Kardanwelle zerbröselt

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14. Jan. 2011
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Ostbelgien
Hallo zusammen<br>Auf den Fotos ist zu sehen, was heute aus dem Kardantunnel zum Vorschein kam. Ich schwöre, dass ich mit dem Motorrad bis nach hause gefahren bin. Von seltsamen rhythmischen Schwingungen im etwa zwei-Sekundentakt bis zum Totalkollaps vergingen nur etwa 20 km. Ein paar hundert Meter vor der heimischen Garage fing es dann an zu scheppert.  Den Restweg habe ich bergab rollend im Leerlauf zurück gelegt. <br>Die Welle stammt aus einer R100R von 92, km etwa 80.000, kann ich aber nicht garantieren. Seit etwa 20.000.km ist der Motor auf etwa 80 PS frisiert. Sie lief völlig unauffällig. Wahrscheinlich werde ich mit einer neuen Welle im Vergleich feststellen, dass sie doch rauh lief, oder laut, mal abwarten...<br>Wo bekomme ich eine neue Welle her? Und was kostet so was? Ich erinnere mich daran, hier im Forum mal von modifizierten Wellen mit abschmierbaren Gelenken gelesen zu haben, und auch von starren Wellen ohne Gummiruckdämpfer. Bringt es das wirklich?  Moderne Dauerfettschmierungen sind eigentlich ein Fortschritt zu den alten Schmiernippeln, an die man eben auch immer denken muss...<br>LG aus Ostbelgien <br>Zoltán
 

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Hallo Zoltan

greif einmal tief in die Tasche und du hast
für den Rest der Lebensdauer deiner BMW,
bei etwas Pflege, etwas Dauerhaftes gekauft.

Gruss Harald
 
......Ich erinnere mich daran, hier im Forum mal von modifizierten Wellen mit abschmierbaren Gelenken gelesen zu haben, und auch von starren Wellen ohne Gummiruckdämpfer. Bringt es das wirklich?  Moderne Dauerfettschmierungen sind eigentlich ein Fortschritt zu den alten Schmiernippeln, an die man eben auch immer denken muss...<br>LG aus Ostbelgien <br>Zoltán

An den Bruchstücken ist auf den Fotos auch nicht der Hauch eines Schmiermittels zu erkennen. Ich glaube sogar rostigen Metallstaub zu erkennen. Wie sieht das Schiebestück aus - auch trocken und rostig?

Kann es sein, dass die Kardanschwinge innen mal etwas ölig war und deshalb mit Bremsenreiniger ausgewaschen wurde? Damit entfernt man natürlich jede Art von Schmierung aus den Lagern. Egal ob mit oder ohne Schmiernippel.
 
Hallo Frank
Der Eindruck täuscht. Ich habe die Schwinge gerade zerlegt und alles gereinigt. Es war jede Menge altes Fett gemischt mit Metallstaub und diversen Trümmerstücken der Lager zu finden. Ich habe seinerzeit das Innere der Schwinge vor dem letzten Zusammenbau mit Sprühöl eingegenebelt. Das hat sich mit dem unvermeidlichen Kondenswasser zu einem bräunlichen Schleim vermischt, der sich v.a. im hinteren Faltenbalg gesammelt hat. Insgesamt waren das aber nur einige Tropfen, auf jeden Fall weniger, als die Fotos vermuten lassen. Ich hatte die Schwinge zum Staburagsen vor etwa zweieinhalb Jahren das letzte mal auseinander. Allerdings habe ich damals das hintere Tunnelteil nicht abgebaut. Alles war unauffällig!
Ich habe noch nie mit Bremsenreiniger die Gelenke gesäubert! Allerdings habe ich jetzt nach dem Zerlegen über eine ganze Spraydose zum Reinigen des Tunnels und des Endstückes gebraucht. Da kam wirklich ein übler Brei raus. Alle vier Scjwingenlager scheinen in Ordnung zu sein. Ich werde sie wieder einbauen und dann häufiger kontrollieren. Im Zweifelsfall sind sie an einem Nachmittag schnell gewechselt.
Die genaue Ursache des Schadens wird sich wohl nicht klären lassen. Auf jeden Fall ist das Fett raus und die Lager sind verreckt!
Was mich wundert, ist die Tatsache, dass sich der Schaden nicht längerfristig angekündigt hat. Ich bin sehr gespannt, ob ich mit einer neuen Welle einen Unterschied zu vorher bemerke. Die Maschine lief immer schon rauh. Ich habe das immer auf die Tuningmaßnahmen zurück geführt: erhöhte Verdichtung aber mit den recht schweren Serienkolben. Das muss letztlich stärker vibrieren.
LG
Zoltán
 
Hi,

ich habe mehrfach zerbröselnde Kardan-Gelenke gehabt. Der Schaden hat sich immer angekündigt: durch harte Schaltvorgänge.

