Nachtrag: Ich habe mal in zeitgenössischer Literatur gestöbert. Bei Carl Hertweck, dem Chefredakteur von "Das Motorrad" in den 1950er Jahren, fand ich diese interessanten Passagen zur BMW-Duplexbremse:
"Nach der zusammengefaßten Erfahrung mit mehreren Testmaschinen dieser Baureihe möchte ich doch sagen, daß bei dieser Bremsengröße und vor allem bei dieser Bremsenwirksamkeit der Doppelnockenmechanismus bereits etwas zuviel des Guten ist. Man muß schon ziemlich viel Handkraft aufwenden, bevor diese Bremse überhaupt anlegt, dank ihrer enormen Wirksamkeit ist aber der zusätzliche Kraftbedarf vom Anlegen bis zur vollen Wirksamkeit so gering im Vergleich zur Anfangskraft, daß ein wenig gewissenhafter Beobachter ohne weiteres sagen würde, die Bremse 'beiße'. In Wirklichkeit beißt sie natürlich nicht, dazu ist sie viel zu gut, dieses Beißen wird nur vorgetäuscht durch diese ungünstige Verteilung der Handkraft. (...) Wenn man aber versucht, dieser exzellenten Fahrwerke gerecht zu werden und das herauszuholen, was da drinsteckt, dann stört zumindest mich diese Bremsencharakteristik. Besäße ich selbst eine Maschine dieser Baureihe, so würde ich mich keine Stunde besinnen, bei BMW eine unbearbeitete Ankerplatte zu kaufen und da still und friedlich wieder eine ganz normale Einnockenbremse drauf zu montieren." (Carl Hertweck, Besser machen, Stuttgart 1959, S. 141 f.)
Hertweck bringt es auf den Punkt. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Maschine, in die ich die Bremse eingebaut habe, rund anderthalb Zentner weniger wiegt als die BMW, ist klar, dass sich die geschilderten Probleme noch etwas verstärken.