Köpfe runter oder nicht?

o.technikus

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11. Okt. 2015
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Nordheide
Hallo...letzte Frage eines Vorsichtigen vor dem Jahreswechselmmmm

Heute habe ich bei meiner R100Cs (Neuerwerbung) im Zuge der großen Kontrolle und Wartung mal schnell die Zylinderkopfdeckel abgenommen.
Angeblich sind die Köpfe vor ca. 5000km überholt + bleifrei.

Bild unter den Deckeln nicht berauschend..

- insgesamt alles braun eingesaut, insbesondere auf der Auslass-Seite, Ölrest schwarz wie Teer.
.....Ist ja im Allgemeinen kein gutes Zeichen was die Ventilführungen betrifft. Durch die Auslass Führungen scheint es durch zu blasen...

- Axialspiel der Kipphebel gleich 0
.....könnte also die angeblichen nur 4500km nach Überholung bestätigen
- aber dann...Ventilspiel auch 0 :entsetzten:

Habe mir schnell mal per Endoskop (nicht das Beste) die Zylinder und Ventile betrachtet...
- Zylinder in neuwertigem Zustand...wie der Verkäufer sagte, neu gehohnt, neue Kolbenringe.
- Ventile ...Einlass beide Seiten optisch gut, breiter Rand und eindeutiges Tragbild auf den Sitzen. Auslass stark verkohlt, Rand schmaler und Tragbild nicht blank sondern uneinheitlich braun....bei dem fehlenden Ventilspiel kein Wunder. Da die Kiste zuletzt nur kurz gelaufen ist dürften die Ventile nicht völlig dicht gewesen sein.


Wat nu?

Variante A...Ventilraum reinigen, Ventile einstellen und erst einmal fahren, danach erneut Tragbild prüfen... oder

Variante B...Köpfe runter, zerlegen und auf jeden Fall Spiel in den Führungen, Zustand der Ventile und Sitze prüfen, ggf. leicht einschleifen oder erneuern um mit 99-100% in die nächste Runde zu gehen?

Der Winter, der ein Sommer war, ist ja noch lang ;-)

Guten Rutsch und allzeit gute Fahrt!!!!

Volker
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde B vorschlagen. Der Aufwand ist ja nicht so groß.
Möglicherweise sind die Köpfe bei der Überholung nur nicht gestrahlt worden und daher so verfärbt.
Sicher sein kannst Du aber nur, wenn Du das Kippspiel der Ventile in den Führungen geprüft hast.
 
Moin Volker!

Wenn tatsächlich Ölkohle auf den Auslassventilsitzen festgepappt
ist, würde ich die Köpfe abschrauben und auseinandernehmen.
Ansonsten verbrennt u.U. ratzfatz das Ventil / der Sitz...

Und auch mal nachsehen, warum dort Öl hingelangen konnte
(Spiel in den Ventilführungen, Stoßspiel der Kolbenringe, Breite
der Kolbenringnuten in den Kolben). Da gibt es eindeutige
Verschleißmaße im WHB.

Und überholt ist nicht immer wirklich überholt.
Je nachdem, wer daran herumgeschraubt hat...

Ist dank Treckertechnik ja nich sooo ne große Sache.
 
Danke euch beiden...

entspricht meiner Tendenz...ich mag keine Kompromisse und bin in technischen Fragen manchmal zu pingelig...und dann braucht man doch den Schubser zur vernünftigen Entscheidung.

Nachdem die Q also in 2015 vorne schön frisch gemacht wurde, Bremsen vollständig überholt, Radlager neu und so einige Kleinteile an der ganzen Maschine als Füllarbeit optimiert kommt in 2016 das Vorderrad wieder rein und die Köppe dafür runter...

So ein "da brauchste nicht viel dran zu tun" Kauf kann sich erfahrungsgemäß ganz schön entwickeln...aber ich wollte ja nach Jahren der Abstinenz wieder schrauben und bin ohne Illusion an die Sache gegangen. War insgesamt die richtige Entscheidung mit sehr großer Wartung zu starten.

Vielleicht wird dann auch gleich der Kipphebeltrieb optimiert....

Guten Rutsch!!!!
Volker
 
Hast du Bilder von der Verfärbung? Wie stark darf denn da ne Verfärbung sein? Silbrig sind meine Köpfe unter den Deckeln auch nicht. Hier gibts Bilder. Muss ich doch nächste Woche mal gucken....
 
Zuletzt bearbeitet:
Tach Gunnar!

Allein anhand von Bildern ist das u.U. eher schwierig zu beurteilen...

