Drehzahlabfall bei gezogener Kupplung

nurmi78

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28. Aug. 2008
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Wien
Hallo,

ich habe über den Winter meine R100/7 Bj. 1978 komplett restauriert, inklusive Bremsumrüstung und Umbau auf elektronische Zündung.

Die ersten ca. 500 km heuer lief alles tadellos und dann nahm ein komisches Phänomen seinen Anfang:

der Motor läuft mit ca. 1000 Umdrehungen im Leerlauf - ziehe ich die Kupplung fällt die Drehzahl um ca. die Hälfte ab und der Motor stirbt ab!

Zuerst dachte ich es liegt an den Vergasereinstellungen, aber das glaube ich mittlerweile nicht mehr - hab nochmal von Grund auf einegstellt und das Problem besteht weiterhin.

Es hat auch nicht mit dem Leerlauf an sich zu tun - egal welcher Gang drin ist - Kupplung ziehen -> Motor stirb ab...

Nachdem ich den Tip bekommen habe es könnte am hinteren Kurbelwellensimmerring liegen (möglicherweise herausgerutscht und Schwungrad wird dadurch abgebremst) habe ich diesen heute getauscht - er war tatsächlich an einer Stelle nicht mehr ganz drinnen und hat leicht Öl geschwitzt und ich dachte schon das Problem damit gefunden zu haben - aber leider ist alles beim Alten geblieben ?(

Hat vielleicht noch jemand eine Idee was ich machen kann?

Schöne Grüße,
Stefan
 
Miss mal das Axialspiel der Kurbelwelle. Ist das zu gross, dann reiben die Pleuel an den Kurbelwangen und das beschriebene Phänpmen tritt auf.
 
Hallo Stefan,

im Grunde habe ich auch keine Ahnung, woran es liegen könnte. Meine erste Idee geht aber in Richtung Elektrik. Eventuell ein kurzer bei den Zuleitungen des Kupplungsschalters?

Grüße
Ingmar
 
Hallo Stefan,

mal ins Blaue hinein: Ventilspiel?
"Komplett restauriert", also auch Zylinder gezogen und neu abgedichtet?

Habe ich auch gerade edurchexerziert; Spiel extra groß eingestellt, nach ca. 400 km Kontrolle, Spiel nahezu weg!

Grüßle, Fritz. )(-:
 
Hallo,

danke für die schnellen Antworten!

Ventilspiel haben wir mittlerweile schon ein zweites Mal seit dem Winter kontrolliert - einmal nach ca. 500km und das zweite mal dann nach ca. 1000

zum Axialspiel eine (wahrscheinlich dumme) Frage: wie meß ich das?

die beiden Anlaufscheiben haben wir bei der Motorüberholung nicht getauscht da sie noch wie neu ausgesehen haben und die Kurbelwelle kein spürbares Spiel gehabt hat...

muß der Motor wieder raus für die Messung oder kann ich das auch so irgendwie messen?
 
Dazu muss eigentlich nur das Getriebe und der LiMa-Deckel ab. Dann brauchst Du eine Messuhr mit Stativ, das Du fest am Motor befestigen kannst, z.B. mit einem 8er-Gewinde in die Befestigungslöcher für das Getriebe. Nun drückst Du die Kurbelwelle am liMa-Rotor kräftig nach hinten und nullst die Messuhr. Jetzt an der Schwungscheibe nach vorne drücken und die Wertänderung an der Messuhr ablesen. Der vorgegebene Wert liegt bei 0,08-0,15 mm. weicht der Wert ab, so muss die Anlaufscheibe entnommen werden und deren dicke gemessen werden und eine entsprechend dickere Scheibe rein.
 
Das beschriebene Phänomen ist typisch für die von Hubi gedeutete Diagnose.
Als ich meine R100 von leichtem auf schweren Schwung umgerüstet habe (ja, das geht auch ;) ),
war das Axialspiel knapp über der Toleranz.
Beim Ziehen der Kupplung im Leerlauf fiel der Motor von 900 auf ca. 800 Umdrehungen.
Nach kurzer Einlaufphase hat sich das gegeben. Bist du deutlich über der Toleranz, wird sich da nix einlaufen,
sondern höchstens einschleifen X( ; also besser prüfen und korrigieren.
 
Original von hubi
Miss mal das Axialspiel der Kurbelwelle.
Hi Hubi,

gute Analyse !

