Beurteilung eines HAG vor Kauf

caddytischer

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05. Nov. 2019
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Kirchwerder, Fünfhausen, Vier und Marschlande, Ham
Moin,
ich schaue hin und wieder nach einen HAG fürr mein Mopped.
Die meisten HAGs die angeboten werden sind ungeöffnet. Beschrieben wird oft, "dreht alles weich, ohne nenenswertem Spiel"
Da ich den ein oder anderen HAG geöffnet gesehen habe, stellt sich für mich die Frage, ob vor dem Kauf ein HAG geöffnet werden sollte, damit eventuell beginnender "Kariesbefall" erkannt werden kann.
Andersrum gefragt. Kann bei geschlossenen HAG durch drehen am Kegelrad beurteilt werden, ob ein HAG in einem guten Zustand ist?
Ich würde immer gerne öffnen, der Verkäufer will dieses oft nicht.
 
Es geht dabei immer nur um ein Gefühl, Aussagekräftig ist da nichts.

Aktuell ist z.B. jeder zweite bei mir auflaufende G/S Antrieb so beschädigt das eine
Reparatur nicht lohnt.

Nicht ganz so schlimm, /5-/6 oder /7, aber auch hier steigt die Ausfallquote deutlich,
das Zeug wird halt immer älter.
 
Sind die G/S Ausfälle beide aus der Nadellager Version?
Der letzte war bereits die Kegelrollenlager Version.

Nützt alles nichts, wenn die vordere SW-24 Mutter lose ist, damit ist keine notwendige Vorspannung
auf dem 3305-DA Lager.

Die letzten G/S-ST Antriebe hatten alle Zahnausbrüche, teils im Anfangsstadium, teils bereits massiv.

Erschreckend halt die Vielzahl an Zahnbruch, sonst war es eher mal Pitting.
 
Ja nun, bei den /5 bis zu den /7 Versionen ist das relativ einfach. Die haben ja auch solche Laschen für eine Abdrückschraube und dann hat man schon den Blick auf die Zahnung und kann beurteilen. Den Endantrieb an der R90 hatte ich vor 24 Jahren das letzte mal offen. Gut die Maschine fährt nicht so viel rum. Alle 2 Jahre wechsle ich aber die Schmierstoffe auch im gesamten Antrieb.
Nicht umsonst schreibt BMW in seine Kundendienstpläne hier eine Kontrolle vor.

Neue Dichtung dann beim Zusammenbau ist logisch.

Hat man einen gebrauchten eingebaut, dann ist gut eine Ablass-Schraube mit Magnet zu verwenden und erst mal neues Öl rein. Fahren und dann husch Ölwechsel und nachschauen was da am Magneten ist.

Darf ich jetzt bei meiner GS auch machen, habe den 37/11 mal gegen einen 34/11 getauscht.
 
Zahnbruch ist natürlich eine Nummer...
Da wurde das Zahnrad dann nicht korrekt Wärmebehandelt. Inkorrektes Einlappen und Inkorrektes Ausdistanzieren kann dann allerdings auch zu Spannungsbrüchen führen.

Man kann das eigentlich nur feststellen indem man eine Vikers Härteprüfung der Zahnflanken an einigen Stellen des Tellerrades und des Antriebsrades durchführt. Dann weiß man relativ genau was da falsch gelaufen ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja nun, bei den /5 bis zu den /7 Versionen ist das relativ einfach. Die haben ja auch solche Laschen für eine Abdrückschraube und dann hat man schon den Blick auf die Zahnung und kann beurteilen. Den Endantrieb an der R90 hatte ich vor 24 Jahren das letzte mal offen. Gut die Maschine fährt nicht so viel rum. Alle 2 Jahre wechsle ich aber die Schmierstoffe auch im gesamten Antrieb.
Nicht umsonst schreibt BMW in seine Kundendienstpläne hier eine Kontrolle vor.

Neue Dichtung dann beim Zusammenbau ist logisch.

Hat man einen gebrauchten eingebaut, dann ist gut eine Ablass-Schraube mit Magnet zu verwenden und erst mal neues Öl rein. Fahren und dann husch Ölwechsel und nachschauen was da am Magneten ist.

Darf ich jetzt bei meiner GS auch machen, habe den 37/11 mal gegen einen 34/11 getauscht.

Das war aber nicht die Frage, wie kann man ggf. vor einem Kauf, die wenigsten Verkäufer lassen einen rein sehen, prüfen was man da ggf. kauft.
 
Wie sieht es denn bei den Paralever Antrieben aus? Sollte mir eigentlich schon lange einen auf Lager legen.
Grundsätzlich sind die bisher unauffällig.
(da sind auf Grund der Werkzeugproblematik auch nur sehr wenige Hobbyschrauber dran gewesen)
Gelegentlich ist mal eins dabei wo man das Eingangslager tauschen sollte.

Ist ein bisschen blöd zu prüfen, geht aber mit zwei Montierhebeln ganz gut wenn man weiß wie
viel Spiel tolerabel ist.
 
Zahnbruch ist natürlich eine Nummer...
Da wurde das Zahnrad dann nicht korrekt Wärmebehandelt, korrektes Einlappen und Ausdistanzieren können allerdings auch zu Spannungsbrüchen führen.

Man kann das eigentlich nur feststellen indem man eine Vikers Härteprüfung der Zahnflanken an einigen Stellen des Tellerrades und des Antriebsrades durchführt. Dann weiß man relativ genau was da falsch gelaufen ist.
Nicht wirklich, verursacht durch ein kippendes Kegelrad.