Meine Erfahrung ist, das auf der "heißen" Seite (Auslassseite) des
Kopfes eher Verfärbungen auftreten... Ist aber sicher auch von
diversen Parametern (Vollgasanteil, etc.) abhängig.

Braucht Deine Q denn übermäßig Öl?

Edit meint: OK, wennz so aussieht, wie auf dem unteren Bild,
dann würde selbst sie Hand anlegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin Jörge,

kaum Ölverbrauch, kaum Vollgas. Ich vergleiche mal mit MM's Bildern, wenn ich die Ventile einstelle. Aber so eine charmante Schokoladen(ver)färbung habe ich bei den letzten Einstellungen schon gesehen....

Guten Rutsch (aber nicht mit dem KRAD!)!
 
Hi Gunnar!

Winterzeit... Bastelzeit!

Wenns Dich beruhigt, schraub die Köpfe ab und schau
nach, ob da was an oder über der Verschleißgrenze liegt.

Bei einem Ölverbrauch unter 0,3 ... 0,4 Liter / 1000km,
ohne Klingelei (Ölkohle, die rumglüht), ohne Ölrauchfahne,
ohne unnatürliches Geklapper aus dem Kopf würde ich nicht
"auf Verdacht" rumschrauben. Wobei ich gerne und gründlich
den Dingen auf den Grund gehe...


Viel Spaß beim Jahreswechsel! :rotwein:

ps Man kann auch die Ventilführungen "händisch" auf Verschleiß
prüfen, ohne den Kopf abzuschrauben. Dazu auf Zündungs-OT
stellen, anstelle der Zündkerze einen Adapter mit durchgehender
Bohrung einschrauben, dann den Brennraum mit Druckluft beaufschlagen.
Federn demontieren, am Ventil wackeln... Vorher den Druck ablassen...
Hab ich mal bei nem Kumpel gesehen, der professionell an Autos schraubt.
Aber noch nicht selbst gemacht... Wär mal n Versuch wert. Wennz
nicht klappt, hat man ja nicht wirklich Zeit verloren... Wennz klappt,
aber u.U. Zeit und Geld gespart.
 
Hallo Gunnar...

wenn die Bilder in der Datenbank die Notwendigkeit einer Kopfrevision belegen, die fällig ist, dann wäre meine "überfällig":evil:

Mal schaun ob ich in der dunklen Garage ein Bild hin bekomme, aber bei mir ist auffällig, dass der gesamte Raum beim Auslassventil braun ist. Der Bereich um die Feder dunkelbraun, bald die Farbe der Kipphebel.

Dumm ist nur, wie Detlev richtig sagt...wer weiss was der Vorbesitzer gemacht hat und was später entstanden ist.

Meine Q wird im neuen Jahr "kopflos" ich will die inneren Werte lieber kennenlernen und da sie angeblich ca. 100tkm auf der Uhr hat......

Ich berichte!

V.



Moin Jörge,

kaum Ölverbrauch, kaum Vollgas. Ich vergleiche mal mit MM's Bildern, wenn ich die Ventile einstelle. Aber so eine charmante Schokoladen(ver)färbung habe ich bei den letzten Einstellungen schon gesehen....

Guten Rutsch (aber nicht mit dem KRAD!)!
 
Hallo Gunnar...

wenn die Bilder in der Datenbank die Notwendigkeit einer Kopfrevision belegen, die fällig ist, dann wäre meine "überfällig":evil:

Mal schaun ob ich in der dunklen Garage ein Bild hin bekomme, aber bei mir ist auffällig, dass der gesamte Raum beim Auslassventil braun ist. Der Bereich um die Feder dunkelbraun, bald die Farbe der Kipphebel.

Dumm ist nur, wie Detlev richtig sagt...wer weiss was der Vorbesitzer gemacht hat und was später entstanden ist.

Meine Q wird im neuen Jahr "kopflos" ich will die inneren Werte lieber kennenlernen und da sie angeblich ca. 100tkm auf der Uhr hat......

Ich berichte!

V.

Airheadchallenge: Im neuen Jahr posten wir hier mal Bilder! Bis dahin wird die Garage wieder HELL sein, oder?:lautlachen1:
 
Meine Q wird im neuen Jahr "kopflos" ich will die inneren Werte lieber kennenlernen und da sie angeblich ca. 100tkm auf der Uhr hat......

smilie_op_031.gif NUR so wird für die nächste Saison ein Schuh draus.
 
Ist halt der heisseste Bereich im Kopf. Wenn dann noch zuviel Öl in die Führung laufen kann und von heissen Gasen wieder nach oben geblasen wird, dann wird es schokoladig ;-)

Bei guten Ventilführungen war es bei meinen Maschinen immer nur leicht gefärbt.

