Gruß
Stephan
Ja, funktioniert, klar.
Ich verstehe Leuds wie Dich immer nicht: Fragen stellen und Antworten bekommen, die hier: ein einseitig abgedichtetes Lager Montagerichtung Dichtung Richtung Kardanwelle empfehlen und es so machen wie vorher ( z. B ich und der Patrick, Getriebespezi). Dann Deine Schlussfolgerung: war das jetzt nur weil Dir langweilig war, Du uns beschäftigen wolltest oder ein Test, ob das Forum funktioniert?
 
Nur die Paralever haben die beidseitig geschlossenen Lager, alle anderen sind offen.

Das sind auch die Modelle, wo es dann tatsächlich mal das Lager am Ausgang zerlegt.

Ich montiere da schon seit 30 Jahren nur ein einseitig, zum Dichtring geschlossenes Lager.
 
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