Motorüberholung: Pleullager und weitere Themen

hallo Bernhard,

Tja, das ist so gewollt, das Ventil soll sich drehen. Ist eigentlich Motorenbau vor dem WKII , hatte vermutet, das wäre mittlerweile hier angekommen.
Errare humanum est.
Frohe Weihnachten

du hast schon recht mit deiner Feststellung und den Erkenntnissen im Motorenbau - noch vor dem zweiten Weltkrieg erworben - ( es drehen sich sogar die Ventilstößel mit den Stangen auf der Nocke, um eine gute Laufbahn auf der Nocke/Stößel zu haben ). Aber sicherlich ist nicht beabsichtigt mit dem Ventilschaftrand und speziell seiner Ecke in dem Kipphebel unter falschem Winkel und außermittig aufzuschlagen. Wenn dazu noch ein unbeabsichtigtes Axialspiel der Kipphebel kommt sieht das Ergebnis wahrscheinlich immer so aus. Das ist jetzt eine Vermutung von mir, denn ich habe noch nie derart 'verschlagene' Kipphebelhammer in der Praxis gesehen - selbst wenn eine falsche Härtung des Hammers vorliegen sollte.

Aber wahrscheinlich liegt das Übel in der Tatsache, dass die R45 einen Zylinderdurchmesser von 70mm hat und die R65 von 82mm. Damit ist der Abstand der Zuganker unterschiedlich und zwangsläufig ergeben sich daraus andere Kipphebellängen. Damit verbunden ist die Kipphebellänge, weil ja die Kipphebel mit den Zugankern verschraubt sind.

Immer noch meine persönliche Meinung und IMHO; ich kann mich täuschen und mein Motorenpapst ist schon in Rente und dement zum Leidwesen aller 2V Liebhaber, um noch letzte Erfahrungen aus der Entwicklung zu erhalten.

Ich kann Martin auch nur raten ins kalte Wasser zu springen und die richtigen Kipphebel ( selbstverständlich auch gebrauchte ) zu kaufen und zu verarbeiten. Denn es sind auf Grund der größeren Bohrung auch andere Ventilabstände zu erwarten und daraus resultierende Längenänderungen des KIpphebelhammers.

Irren ist wirklich menschlich, darum habe ich auch meiner unbedeutenden Meinung nach geschrieben und das Ganze mal so als Diskussionsgrundlage gestellt.

Immer noch ein schönes Weihnachtsfest
Hansjörg
 
Hansjörg,
ich muss Dich enttäuschen: Sowohl der Abstand der Zuganker zueinander als auch die Kipphebel sind bei allen Baureihen gleich, bei letzteren zumindest in den einander entsprechenden Baujahren. Du kannst also einen R100 Kipphebel auf einen R45 Motor zimmern.
Und dass die Kipphebel leicht seitlich auf den Ventilschaft hämmern ist durchaus gewollt.
Wie das aussieht wenn das nicht der Fall ist, sieht man sehr gut bei gelaufenen Guzzimotoren, da sitzt der Kipphebel mittig überm Ventil und dadurch drehen sich die Ventile nicht und es gibt wunderbare Einlaufkerben in den Ventilschaftenden.
Was im übrigen der Lebensdauer des Ventiltriebs nicht schadet.
 
Hallo Hansjörg,
es sind Michaels Kipphebel, die "Kopfzerbrechen" haben und deswegen machen.
Die Stehbolzen sind nach meinem Verständnis der Datenbank gleich angeordnet, bei den Kipphebeln fand ich im Teilekatalog keinen Unterschied: Teilenummer 1133 1337 713/5, egal ob R45 oder R100.
Die Zylinder scheinen demnach hinsichtlich Anschlussmaßen auch alle gleich zu sein (abgesehen vom Fuß-ø 99mm zw. 7/75 und 9/78, davor und danach 97mm).