Bin auf das Ergebnis der Demontage in 2016 gespannt....nicht umsonst ist man Schrauber.
 
Besser is das... :oberl:

Wenn schon anzeichen da sind, Verfärbungen oder Blaurauch, gerade bei der KM-Leistung, dann doch ehen runter und auf die verlängerte Werkbank damit. Meine R45-Köpfe auf der 65er Motor sahen auch nicht viel besser aus. Dachte erst, da geht noch was, fährste halt noch ein Jahr bis de 110 Tkm drauf hast und machste dann.
Nun sind sie doch bei Überholer. Besser ist das. Und wenn die Köpfe schon mal runter sind, empfehle ich, den rechten Zylinder zu ziehen. Aber nicht komplett, sondern nur über das Kolbenbolzenauge. Dann den Sprengring raus und den Kolbenbolzen ausdrücken. Somit bleiben die Kolbenringe in der Zylinderlaufbahn. Zylinder mit eingebauten Kolben und Stößelrohren abziehen. Nun die KW 180° drehen und das Pleul hochbinden. Frei ist der Blick auf die Halterung des vorderen KW-Lagerschalenhalters. Prüfen, ob der Lagerfixierstift (noch) drin ist (sollte mit einem abgewinkelten Draht und einer guten Beleuchtung gehen). Geht der Draht weiter als 10mm in die Bohrung, ist der Stift raus und liegt in der Ölwanne. Das ist dann blöd: Motor vorn auseinander, Ölwanne runter, Stift finden, Lima, Steuerkette etc. runter und die Lagerschalenhalterung komplett ausbauen, um den schei... Stift wieder einzubauen und zu verstemmen.
Der kleine Aufwand zum Ziehen des Zylinders lohn sich. Dann kann man besser schlafen und die Saison 2016 kann (mit überarbeiteten Köpfen) kommen. :rotwein:

Guten Rutsch für alle
Oster:applaus:
 
ann den Sprengring raus und den Kolbenbolzen ausdrücken. Somit bleiben die Kolbenringe in der Zylinderlaufbahn.

Was ein Quatsch... X(

Der kleine Aufwand zum Ziehen des Zylinders lohn sich. Dann kann man besser schlafen

ich und alle anderen BMW-Mechaniker schlafen auch gut wenn sie die Zylinder "normal" ziehen und auch wieder montieren. ;)

auch trodsdehm Gudn Rudsch :D;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Was ein Quatsch... X(



ich und alle anderen BMW-Mechaniker schlafen auch gut wenn sie die Zylinder "normal" ziehen und auch wieder montieren. ;)

So. :fuenfe:

Ich halte das für eine etwas ängstliche Methode: "Und wie bekomme ich die Kolben dann wieder in die Zylinder?" Und die Ausrede "...das geht so aber schneller" zählt nicht.

Leute, wenn Ihr Euch schon die Mühe macht, dann macht es doch gleich richtig. Wenn ich einen Zylinder ziehe und den Kolben ausbaue, kann ich auch gleich, mit wenig Aufwand, z.B. die Ablagerungen auf dem Kolbenboden entfernen. Bevor ich den Mist wieder zusammenbaue.

Ich zieh doch auch nach dem Duschen frische Klamotten an......

Das Stoßspiel der Ringe lässt sich auch nicht messen, wenn der Kolben im Zylinder steckt. Spiel des Kolbenbolzens? Eben. Also was weiss ich bei dieser Art der Mache über den Zustand der Innereien? Nicht viel.
Die Methode ist, aus fachlicher Sicht, fürn Arsch.
 
Recht habt ihr, aber Oster hat es doch nur gut gemeint...

Kenne mehr als einen Hobby-Schrauber der sich Kolben in den Zylinder vormontieren lässt bevor er beides selber zusammensteckt...dabei ist es doch wirklich keine Hexerei und man weiss was man hat, wenn man es selber gemacht hat.

Mal schaun wie weit ich die Q zerlege. Wenn ich dem Vorbesitzer glaube, dann waren Kolben und Zylinder ja erst vor ca. 5000 km runter....aber was wurde gemacht und wie. Genau diese Zweifel führen nur zu schnell dazu, dass man alles noch einmal anfasst, wenn man schon mal dabei ist....

So countdown läuft...Jahreswechsel naht!

V.
 
Neues Jahr, neues Bild....erster der Challenge!

Wenn Du's unbedingt auseinanderreissen willst (weil Du wissen willst, was Du da gekauft hast), mach's halt.

Ich jedenfalls würde mir wegen der Verfärbungen keinen Kopf machen (und schon gar keinen runter) und lieber fahren.

