Anlasser/ Zahnkranz

wulf_b

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15. Juli 2025
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Hallo zusammen, nach längerer Forumsabstinenz - unsere beiden Mopeds 75/5 und 60/5 haben klaglos ihre Dienste verrichtet - lässtt sich die 60/5 nicht mehr elektrisch starten. Mit Detlevs Anleitung (vielen Dank!) habe ich den Bosch Anlasser überholt, mit neuem Buchsen versehen, Kohlen bearbeitet etc.
Leider rückt der Anlasser nicht auf den Zahnkranz und es gibt hässliche Geräusche. Bitte gebt euer Urtril ab, woran es liegt. Anbei Fotos von den Teilen.
Danke im Voraus und lG - Wulf1000008729.jpg1000008728.jpg1000008727.jpg
 
Das Foto vom Ritzel ist leider unscharf, sieht aber soweit ok aus. Da die Ritzel gehärtet sind, gibt es an der Seite normalerweise auch keinen Verschleiß. Hast Du den Kipphebel zwischen Magnetschalter und Freilauf an der richtigen Stelle eingesetzt?
Ansonsten denke ich, dass der Zahnkranz auf dem Schwungrad grenzwertig verschlissen ist. Da wird auch nachfeilen nicht helfen. Auf der sicheren Seite wärst Du mit einer neuen Schwungscheibe. Ab Werk zZt nicht verfügbar musst Du wohl nach einem guten Gebrauchtteil schauen.
 
Da Du zwei /5 hast könntest Du doch mal spaßeshalber die Anlasser untereinander austauschen. Wandert das Problem mit ist es der Anlasser, bleibt es beim selben Motorrad ist es der Zahnkranz. Funktionieren anschließend beide ist es eine Frage der Einbautoleranz...
 
Hallo, danke für Eure Antworten. Den überholten Anlasser hatte ich vor Einbau getestet. Ich hatte auch den Magnetschalter überprüft (aber nicht aufgemacht), indem ich mit Schraubenzieher gegen das ausgerückte Ritzel gedrückt hatte. Mit einiger Kraft konnte man ihn zurückdrücken. Jürgen, danke für den Tipp, vielleicht ist die Ausrückkraft des Magnetschalters wirklich zu gering. Detlev, einen gebrauchten Zahnkranz zu bekommen, finde ich schwierig, da auf den Fotos der Anbieter kaum zu erkennen ist, wie stark die Zähne abgenutzt sind. VG - Wulf
 
Hallo, danke für Eure Antworten. Den überholten Anlasser hatte ich vor Einbau getestet. Ich hatte auch den Magnetschalter überprüft (aber nicht aufgemacht), indem ich mit Schraubenzieher gegen das ausgerückte Ritzel gedrückt hatte. Mit einiger Kraft konnte man ihn zurückdrücken. Jürgen, danke für den Tipp, vielleicht ist die Ausrückkraft des Magnetschalters wirklich zu gering. Detlev, einen gebrauchten Zahnkranz zu bekommen, finde ich schwierig, da auf den Fotos der Anbieter kaum zu erkennen ist, wie stark die Zähne abgenutzt sind. VG - Wulf
An die Ausrückkraft des Magnetschalters glaube ich nicht, ggf könnte ich Dir einen Ersatzmagnetschalter schicken, die sind ja schnell gewechselt. Aber versuche doch erstmal, die Anlasser untereinander zu tauschen...
 
Ich habe mich ewig mit einem zickenden Boschanlasser bei meiner Strichfünf abgeplagt, nur um dann irgendwann festzustellen (er verlangt ja ordentlich Strom), dass mein Massekabel nicht von der Batterie auf das Getriebe, sondern auf die Heckrahmenverschraubung ging. Serienmäßig! Ich bin 2. Besitzer, es war ein echtes Dornröschen. Mit einem zusätzlichen Massekabel waren die Probleme Geschichte!

Das Ausprobieren einer guten (neuen) Kabelverbindung bzw. einer neuen (guten) Batterie wäre vielleicht auch einen Versuch wert.
 
Hallo zusammen, ich habe nun einen als "in sehr guten Zustand befindlichen" gebrauchten Zahnkranz über Kleinanzeigen gekauft. Was sagt Ihr? Kann man den so einbauen, sind Nacharbeiten erforderlich oder ist er zu verschlissen? LG und Dank im Voraus - Wulf

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Schön ist anders...aber ich glaube, die sehen inzwischen alle so oder so ähnlich aus...Denk dran, einen Blick auf das KW Axialspiel zu werfen, wenn du die Schwungscheibe tauschst.

