Bing 64-32-305 und 306 Bedüsung? Zylinder heiss

Slash7

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02. Aug. 2012
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Moin Moin,
habe meiner 60/7 nun 800er Zylinder, 800er bleifrei-Köpfe und Bing 64-32-305 und 306 Vergaser (waren verbaut an R80 G/S und ST 50PS 1980-85)
spendiert. Alles eingestellt, synchronisert mit Twinmax und sie schnurrt wie ein Kätzchen.

Bei den ersten vorsichtigen Einstellfahrten hat sich gezeigt, dass die Zylinder recht heiss werden, anfassen kaum mehr möglich schon nach ca. 5km Landstrassengurkerei. Das Kerzenbild ist sehr hellcremefarben, fast weiss, beim Abdrehen des Motors (schwerer Schwung) kommt es ab und zu zum Auspuffknallen. Die Zündverstellung stimmt laut abblitzen soweit.

Da ich die Gaser noch nicht auseinander hatte kann ich derzeit noch nichts zur Bedüsung sagen, nur dass die Nadeln in Pos4 hängen, also der vierten Kerbe von oben eingerastet sind (Standarteinstellung nach Bing-Einstellblatt -und am fettesten und damit auch kühlsten nach meinem Verständnis?().
Der Schwimmerstand ist ok, die Nadelventile schliessen sauber. Die Gaser laufen in Grundeinstellung soweit einwandfrei und reagieren gut auf Drehen der Leerlaufgemischschraube. Sie dreht sauber hoch und springt gut an, auch mit dem Kickstarter. Zündkerzen sind neue NGK BP6ES.

Für mich ergeben sich zwei Fragen:

1. Können die Zylinder und Köpfe so heiss werden weil sie noch so frisch vereint und nicht eingelaufen sind und gibt sich das mit der Zeit? (Laufleistung jetzt 35-36km, Nikasils, frisch gehont, neue Ringe, Ölkreislauf zu den Köpfen OK)

2. Welches Vergaser-Setup (Düsengrößen, Einstellungen usw.) ist empfehlenswert für die 60/7 mit 800er Zylindern/Köpfen und den 64-32-305/306ern um die Temperatur in den Griff zu bekommen? Da ich die Düsen eh erneuern will kann ich dann auch gleich die Forumsempfehlung nehmen )(-:

Gruß und Danke schon mal
jan

Tante Edith sagt noch die Membrane sind gut und Nebenluft nach Bremsenreinigertest im Bereich der Gaser/Ansaugrohre nicht merklich vorhanden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich würde eine Hauptdüse 135 oder 138 und Nadeldüse 266 oder 268 verwenden. Nadel muss dann aber
auf Pos. 3 von oben. Die Leerlaufdüse 45 kannst Du weiterverwenden. Gemischschraube zum Anfang
0,7 - 0,8 Umdrehungen aufdrehen. Lufi möglichst neu ;-)

Viel Erfolg,

Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn die Vergaser von einem 800er Motor kommen, sollte die Bedüsung passen.
Wie hast du das Leerlaufgemisch eingestellt? Nahe bei der Grundeinstellung?
 
Hi Jan.

möchte zu bedenken geben: Metall kannst Du ab ~ 50°C nicht mehr dauerhaft anfassen. Holz dagegen schon. Die Wärmeleitung von Metall ist halt einfach besser. Du erwartest möglicherweise einfach zu viel.

Bevor Du jetzt eine Düse wechselst würde ich erstmal den CO-Gehalt im Abgas messen(lassen). Ist der deutlich unter 1.5% kannst Du immer noch was starten. Natürlich solltest Du das nicht auf die lange Bank schieben und nicht mit hoher Belastung zur Meßstelle fahren. Da die Gaser in einer ähnlichen Konstellation schon mal verbaut wurden sollten sie nicht so verkehrt bestückt sein.
Auf das Kerzenbild mit heutigem Spritt würde ich nicht mehr all zu viel geben.

schorschi,

der seine Gaser mit Lambda abstimmt.
 
Da ich die Gaser noch nicht auseinander hatte kann ich derzeit noch nichts zur Bedüsung sagen, nur dass die Nadeln in Pos4 hängen, also der vierten Kerbe von oben eingerastet sind (Standarteinstellung nach Bing-Einstellblatt -und am fettesten und damit auch kühlsten nach meinem Verständnis?().


