Motorüberholung: Pleullager und weitere Themen

AW: Pleuellager

Vorsicht bei den oberen Pleuellagern, sofern diese in Form einer geschlitzten Hülse geliefert werden.

Ich habe 2 Stück als BMW-Originalersatzteil, bei BMW gekauft.
Nun sind geschlitzte Lagerbüchsen nichts unübliches, aber die BMW-Teile waren dermaßen übermaßig, daß es bei der Montage, trotz Erwärmung des Pleuelauges nur mit erheblichen Druck der Presse möglich war, diese einzuziehen.
Wer da nicht das geeignete Werkzeug hat, wird die Büchse aufkrempeln.

Das Innenmaß war fast 1/10 zu eng und ich konnte daher nur auf der Fräsmaschine aufreiben ....
Auch hier wäre der „normale“ Schrauber gescheitert und das Geld für den Mülleiner gewesen.
Also Augen auf, auch beim Kauf bei BMW !

Die Lagerschalen für die unteren Lager habe ich bei einem der angeblich renommiertesten BMW Händler im Internet gekauft.
Diese Schalen kamen nicht etwa einzeln verpackt, sondern immer 2 Stück mit den scharfen Kanten gegeneinander in einem winzigen Plastikbeutel befindlich. Also nicht etwa Rücken an Rücken.....
Sie waren daher alle auf der Lauffläche fürchterlich zerkratzt und ich mußte sie reklamieren, indem ich auf meine Kosten diese „Lagerschalen“ zurück sendete und erst nach 4 Tagen neue bekam.


Das hat nicht viel Freude bereitet !
 
AW: Pleuellager

Hallo Michael,
ich geb dir mal einen kleinen Tipp: Du machst für jedes Thema einen neuen Thread auf - was zu Folge hat, dass Helfer dir Antworten geben, ohne ggf. schon mitbekommen zu haben, dass es Nebenthemen gibt.

Ich würde alle zu einem Thema releventen Fragen unter einem Thread Stellen, Bsp. Motor. Ansonsten läuft du Gefahr, dass du widersprüchliche Informationen erhälst und am Schluss nicht weisst, welche Antwort richtig ist.

Hans
 
AW: Das schwarze Museum

Hallo zusammen,

die letzten 20 Jahre bin ich gefahren. Sollten die unteren Pleuellager gut aussehen, dann dürfte doch auch die Pumpe noch gut sein, oder ?
Ich will halt, sofern nicht ungedingt notwendig, nicht auch noch im hinteren Bereich eine Baustelle eröffnen.

Gruß
Michael
 
AW: Pleuellager

Hallo Hans,

du hast recht. Aber wie soll ich das jetzt machen ? Einfach nur noch hier bei "Pleuellager" bleiben ?

Gruß
Michael
 
AW: Pleuellager

Hi,
ich schau gerade deine Beiträge durch und mach die mal einen Vorschlag, diese zusammenzuführen (würde ich dann für dich machen). Nimm dir den Thrad, der dir am besten kommt und mach dort weiter. Die Antworten aus dem "schwarzen Museum" würde ich dir dort hinkopieren. Gib mit hier kurz Bescheid, in welchem du weitermachen willst.

Gruss Hans
 
AW: Pleuellager

Hallo Hans,

Danke. Wenn möglich, wäre ein ganz neuer ideal --> "Motorüberholung".

Gruß
Michael
 
AW: Das schwarze Museum

Hallo zusammen,

Ölpumpe kontrollieren heißt Kardanwelle abflansche, Getriebe und Kupplung raus, oder ?

Gruß
Michael

Das alleine reicht nicht.
Der Stossdämpfer muss raus, die Schwinge und das Hinterrad, die Kupplung und das Schwungrad.
Dann kannst Du an die Ölpumpe. Die Ölwanne sollte man kontrollieren, denn dort finden sich meist die Teile die woanders fehlen...
 
AW: Pleuellager

Hallo Franco,

da gibt es doch sicherlich unterschiedliche Maße, oder ?
Was würdest du beim oberen Pleuellager machen ?