Sprich: m.E. ist das so völlig normal und unbedenklich.
 
Wenn Du's unbedingt auseinanderreissen willst (weil Du wissen willst, was Du da gekauft hast), mach's halt.

Ich jedenfalls würde mir wegen der Verfärbungen keinen Kopf machen (und schon gar keinen runter) und lieber fahren.

Sprich: m.E. ist das so völlig normal und unbedenklich.

Vollinhaltliche Zustimmung meinerseits...
 
Die Verfärbungen sind m.E. nur eins von mehreren Anzeichen für Verschleiß.

Wenn nu der Verkäufer eine Kopfrevision behauptet, dafür spräche das enge Ventilspiel, hätte ich Zweifel an dem korrekten Umfang einer solchen Revision.

Erstens ist bekannt das sich die Kopfdichtung setzt und sich dadurch das Ventilspiel bereits beim ersten Warmlaufen deutlich verringert und Zweitens dürften sich am Auslassventil keine Unmengen von Ölkohle finden lassen.

Also durchaus Zweifelhaft.

Trotzdem würde ich jetzt die Köpfe nachziehen, das Ventilspiel korrekt einstellen und dann erst mal fahren.A%!

Köpfe kann man auch während der Saison mal abnehmen und überarbeiten.
 
Hallo Volker
Wie ist denn die Kompression? Wenn die unauffällig ist, woraus ich schießen würde, dass die Ventile ordentlich dichten, (und der Ölverbrauch ok ist) würde ich einfach weiter fahren.
frohes neues Jahr aus Ostberlin
Zoltán
 
Wenn es nur die Verfärbung wäre, dann hätte ich keine Zweifel die Köpfe in Ruhe zu lassen. Wie Matthias richtig feststellt...es ist zunächst einmal die Kombination dessen was man sieht, insbesondere der optische Zustand des Auslassventils beunruhigt etwas.

Dabei darf ich nicht vergessen, dass die Maschine über Monate kaum bewegt und oft nur kurz gestartet wurde, und das mit 0 Ventilspiel.

Andererseits ist die Kompression (gefühlt) sehr gut. Die Maschine springt sofort an, läuft einwandfrei, kein Blaurauch etc..

Nach bekannter Historie vermute ich auch, dass die Maschine vor ca. 5 Jahren überholt, danach aber nicht mehr eingestellt und gewartet wurde, weil ja wenig bewegt. Das würde den Zustand... kein Verschleiss der Kipphebel und 0 Ventilspiel erklären, weil sich die Dichtungen auf ca. 4500 km gesetzt haben. Die Kopfdeckel Dichtungen waren total spröde, die Kerzen äusserlich vergammelt und ewig nicht bewegt.

Ich versuche gerade mit dem "Vor-Vorbesitzer" in Kontakt zu kommen, der hat die Maschine überholt oder überholen lassen und sollte mehr dazu wissen. Unnötiges Schrauben macht oft mehr Probleme als Nutzen...man nennt das in der Instandhaltung auch den "Zuckerfabrik Effekt"...während der Saison läuft die Anlage ohne Mucken. Danach wird alles auseinander gerupft und zu Beginn der nächsten Saison startet man mit Problemen.

Ich tendiere inzwischen auch sehr dazu die Schrauberwut auf Wartung und Einstellung zu beschränken, wenn ich keine anderen Informationen bekomme. Werde auch noch einmal versuchen den Rand der Ventile mit meiner lütten Laufkamera etwas genauer zu bestaunen...mal sehen ob ich die Dicke besser abschätzen kann.

Mit korrekter Einstellung, Geduld und Fahrtest macht man nichts falsch.

Köpfe wirklich nachziehen? Die Reibwerte in Gewinde und zwischen den Auflageflächen entsprechen sicher nicht mehr einem Zustand, der eine korrekte Korrelation von Drehmoment und Spannung im Stehbolzen erwarten lässt. Ein alter BMW Meister hat mir mal geraten das lieber zu lassen, wenn die Köpfe schon Jahre in Betrieb waren...so lange Kopf- und Zylinderfußdichtung dicht ist... Zitat..."löst du zunächst 1/4 Umdrehung um dann wieder nach Drehmoment Vorgabe anzuziehen, dann kannst du ohnehin nicht sicher sein wieder die korrekte Spannung der Stehbolzen erreicht zu haben, weil die Reibwerte sicher nicht mehr stimmen. Löst du nicht zunächst, dann ziehst du erst recht mit Drehmoment aber auf unklarem Zustand an. Dadurch wurden schon einige Gewinde zerstört..."
 
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