Grüße, Hendrik
 
Hallo zusammen, ich habe nun einen als "in sehr guten Zustand befindlichen" gebrauchten Zahnkranz über Kleinanzeigen gekauft. Was sagt Ihr? Kann man den so einbauen, sind Nacharbeiten erforderlich oder ist er zu verschlissen? LG und Dank im Voraus - Wulf

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Der von meinem Anlasserprüfstand sieht deutlich schlechter aus, bau das Schwungrad ein. Aber kontrolliere auf jeden Fall das Axialspiel , siehe oben.
 
Moin, danke für Eure Hinweise auf Überprüfung des Axialspiels der Kurbelwelle. Werde ich beherzigen, wenn ich an die Demontage gehe. Aber ein möglicherweise zu großes Axialspiel hat doch nichts mit dem Nichteinspuren des Anlasseritzels zu tun, oder?

Noch eine weitere Nachfrage zu den Zähnen des Zahnkranzes: Macht es Sinn, sie an der Stirnseite auf ca. 45 Grad anzufeilen, um zu verhindern das das Anlasserritzel dagegenstösst und weitere Späne produziert. Ich hatte den Anlasser ja überholt, eingebaut und nur drei Teststarts mit ratterndem vergeblich einspurendem Anlasserritzel gemacht. Ergebnis: direkt neue frische Späne auf dem Motorgehäuse.

Danke für Eure Hilfe - Wulf
 
 
Es genügt die Anschrägung der Zähne des Anlasserritzels. Die sollten natürlich einwandfrei sein, unzureichende Anphasungen habe ich bisher nur bei chinesischen Valeo Clones gesehen.
 
Hallo Vitus, danke. D.h. Zahnkranz motorseitig nur entgraten und nicht anschrägen? LG - Wulf
 
Detlev, dein Schreiben hat sich gerade überschnitten mit meiner letzten Nachfrage. Jetzt sehe ich klarer. Kannst noch etwas zu meiner Frage nach dem möglichen Zusammenhang zw. Anlasserproblem und Axialspiel sagen? - Wulf
 
Detlev, dein Schreiben hat sich gerade überschnitten mit meiner letzten Nachfrage. Jetzt sehe ich klarer. Kannst noch etwas zu meiner Frage nach dem möglichen Zusammenhang zw. Anlasserproblem und Axialspiel sagen? - Wulf
Es geht um die Ausdistanzierung der Kurbelwelle, die durch Streuung in der Herstellung bei den Schwungscheiben Probleme bereiten kann.
 
Hallo zusammen, nach längerer Forumsabstinenz - unsere beiden Mopeds 75/5 und 60/5 haben klaglos ihre Dienste verrichtet - lässtt sich die 60/5 nicht mehr elektrisch starten. Mit Detlevs Anleitung (vielen Dank!) habe ich den Bosch Anlasser überholt, mit neuem Buchsen versehen, Kohlen bearbeitet etc.
Leider rückt der Anlasser nicht auf den Zahnkranz und es gibt hässliche Geräusche. Bitte gebt euer Urtril ab, woran es liegt. Anbei Fotos von den Teilen.
Danke im Voraus und lG - WulfAnhang anzeigen 400280Anhang anzeigen 400281Anhang anzeigen 400282
Hallo Wulf,

Ich weiß nicht ob Du Dir einen Gefallen getan hast mit der Reihenfolge Deiner Fehlersuche und dem vorschnellen Kauf eines Neuen/gebrauchten Schwungrades? (Natürlich sieht die Verzahnung Deines Neu erworbenen Schwungrades besser aus, die Frage bleibt offen, ob's danach funktioniert?