Gruß
Micheal

Wie, was ich machen würde?? Hab ich doch geschrieben:messen. Werte stehen im WHB. Was ist denn bei Dir das obere Pleuellager?? Und wenn ja, warum? Beide sind relevant, alles andere ist vertane Zeit.
 
so, für den unerschrockenen Hobbyschrauber mal ein paar Aspekte:
- Kipphebel: Sieht nicht schön aus, ist aber auch nicht dramatisch. Und weil er so einfach zugänglich ist, könnte man es so wieder zusammengebaut, auch auf eine lange Reise wagen.
- Ölpumpe: Derartige Kleinstpartikel verdaut die.
- Unteres Pleuellager: Weil ein Lagerschaden die Grundfesten eines Hubkolbenmotors erschüttert, könnte man vorsorglich neue Lageschalen einbauen. Neue Pleuelschrauben sind auch nicht verkehrt. Verkehrt ist lediglich, dass das sein muss, grundsätzlich sozusagen.
- Oberes Pleuelauge: Der eingeölte Kolbenbolzen sollte kein Radialspiel zeigen.
- Und wenn man sich schon um diese Dinge kümmert, dann sollte man unbedingt den Verschleiß der Auslassventilführungen prüfen - denn so einen abgefallenen Ventilteller verdaut der Motor nicht rückstandslos und außerdem ist so ein Ereignis unkomfortabel. Man ist nämlich urplötzlich immobil.

Und nicht vergessen: Als Hobbyschrauber ist es, auch bei erheblichem finanziellen Aufwand, unmöglich, auch nur annähernd die Qualität der Werksfertigung zu erreichen. Deshalb meine Parole: Gelassen bleiben.

Gruß Gerd
 
AW: Pleuellager

Wie, was ich machen würde?? Hab ich doch geschrieben:messen. Werte stehen im WHB. Was ist denn bei Dir das obere Pleuellager?? Und wenn ja, warum? Beide sind relevant, alles andere ist vertane Zeit.

Prinzipiell schon richtig, nur hat der Michael einen SUBITO oder ein Dreipunktinnenmikrometer?

Wenn nein:
@Michael: Wenn der Kolbenbolzen keine blauen Anlassspuren hat und leicht eingeoelt mit leichtem Fingerdruck ins obere Pleuelauge geht und dabei null Kippspiel hat, wuerde ich das lassen wie es ist.

Wenn nein: Gib die Pleuel einer Zylinderschleiferei, die sollen die Buchsen erneuern. Selbst neue einpressen und reiben...bei einer alten DKW oder NSU ja, bei einer Boxer lieber nicht.

Viele Gruesse
Frank
 
Hallo zusammen,

drei von vier Kipphebeln sehen bei mir angefressen aus. Der vierte hat schon leichte Facetten. Mich würde interessieren, woher sowas kommt ? Sind die Kipphebel "Verschleißteile" ? Oder liegt hier ein anderes Problem vor ? Könnte es sein, daß die Ventilführungen zu viel Spiel aufweisen ?
 
sagen wir`s mal so: Dein ganzer Motor besteht ausschließlich aus Verschleißteilen. Gut, den Ölmessstab könnte man ausnehmen.

Gruß Gerd
 
- und jetzt ernsthaft: Der Kipphebel haut immer auf den Ventilschaft. Dabei verformen sich die Oberflächen elastisch. Und wenn das häufig genug passiert, ermüdet der Werkstoff irgendwann. Und dann kommt es zu Materialausbrüchen.

Gruß Gerd
 
Hallo Gerd, das stimmt schon. Verschleiß ist an jedem beanspruchten Bauteil. Welche Lebenserwartung haben Kipphebel (im Durchschnitt) ? Soll man die regenmässig prüfen ?
Wie sehen neue Kipphebel aus ? Ich habe jetzt noch welche, die augenscheinlich gut sind. Jedoch ist die Fläche nicht stetig gekrümmt, sondern weist leichte Facetten auf. Kann oder darf ich diese mit einem Ölstein etwas glätten ?