Wenn Du richtig schlussfolgerst, dass der Kipphebel an der falschen Stelle auftrifft, müsste es eine andere Ursache haben, z.B. Führung defekt, Schaft verbogen, falsch montiert,... .
Das ist aus der Ferne (für mich) nicht zu beurteilen, aus der Nähe für einen Profi nur mit Aufwand an Wissen, Erfahrung und dem "richtigen Besteck".
Auch wenn immer die einfache Technik an den Boxern gepriesen wird, muss oder sollte ich wissen, wann für mich persönlich Schluss mit lustig ist. Das hat mich bislang schon viel Geld gekostet, allerdings im Einzelfall immer dreistellig im unteren Bereich, also beherrschbar.
Das Thema Härtefehler, Mangelschmierung wurde in diesem Zusammenhang noch nicht angesprochen..
Gibt's noch ein Bild vom Ventilschaft des betroffenen Ventils, Michael? Für Dich ist der Schaden nachvollziehbar ärgerlich, kann allerdings für die Leser durchaus lehrreich sein. Das dient auch dem Forenzweck: Erfahrungsaustausch.

edit: Detlev hat's geschrieben und veröffentlicht während ich noch suchte - war dennoch lehrreich und informativ das Stündchen
 
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Frohe Weihnachten Gemeinde

also ich versteh den threat nicht so richtig. Ich hab die letzten 25 bis 30 Jahre 3 Motoren in den Fingern gehabt. Alle, aber wirklich alle dieser Motoren hatten nach circa 80 000 km Schäden an den Kipphebeln. Ich fand dies nie dramatisch, halt normaler Verschleiss, manche hab ich einfach auf der Maschine leicht nachgeschliffen (hat dann noch mal 40 000 km gereicht) manche hatte Ausbrüche und wurden erneuert. Die Ursachen haben mich im Detail nie sonderlich interessiert. Ich hab es immer auf unerwünschte Schwingungen im Ventiltrieb (Stösselstangen etc) geschoben aufgrund von hoher Drehzahl. "Ringe" um die S-Stangen hat ich auch immer. Da die Kosten und der Aufwand sich im Rahmen halten, hat es mich nie gestört. Es gibt beim 2-Ventiler schlimmeres, zumal man den Schaden schon früh erkennt und durch rechtzeitige Lagerhaltung vorbeugen kann.
Ich denke, dass bei den kleinen Motoren die Kipphebel eher verschleissen, da diese Drehzahl brauchen, wurde glaub ich aber schon gesagt.
(Ist ein bisschen unübersichtlich hier).
Wünsche allen noch schönen Feiertage!

Gruß
Kai
 
Hallo zusammen,

hier noch ein paar Bilder.

Die Stössel sehen alle annhähernd gleich (gut) aus. Der Kolbenbolzen hat zwar Riefen (diese sind aber irgendwie nicht fühlbar).
Bin leider nicht daheim. Deswegen kann ich momentan nicht mehr Bilder einstellen.

Gruß
Michael
 

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Hallo zusammen,

ich habe heute die Nockenwelle ausgebaut. Der schwungradseitige Lagerdurchmesser beträgt im Mittel zwischen 23,968 und 23,957. Damit ist mein Lagerzapfen zwar nur minimal unrund aber ich liege ausserhalb der vom Werk vorgegebenen Toleranz. Was soll ich machen ? Die Nockenwelle erneuern ?
Ebenso habe ich die Hubzapfen meiner Kurbelwelle vermessen. Die Durchmesser betragen 47,975. Damit liege ich hier am unteren Ende der Werkstoleranz. Einer Weiterverwendung ohne Nachschleifen dürfte doch kein Problem sein, oder ?
Anbei noch ein paar Bilder meiner Nockenwelle.
Gruß Michael
 

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Hallo Franco,

das habe ich bisher noch nicht geprüft. Bei einem der Pleuel ist das Lager des oberen Auges halb durchgerissen.

Gruß
Michael
 

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...und was ist mit der Schlaglochpiste in der Buchsenoberfläche ? Das gehört bestimmt nicht so, auch wenn das gute Ölspeicher wären ;).
Ich würde das neu machen wollen :nixw:
Liebe Grüße :wink1:
Martin
 
Hallo zusammen,

Danke für die Antworten.

ich habe diesen "Riss" aber nur bei einem Pleuelauge entdeckt. Welche Funktion soll der "Riss" haben ?

Die unteren Pleuellager erneuere ich und ich habe auch vor, die oberen zu erneuern. Ich bin halt nur bei den Hubzapfen am unteren Ende der Toleranz. Aber solange ich noch innerhalb der Toleranz bin muss ich doch nicht gleich die Hubzapfen nachschleifen lassen, oder ?
Was soll ich mit meiner Nockenwelle machen ?

Gruß
Michael
 
...und was ist mit der Schlaglochpiste in der Buchsenoberfläche ? Das gehört bestimmt nicht so, auch wenn das gute Ölspeicher wären ;).

Ölspeicher, das hatte man mir auch schon erzählt:---)aber im ernst.

