Lieber Marcus,
hinter meiner Arbeit stehe ich und muß auch dafür Haften!
Meine Meinung zu Deiner Meinung verkneife ich mir jetzt.
Man kann natürlich auch strikt nach WHB vorgehen:
Monolever Seite 6.40:
Am Getriebeabtriebsflansch Befestigungsschrauben
(196/1) mit Spezialschlüssel,
BMW-Nr. 33 1 620, einschrauben
und mit vorgeschriebenem Anziehdrehmoment
festziehen.
Anziehdrehmomente:
Gelenkwelle an Getriebe 36 ± 4Nm
Paralever Seite 9.21:
Befestigungsschrauben mit Spezialschlüssel,
BMW-Nr. 00 2 560, und vorgeschriebenem
Anziehdrehmoment festziehen.
Anziehdrehmoment:
Gelenkwelle an Getriebe 40 Nm
Beide Flansche sind identisch, wieso reichen beim Einen 20% weniger Drehmoment als beim Anderen?
Wieso muß ich lt. WHB bei der Monolever einen 12er Ringschlüssel, bei der Paralever den passeden 10er Ringschlüssel verwenden?
In meiner langjährigen, nebenberuflichen Tätigkeit als Motorradschrauber sind mir schon ganz andere, wirklich lebensgefährliche Sachen untergekommen, hier zwei Beispiele:
An einem 25er Roller hatte sich vorne der Bremskolben durch die Fragmente des Belagträgerblechs gearbeitet und so gebremst. Das Fahrzeug kam aus der Vertragswerkstatt der Rollermarke.
Bei einem japanischen Softchopper wurde in der Vertragswerkstatt das obere Lenkkopf(kugel)lager folgendermaßen eingebaut: Lagerschale im Lenkkopf, darauf obere Lagerschale mit Kugellauffläche nach oben, die Kugeln und die Blechabdeckung. Das z. T die Schrauben der Gabelbrücken nicht mehr angezogen wurden fällt da fast nicht mehr in 's Gewicht.
Bei zwei Maschinen von Reifenkunden wurde vor nicht allzulanger Zeit die aufgetragene Inspektion in der Vertragswerkstatt zwar abgerechnet aber nicht durchgeführt! Nur bedingt lebensgefährlich (Bremsflüssigkeit) aber kriminell.
So genug ausgekotzt und Fazit: in nächster Zeit werde ich weniger "fragwürdige" Hinweise posten und mich dafür still drüber amüsieren wie aus dem Anziehen einer Schraube eine Wissenschaft gemacht wird.
@ Fritz: Ich schrub, ich verwende gebrauchte, nicht beschädigte Schrauben
