Pleullagerschaden bei kurzzeitigem Öldruckabfall

falco2006

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29. Mai 2014
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Hallo liebe Gemeinde,
würde mal gerne fragen ob jemand schonmal einen Pleullagerschaden bei plötzlichem Öldruckabfall durch starken Ölverlust hatte.
Meine R80GS Paralever ist mit einem 1000er Siebenrocksatz umgerüstet worden. Einer meiner 4 Vorgänger hat auch einen Ölkühler ohne Thermostat verbaut. Da der originale Tacho nicht mehr drinne ist schätze ich die Laufleistung auf ca. 120000km. Der Motor lief eigentlich ruhig. Außer die Ventile haben ein wenig geklappert. Köpfe und Ventile sind aber in Ordnung.
Nun zur Situation.
War auf der Landstraße unterwegs. Hatte gerade frisch getankt. Da war alles i.O. Kein Öl unter der Ölwanne.
Nach ca. 3km sah ich im Rückspiegel leichten Rauch, der Motor lief aber wie immer. Ich war mir nicht sicher ob es wirklich blauer Qualm war oder eine optische Täuschung durch die nur teilweise abgetrocknete und stark reparierte Asphaltdecke war. Der nächste Ort war 1km entfernt. Dort wollte ich anhalten und mal nachschauen. Der mögliche Qualm war auch in beiden Rückspiegeln zu sehen. Mein Auspuf ist aber nur auf der linken Seite.
Kurz nach dem Ortseingangsschild brannte die Ölkontrolleuchte (5.Gang ca. 2000 1/min). Habe sofort ausgekuppelt, den Notaus gedrückt und ausrollen gelassen.
Einer der beiden Schläuche war am Ölfilterdeckel plötzlich undicht geworden. Das Öl ist auf den rechten Krümmer getropft oder gelaufen und hat somit den Qualm erzeugt. Die 2 Liter Öl sind in ca. 2km nach außen gedrückt worden. War also eine größere Undichtigkeit.
Wieder zuhause habe ich neue Öldruckkühlerschläuche verlegt und den Motor angelassen. Er hört sich im kalten, wie im warmen Zustand eigentlich normal an.
Ich fahre seit 45 Jahren 2V-BMW´s. Ein Ventilklappern oder ähnliches macht mir keine Bange. Ggf. könnte man bei 4000 1/min. ein leichtes Klackern höhren können.
Habe mir dann einen Schlauchadapter anstelle des Öldruckschalters gebaut, damit ich ein Manometer anschließen kann. Eben habe ich damit den kalten Motor gestartet. Bei 1500 1/min lagen 7bar Öldruck an. Das ist ja erstmal sehr beruhigend. Als der Motor an der Ölwanne ca. 50°C hatte waren es immer noch 6bar. bei 4000 1/min waren es wieder 7bar.
Nun mal meine Frage. Können die Pleullager bei dem guten Öldruck einen Schaden genommen haben? Die werden ja über die Hauptlager mit Öl versorgt.
Wenn die Hauptlager i.O. sind könnten die den Öldruck soweit hoch halten, sodass bei den Pleullagern zu wenig Öldruck ankommt?
Hat jemand schonmal eine ähnliche Situation, kein Öldruck für ca 3-5 sec. bei 2-3000 1/min, gehabt? Bei meinem Gespann ist es öfters vorgekommen dass bei sehr niedrigem Ölstand in schnellen Linkskurven die Öldrucklampe mal anging. Hat aber nie geschadet.
Natürlich könnte ich mir die Pleullager mal anschauen. Ist halt was fürn Winter.
Vielen Dank schonmal für Eure Tips.
Gute Fahrt bei demnächst schönen Wetter.
Stephan
 
sinkt der Ölstand soweit, dass die Pumpe ein Luft-Ölgemisch ansaugt, angezeigt durch reduzierten Öldruck, besteht im Prinzip höchste Gefahr für die Lager. Doch offensichtlich ist in Deinem Fall noch nichts passiert. Gleichwohl ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Ansaugung Öl / Luft nicht länger als 3-5 sec bestand.

Gruß Gerd
 
Moin Namensvetter.
Erstmal sei froh, daß Du nicht auf der eigenen Ölspur ausgerutscht bist.
Die Lager verlieren der Reihe nach den Hydrofilm und laufen (leicht) auf der Notschicht.
Du wirst also beim zerlegen was sehen an Pleuellagerschalen, u.U. auch an den Hauptlagern.
Spül den Motor mit einfachem Öl einmal durch und mach n neuen Filter rein.
Dann fahr einfach weiter, viel mehr passieren kann nicht.
Zerlegen kannst Du immer noch.
 
Wenn der Motor nicht unter Last war, kann es gut gegangen sein. Hartes Tackern beim leichten Gasgeben im Leerlauf mit heißem Öl wäre ein Anzeichen für einen Pleuellagerschaden.
 