Stimmt das so? verringt die Nadel nicht die Spritzufuhr umso mehr je tiefer sie hängt?

Felix
 
Hallo,
das ging ja wieder wie der Blitz! Andreas, Michael Ihr seid :applaus:

LLG ist bei ca. 0,9 Umdrehung raus nach vorsichtig komplett zu.

Was mir noch einfällt: Der Chokevergaser zeigt normale Wirkung. Ist kurz nötig beim Kaltstart und beim rausnehmen dreht der Motor spürbar ab und läuft danach. Gasannahme ist beim warmen Motor gut und holperfrei.
Länger viel Gas und Aufreissen hab ich noch nicht getestet :---)

Was macht dann aber die Zylinder und Köpfe so heiss? Habe derzeit keinen Zugriff auf ein brauchbares Thermometer aber dass es so schnell so viel heisser als die alte 600er Konstellation wird kommt mir ungewöhnlich vor.

Gruß
jan
 
Zuletzt bearbeitet:
...aber dass es so viel heisser als die alte 600er Konstellation wird kommt mir ungewöhnlich vor.

Gruß
jan

Ich bezweifel, daß das so verwertbar ist.
Die Laufbuchsen der 600er sind bedeutend kleiner, die aufzuheizende Masse im Verhältnis größer. Nach kurzer Fahrt hättest du dir an denen aber auch die Finger verbrannt.
Wenn die Einstellung zu mager wäre, würdest du das beim Beschleunigen an schlechter Gasannahme merken.
 
Ich versuch die Tage mal den bösen Jan zu ner Ausfahrt und Einschätzung zu überrreden. Vielleicht hat der sich ja morgen oder übermorgen vom Fussballschock des Wochenendspiels Hannover-Werder erholt :aetsch:

Lese das alles erstmal als Entwarnung, werde aber beobachten und mal messen. Irgendwo fliegt noch so ein IR-Thermometer rum. Das mit dem Genie und dem Chaos ging auch schon mal besser :pfeif:

Gruß
jan
 
Hallo,
also die 60/7 mit 800er Zyl. und 32er Vergaser ist ne 80/7 mit Rundluftfilter.
Die 80/7 hatte HD 145, LD 50, ND 2,66 und Nadelpos. 3 (von oben).

Die 80G/S und ST hatten 130 bis 135 HD. (Plattenfilter)

Grüsse, Gerhard.
 
Hallo Gerhard,
ja, die Kiste hat den typischen RuLuFi ;).
Hätte jetzt auch zur zeitgemäßen 80/7-BMW-Bedüsung gegriffen aber die gilt für die 64/1 Vergaser soweit ich es in der Datenbank und bei Bing gefunden habe.
Die 64-32-305/306 sind Typ 64/3, da verunsichert mich der wahrscheinlich im Detail steckende Teufel. Irgendwas wird Bing da ja verbessert haben was evtl. eine andere/optimalere Bedüsung empfehlenswert macht.

Oder: Andreas, gilt Deine obige Empfehlung für den Plattenluftfilter? Hatte den RuLuFi ja nicht erwähnt.

Gruß
jan
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit ner 145er HD liegst Du bei der Konfiguration nach meiner Erfahrung richtig, die betrifft aber nur den Vollgasbereich und hat somit keinen Einfluss auf die Zylindertemperatur bei Teillast.
 
Hallo Jan,

meine Empfehlung ist unabhängig vom Filtertyp. Das wird allgemein stark überbewertet.
Viel wichtiger ist ein neuer oder sauberer Filter.

Probiere:
HD 138, ND 2.66, Nadel 3. v.o., und die "normale" LLD 45, Gemischschr. 3/4 aufdrehen

oder:
HD 135, ND 2.68,, Nadel 3. v.o., und die "normale" LLD 45, Gemischschr. 3/4 aufdrehen

Das sind plausible Werte, die auch bei div. 800tern mit 64/3 Vergasern serienmäßig waren.
Die Werte der /6 und /7 Baureihen sind für Dich nicht relevant, da andere Konstrukion.

Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
Alles klar, so mache ich das.

