Benötige dringende Hilfe beim Kurbelwellentausch

Florian, absolut richtig.

Haken bei einer Kurbelwellenschliff ist immer das "Abrichten" der Schleifscheibe. Zum Einen muss sie zunächst "gerade abgezogen" sein (zylindrisch), damit sich ein sauberer Durchmesser schleifen lässt.

Zum Anderen sind danach dann die "Ecken" abzurunden - das ist mit der Abricht-Diamant-Fliese das schwierigste. Denn der Radius der Schleifscheibe bildet sich im Schliff an der Kurbelwelle in dem Radius des Zapfens ab. Genau dort ist DIE Schwachstelle einer Kurbelwelle - der Radius-Übergang vom Wellenzapfen zur Hubscheibe, weil dort die höchsten Spannungsspitzen auftreten.

Heute werden diese Sachen teils auf CNC-Maschinen gemacht. Sehr viele Motoreninstandsetzer und Kurbelwellenschleifer arbeiten aber immer noch mit den "alten" konventionellen Schleifmaschinen - für deren Ecken-Radienabziehen dann die richtigen Werkzeuge und viel Erfahrung erforderlich ist. Schleifmaschinen sind eine Größenordnung teurer als Drehmaschinen, insbesondere wegen der oft verlangten höheren Genauigkeit, meist breiteren Bettbahnen, und zum Anderen wegen der aufwendigeren Abdichtungen gegen den abrasiven Schleifstaub und die Kühlmittel. Daher hat nicht jeder kleine Krauter eine CNC-Niles o.ä.

Sind da in diesen Übergang "Kanten" reingeschliffen, dann entwickeln sich im Betrieb der Hubkolbenmaschinen an diesem Radienübergang Spannungsspitzen, die bei bisschen Pech sehr schnell zu einem Wellenbruch führen können.

Ich habe beruflich nur als Kunde mit Motoreninstandsetzern zu tun gehabt - LKW-Reparaturen. Aber ich habe im Maschinenbau als AV-Mann und Produktionsleiter mit über 30 Schleifmaschinen zu tun gehabt, zweie habe ich als junger Ingenieur selber in eine Getriebefabrik eingeführt, eine CNC-Außenrundschleifmaschine, und eine CNC-Innenschleifmaschine von Voumard. Insbesondere wenn man nach REFA die Zeitaufnahmen macht, um bestimmen zu können, nach wievielen Schliffen abhängig von Material, Durchmessern und Längen beim Pendelschliff eine Scheibe abgezogen werden muss, dann bekommt man einen genauen Blick für die Aufwände und auch Kosten, die der Betrieb von Schleifmaschinen mit sich bringt.

Jetzt u.U. unangenehm: Einfach mal so...., nur weil man "Perfektion" anstrebt, ist noch lange kein Grund, eine Schleifmaschine anzuwerfen....

Ich stelle als Alternative mal die "Norbert-Breuer-Alfa-2000"-Kurbelwellensanierung daneben: Norbert war Ausbildungsleiter bei einem sehr großen LKW-Reparaturwerk, auch Nachbar meiner Schwiegermutter, verkaufte uns den R 4 seiner Frau, total netter, kregler, waschechter Ruhrgebiets-Jung, und hatte einen Nerv, mit jungen Menschen zu arbeiten, war Alfa-Fan, "Kantenhauber"-Eigner, 1300er mit speed über 200..., und ermutigte die Jungs, sich mit ihren allerersten ernsthaften Talers einen Alfa zu kaufen, lieber einen Alfa als einen BMW.... Nun kam es, wie es kommen musste: eine 132-PS-Maschine eines Stiftes kratzte ab. Der Junge in Panik. Norbert B gab Anweisung, die Maschine aus den Motorenlagern nur so eben zu lösen und leicht anzuheben, dass man die Ölwanne darunter abnehmen konnte. Dann erspähte er anhand der Anlauffarbe das böse Pleuel. Löste es, schob dessen Kolben nach oben. und schmirgelte "in situ" mit einem handgeführten Schleifleinen den Kurbelzapfen nach. Neues Lager rein, Ölwanne drunter, Öl drauf, weiterfahren. Das Ding ist, solange ich das über dreivier Jahe verfolgen konnte, nicht mehr kaputtgegangen. Ich empfehle es nicht, so nachzumachen - wollte aber auf eine Chance hinweisen, wenn zugänglich.
 