Gruß
Michael
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Michael,
Lebenserwartung Kipphebel: Keine Ahnung.
Regelmäßige Prüfung: Warum sollte man das tun? Das ergibt sich doch bei gelegentlicher Kontrolle des Ventielspiels automatisch.
Kontur: Wie die neu aussieht, weiß ich nicht. Man kann aber getrost davon ausgehen, dass sich wegen der gehärteten Oberfläche eher kein Verschleiß durch Abtragung, sondern eben, wie bereits erwähnt, durch Materialermüdung einstellt. Da ich vermute, dass lediglich die Oberfläche gehärtet ist, dürfte jede nachträgliche Bearbeitung nur bedingt erfolgreich sein. Doch wen`s interessiert: Versuch macht kluch. Es gibt ja kaum ein Bauteil, das so einfach für einen Austausch zugänglich ist.

Und zum Schluss: Ich meine mich erinnern zu können, dass Du berichtet hast, dass es bei der Ventilspielkontrolle keine Auffälligkeit gab - ja warum dann diesem Bauteil soviel Aufmerksamkeit widmen? Blöd ist es doch nur wenn so ein Ding bricht, und das kann man vorher leider nicht erkennen. Doch egal auch mit einem Zylinder ist man im Zweifel noch ausreichend mobil - da kann man auf der BAB noch mit jedem LKW mithalten.

Gruß Gerd
 
ich hab mal überschlagen und unterstelle 10.000km Fahrleistung p.a.
d.h.
700€ für Sprit (5 Liter @ 1,40)
200€ für Versicherung und Steuer
100€ für geplante Wartung (Öle, Filter, usw., ab und an ne Düsennadel o.ä.)
1000€ p.a. kostet so ein Bock fixum - fast egal ob 450 oder 1000ccm.
Wertverlust bei artgerechter Haltung nahe null; Wertsteigerung nicht ausgeschlossen.
Wenn ich nun 10...15% dessen in ungeplante oder außerordentliche Wartung stecke, sagen wir 1000€ ...1500€ alle 10 Jahre, dann habe ich dauerhaft recht günstig (viel) Spaß am 2-Ventiler.
Kleine Boxer kann ich jetzt nicht so gut einschätzen hins. (Markt-) Wert, aber auch da dürfte sich Ähnliches abzeichnen, sind sie doch seltener. Ich unterstelle wegen nahezu gleicher Technik gleichen IH-Aufwand.
Deswegen rate ich aus meiner Sicht, nicht an 20€ für ein Verscheißteil zu sparen, sondern es gründlich und nachhaltig zu revidieren, zumal bei etwaigem Verkauf diese Investition wieder rauskommen dürfte.
Einer schrieb mal, dass wir Pfand für unsre Kräder zahlen, den Wert wieder bekommen und ich meine, dass er ganz unrecht damit nicht hat, leider fällt mir die Quelle nicht ein.
 
...
Deswegen rate ich aus meiner Sicht, nicht an 20€ für ein Verscheißteil zu sparen, sondern es gründlich und nachhaltig zu revidieren, zumal bei etwaigem Verkauf diese Investition wieder rauskommen dürfte...



Kipphebel um 20,-€, wo ?:sabber::sabber::sabber:
 
...man kann die angefressene Fläche auch schleifen und härten lassen...

hab aber gerade keinen Anbieter parat....
 
BlueQQ schreiibt mir in einer PN dazu das:
"Schicke die zum Rolf S aus Berlin. Der kann die Laserschweißen lassen. Dann werden sie nachgeschliffen und gut ist
Manfred"
Marcus schreibt hier zu dem Thema in Betrag #3:
Hallo Martin,

ohne Gewähr: Frag mal unter http://www.waltergoldstein.de/, ob der das noch macht. Vor langer Zeit hatte mal ein Bekannter dort KH aufarbeiten lassen. War gut.

Falls Du da nachfragst bzw. was machen lässt: Schreib doch bitte Deine Erfahrungen ins Forum. Es ist immer hilfreich wenn man bei sowas ein Update hat.

Grüße
Marcus
 
...man kann die angefressene Fläche auch schleifen und härten lassen...

hab aber gerade keinen Anbieter parat....

