Kunststofftank GS PD reinigen

Maissy

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02. März 2014
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Moin,

ich bringe gerade meine neu erstandene, seit 13 Jahren stillgelegte, 92er GS PD wieder zum Laufen. Die Vergaser sahen von innen nicht schön aus, aber die Benzinhähne sehen fürchterlich aus. Dementsprechen will ich die Benzinhähne und den Kunststofftank der GS PD reinigen.
Die Siebe an den Benzinhähnen sind weggegammelt und es ist alles verschmoddert. Ich denke, das die Siebe neu zu bekommen sind, muss aber noch nach einer Bezugsquelle schauen. Aber wie bekomme ich den Schmodder gelöst und vor allem mit welchen Flüssigkeiten. Sowohl an den Benzinhähnen, wie auch im Tank. Ich habe etwas Bedenken "Irgendwas" in den Kunststofftank zu füllen, weil ich nicht weis wie der Kunststoff reagiert. Mit Benzin löst sich der Schmodder nicht auf und mit Bremsenreiniger ebenfalls nicht.
Hat jemand Erfahrung damit?

Gruß Martin


IMG_0652.jpeg
 
Hallo Martin, was ne Sauerei. Aber egal Benzin und Bremsenreiniger sind beides sehr unpolare Lösemittel. Versuch es mit Isopropanol (Frostschutzkonzentrat für Wischwasser) oder Brennspiritus. Das sollte der Tank aushalten. Wenn es damit nicht geht, versuche 60°C heißes Wasser mit Vollwaschmittel. Alles ohne Gewähr, aber mit bestem Gewissen.
 
....bei dem Preis kein großes Risiko es auszuprobieren, bei richtiger Anwendung habe ich bisher nichts negatives damit erlebt.
Der Preis ist nicht das Problem, sondern die Empfindlichkeit von Polycarbonat, daraus sind die Tanks meines Wissens, gegen starke Alkalilauge. Bei dem Reiniger ist 1% Alkalihydroxid deklariert, das ist extrem alkalisch (pH 14). Würde ich deshalb nicht machen. Edit Hier nochmal zu lesen.
 
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Hallo Martin,
Meine Meinung? Benzinschläuche neu, Benzinhühner inkl Filtern neu, Vergaser zum Redbaron (hier im Forum).
Dein Tank ist innen auch so verschmoddert, wirklich? Wieviel Schmodder steht den drin, erstmal mit dem mildesten Mittel rangehen, 5Liter Superbenzin einweichen und ausschwenken. Den Sprit kann man ja später in kleinen Mengen mit durch den Auspuff jagen.
Ersatzteile bekommst Du bei allen üblichen Verdächtigen, oder stellst hier mal unter Suche eine Anfrage ein.
(Siebenrock, SWT-Sports, Fernreiseteile, Rabenbauer um nur einige zu nennen)
Hast Du einfach mal im WWW gesucht? Benzinhahn BMW R100
 
Würde es mal mit Petroleum oder WD40 (afaik viel Petroleum drin) probieren.
War auch meine Überlegung, dabei nur sicherstellen, was mit dem Kunststofftank passiert.
Auch Reinigungsöl wie Ballistol könnte das einweichen.

Wenn man am Hahn was Wirksames gefunden hat muss man die Reaktion auf den Kunststoff prüfen.
 
Bei ähnlich verdreckten Benzinhähnen (und anderen Teilen) habe ich sehr gute Erfahrungen mit Ballistol Harzlöser gemacht.
Zu dem Tank habe ich keine Erfahrungen.
 
Auf jeden Fall ein schönes Beispiel dafür, dass man bei den heutigen Kraftstoffen ein Motorrad nicht länger (mehrere Jahre) "mit Benzin im Tank" wegstellen darf, worst Case "Benzinhahn offen", auch wenn der volle Tank früher mal empfohlen war und gerne heute noch so erzählt wird.

Ich hatte mal selbst so einen Fall an einer R100R. Bei den Vergasern war dann einer nach Reinigung nicht mehr zu retten: Mit der Lupe sah man Lochfraß in der Schwimmerkammer und angenagte Messingteile (Düsen, Ventilsitz Schwimmerkammer). Den Vergaser hab ich dann komplett getauscht.

Die Benzinhähne habe ich mit Ultraschall und neuem Dichtsatz (Gummischeibe) und Sieben wieder hinbekommen.

Den Blechtank habe ich zu einem Tanksanierungsspezialisten gegeben, der den Tank innen zur Entfernung der Beschichtung mit einem Tankreiniger und Wärme und mechanischen Mitteln (Bewegung plus Schleifmittel) gereinigt und neu beschichtet hat. Die neue Beschichtung hat dann nach einigen Jahren angefangen abzublättern und ich habe den Tank dann letztlich komplett ersetzt.

Den Hersteller des PD Tanks gibt es ja noch. Ich glaube zwar nicht dass da was kommt, aber Fragen kann man ja mal, ob er was empfehlen würde. Ansonsten würde ich mal mit Kaltreiniger (wässrige Lösung) anfangen. Bzw. mal schauen was bei Diesel/Heizöltanks für die "Dieselpest" so verwendet wird. Die Heizöltanks und Fahrzeugtanks von Autos, Booten sind ja häufig auch aus Kunststoff.

Je nachdem wie stark die Verschmutzung im Tank ist, wird es ohne mechanische Unterstützung aber nicht gehen (gewaschener Split, Spax-Schrauben usw. und dann auf eine Betonmaschine aufspannen). Vermutlich alles viel Aufwand. Vielleicht doch gleich den Tank austauschen?

Gruß
Marcus
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich werde nächste Woche mal das ein oder andere testen und berichten.