Deshalb: Der Fettverlust (ursächlich) führt dazu, daß die Wälzkörper trocken laufen, weswegen sie durch Abrieb an Umfang verlieren. Das führt zu Spiel im Gelenklager. Dieses Spiel muß bei jedem Schaltvorgang überwunden werden, bevor der Kraftschluss hergestellt wird. Die Welle holt sozusagen erst Schwung, bevor sie das Drehmoment tatsächlich an das HAG weitergibt. Klong, Gang drin.

Meine Empfehlung wäre, eine Welle zu kaufen, bei der die Gelenke nicht nur abgeschmiert, sondern auch ausgetauscht werden können. Frag mal hier im grünen Bereich oder bei der Fa. Elbe in Köln. Du kriegst dabei aber möglicherweise ein Problem, weil die Betriebe im Austausch Wellen haben wollen, die instandsetzungsfähig sind. Und das ist deine nun wirklich nicht. ;(

Schlußendlich mal die Abtriebswelle am Getriebeausgang mit sensiblen Fingern durchdrehen. Ein Lagerschaden dort ist im Wortsinne sicher nicht weit weg.
 
Hi,
Meine Empfehlung wäre, eine Welle zu kaufen, bei der die Gelenke nicht nur abgeschmiert, sondern auch ausgetauscht werden können. Frag mal hier im grünen Bereich oder bei der Fa. Elbe in Köln.
Nur zur Info: abschmierbare Gelenke kann jeder Kardan-Fachbetrieb in eine serienmässige BMW-Kardanwelle einsetzen, das Gelenk hat ein Standardmass.

... allerdings muss dazu eine Welle zur Hand haben, die nicht bewusst kaputtgeschrubbt wurde ... :pfeif:
 
Nur zur Info: abschmierbare Gelenke kann jeder Kardan-Fachbetrieb in eine serienmässige BMW-Kardanwelle einsetzen, das Gelenk hat ein Standardmass.

Nee, lieber Jörg,

das dachte ich auch mal. Bin seinerzeit extra zu einem Gelenkwellen-Instandsetzer gefahren. Die haben nur kurz auf die originale Verstemmung gekuckt, und abgewunken. Kein Sicherungsring, kein Austausch.
Gesagt haben sie mir übrigens noch, daß das auch kaum ein anderer ihnen bekannter Betrieb übernehmen würde.

)(-:
 
Hallo Wilhelm
Deine Ausführungen sind plausibel. Allerdings schalten unsere Trecker nie wirklich weich, und auch der anschließende Kraftschluss ist grundsätzlich von der gröberen Sorte. Der Verschleiß hat sich wahrscheinlich so langsam angekündigt, dass er mir nicht aufgefallen ist. Das ist meine einzige BMW. Ich habe keinen Vergleich. Meine alte Honda (10 Jahre älter als die BMW) lief immer schon in jeder Hinsicht weicher, sozusagen in einer anderen Liga. Vielleicht bin ich auch nur unsensibel. Auf jeden Fall bin ich auf das Gefühl mit der neuen Welle gespannt.
Das Getriebeausgangslager habe ich direkt als erstes gecheckt. Es ist glücklicherweise in Ordung.
LG
Zoltán
 
@Wilhelm
Hallo Wilhelm

Das Getriebeausgangslager habe ich direkt als erstes gecheckt. Es ist glücklicherweise in Ordung.
LG
Zoltán

Das Getriebeausgabgslager ist fast nie defekt! Du solltest das vordere Lager der Abtriebswelle genauer in Augenschein nehmen. Das ist bei neueren Getrieben das Lager von NTN.

Gruß

mr.foss
 
Moin Wilhelm,
das dachte ich auch mal. Bin seinerzeit extra zu einem Gelenkwellen-Instandsetzer gefahren. Die haben nur kurz auf die originale Verstemmung gekuckt, und abgewunken. Kein Sicherungsring, kein Austausch.
Gesagt haben sie mir übrigens noch, daß das auch kaum ein anderer ihnen bekannter Betrieb übernehmen würde.
Ich weiss ja nicht, was Ihr da in Deutschland für "Fachbetriebe" habt ... ich bin hier zum nächsten (15 km) hingefahren, er hat sich die Welle angeschaut und gemeint, das sei kein Problem.

Am nächsten Tag hab ich die überholte Welle abgeholt, seitdem liegt sie "für den Fall der Fälle" bei mir im Keller.
 
Hallo zusammen
Die neue Welle ist drin, abschmierbar und mit auswechselbaren Gelenken.(Vielen Dank auch von hier an Andreas Mattern für die schnelle und freundliche Abwicklung!) Sie läuft tatsächlich ein wenig weicher. Aber der Effekt ist kaum spürbar. Das beruhigt mich, weil ich offensichtlich doch nicht gänzlich unsensibel bin. Aber es beunruhigt mich auch, weil sich ein Schaden offensichtlich nicht unbedingt deutlich wahrnehmbar ankündigen muss. Darum habe ich mir auf jeden Fall vorgenommen, das Lagenspiel und die Welle in Zukunft gewissenhafter und häufiger zu checken.
Vielen Dank für alle Tipps und Ratschläge.
aus dem sonnigen Ostbelgien
Zoltán
 
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