Lackierung PD Tank

BoxerSchürli

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27. Juni 2023
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Ort
Oberlungwitz
Guten Abend in die Runde,
Kurze und prägnante Frage:
Beim Kunststofftank der PD gibts ja ein paar Feinheiten beim Lackieren zwecks Ausgasen.
Hat damit jemand schon einmal Erfahrungen gehabt wie man den lackiert/lackieren lässt?
Ich lese leider immer nichts Eindeutiges bzw. verschiedene Aussagen zwecks dem Thema und dachte hier hat bestimmt jemand Erfahrungen damit;)
Geht mir vor allem um die Haltbarkeit des Lackes und die Vorgehensweise.

Schönen Abend und danke schonmal,
Schorsch
 
Du meinst sicher Nylontank. Muss man im Einzelfall beurteilen. Wie ist denn der derzeitige Zustand? Ist er bereits lackiert, zeigt er Blasen, ist es Originallackierung (wg. verwendeter Materialien) usw. Manche gasen, andere überhaupt nicht. Vernünftiges Material verwenden, dann gibt es keine oder kaum Probleme. Warscheinlich kommen jetzt unzählige Vorgehensweisen. Keine Ahnung wie viele Nylons ich schon lackiert habe, bisher nie etwas negatives gehört. Mit dem richtigen Material das für solche Zwecke geeigneter ist als normale Autolacke sollte es kein Problem sein.
Ein Restrisiko bleibt zwar, aber das liegt oft eher an der Verarbeitung des Tanks. Trotzdem gehen wieder viele Hersteller davon weg hin zu Alu. Man hat die aus Gewichtsgründen anstatt Stahl gebaut. Von innen versiegeln ist der wichtigere Teil. Dazu muss er aber peinlichst gereinigt werden.
Nylon zieht auch Feuchtigkeit und der heutige Sprit mit Alkoholanteilen ebenfalls. Blöde Kombination.
 
Zuletzt bearbeitet:
Okay na es ist der originale Tank der Paris Dakar mit dem originalen Lack. Die Schriftzüge sind ja wahrscheinlich geklebt.
Kannst du mir da ne Aufstellung geben was ich brauch und in welcher Reihenfolge verarbeiten muss ?
Risse und Blasen hat er keine
 
Wenn der originale Lack keine Ablösungserscheinungen hat ist ja alles gut. Wie gut das jemand als Laie beurteilen kann weiß ich natürlich nicht.
Dann könntest auf den aufbauen. Falls Aufkleber entfernst und diese einlackiert sind mußt halt die Stellen isolieren. Dazu würde ich immer eine 2K Epoxidharzgrundierung verwenden. Als Lack würde ich von den wenig benzinbeständigen 2K Acryllacken Abstand halten und einen reinen hochchemikalienbeständigen PUR einsetzen. Wichtig ist das ganze lange genug aushärten lassen vor dem erneuten Befüllen. Falls Dir nicht sicher bist wie gut die Haftung des alten Lackes ist könntest den an unsichtbarer Stelle etwas anritzen, kräftig klebendes Tape drauf pappen und ruckartig abreissen. Stichwort Gitterschnitttest.
 
Also kommt die Epoxidharzgrundierung direkt auf den alten Lack? Den vorher anschleifen oder direkt drauf? Und darauf dann der Farblack?
 
Oder meinst du die Stelle wo die Kleber waren mit der Grundierung und sonst auf alles zusammen dann der PUR Lack als Decklack?
Die Frage ist halt auch, wo ich die Kleber wieder her bekomme, weil die sind das Einzige was sich ablöst. Wenn ich Sonntag wieder daheim bin mache ich mal paar Bilder
 
Natürlich vorher alles anschleifen. Grundkenntnisse im Aufbau eine Lackierung setze ich mal voraus. Wenn sich Aufkleber lösen kann das verschiedene Ursachen haben. Geklebtes Zeug ist immer die schlechteste (einfachste) Lösung, da die Kleber nur für ein paar Jahre ausgelegt sind.
Aufkleber kann Dir doch jeder Folienanbieter ausdrucken oder plotten. Einmal etwas grundieren ist nicht verkehrt um Ränder von Durchschliffstellen (entfernte Aufklebr) zu vermeiden und eine zusätzliche Benzinbarriere zu bilden. Ein einheitlicher Untergrund macht auch bei vielen Farben Sinn, die nicht sonderlich gut decken.
 
Die Aufkleber sitzen original auf der Farblackierung und sind nicht mit Klarlack überlackiert.

Für die Aufkleber such mal nach Heritage Stickers (Facebook).

Gruß

Werner
 
Also um das abzuschließen. Ich mach die alten Kleber ab, Schleif alles an, Mach über den ganzen Tank die Epoxi Grundierung, nochmal anschleifen, dann darüber den PUR Lack und muss darüber noch ein Klarlack oder ist der bereits so widerstandsfähig?
 
Der PUR ist der Klarlack. :-) Darunter wirst wohl einen Basislack aufbringen. Der ist meist entweder auf WB-Acrylatbasis oder LB-Acryl.
Der Epoxi schützt von unten und der PUR von oben. :-) Viele nehmen auch noch einen Füller auf den Epoxi, ist aber nicht nötig da die Füller sehr viel mehr zum einfallen neigen. Lassen sich halt leichter schleifen. Wenn die Aufkleber nicht einlackiert sind, umso besser.
Anschleifen des Altlackes würde ich P320 empfehlen damit der Epoxidharz gute Haftung bekommt. Säubern mit Silikonentferner. 2 Gänge 2k Epoxidharzgrundierung auf Verlauf. Min. 48 Std. trocknen lassen. Anschleifen P800, wieder mit Silikonentferner reinigen. Basislack spritzen, aber nicht länger als 2 Std. ablüften lassen damit man auch chemischen Verbund mit Klarlack bekommt. Nach dem ablüften einmal leicht 2k PU Klarlack vornebeln, kurz ablüften lassen (5-10min) und dann 2 satte Gänge drüber mit auch ca. 5-10min Ablüftzeit zwischen den Gängen (je nach Temperatur). Man kann für das ablüften an einer abgeklebten Stelle mit dem Finger testen. Bleibt am Finger kein Lack mehr haften aber ist noch leicht klebrig dann ist Ablüftzeit perfekt erreicht.
Düse für Klarlack würde ich bei einem Tank eine 1,2mm empfehlen. Größer haut mehr drauf ist strukturierter und man neigt zum überschichten (Läufer). Wenn man will kann man den Klarlack nach dem trocknen noch einmal anschleifen und noch eine Schicht aufleben. Dann hat man mehr Material um später mal Kratzer ausschleifen und polieren zu können. Für einen größeren BMW Tank braucht man ca. 150ml Klarlack.
 
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