...Fürs Lagerzapfenschleifen muss doch die Kw wieder raus oder irre ich mich ?
Frage: mit Lagerzapfen sind doch die Hubzapfen gemeint, oder?

Um die mit Läppleinen abzuziehen, muß doch die Kurbelwelle nicht audgebaut werden. Oder liege ich da falsch?

Nach dem Schleifen und Reinigen würde ich in die Hupzapfen und die Pleuellagerschalen Molykote Gn-Paste einmassieren. Heißt heute Gn-plus.
 
Nach dem Schleifen und Reinigen würde ich in die Hupzapfen und die Pleuellagerschalen Molykote Gn-Paste einmassieren. Heißt heute Gn-plus.
Moin Wolfram.

Ist sicher nett gemeint, aber "einmassieren" ginge bei metallischen Werkstoffen nur, wenn Zwischenräume für das Fett vorhanden wäre. Also z.B. bei Sinterwerkstoffen. Im übrigen ist das ein Gleitlager, das - außer beim anlaufen - keinerlei Berührunge der beteiligten Lager- und Bauteile vorsieht.
Bekanntermaßen gleitet der Lagerzapfen auf dem Ölschmierfilm als Keil.

Der von Dir empfohlene Schmierstoff enzthält Festpartikel, die da nichts zu suchen haben.
Der Hersteller selbst sieht das Schmiermittel für Maschinen vor:
"Für die Presssitzfertigung von Maschinenteilen aller Art und als Einlaufschmierstoff für neue Maschinen und Getriebe. Zur Dauerschmierung von Maschinenteilen, die nur selten oder wenig bewegt werden, sowie zum Bohren, Sägen und Gewindeschneiden geeignet."
 
Moin Wolfram.

Der von Dir empfohlene Schmierstoff enthält Festpartikel, die da nichts zu suchen haben.
Das ist so nicht richtig. Bei dem Auftrages des Fetts geht es darum bei komplett überholten und zerlegten Motoren den Augenblick zu überbrücken, bis Öl von der Ölwanne zur Lagerstelle gepumpt wurde. Ansonsten würde die Gefahr bestehen, dass ohne Fett und den "Feststoffpartikeln" Metall auf Metall reiben würde. Das wurde mir " damals" bei den Werkslehrgängen in München auch so empfohlen und ich streiche die Lagerschalen bis Heute leicht mit dem Fett vor der Montage ein. Geschadet hat es nie. Übrings mache ich das auch bei Nockenwellenlagern von OHC oder DOHC-Motoren.
 
Bei dem Auftrages des Fetts geht es darum bei komplett überholten und zerlegten Motoren den Augenblick zu überbrücken, bis Öl von der Ölwanne zur Lagerstelle gepumpt wurde.
DAS passiert aber bei jedem Kaltstart. Du machst den Motor hoffentlich nicht jedesmal auf und schmierst händisch Molykotefett rein.
Und beim erstmaligen Zusammenbau kenn ich niemanden, der das trocken macht, stattdessen wird alles geölt eingesetzt.
Und ja ich weiß, daß ein jeder an seinen Schraubergewohnheiten hängt.... die Herstellerangabe interpretiere ich halt anders.
Du kannst das selbstredend genauso so weiter machen wie auch Wolfram2.
Nur als allgemeingültige Empfehlung, an der sich u.U. der Anfänger orientiert, halte ich das für fraglich.
 
