Duplexbremse entgiften

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Tukulti-Ninurta

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Hallo Leute, an einem meiner Motorräder habe ich eine Duplexbremse einer Honda CB 450 mit 200 mm Durchmesser montiert. Bremst saugut, ist aber extrem giftig. Reflexartige Betätigung mit (zu) hoher Handkraft beantwortet sie umgehend mit der Blockade des Vorderrads. Da die Strich 5 ähnliche Bremsen hat, frage ich hier mal die Spezialisten nach einem Rat, wie man die Giftigkeit der Bremse vermindern könnte. Freundliche Grüße Wolf-Ingo
 
Hallo Wolf-Ingo,

wie groß ist der Unterschied zwischen Durchmesser Trommel und Durchmesser Bremsbelägekreis?

Mit anderen Worten: Die Nocken der Bremshebelwelle sollten gerade stehen und der Spalt zwischen Belag und Trommel klein sein.
Wenn der Nocken schon weit gedreht ist, bevor der Belag die Trommel berührt, neigt die Bremse zum Blockieren.
Hier helfen neue, eventuell dickere Bremsbeläge, die dann auf das passende Maß abgedreht werden.

(Ich hatte mal vor etwa 35 Jahren eine Münch-Bremse in eine BMW-Felge eingespeicht. Die blockierte auch. Der Friedel Münch hat dann zunächst die verzogene Trommel wieder rund gedreht und dann dickere Bremsbeläge passend gedreht. Danach war das eine super Bremse. Leider habe ich die Bremse nicht behalten...:schimpf:)

Gruß Ulli
 
Hallo Ulli, danke für den freundlichen Hinweis. Die Beläge sind vor 6.500 km reingekommen und wurden in montiertem Zustand auf einer Drehbank an die Trommel angepasst, deren Laufleistung im ersten Leben sehr gering gewesen sein soll. Von Verschleiß dürfte eigentlich keine Rede sein, aber prüfen will ich das nochmals...
 
Hallo,

wenn sich der Bremshebel auf einer verzahnten Welle befindet, würde ich mal diesen um einen Zahn versetzen. Damit verkürzt sich der wirksame Hebelarm bei gleicher Handkraft und die Bremskraft verringert sich etwas. Eine blockierende Vorderradbremse wollte ich nicht haben.:schock:

Gruß
Hans-Jürgen
 
...jo, das ist eine Idee. Werd noch vorher die Kanten der Bremsbacken anfasen, das hatte ich wohl vergessen. Gut möglich, dass das auch einen Beitrag zur schlechten Dosierbarkeit leistete...
 
moin
mir ist mal die obere feder gebrochen, das blockierte auch hervoragend.
wenn die federn zu lasch sind, passiert allerdings das gleiche, weil sich die auflaufende backe nicht lösen kann. ich vermute allerdings auch eher die tips meiner vorschreiber.
netten gruss
jan
tante edit:
der bowdenzug sollten natürlich nicht festsitzen.
nochmal edit: nur weil das mal jemand in der drehbank hatte, heist das ja nicht, daß der keine fehler gemacht hat...
 
Zuletzt bearbeitet:
Nachtrag: Ich habe mal in zeitgenössischer Literatur gestöbert. Bei Carl Hertweck, dem Chefredakteur von "Das Motorrad" in den 1950er Jahren, fand ich diese interessanten Passagen zur BMW-Duplexbremse:

"Nach der zusammengefaßten Erfahrung mit mehreren Testmaschinen dieser Baureihe möchte ich doch sagen, daß bei dieser Bremsengröße und vor allem bei dieser Bremsenwirksamkeit der Doppelnockenmechanismus bereits etwas zuviel des Guten ist. Man muß schon ziemlich viel Handkraft aufwenden, bevor diese Bremse überhaupt anlegt, dank ihrer enormen Wirksamkeit ist aber der zusätzliche Kraftbedarf vom Anlegen bis zur vollen Wirksamkeit so gering im Vergleich zur Anfangskraft, daß ein wenig gewissenhafter Beobachter ohne weiteres sagen würde, die Bremse 'beiße'. In Wirklichkeit beißt sie natürlich nicht, dazu ist sie viel zu gut, dieses Beißen wird nur vorgetäuscht durch diese ungünstige Verteilung der Handkraft. (...) Wenn man aber versucht, dieser exzellenten Fahrwerke gerecht zu werden und das herauszuholen, was da drinsteckt, dann stört zumindest mich diese Bremsencharakteristik. Besäße ich selbst eine Maschine dieser Baureihe, so würde ich mich keine Stunde besinnen, bei BMW eine unbearbeitete Ankerplatte zu kaufen und da still und friedlich wieder eine ganz normale Einnockenbremse drauf zu montieren." (Carl Hertweck, Besser machen, Stuttgart 1959, S. 141 f.)

Hertweck bringt es auf den Punkt. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Maschine, in die ich die Bremse eingebaut habe, rund anderthalb Zentner weniger wiegt als die BMW, ist klar, dass sich die geschilderten Probleme noch etwas verstärken.
progress.gif
 
Hallo,

grundsätzlich ist das Bremsverhalten von Duplexbremse zur Scheibenbremse sehr unterscheidlich. Ist die Verzögerung bei der Scheibenbremse fast linear zur Handkraft so kann einen Duplexbremse schon so richtig hacken. Besonders wenn sie lange nicht gefahren wurde. Dann rostet der Bremsring leicht an und die Bremse greift zunächst fest zu.

Gruß
Walter
 
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