Hallo,
eher nicht,das Material ist ermüdet,da müsste schon mindestens 1/2 Milimeter weggeschliffen werden.
Alternativ dazu Oberfläche wärmebehandeln, damit wieder eine homogene Oberfäche entsteht, schleifen und härten.
 
hi,

hier mal einen Einwurf von mir IMHO. Wenn drei von vier Kipphebel so in etwa aussehen, stelle ich mir die Frage "Sind das überhaupt die Richtigen ?" Dass es unterschiedliche Typen von Kipphebeln gibt ist mittlerweile auch bekannt gemacht geworden.

Hallo zusammen,

hier ein Bild des auslassseiigen Kipphebels meiner R45 (mit R65 Motor).
Wie kann dieser Schaden entstehen ? Der zugehörige Stößel sieht wie neu aus.

Gruß
Michael

Anhang anzeigen 167678

Wenn ich mir die Ausarbeitung der Tragfläche ansehe, stelle ich fest, dass der Hebel nicht zentrisch auf den Ventiltellerschaft trifft. Da muss doch das Axialspiel des Kipphebels oder der Kipphebel falsch sein. Außerdem setzt der Hammer nicht parallel zum Ventilschaft auf, sondern in einem Winkel. Dass dann die Hertzsche Pressung chancenlos ist ist klar und eine 'Einarbeitung' in den randzonengehärteten Bereich ( Einsatzhärtung) ist berechtigt.

Wer nicht weiß, dass die Tragfläche eingearbeitet ist, kann auch das Ventilspiel immer gleich falsch einstellen, weil man ja die Fühlermesslehre auf den 'Höcker' stellen kann. D.h. man hat immer zu großes Ventilspiel. Da die Nockenwelle bei zu großem Ventilspiel ( im Betrieb kommen noch etwa 0.2 bis 0.3mm dazu ) keinen Sanftanlauf hat schlägt sie immer knallhart auf den Schaft ein und der Kipphebel arbeitet sich daher mechanisch aus ( das sind keine Partikeln, die die Ölpumpe schädigen könnte, wie manche meinen ). Der TO schreibt von dauernden lauten mechanischen Motorgeräuschen - selbsterklärend, obwohl des öfteren das Ventilspiel kontrolliert wurde. Das zu grosse Ventilspiel erlaubt den Stösselstangen seitliche Durchbiegung und Schwingbewegungen durch Tanzen und somit erklären sich auch die Ringe an den Stangen.

Soweit meine Meinung

Jetzt wünsche ich Allen ein frohes Fest und für die Gespannfahrer immer genügend Schnee unter der Ölwanne, damits richtig Spass macht .

Hansjörg
 
Hansjörg,
danke für die umfangreiche Erläuterung.
Eins blieb mit bislang unklar:
Welchen Tipp gibst Du, um einen Achsfehler zu erkennen, wenn man bei Wartungsarbeiten eingelaufene Kipphebel feststellt? Besser noch vorher.
Die Behebung ist dann eine ganz andere Sache. Ich müsste dann sicher Rat eines erfahreneren Schraubers einholen, ebenso bei einer Motorrevision. Die hängt mir momentan noch viel zu hoch, fraglich, ob ich sie jemals zu leisten vermag, schon alleine der Spezialwerkzeuge wegen, die man nicht einfach so zuhause hat, geschweige denn damit umgehen kann. Es gibt Leute, denen das im Blut liegt - ich zähle nicht dazu. Den Einsatz gebrauchter Teile halte ich übrigens für legitim.
 
hi,




Wenn ich mir die Ausarbeitung der Tragfläche ansehe, stelle ich fest, dass der Hebel nicht zentrisch auf den Ventiltellerschaft trifft. Da muss doch das Axialspiel des Kipphebels oder der Kipphebel falsch sein.
Hansjörg

Tja, das ist so gewollt, das Ventil soll sich drehen. Ist eigentlich Motorenbau vor dem WKII , hatte vermutet, das wäre mittlerweile hier angekommen.
Errare humanum est.
Frohe Weihnachten
 
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