GS-Heckkotflügel kleben?

Mister B: PA Ameisensäure
Sanrais: Wenn nix schmilzt ist es kein Thermoplast. Keine Kennzeichnung vorhanden, innen?
 
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Darum prüfen. In den Baujahren konnte man nie sicher sein ob es das ist was drauf steht. Habe das unzählige Male in der Automobilindustrie erlebt. Da wurde mal der Zulieferer gewechselt der anderes Material verwendete aber Prägung blieb und solche Geschichten. Die Lacklieferanten brachten wegen der Problematik Testflüssigkeiten raus um eine sichere Indentifizierung zu ermöglichen.

Inhalt und Funktionsweise der Testflüssigkeiten
Der Koffer enthielt meist ein Set aus drei bis vier spezifischen Lösemitteln, die nach einer festen Prüf-Reihenfolge auf eine verdeckte Stelle des Bauteils aufgetragen wurden:
  1. Testflüssigkeit 1 (meist Benzin/Aliphaten): Prüfte die Beständigkeit. Wenn keine Reaktion erfolgte, deutete dies oft auf Polyolefine wie PE (Polyethylen) oder PP (Polypropylen) hin.
  2. Testflüssigkeit 2 (Aceton/Ketone): Löste Kunststoffe wie PS (Polystyrol) oder ABS sofort an. Die Oberfläche wurde klebrig oder trübte ein.
  3. Spezial-Lösemittel (z. B. Ameisensäure oder Xylol): Dienten zur Identifikation von PA (Polyamid) oder PVC. PA reagierte charakteristisch auf Ameisensäure.
  4. Haftungstest: Oft war auch eine Testflüssigkeit dabei, die prüfte, ob ein Standard-Haftvermittler (Primer) auf dem Material "greift" oder ob eine spezielle Vorbehandlung (wie das Beflammen oder Tempern) nötig war.

Warum der Koffer heute ein Klassiker ist
Diese Sets waren der Vorläufer der heutigen digitalen Identifikationssysteme. Sie basierten auf dem Prinzip der selektiven Löslichkeit.
  • Identifikations-Tabelle: Im Deckel des Koffers befand sich meist eine Matrix. Je nachdem, welche Flüssigkeit den Kunststoff anlöste oder verfärbte, konnte man über die Tabelle den Typ (z. B. PP-EPDM, PUR oder ABS) ablesen.
  • Zubehör: Neben den Flüssigkeiten gehörten oft Schleifvliese zur Reinigung und Pipetten zum präzisen Auftragen zum Set.
 
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