Das gab´s mal bei SH-Zündanlagen früher:
Kupplung gezogen - Motor aus. :nixw:

Grund war die wandernde KW, die das Geberrad nach vorne vom Hallsensor weggezogen hat beim Ziehen der Kupplung
...war ein großer Spaß für die Betroffenen. :lautlach:
 
mich wundert bei der Angelegenheit nur das das so plötzlich aufgetreten ist lange nach Abschluß aller Arbeiten und ich heute an der Anlaufscheibe nichts ungewöhnliches gesehen habe beim Simmerringtausch...

ich nehm an an der neuen Q-Tech Zündung kanns ja nicht liegen, weil die an der Nockenwelle sitzt

hab schon eine Meßuhr aufgetrieben und werd mir das die nächsten Tage mal anschauen und dann Bericht erstatten :)
 
Hallo,

wir haben heute gemessen und kommen auf 0,09 - also innerhalb der Toleranz...

?( was könnte ich noch machen?

könnte das theoretisch auch getriebeseitig wo liegen?
das Getriebe hab ich überholen lassen im Winter und es wurde ein defektes Lager getauscht - hatte letztes Jahr ein Rasseln im Leerlauf bei gezogener Kupplung und das war dieses kaputte Lager - die Geräusche sind seit der Überholung auch weg, aber das da vielleicht noch was anderes ist?
 
Das ist erstaunlich.
Beim Ausrücken der Kupplung ergeben sich Reaktionskräfte auf die Kurbelwelle; daher die Vermutungen.
Auf das Getriebe kommt dabei so gut wie keine Kraft.
Wenn deine Messungen einigermaßen stimmen, bin ich erst mal leicht ratlos. :nixw:
 
Hallo,

das gleiche Problem hatte ich an meiner mit neuen Teilen aufgebauten R75/5 auch. Zuviel Axialspiel der KW konnte ich ausschließen. Das Phänomen löste sich mit zunehmender Laufleistung in Luft auf.
Meine Annahme ist, dass die neuen Axiallager anfangs zuviel Reibung verursachen und einlaufen müssen.

Gruß
Martin
 
naja wir haben zu zweit gemessen damit sich nicht einer alleine verschaut und wir habens mehrmals gemacht um irgendwelche Fehler auszuschliessen und sind immer auf das selbe Ergebnis gekommen

das mit dem getriebe war auch nur so ein Gedanke - das dürfte ja eigentlich grade beim Kupplung ziehen keinen Einfluß mehr haben, aber mir gehn schon die Ideen aus ;)

einlaufen der Lager ja, aber dann hätte ich doch am Anfang Probleme haben müssen die dann verschwinden und nicht umgekehrt, oder? die ersten 500km war alles bestens...
 
hallo nurmi
das einzige was mir jetzt noch einfallen würde,ist das kupplungs drucklager.weil wenn sich die kupplungsdruckstange nicht frei drehen kann bildet sie auf der ausrückplatte einen pilz und ausserdem bringt das reibung.
netten gruss
jan der böse
 
Hallo,

das Problem mit der Kupplungsdruckstange kenne ich noch vom letzten Jahr ;)

Habe ich auch schon überprüft - keinerlei Deformierungen bzw. bewegt sich die Stange auch leicht so wie sie soll...

Schöne Grüße
 
Läßt sich die Mitnehmerscheibe ohne „einzuhaken” auf der Verzahnung verschieben? Mit anderen Worten: Sind die Verzahnung und ihr Gegenstück in Ordnung und mit einem Hauch Kupferpaste (o.Ä.) geschmiert?

Gruß,
Florian
 
ja, die Verzahnung samit Gegenstück ist in Ordnung, mit Kupferpaste geschmiert und läßt sich ohne Probleme leicht verschieben
 
hi folks
in den fred guck ich gerne jeden tag rein.
einer der wenigen der schon länger in der luft hängt.
wundert mich eigentlich bei so viel sachverstand hier.
is natürlich blöd für nurmi ))):
wenn du das problem gefunden hast,
schreibs unbedingt hier rein.interressiert glaub ich nicht nur mich.
netten gruß
jan der böse
 
Sollte ein Fixierstift der Axiallagerscheiben gewandert sein?
Sieht man auf der Lauffläche der Schwungscheibe irgend welche Spuren?
 
klar mach ich - ist schon komisch das sich trotz der vielen guten Ansätze nichts finden läßt... :nixw:

böse Kuh! ;)

hab sie wieder zusammengebaut und mehr Standgas eingestellt - das löst zwar nicht die Ursache, aber umgeht das Symptom und ich kann wieder auf die Straße!

Danke übrigens an alle für die zahlreichen Ideen :respekt:
 
habe ja den Simmering getauscht und dabei Schwungscheibe und Anlaufscheibe kontrolliert, aber es hat alles ganz normal ausgesehen...
 
Hallo zusammen,

-***Thema wiederhochhol*** -

Habe momentan selbes genanntes Phänomen an meiner R100S/77.
KW-Lager und Pleuellager neu, Axialspiel unverändert (wie groß? tja....äh).

Leerlauf ohne gezogene Kupplung sauber,
mit gezogener Kupplung stirbt der motor ab.