Zuerst hätte ich mal kurz die Motorrad-Batterie abgeklemmt, den Tank runtergenommen, die Anlasser-Haube abgenommen und mittels Starthilfekabel vom PKW und einer starken Batterie die Funktion überprüft ---> um Fehler im Ansteuerkreis des Magnetschalters auszuschließen, entfernt man am Magnetschalter das dünne schwarze Kabel von der Klemme 50 am Magnetschalter und stellt zur Funktionsprüfung eine Verbindung von dem dicken Schwarzen Kabel (das von der Batterie kommt) zu dem Magnetschalter-Anschluß 50 her... Aus Sicherheitsgründen muß hier Vorsichtig, mit Bedacht und sorgsam vorgegangen werden um einen Kurzschluß gegen Masse zu vermeiden...
Die Alten (und auch die damals noch jungen) Autoelektriker benutzten für diesen Probeweisen Startvorgang einen Schraubendreher; dieser wurde vorsichtig zwischen dem dicken M8er -Anschluß-Bolzen und der Klemme 50- Fahne eingefädelt.. Man darf dann nicht erschrecken wenn es "ordentlich Funkt"... wenn man weiß, daß da ca. 100A Strom fließen, kann man sich besser darauf einstellen: wenn dann der Motor ordentlich durchgedreht wird, kann man den Anlasser ausschließen und die Fehlersuche geht weiter: jetzt die Starthilfekabel an den Motorrad-Batterie Kabeln anklemmen und wieder mit dem Schraubendreher brücken: wenn dann der Anlasser nur noch lahm reagiert, mußt Du die Kabelverbindungen von den Motorradkabeln Plus bis zum dicken Magnetschalter-Bolzen und die Minus-Verbindung bis zum Anlasser überprüfen ---> sehr oft macht hier die Original BMW-Verbindung über die kleine, hohlgebohrte (Getriebe Be/Entlüftung) Tachowellen-Befestigungsschraube Ärger...

Wenn das aber alles ok ist, liegt der Fehler im Ansteuerbereich des Magnetschalters...
Dann sehen wir weiter...

Wenn ich bedenke, daß Du direkten Zugriff auf Dein zweites Motorrad hast??? Du hattest gleich zu Anfang den Tipp bekommen, den Anlasser aus der anderen Maschine auszubauen und in Deinem Problemkind einzubauen (zumindest Probeweise).

Jetzt willst Du das Schwungrad umbauen? Dazu muß das Getriebe raus, die Schwinge zurück, der Kardan und Stoßdämpfer gelöst und und und...
Wenn ich diesen Arbeitsaufwand bedenke und Du weißt immer noch nicht ob's dann funktioniert..

Du hast den Anlasser überholt:
Frage: wurden Deine Fotos vor- oder nach der Überholung gemacht?

Hast Du den Kollektor auch ordentlich gereinigt und nicht mit den Ölverschmierten Fingern angefasst? Öl und Fett isolieren nämlich!!! Hast Du die Neuen Kohlen auch ordentlich auf den Durchmesser der Kollektor-Segmente angepasst oder tragen sie nur auf einem Bruchteil der Fläche? Wurde die alte Schmiere zwischen der Welle und dem Freilauf ordentlich entfernt? (klebt sonst wie Honig)...

Der Magnetschalter des Schubschraubtrieb-Starters hat 2 interne Wicklungen:
Eine Starke Wicklung zum Erzeugen der starken Magnetkraft (mechanische Arbeit zum Einspuren (hier muß auch noch gegen die Rückzugsfeder des Freilaufs gekämpft werden). Ist die Einspurung erfolgt wird die dicke Wicklung sofort abgeschaltet und die kleinere Wicklung benötigt nur noch ca. 10% des Strombedarfs der dicken Wicklung. Während dieser ganzen Zeit dreht das Ritzel des Freilaufs. Daher ist es wichtig, daß alle Kontakte einwandfrei sind und die Kohlen die größtmögliche Fläche zum Strom-Übertragen gewährleisten...

Hallo Wulf, wenn Du weitere Fragen hast, nur zu, aber bitte zunächst einmal Deinen Ist-Bericht hier mitteilen...

LG Uwe
 
Hallo Uwe, danke für die ausführliche Anleitung.

Zum Anlasser: Ich hatte den Anlasser komlett gereinigt, den Kollektor ganz leicht auf der Drehmaschine überdreht, die Fugen ausgekratzt, beide Bronzebuchsen ersetzt, im Freilauf, in den beiden Lagerbuchsen und der Gabel zum Magnetschalter geschmiert. Trotz vorhandener neuer Kohlen habe ich die alten wieder verbaut, nachdem ich die Laufflächen angefast und die Kohlen auf Freigängigkeit überprüft hatte. Das Foto war vor der Überholung geschossen.

Zum Zahnkranz:
Der alte sieht übel aus, der neue schon mal besser. Den Umfang der von Dir beschriebenen Arbeiten zum Austausch des Schwungrades kenne ich, ich habe unsere beiden /5 komplett restauriert und neu aufgebaut. Die wir weite Reisen mit den Mopeds machen, sollte der Zahnkranz auf jeden Fall ersetzt werden.