Hab ich aber trotzdem neu gewollt, ich bin da etwas eigen.
 

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Hallo zusammen,

meine beiden Pleuel sehen optisch gut aus. Lediglich bin ich mit einem Pleuel bei der Breite am großen Auge ausserhalb der Toleranz (Breite bei mir 21,874 - untere Abmass lt. BMW 21,883). Soll ich das jetzt austauschen ? Optisch sehe ich so gut wie keinen Verschleiss. Ebenso komm ich mit meinen Hubzapfen nicht weiter. Da bin ich ebenfalls am unteren Ende der Toleranz.
Gruß
Michael
 

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das Maß für die Breite des Pleuelfußes ist völlig wurscht, das war ab Werk schon so - behaupte ich jetzt mal.

Und das Maß für den KW-Hubzapfen ist lediglich (ohne völlig) wurscht - für den Hobbybastler zumindest.


Gruß Gerd
 
Servus Gerd,

also, da sich die Teile noch einigermassen innhalb der Toleranzen bzw. ganz leicht ausserhalb dieser Befinden einfach wieder (mit neuen Pleuellagerschalen) zusammenbauen, oder ?
 
Servus Gerd,

also, da sich die Teile noch einigermassen innhalb der Toleranzen bzw. ganz leicht ausserhalb dieser Befinden einfach wieder (mit neuen Pleuellagerschalen) zusammenbauen, oder ?


Ich habe gelesen man sollte zwsichen Pleuel Bohrung und die rückseite der neuen Schalen leicht einschmieren mit eine Paste wie Moly60 oder ähnlich.
Richtig ?

PS: Die Pleuel haben eine orientierung Richtung für die Montage auf KW, beachten !
 
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Da nichts reinschmieren, es sei denn Du willst gleich einen Lagerschaden
haben. Trocken und sauber.

Zum Pleuelbuchsenriss noch, das ist die Trennstelle der Buchse.

Grüße
MB
 
Servus Mister B,

an einem Pleuelauge kann ich die Trennstelle erkennen, am anderen jedoch nicht. Dann reicht einfach nachmessen, des Durchmessers ? Rein optisch sehen die Buchsen für mich noch brauchbar aus.

Gruß
Michael
 
Das man die Trennstelle sieht ist kein Muß, sondern ein Kann.

Messen, denn Du hast ja Zeit, in drei Ebenen. Mitte, 10mm vor und
10mm hinter: Dm22mm +0,020/+0,010

Grüße
MB
 
Servus Mister B,

Danke. Stimmt. Zeit habe ich. Und zur Not nehm ich dann halt einen Japaner.

Gruß
Michael
 
Hallo zusammen,

ich habe zwei neuwertige nikasilbeschichtete Zylinder von Mahle. In den Lauflächen befinden sich jedoch im oberen Bereich kleine Narben (siehe dazu die Bilder). Meine Frage ist jetzt, ob diese bedenklich sind oder ob diese eine Funktion haben sollen.
Mir scheint fast so, daß es sich hierbei um einen Schaden handelt, der durch falsche Lagerung entstanden sein könnte.

Diese "Fehler" sind leicht erhaben und ganz leicht fühlbar. Ich vermute dass diese nicht oder nur ganz schwer messbar sind.

Die Spuren auf dem dritten Bild scheinen als ob eine Flüssigkeit im Zylinder war. Diese Spuren sind absolut nicht fühlbar.

Gruß
Michael
 

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Auf den 2 erste Bilder sehe Ich jetzt nichts, was mich stören würde.
Dort kommt ja auch nichts an bzw. kein Kolbenring zb., oder ?
 
Servus Mister B,

Danke für den Tipp. Hab ich schon probiert. Konnte die Spuren nicht entfernen. aber die sind nicht fühlbar, nur sichtbar. Ist anscheinend irgendeine Flüssigkeit über längere Zeit dringewesen.


Gruß
Michael
 
Mithilfe eines guten Makrofotos könnte man das besser beurteilen.
Wenn es meine Zylinder wären, würde ich sie montieren und fahren.
 
Hallo zusammen,

honen geht ja bei dieser Art von Zyinder nicht. Ich werde wohl montieren und fahren.

Gruß
Michael
 
Hallo, nur mal ne kurze Frage zum Thema "Pleuellager". Wie groß ist das Anzugmoment für die Pleuelagerschrauben (neue) und wo finde ich die vorgegebeben Toleranzmaße, wenn ich die Hubzapfen der KW vermessen will?
Gruß Wastelbiker
 
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