Die Vergaser sind schon fertig. Da hab ich die Haupt- und Leerlaufdüsen gleich erneuert. Der Rest war noch in ordnung, bzw. war noch mit Ultraschall zu reinigen.

Gruß
Martin
 
Der Tank ist aus Polyamid.
Danke, ich hatte Polycarbonat in Erinnerung. Aber auch Polyamid darf nicht längere Zeit mit hochalkalischen Produkten gereinigt werden. Der empfohlene Ballistol Harzlöser ist daher eher nicht geeignet (4% Kaliumhydroxid).
 
(Baum)Harz ist auch ne andere Sache als der peek hier. An den Fingern geht Baumharz übrigens gut mit Butter weg.
Deshalb würde ich Harzlöser oder Kettensägenreiniger ganz weit hinten sehen.
 
Den Kettensägenreiniger habe ich genannt, da er bei der Reinigung von Kettensägen sehr gut funktioniert. Wenn man sich an die Gebrauchsanweisung hält, einsprühen/einpinseln, ggf. mit dem Pinsel etwas nachhelfen, dann mit Wasser ausspülen (keine übermäßige Einwirkzeit), habe ich bisher nur gute Erfolge bei der Anwendung gehabt. Die Gehäuse der Waldmopeds sind übrigens auch aus PA, genauer PA66-GF33 laut Kennzeichnung. Wenn den Reiniger benutze, dann zum Entfernen von einem Dreckgemisch aus Sägemehl, Haftkettenöl (mineralisch und bio), bzw. verknarzten Baumsaft. Harz ist nicht dabei, da wir kein Nadelholz verbrennen.

Die Bösen Inhaltsstoffe sind mit unter 1% angegeben, der Gesamt PH-Wert des Reinigers mit 11,5. Waschlauge hat einen PH-Wert (zumindest laut meinen Unterlagen) von 8 - 11, ist also nicht weit davon entfernt, dazu kommt dann noch das 60° warme Wasser. Aber ich bin bestimmt der schlechtere Chemiker, kann nur über Praxiserfahrungen schreiben, und da gibt es (wie geschrieben) keine Probleme mit den Gehäusen. Jeder kann selbst entscheiden was er ausprobieren möchte.
 
....Die Bösen Inhaltsstoffe sind mit unter 1% angegeben, der Gesamt PH-Wert des Reinigers mit 11,5. ...
Dann liegt der KOH Anteil sehr viel niedriger als 1% (= 10g/L).
pH 11,5 ist nicht kritisch, solange der Reiniger nicht stark eintrocknet. Ich wäre allerdings auch überrascht, wenn eine Reiniger mit pH 11,5 nennenswert Harz etc. entfernen würde.
 
Der Tank ist aus Polyamid.
Ich würde Biodiesel (100%) nehmen. Ist vom Geruch erträglich und hat sich im Teilewaschgerät bewährt.

Moin Ekki,
soll es Biodiesel sein, oder auch HVO100? Ich bin da ziemlich unwissend. Der klassische Biodiesel ist schwer zu bekommen.
Gruß
Martin
 
Habe fertig!
Ich habe die Methode mit dem heißen Wasser (kochend) und dem Vollwaschmittel genommen.
Bei den Benzinhähnen habe ich mit einer Zahnbürste noch ein bisschen mechanisch nachgeholfen und mit Luft und klarem Wasser durchgespült. Beim Tank nur das kochende Wasser, 2 liter, eingefüllt und Vollwaschmittel dazu. Dann ein paar mal kräftig durchgeschüttelt und die Benzinhähne ausgebaut und die Brühe rauslafen lassen. Nach dem 2ten Durchgang hab ich den Tank mit einem Gartenschlauch gespült. Dann nochmal einen Durchgang mit kochendem Wasser und Vollwaschmittel und den Tank kräftig durchgeschüttelt, dabei den Tank komplett gedreht. Aber vorsicht, aus der Tankentlüftung kann das heiße Wasser austreten. Zum Schluss nochmal kräftig mit klarem Wasser gespült, bis nur noch sauberes Wasser rauskam. So sollte es passen. Jetzt noch 2 neue Siebe einsetzen, dann kann der Motor (hoffentlich) wieder laufen.
Gruß Martin
 
Kukident hatte ich nicht zur Hand.
Ballistol löst den Schmodder auch irgendwie auf, aber nicht so gut wie die Waschmittellösung. Ballistol hatte ich als erstes probiert.
Den richtigen Biodiesel konnte ich so nicht auftreiben. Es gibt fast nur noch das HVO100.
Die Waschmittellösung ist das günstigste Mittel und irgendwie immer zur Hand.
Gruß Martin
 
Nach der Anwendung mit der Waschmittellösung gut ausspülen und am Besten gleich mit Ballistol einölen, weil sich sofort Flugrost ansetzt. Hatte ich auch nicht so schnell auf´m Schirm.
Aber jetzt ist alles gut.
Gruß Martin
 
Moin Martin,
du bist leider scheinbar Opfer der Hitzewelle.
Ein PD Tank der Wasserrohr GS setzt kein Flugrost an.
 
Das ich ein Opfer der Hitzewelle bin, kann schon sein. :D
Aber im Tank sind Gewindebuchsen für die Montage der Benzinhähne mit eingegossen, die sind metallisch. Ebenso wie der Einschrauber für die Benzinhähne und die Überwurfmutteren mit Rechts/Linksgewinde.
Da ich nicht ganz genau weiß, welche Materialien in den Benzinhähnen verbaut sind, habe ich die auch mit etwas Ballistol eingesprüht. Die Benzinhähne ansich laufen von außen auch etwas an, lassen sich aber mit Ballistol ebenfalls wieder schick machen.
Gruß Martin
 
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