Damit eine ganz andere Belastung auf den Zähnen.
 
Nicht korrektes Ausdistanzieren meine ich natürlich.

Meinen 34/11 er der R90 hab ich bei Kornhas in Karlsruhe erworben. Da lagen einige Endantriebe im Regal. Ich soll mir den besten und passenden raussuchen. Hab ich dann gemacht. Gefragt ob ich reinschauen darf, kein Problem. Gemacht und seit 24 Jahren läuft das Ding.

Logisch, bei Ebucht Anzeigen oder anderen Gebrauchtkäufen ist immer ein Risiko. Grade wenns versendet wird.

Und wer ein Endoskop verfügbar hat ist wieder fein raus. Da kann man auch die Zähne anschauen. Ich leih mir da als eins aus wenn ich mal in ein Getriebe oder Endantrieb oder Zylinder reinglotzen sollte. So kann man sich fürs erste das Zerlegen sparen.

Allerdings sollte das dann ein starres sein mit einer kleinen Linse vorne und nicht eins mit Kamera mit 8mm Durchmesser.
Die Technischen Endoskope der Firma Karlstorz Tuttlingen sind an dieser Stelle erwähnenswert.
 
Wie sieht es denn bei den Paralever Antrieben aus? ....

Grundsätzlich sind die bisher unauffällig. ... Gelegentlich ist mal eins dabei wo man das Eingangslager tauschen sollte.
Ich hatte so eins, falls Du (Patrick) dich erinnerst. Eigentlich sollte nur der Eingangssimmering repariert werden. Der Schaden am Nadellager des Trieblings ist im schwarzen Museum dokumentiert. Muss etwa 2020/21 gewesen sein.

Paralever HAGs sind aber recht günstig zu bekommen, wobei oft die Paraleverlager Kernschrott sind.
 
Endoskop ist heute mit Laptop (oder PC in Greifnähe) eigentlich kaum ein Problem mehr.

Es gibt so winzige chinesische Kabelkamera-Winzdinger am USB-Port, meines (mit D 5 mm x L ca. 25 mm ohne den mitgelieferten Aufsteckspiegel) hat vor paar Jährchen mal um 9 EUR gekostet. Klar, auf den Steckspiegel muss man höllisch aufpassen.

Ist natürlich nicht so ein Superteil, das du am Rad innendrin dann variabel "biegen" machen kannst. Reicht aber für ganz viele "Gucks".
 
Beim Starrachsendiff PKW/4x4 gibt es klare Toleranzen in den Winkelgraden zwischen Triebling und Tellerrad.
Wenn man das Tellerrad festhält, sollte man am Triebling nur minimales Drehspiel feststellen können.
Ansonsten halt neu ausdistanzieren, was nach x hunderttausend km eh‘ Sinn machen kann.
 
Ach ja die Endoskope.

Zum Glück bin ich nicht der einzige der diese Technologie nutzt.

Zur Kundendienstkontrolle von Elektronischen Sensorbaugruppen verwende ich schon seit Jahren einen Mini Storz mit 2,5mm starrem Glotz Rohr und 70°Anschrägung. Damit kann man hervorragend defekte Halbleiter oder Lötstellen oder Platinen Brüche oder sonstigen Mist entdecken.
Voraussetzung, die Baugruppe darf nicht an der Spannungsversorgung hängen.

Die professionellen Hohlraumversiegler und Qualitätssicherer der Automobilindustrie und auch Lackierbetriebe verwenden diese Technische Endoskop Technik. Allerdings sind dann diese Maschinen im 5 Stelligen Bereich vor dem Komma in Euro anzusiedeln.

Die einfacheren Lackierbetriebe nutzen dann einfachere Endoskope, an die ist dann auch günstiger ranzukommen.

Die Groß Tier Veterinärmedizin nutzt auch Endoskop Technik, diese Geräte sind hervorragend geeignet für Doktorspiele im Maschinenbau. Die Veterinärzunft mag das aber nicht wenn der Glotzeaal vor der Internistischen Behandlung eines teuren Dressur oder Reitpferdes im Getriebeöl eines Oldtimers gebadet hat ;-)
 
So etwas gibt es bei BMW nicht. Da wird das Spiel in mm mit der Meßuhr gemessen.
Bei den walisischen 4x4 auch.
Triebling festhalten, Messuhr ans Tellerrad und im Kontaktbereich der Zähne ca. 0,2mm Spiel (Vorgabe der Warmbiertrinker 0,01“) einstellen.
Geht halt nur mit Demontage, deshalb der Hinweis auf die Winkelgrade.
Bei 40mm Wirkdurchmesser gleich ca. 120mm Umfang sind 0,2mm so ca. 1/600 von 360 Grad oder 0,6 Grad am Triebling.
Also nicht viel, man spürt es in den Fingern beim hin- und herdrehen, aber es „klackt“ nicht.
 
Storz, das haben wir auch im Krankenhaus, sogar auch 3D! Die sind aber ein bischen teuer.
Zuhause habe ich eine billige China Endoskop, sogar mit steuerung damit man der Tip biegen kann. Sehr nützlich aber die Bildqualität ist eher miserabel. Vor allem weil man auf 1-2 cm kaum etwas sieht, das ist nur so ab 6 cm ein scharfes Bild.
 
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