Zum Magnetschalter:
Hilfreich waren vor allem Deine Ausführungen zu den beiden Stufen des Magnetschalters. Den Magnetschalter hatte ich zugelassen, die Ausrückkraft war etwa so wie bei einem zweiten Anlasser. Zusätzlich habe ich die Kabelanschlüsse am Moped gereinigt und ein dickeres Massekabel verbaut. war auch die Batterie zu schwach. Vielleicht liegt hier doch ein Fehler.

Von daher glaubte ich alles gemacht zu haben und hatte ihn wieder eingebaut, mit dem schlechten Ergebnis siehe oben. Die elektr. Prüfung hatte ich so wie von Dir beschrieben gemacht. Ich kann das Ganze gerne von Dir vorgeschlagen noch einmal mit einer Autobatterie versuchen, müsste die aber erst irgendwo ausbauen. Allerdings kenne ich das so, dass bei schwacher Batterie der Anlasser einspurt, dann aber den Motor nicht zum Drehen bringt. Das passiert aber nicht, offensichtlich haut das Anlasserritzel auf den Zahnkranz, erzeugt mahlende geräusche und bewegt den Zahnkranz manchmal ganz kurz und unregelmäßig. Ich habe keinen Zweifel, dass er nicht einspurt, sonden nur an den Zahnflanken reibt.
LG - Wulf
 
Hallo Wulf,

Zunächst einmal sei vorsichtig, falls Du die Autobatterie ausbaust (ich kenne Dein Auo nicht) aber lasse Dir sagen, daß die neueren Modelle (ca. 4 Jahre bis Heute alt) ganz unterschiedlich reagieren können (je nach Hersteller), da kann es sein, daß die Bremsen auf Block gehen (die kannst Du nicht selbst lösen und das Auto auch nicht schieben), dann gibt es welche die lassen sich nicht mehr starten, sodaß noch nichtmal eine Fachwerkstatt das hinbekommt sondern einer vom Herstellerwerk die Neue Software aufspielen muß und und und... Woher ich das weiß? Mein Schwager hatte es gut gemeint und die defekte Standlicht-Lampe am 2 Jahre alten VW ausgetauscht... Der mußte dann abgeschleppt werden und ein Ing. vom Werk mußte kommen... Bei der Nachbarin (Ford) war die Batterie nach 4 Jahren defekt und die Bremse auf Block, auch auf die Starthilfe reagierte der PKW nicht... von der Fachwerkstatt abgeschleppt und 4 Tage Werkstatt-Aufenthalt.... nur mal so...
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Nun zurück zu Dir: Ok, irgendwann davor muß das Motorrad ja gelaufen sein (ich frage deshalb, weil solche Fehler die Du z.Zt. hast, ab und zu mit einer falschen Paarung (Zähnezahl) von Starterritzel und Schwungrad zusammenhängen und dann (nicht) oder "nicht mehr" (nach einer gewissen Toleranzüberschreitung) funktionieren...
Lief die Maschine vorher oder hast Du etwas geändert...?

LG Uwe
 
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Hallo Wulf,

Ich frage deshalb so, weil es noch gar nicht so lange her ist, daß wir hier tagelang rumgeeiert sind bis das zum Vorschein kam:

Copyright bei 2-V_Mumpfel.jpg
Copyright bei Mumpfel

Natürlich sieht Dein Schwungrad dagegen wie neu aus... LG Uwe

Nachtrag: Du schriebst: Leider rückt der Anlasser nicht auf den Zahnkranz und es gibt hässliche Geräusche....

Nun Geräusche sind schwer zu beschreiben:
kannst Du ausschließen, daß der Anlasser nicht in Ermangelung von genügend Power der Batterie Mist macht?
Beim PKW hört sich das bei einer schwachen Batterie so an: klack klack klack klack... Also: zunächst mal sicherstellen daß Du mindestens eine funktionierende Batterie hast, notfalls eine Neue kaufen (ca.70 €), brauchst Du doch dann eh...

Was machen Batterie und Anlasser bei der anderen Maschine? Läuft dort der Motor?

Überholter Anlasser: hattest Du den ausgebauten Freilauf zumindest mal Händisch überprüft, also Ritzel in die eine Hand und die andere Seite vom Freilauf in die andere Hand und richtig feste in die Mitnehm-Richtung gedreht? Nicht daß er dort schon leicht durchrutscht. Das ganze in die Freilauf-Richtung ---> Problemslos und leicht schwergängig oder rubbeln?

LG Uwe
 
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