DAS passiert aber bei jedem Kaltstart. Du machst den Motor hoffentlich nicht jedesmal auf und schmierst händisch Molykotefett rein.
Und beim erstmaligen Zusammenbau kenn ich niemanden, der das trocken macht, stattdessen wird alles geölt eingesetzt.
Und ja ich weiß, daß ein jeder an seinen Schraubergewohnheiten hängt.... die Herstellerangabe interpretiere ich halt anders.
Du kannst das selbstredend genauso so weiter machen wie auch Wolfram2.
Nur als allgemeingültige Empfehlung, an der sich u.U. der Anfänger orientiert, halte ich das für fraglich.
Mir ist es eigentlich ziemlich egal ob Du das gut findest oder nicht. Vielleicht solltest Du weniger behaupten oder meinen sondern mehr lesen. Hier der Auszug aus dem OEM RHB. Seitenzahl steht dort, jederzeit nachlesbar.

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Das erinnert mich an meine Lehrzeit . Es gab das WHB , den Meister der das seit den späten 50ern gemacht hat und die KundendienstIngenieure die zum Teil aus dem Motorsport kamen . Das WHB war irgendwie nur ein Vorschlag wie man es machen könnte .
Damals zumindest .

Grüsse , Ralf
 
Ich vestehe die Diskussion nicht. In der Produktbeschreibung steht doch "Einlaufschmierstoff für neue Maschinen und Getriebe". Also sehe ich keine Grund, das nicht zu verwenden, wenn man die Lagerschalen tauscht oder am schon eingelaufenen Lager irgendetwas ändert. Genau dafür wird es im WHB empfohlen.
Grüße, Stephan
 
Moin Wolfram.

Ist sicher nett gemeint, aber "einmassieren" ginge bei metallischen Werkstoffen nur, wenn Zwischenräume für das Fett vorhanden wäre. Also z.B. bei Sinterwerkstoffen. Im übrigen ist das ein Gleitlager, das - außer beim anlaufen - keinerlei Berührunge der beteiligten Lager- und Bauteile vorsieht.
Bekanntermaßen gleitet der Lagerzapfen auf dem Ölschmierfilm als Keil.

Der von Dir empfohlene Schmierstoff enzthält Festpartikel, die da nichts zu suchen haben. ...
Hallo Stephan,

obwohl Michael schon das Meiste geschrieben hat, was ich auch genatwortet hätte, noch eine kleine Ergänzung. Auch eine vermeintlich glatte Metalloberfläche hat mikrofeine Vertiefungen, in die sich die MoS2- Paste setzt. Und die hat dann eben beim ersten Motoranlauf nach einer Überholung gewisse Notlaufeigenschaften. Auch wenn man den Motor zuerst lastfrei ohne Zündkerzen durchdrehen läßt, bis die Öldruckkontrollleuchte ausgeht.

Man kann das Ganze auch mal historisch betrachten. Wo hat man in den Siebziger Jahren seine Informationen hergeholt? Nicht aus dem Internet, sondern aus Büchern. Mit einem Kumpel haben wir damals einen Käfermotor auf ca. 80 bis 85 PS gebracht. Vermute, daß der Hinweis auf die Gn-Paste im Korp, Wie mache ich ihn scneller, stand. Geschadet hat es, wie auch schon von Michael erwähnt, sicher nicht. Und da ich ja ein alter Mann bin, der ungern von seinen Gewohnheiten abweicht, würde ich es heute noch genaus so machen! Altersstarrsinn! ;)

Die Gn-Paste ist auch kein Fett im herkömmlichen Sinn, sondern eine hochkonzentrierte MoS2-Paste. Habe ich schon sehr erfolgreich für die Verzahnung der Kupplungsreibscheibe im Auto und beim Motorrad eingestzt. Heute würde ich vermutlich zur Tube mit dem Sachs-Fett greifen. Die beiden Tuben liegen nebeneinander im Regal.
 
Jetzt wird's kompliziert. Zwei Stephans mit unterschiedlicher Meinung zu dem Thema... :D
Grüße, Stephan (pro MoS2)
 
Jetzt wird's kompliziert. Zwei Stephans mit unterschiedlicher Meinung zu dem Thema... :D
Grüße, Stephan (pro MoS2)
Habe zwar nicht auf die Namensgleichheit geachtet, wer angesprochen wurde, geht jedoch aus dem Zitat hervor. Du warst es nicht!

Ich muß ja keine Eulen nach Athen tragen. ;)
 
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