Wenn Du wissen willst, ob schon was im Argen ist, dann wechsle den Ölfilter.
Schneide vom alten Ölfilter das Filterpapier ab.
Dann kannst Du das Papier wie eine Ziehharmonika auseinanderziehen.
Und dann schau nach, ob Lagermetall im Filterpapier hängt.
Macht wenig Arbeit und wenn da nichts drinhängt, dann hast Du die beruhigende Bestätigung, es ist noch alles in Ordnung.
 
Hallo,
Ich schließe mich da dem Frank an. Ohne Last passiert da "nur" :pfeif: erhöhter Verschleiss, wie etwa bei einem Start nach einem Ölwechsel mit den Kerzen drin... einem Start im Hochsommer mit sehr heißem Öl und minimalem Ölstand, Gespannbetrieb etc.
Besser wird der Motor davon nicht, aber es ist auch (oft) nicht so dramatisch.


Gruß

Kai
 
ok, ich schreib jetzt doch was.
Bei meiner Roten hatte ich das regelmässig bei geringem Ölstand, heiss, bergab, scharf gebremst. Da schwappt die Brühe nach vorn und die Pumpe saugt Luft. Bremse gelöst und wieder Fahrt aufgenommen und es war wieder gut.
Ob der Motor da über die Jahre jetzt Schaden genommen hat? Weiss ich nicht und kann ich auch nicht mehr überprüfen.
Ich weiss allerdings auch nicht mehr, ob in der Saugglocke hinter dem Sieb schon dieses Blech war. Das soll ja das Luftansaugen auch verhindern.
 
Finde die von Rudi vorgeschlagene Analyse sehr gut. Kostet nicht mehr als einen Ölfilter und man kann wieder ruhiger schlafen. Hoffentlich.
Falls doch Partikel gefunden werden, würde ich die Pleuellagerschalen inspizieren und falls notwendig erneuern.
 
Hi Stephan,

die paar Sekunden machen nichts aus - beim Ölwechsel hast du doch die gleiche Situation. Und um Kommentaren vorzubeugen: Nach einem Öl- und Filterwechsel starte ich meine Motoren immer per Elektrostarter mit eingebauten Zündkerzen - na klar! Funktioniert seit über 50 Jahren! Beim Auto geht es eh nicht anders. Oder nehmen da manche von euch die Kerzen raus und drehen den Motor mit der (eher nicht vorhandenen) Anlaßkurbel wie der selige Daimler vor 140 Jahren durch?

Gruß
Frank
 
Hi Stephan,

die paar Sekunden machen nichts aus - beim Ölwechsel hast du doch die gleiche Situation. Und um Kommentaren vorzubeugen: Nach einem Öl- und Filterwechsel starte ich meine Motoren immer per Elektrostarter mit eingebauten Zündkerzen - na klar! Funktioniert seit über 50 Jahren! Beim Auto geht es eh nicht anders. Oder nehmen da manche von euch die Kerzen raus und drehen den Motor mit der (eher nicht vorhandenen) Anlaßkurbel wie der selige Daimler vor 140 Jahren durch?
Ja hier! Und zwar nach dem Ölwechsel und auch bei Inbetriebnahme nach mehreren Monaten Standzeit. Zündkerzen raus und mit dem Kicker oder wenn nicht vorhanden, im 5ten Gang am Hinterrad gedreht. Kurze Kontrolle durch Zündung ein zeigt, dass Öldruck aufgebaut wurde (Kontrollleuchte aus). Wahrscheinlich komme ich wegen sowas so wenig zum fahren ;)

Bei Autos geht das leider nicht. Finde ich schade. Hatte mal eines, da klackerten die trockengelaufenen Hydrostößel so erbärmlich beim ersten Start nach der Winterpause. Habe dann ein paar Mal die Einspritzpumpe (Benziner) abgeklemmt und dann mit dem Starter durchgedreht. Aber dann gab es viele DTCs in im Fehlerspeicher...

Gruß
Marcus
 
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Da ist auch der Schlauch vom Ölkühler ab bei langsamer Fahrt.
Hat dem Motor weniger geschadet, als meiner Lederhose.
 
Da sind noch die guten bleihaltigen Lager verbaut, die halten mehr aus als man denkt.

Aber bitte die Benennung ändern. Das Teil heißt Pleuel
 
An den TE Stephan: Ölwechsel machen, Ölfilter wie vorgeschlagen strippen und begutachten. Fahren, hinhören. Falls keine blöden, neuen Geräusche auftauchen: sein Glück genießen!
Ohne Not die Zylinder und Pleuel runtermachen... wer Lust und Zeit hat, OK.

