HBZ Instandsetzung /Restaurierung

/7_didi

Aktiv
Seit
27. Okt. 2013
Beiträge
630
Ort
Bad Camberg
Hallo,

ich habe beim Kauf meiner R90S einen HBZ als lose Ware in einer Kiste mit reichlich anderem Geraffel als Beigabe erhalten. Momentan ist ein HBZ mit Kolben und Behälter am Lenker verbaut.
Ich möchte den derzeitigen Stand vorerst behalten, jedoch möchte ich die Möglichkeit haben die Q irgendwann wieder in den Originalzustand zu versetzen.
Ich habe den HBZ für eine Weile in Carramba eingeweicht und dann demontiert. Beim Anblick der Lauffläche des Zylinders denke ich nicht daß es mit einem neuen Dichtungssatz getan ist.
Gibt es eine Möglichkeit die Lauffläche auszuhohnen bzw. auszuschleifen?

LG
Dieter
 
[...]
Ich habe den HBZ für eine Weile in Carramba eingeweicht und dann demontiert. Beim Anblick der Lauffläche des Zylinders denke ich nicht daß es mit einem neuen Dichtungssatz getan ist.
Gibt es eine Möglichkeit die Lauffläche auszuhohnen bzw. auszuschleifen?

LG
Dieter

Hi,
es gibt meines Wissens nach keinen Kolben mit Übermaß, d.h. wenn die Lauffläche des Zylinders Ausbrüche oder starke Riefen hat, brauch man wohl einen neuen.

Hans
 
Hi,
es gibt meines Wissens nach keinen Kolben mit Übermaß, d.h. wenn die Lauffläche des Zylinders Ausbrüche oder starke Riefen hat, brauch man wohl einen neuen.

Richtig, gibt´s nicht. Wenn leichte Riefen zu sehen sind, kann man ggf. versuchen, den Zylinder zu polieren, das geht. Von weiteren "Basteleien" an einem sicherheitsrelevanten Bauteil würde ich abraten.
 
Hallo,

ich habe dazu mal die entsprechende Seite aus der Original-Reparaturanleitung für ATE-Motorrad-Hauptzylinder angehängt.

Sowas wurde damals tatsächlich mit dem entsprechenden Rep.Satz rausgegeben. Traut sich heute kein Bremssystemhersteller mehr.

Im Abschnitt "Reinigen und Prüfen Abs. 2" steht das Entscheidende im Fettdruck.

Die Geschichte mit dem Rundholz/Läppleinen-Werkzeug bekommt man ja noch gut hin; aber wer hat schon die Möglichkeiten eine Bohrung mit knapp 14 - 16mm Durchmesser sauber auf 100stel mm zu vermessen?

Beim auch nur geringsten Zweifel gibt's also letztlich nur eins: NEU!

Gruß dabbelju
 

Anhänge

Wenn der Zylinder schon Riefen hat, kannst Du nur noch entsorgen. Du kannst ja versuchen, den Zylinder zu läppen und einen neuen Rep-Satz einbauen. Dann mal alles zusammenbauen und über Nacht mit nem Kabelbinder Druck auf das System geben. Wenn der Druck am nächsten Morgen noch da ist, würd ich persönlich das mal Probefahren.
Meistens ist es jedoch so, auch bei den Rep-Sätzen von Kupplungsgeber / Nehmerzylinder im PKW Bereich, dass die Sache dann erstmal funktioniert, aber nach recht kurzer Zeit dann doch wieder undicht wird. Also eigentlich eher rausgeschmissenes Geld, wenn das Gehäuse nicht gehohnt werden kann und ein passender Kolben eingesetzt wird.
 
Die Brembo-Zylinder kann man neu ausbüchsen lassen, danach passt der originale Reparatursatz wieder. Evtl. macht das ja auch jemand für die BMW Bremse.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der alte Zylinder meiner R100S Bj 76 zeigte das typische Korrosionsverhalten: Wenn man ordentlich reinlangt in die Bremse, wurden die Dichtungslippen ordentlich an die Wandungen gepresst, und die Bremse baute ordentlich Druck auf und versah den Dienst unauffällig.
Wenn man aber nur sachte anbremst, dann ging der Druck immer wieder ein kleines bißchen weg, also nachziehen am Hebel, und so ging das lustig weiter, bis der Hebel am Gasgriff anlafg, ohne Druck in der Leitung.

Ich habe den HBZ ausgebaut, alter Kolben raus, Lauffläche sichtbar beschädigt, aber nicht tief. Also 16,5mm Holz gemacht, vorn geschlitzt, erst 500er, dann 2500er Schleifleinen rein, bis die Lauffläche gut aussah.
Dann eine Dorn mit Verschleißmaß gedreht (weiß gar nciht mehr, wie gross das war), der ging nicht rein, damit war die Bohrung enger als das größtzulässige Maß. (Ja, inwieweit das unrund ist klässt sich damit nicht prüfen, ist mir klar).

Reparaturset eingebaut, eingestellt, die Bremse bremst heute noch einwandfrei. Wären da dicke Riefen dringewesen, hätte ich das nicht gemacht.

Der Drucktest über Nacht, wie oben beschrieben, bringt es IMHO nicht. Bei Riefen oder Korrosionsschäden dichtet Manschette bei wenig Druck nicht mehr, bei viel Druck aber sehr wohl.
 
Vielen Dank Jungs, ihr ward wie immer schneller als der Schall, ich werde mir das Ding nochmal ganz genau zu Gemüte ziehen:rolleyes:. Ich werde, wie Jürgen schon schrieb, mal einen Holzstab bauen und etwas schmirgeln, wenn sich herausstellen sollte daß der Rost bzw. Schmodder nur Oberflächlich ist, werde ich mir dann einen Dichtungssatz kaufen.
Neulich hatte hier ja ein Kollege 250,-€ für einen HBZ aufgerufen, da lohnt es sich ein bisschen Elbogenschmalz zu investieren.
Das mit den Grenzdornen werde ich genau so machen, das ist sicher kein Problem.

….wird fortgesetzt..


LG
Dieter
 
Zurück
Oben Unten