Werde erstmal die erstere Empfehlung verbauen. Und wenns gut läuft bleib es so bis es Probleme gibt oder die Experiementierfreude lockt ;)

Danke Euch allen!
jan
 
Hallo,

je tiefer die Nadel hängt, desto magerer wird es, und umgekehrt.

Die Nadel taucht dann tiefer in das Zerstäuberrohr ein, durch die konische Form verringert sich die freie Öffnung.

Gruß, Ekki
 
Zum Verständnis:
Nadelposition 1 bedeutet, dass der Sicherungsring in der obersten Nut eingesetzt ist und damit die Nadel in der tiefsten Position sitzt.
 
Halo Jan,

versuch doch mal dir ein Infrarot-Thermometer ( umgangssprachlich Laser-Thermometer ) zu besorgen. Damit kannst Du genau vergleichen, ob die Köpfe gleich warm werden. Leihen oder günstig bei der Tante Luise kaufen. Ich meine in der vorletzten Oltimer Markt stand was darüber. Man kann damit eine ziemlich gute Synchronisation hinkriegen.

Letzte Messung bei meinen 1000er Köpfen lag bei 128 Grad in der Kerzenmulde.

Gruß, Sucky
 
Zum Verständnis 2:

Das Ändern der Nadelposition ist eine recht grobe Maßnahme, da das Umhängen
auf nur eine Position rauf/runter bereits die Wirkung von 2 Nadeldüsengrößen hast.
Mit dem Austauschen der Nadeldüse um einen Wert kann man die Gemisch-
bildung feiner beeinflussen.

Andreas
 
Hallo Andreas,

Und verstehe ich das richtig, dass siech diese Wirkung "nur" auf den Teillastbereich erstreckt? Bei Volllast ist die Nadel sowieso ganz "ausgehoben"?

Felix
 
Die Nadelspitze ist auch bei Vollgas noch ein ganzes Stück innerhalb der Nadeldüse.
Da der Schliff der Nadel linear ist, wirkt deswegen auch die ND bis Vollgas.

Andreas
 
Letzte Messung bei meinen 1000er Köpfen lag bei 128 Grad in der Kerzenmulde.

Gruß, Sucky

Hallo Sucky,
habe nun auch gemessen und rechts wie links ~138Grad in der Kerzenmulde. Wert war in etwa gleich.
Gefahren ca. 20km zügig Landstrasse, kurzes Stück A-Bahn, dann 2km Stadtverkehr vor dem Abstellen und gleich messen.
Außentemperatur ca 14 Grad.

Grund zur Sorge? Alles im grünen Bereich oder Handlungsbedarf?

Gruß
jan
 
nun, was für den einen Grund zur Sorge, ist für den anderen keinen Gedanken wert.
Deine exakte Messung ergab nach 22 km eine Temperatur von 138° C. Der Schmelzpunkt gewöhnlicher Alulegierungen liegt bei dem 4-fachen dieser Temperatur, etwa bei gut 550° C. Also ich empfehle daher, so nach 88 km eine Abkühlungspause einzulegen.

Gruß Gerd
 
Moin Gerd,
"exakt" ist bei mir sicher nichts gemessen, eher Prinzip "wer misst, misst meist Mist" aber mit ebenfalls "exakten" Vergleichswerten im Kopf fährt das Bauchgefühl doch gleich beruhigter :D

Gruß
jan
 
Hallo Sucky,
habe nun auch gemessen und rechts wie links ~138Grad in der Kerzenmulde. Wert war in etwa gleich.
Gefahren ca. 20km zügig Landstrasse, kurzes Stück A-Bahn, dann 2km Stadtverkehr vor dem Abstellen und gleich messen.
Außentemperatur ca 14 Grad.

Grund zur Sorge? Alles im grünen Bereich oder Handlungsbedarf?

Gruß
jan

Der absolute Wert ist nicht sooo wichtig, da die Messungen nicht unter Laborbedingungen stattfinden und es Mesfehler durch Material, Entfernung, Winkel und Reflexion gibt.. Wichtig ist, daß beide Seiten den gleichen Wert haben, was auf gute Synchronisation schließen läßt. 135° halte ich für i.O.

Gruß, Sucky
 
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