Gruß, Jan (auch R80 mit 7Rockkit, jetzt bei 174.000 km, 1. Haupt- und Pleuellager, 1. Steuerkette)
 
Ja hier! Und zwar nach dem Ölwechsel und auch bei Inbetriebnahme nach mehreren Monaten Standzeit. Zündkerzen raus und mit dem Kicker oder wenn nicht vorhanden, im 5ten Gang am Hinterrad gedreht. Kurze Kontrolle durch Zündung ein zeigt, dass Öldruck aufgebaut wurde (Kontrollleuchte aus). Wahrscheinlich komme ich wegen sowas so wenig zum fahren ;)

Bei Autos geht das leider nicht. Finde ich schade. Hatte mal eines, da klackerten die trockengelaufenen Hydrostößel so erbärmlich beim ersten Start nach der Winterpause. Habe dann ein paar Mal die Einspritzpumpe (Benziner) abgeklemmt und dann mit dem Starter durchgedreht. Aber dann gab es viele DTCs in im Fehlerspeicher...

Gruß
Marcus
Nicht böse sein, aber:

Achtung, Ironie an:
Gut, dass das mal gesagt wurde. Ich Blödmann starte meine momentan 5 Mopeds jedesmal nach der Winterpause immer mit Benzinhahn auf, Choke, Zündung an und Anlasser - auf geht’s!
Und kein Bactofin und andere Wundermittel, nur Aral Ultimate 102 seit Herbst in den Tanks. Außer der FJR 1300 mit ihrem Alutank, die kriegt E10.
Ich muss doch mal meiner CB 750 Four, bei der ich das seit 25 Jahren so mache, sagen, dass sie endlich kaputtzugehen hat. Nach dieser unfachmännischen Behandlung im Frühling. Aber dieser Reiskocher läuft unverdrossen…auch der Tank weigert sich hartnäckig zu rosten.
Ironie aus.

Gruß
Frank
 
Ja und? Dann sollte man sofort diese Start-Stop-Automatiken verbieten. Da geht an jeder Ampel der Motor aus - Öldruck null. Geht aber anscheinend trotzdem.
Die dienen der Verbrauchsoptimierung am Prüfstand. Kollateralschäden werden hingenommen. Was lange hält, bringt kein Geld. Der Start/Stopp OFF-Knopf in meinem Auto glänzt schon vom häufigen gedrückt werden. Auf 0,4 L/h Verbrauchseinsparung verzichte ich gern.
 
Die dienen der Verbrauchsoptimierung am Prüfstand. Kollateralschäden werden hingenommen. Was lange hält, bringt kein Geld. Der Start/Stopp OFF-Knopf in meinem Auto glänzt schon vom häufigen gedrückt werden. Auf 0,4 L/h Verbrauchseinsparung verzichte ich gern.
Dann bekommst du noch ein Beispiel: Mein Auto seit 6 Jahren ist ein Vollhybrid eine fernöstlichen Massenherstellers. Der Verbrenner geht an und aus, wie es gerade der Steuerungselektronik gefällt. Mal läuft nur der Verbrenner, mal die beiden E-Maschinen, mal alle drei. Das funktioniert bestens, und manuelle Eingriffsmöglichkeiten gibt es nicht. Die Verbrauchs- und Abgaswerte sind sensationell niedrig. Meine Frau und meine Tochter haben auch Vollhybrids dieses Reisschüsselherstellers. Probleme? Null-komma-null! Seit vielen Jahren.
Gerade diese Benzinmotoren dieser Vollhybrids gelten als besonders langlebig; sie bekommen übrigens 0W-30 Motorenöl.
 
Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für Eure tw. guten Tips.
Bin erstmal dem Ratschlag gefolgt, den Ölfilter auf Metallspuren zu untersuchen.
Dabei ist mir aufgefallen, dass der letzte Ölwechsel, inkl. Ölfilter, erst 3 Monate und ca. 100km her war. Also optimale Vorausetzungen.
In dem aufgedröselten ( ist halt OWL-Platt) Ölfilter finde ich 3 kleine Partikel. Fotos hänge ich an. Sollte kein Problem sein. Bin somit erstmal erleichtert. Werde keine weiteren Maßnahmen wie Kolben-/Zylinder ziehen machen. Bin froh, dass dass alles dicht ist.
Was mich in nachhinein gewundert hat ist, dass der Ölschlauch zum Ölkühler kurz nach einem Öl-/-filterwechsel undicht wurde.
Habe die beiden Schläuche mir nochmal angeschaut. Es waren gewebeverstärkte, ohne metallverstärkte, Gummischläuche. Sie waren ziemlich ausgehärtet. Ich habe noch ein R100 Gespann, ebenfalls mit Ölkühler und ähnlichen Ölschläuchen. Diese sind da aber deutlich flexibler.
Ich gehe eigentlich davon aus, dass bei meinem letzten Ölwechsel an den spröden Ölschläuche eine Sollbruchstelle entstanden ist. Wie alt die Schläuche waren weiß ich nicht. Baujahr 1991, 4 Vorbesitzer.
Habe jetzt Ölschläuche von Siebenrock drin. Sind ein bischen zu kurz. Geht aber.
Schönes Wochenende noch.
Gruß
Stephan

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