....von meinem Vater, der in der Zeit von 1935 bis 1956 BMW gefahren ist, habe ich übernommen: Vergaser leerlaufen lassen, ein Schuss Öl durchs Zündkerzenloch in den Zylinder Zündkerzen wieder rein, Tank randvoll.
Bei der Reanimierung: Zündkerzen raus, säubern, Elektrodenabstand prüfen, geladene Batterie rein, Motor leer durchdrehen bis Öldruck aufgebaut ist, Kerzen rein, Choke rein, Benzinhahn auf, 2 - 3 beherzte Dreh am Gasgriff, Kupplung ziehen, starten.
So mache ich das seit den 80igern und es funktioniert sehr gut. ....
Öl in den Zylinder? Bei vier Monaten Standzeit?

Bringt außerdem ziemlich wenig bis nichts, da die Kolbenringe beim Durchdrehen des Motors den Ölfilm wegschieben. Besonders, wenn beide Kolben auf OT stehen, benetzt das Öl dann hauptsächlich Kolbenboden und Zylinderkopf. Beide brauchen das nicht. Gibt durch die unvollständige Verbrennung nach dem ersten Start im Frühjahr bloß ordentlich Ablagerungen.
Die Geschichte bei der Reanimierung "Motor leer durchdrehen bis Öldruck aufgebaut ist, Kerzen rein, Choke rein, Benzinhahn auf, 2 - 3 beherzte Dreh am Gasgriff, Kupplung ziehen, starten" finde ich interessant. Vor allem, warum man den Motor leer durchdrehen sollte, bis Öldruck aufgebaut ist. Bis man die Kerzen wieder drin hat, hat sich der Öldruck längst wieder zur Ruhe begeben. Dass Du dieses Rezept von Deinem Vater hast, finde ich erstaunlich. Hat er doch Motorräder gefahren, die wälzgelagerte Kurbeltriebe hatten. Öl"druck" gibt es da gar nicht. Die kleinen Pumpen bei wälzgelagerten Viertaktern sind reine Förderpumpen, die bauen keinen Druck auf. Nämlich, weil Wälzlager keinen Öldruck brauchen. Das kurze leere Durchdrehen dient höchstens dazu, die Wälzlager des Kurbeltriebes vor dem Start mit Öl zu versorgen. Wenn so ein Motor
mehrere Jahre gestanden hat, mag das sinnvoll sein.
Bei unseren Gleitlagermotoren ist es total kontraproduktiv, da die Gleitlager der Kurbelwelle somit zweimal "Kaltstart ohne Öldruck" abkriegen. Das ist etwas, was denen gar nicht gefällt, und was man daher auf das unumgängliche Minimum beschränken sollte.
Dass die "beherzten" Drehe am Gasgriff genau gar nichts bringen bei den Bing-Gleichdruckvergasern, steht ja schon weiter oben.