Aussagen im Forum gehen von KW-Axialspiel aus, das Reibung an
-KW-Lagerschalen
-Pleuelwangen
-vorderes RiKuLa16007
verursachen könnte.

Vorschlag ist: Hintere Anlaufscheibe tauschen, axialspiel korrigieren.

Nur zum Verständnis... Wenn ich die Hintere KW-Anlaufscheibe dicker wähle, dann habe ich den Effekt,daß die KW nach vorn wandert, nicht behoben, sondern die KW ist dann immer weiter vorn und die Lager (welche nun auch immer) reiben kräftig, richtig?

D.h. ich reduziere nur die "Einschleifdauer", da ich zum Einschleifen nicht mehr auskuppeln muss:D.

Werde nun erstmal Ausrücklager und Kettenkastendeckel-Abstütz-Lager (das hat schon einiges erlebt. . . . .) tauschen und hoffen, es wird dadurch besser.
Wenn nicht, evtl. Kupplung ziehen, vollgas, Einschleifen bis die Fuhre kocht.
Nee, doch eher 1000 km fahren und dann nochmal schauen..

Nochmal will ich die KW nicht ausbauen (zumindest diese Saison)(-:)

Gruß
Thomas
 
Hallo,
mit der Suchfunktion bin ich auf diesen Thread gestoßen. Beschreibt genau mein Problem.
Mein Reservemotor(R45/55.000km) wurde von mir jetzt eingebaut. Vorher habe ich von leichtem auf schweren Schwung umgebaut und dabei auch den KW-Dichtring ersetzt. Zündung und Ventilspiel eingestellt und gestartet. Maschine läuft und tuckert mit ca. 800U/Min im Leerlauf wie ein Uhrwerk.
Nachdem alles zusammengebaut war trat das hier diskutierte Problem auf. Aber der Motor lief früherproblemlos beim Vorbesitzer. Also hab ich wohl was verbockt!! Hier die durchgeführten Tätigkeiten:
- Kupplung abgebaut und leichte Schwungscheibe entfernt.
- dabei Kurbelwelle nicht abgestützt(erst hier über Suchfunktion davon erfahren)
- Dichtring raus, neuer Dichtring rein
- schwere Schwungscheibe und Kupplung mit neuer Reibscheibe eingebaut
- Motor von Hand durchgedreht, alles leichtgängig, Ventile eingestellt
- Start .....läuft..dreht hoch...Zündzeitpunkt o.k.
- alles eingebaut, Kupplung gezogen....Drehzahlverlust....geht aus.
- Bei mehr Gas hält sich der Motor mühsam, man spürt den Kraftverlust/Reibung
Was ist passiert, was kann ich tun. Da der Motor vorher lief, habe ich es wohl verbockt!
Ratlose Grüße
Andy
 
Hallo Stefan,

Deine Symptomatik kommt mir irgendwie bekannt vor. Allerdings hatte meine R80/7 noch eine Unterbrecherkontaktzündung. Vielleicht schaust Du diesen link http://forum.2-ventiler.de/vbboard/showthread.php?23620-Kupplungsschalter-Leerlaufschalter mal nach. Dort wurden mir damals eine Menge nützlicher Tipps gegeben. Nachdem ich die Zündanlage gewechselt habe und den Kupplungsschalter ausgeschaltet habe, gibt´s null Probleme mehr. Vielleicht findest Du auch was Nützliches. Viel Erfolg.
 
Hallo Andy,

die Schwungscheibe ist maßgeblich am Axialspiel beteiligt.
Wenn du jetzt eine andere (schwere) Schwungscheibe montiert hast, )(-:
hast du denn auch das Axialspiel neu eingestellt? ?(

Schönen Abend noch
Jürgen
 
Erstmal vielen Dank für die Antworten. Elektrik ist nicht das Problem, bin vom Fach und habe alles durchgemessen bzw. überbrückt um den Fehler auszuschließen. Zündung ist elektronisch und funktioniert.
Aber jetzt das Axialspiel. Wie das gemessen wird wurde ja schon hier beschrieben. Meßzeug kann ich mir besorgen.
Was passiert wenn das Spiel nicht stimmt. Wie stelle ich das Spiel ein?
Und was ist mit all den anderen hier, die dieses Problem hatten. Wie wurden die gelöst. Darüber finde ich nichts!!
Kameradschaftliche Grüße
Andy
 
Hallo Leute,

Problem ist gelöst. Ich habe die Schwungscheibe wieder ausgebaut und zusammen mit der Originalscheibe zu einem Dreher gegeben. Der hat beide vermessen und die schwere Scheibe auf das Maß der Originalscheibe gebracht, d.h. er hat an der Aufnahme der Kurbelwelle ca. 0,5mm weggenommen. Jetzt rückt die Schwungscheibe näher an die Anlaufscheibe und verschiebt nicht die Kurbelwelle.Alles funktioniert wie es soll.

Andy
 
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