Problem Wiederinbetriebnahme Motor

vsampel

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21. Jan. 2012
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77
Ort
Kösching
Wertes Forum,

ich erhoffe mir hier Antworten zu finden, ich bin mit meinem Latein leider am Ende.

Die etwas ausführlichere Leidensgeschichte hier, konkrete Fragen am Ende:

Ich fahre eine R80GS EZ. 92 und hat nun knapp 150.000 km auf der Uhr. In den letzten 5 Jahren sind viele Verschleißteile erneuert worden, m.M.n. liegt kein Wartungsstau vor (Getriebe überholt, bei 100K Steuerkette, in dem selben Zug auch Abdichtung Motorgehäuse, HAG, Umbau auf abschmierbare Kardanwelle, Vergaser bei RedBaron etc. und halt regelmäßiger Service.)

Die Q stand dann wg Auslandsaufenthalt ein Jahr in einer trockenen Garage. Letzten Herbst habe ich sie nochmal für 2-3 Tage in Betrieb genommen. Auf der letzten Ausfahrt drehte sie nicht mehr richtig ab, hoch auch nicht mehr, sodass ich schon befürchtete da wäre was im argen. (Siehe auch hier, zum Stößel hatte ich dort schon was geschrieben:http://forum.2-ventiler.de/vbboard/showthread.php?70401-Beurteilung-Motor-Schadensbild )
Also sollte sie über den Winter technisch und optisch auf Vordermann gebracht werden.
Ich habe mir gleich noch gebraucht 1000´er Zylinder von ner GS besorgt und die Köpfe waren in Berlin bei Rolf zum überholen und ausdrehen (Super Arbeit, danke an dieser Stelle nochmal!)

Nachdem ich den Motor offen hatte und Stößel und Kipphebel begutachtet hatte wurden diese wegen massivem Pitting und gebrochener Nadellager gegen gute gebrauchte ausgetauscht. Hier hatte sich beim linken Auslassventil ein kleines Stück Metall in der Lauffläche vom Stößel verfangen, sodass dieses Ventil nur noch halb auf und zu ging. Hatte ich wohl Glück, dass da nicht gleich mehr passiert ist.

Nun habe ich über den Winter Dichtungsmäßig alles am Motor gewechselt (KuWe-Dichtring, Ölpumpe -> hier habe ich wegen Pitting und Angst vor Spuren nach WHB geprüft -> passt! Auch keine dicken Riefen;
Kupplung, und nat. Zylinder komplett neu gedichtet
) und die 800er Zylinder gegen die 1000er getauscht.
Fürs sichern der Kurbelwelle gegens verrutschen hatte ich ein Brett mit 3 Schrauben in die Gewinde des Lichtmaschinenstators geschraubt. Die beiden Passstifte saßen bis zuletzt so wie zu Beginn.

Heute habe ich soweit wieder alles zusammengebaut, dann getestet ob Öl am Kipphebel ankommt, aber nix! An allen 4en nicht! Habe natürlich sofort wieder die Zylinder gezogen, aber alle Versorgungsbohrungen sind frei und nicht mit Dichtmasse in Berührung gekommen. Das ganze auch dann noch 2x weil ich dachte ich spinn!

Jetzt ist mir natürlich gleich der Gedanke gekommen, ob das Problem mit der Mangelversorgung schon vorher auftrat und die vorangegangenen Defekte daher kommen. Im gleichen Moment hab ich auch an den Stift des Grauens gedacht und nach Datenbank Dokument überprüft, es lässt sich jedoch ein Draht nur ca. 1-2mm einschieben, sodass ich davon ausgehe, dass er noch an Ort und Stelle sitzt. Dies überprüfe ich aber gerne nochmal mit nem Spiegel.
Der Motor dreht sonst auch leicht und gefühlt wie immer durch, ohne Schleifen, kratzen etc.

Nun die eigentliche Frage: Was kann ich noch prüfen? Muss ich mir Sorgen um Kurbel + Pleuelwellenlager machen? Da hängt ja die Ölversorgung der Kipphebel dran, oder? Das wäre natürlich dann der Supergau ;(
Oder übersehe ich etwas banales und komme nicht darauf?

mit vielen und hoffnungsvollen Grüßen,

Vincent
 
Wie hast du denn getestet ob Öl am Kipphebel ankommt, hast du den Motor gestartet oder nur mit dem Anlasser durchgezogen? Es dauert mitunter eine kleine Weile bis der Ölfilter sich voll öl gezogen hat und der Öldruck sich aufbaut. An den Kipphebeln kommt das Öl dann noch eine kleine Weile später an.

mfg
Peter
 
Die Ölversorgung der Kipphebel kommt über die beiden oberen Zuganker der Zylinder. In den Gewinden im Motorblock sind Bohrungen, die unbedingt frei sein müssen. Eventuell ist dort Fett, Dichtmasse oder ähnliches bei der Montage hineingekommen.
 
Hallo Kai und Peter: Ich habe mit dem Anlasser den Motor durchgedreht. Die Öldrucklampe im Cockpit erlischt fast sofort nach Betätigung des Anlassers. Ich habe das erste mal ca. 1 Minute georgelt (immer 5 Sekunden/5 Sekunden Pause), beim zweiten Mal dann ca. 2-3 Minuten. Anschließend auch noch ein paarmal mit dem Kickstarter probiert.
Überall sonst im Gehäuse verteilt sich das frische Öl gut.
Das kann doch nicht noch länger dauern? Sollte es wirklich so einfach sein, ist bis dann Öl kommt meine Batterie leer! :schock:

@ Hobbel: Wegen Dichtungsresten in der Bohrung habe ich das beide Male beim zerlegen gecheckt, keine Dichtmasse blockiert die feinen Bohrungen. Das abdichten habe ich auch schon ein paarmal gemacht und bin extra sparsam mit der Masse umgegangen.

Der Motor ist sonst mittlerweile komplett und alles wieder im Rahmen eingebaut..

Danke schonmal fürs mitdenken!
 
Bei An/Aus bricht der Öldruck immer wieder zusammen.
Lass das mal länger durchgängig laufen.
 
....... Es dauert mitunter eine kleine Weile bis der Ölfilter sich voll öl gezogen hat und der Öldruck sich aufbaut. An den Kipphebeln kommt das Öl dann noch eine kleine Weile später an.

mfg
Peter

... und diese Weile kann durchaus mal länger dauern.
Woher ich das weiss ?? :pfeif:

@Hobbel: YMCA, kommt super :D:D:D
 
Guten Abend,

der Punkt auf der Kipphebelachse sitzt richtig?
Weis grad nicht auswendig, ob aussen oder innen - wird Zeit für Feierabend.

Gruß Holger

P.S. und mach die Zündkerzen raus, dann tut sich der Motor leichter ;;-)
 
Guten Abend,

der Punkt auf der Kipphebelachse sitzt richtig?
Weis grad nicht auswendig, ob aussen oder innen - wird Zeit für Feierabend.

Gruß Holger

P.S. und mach die Zündkerzen raus, dann tut sich der Motor leichter ;;-)


Hoi Holger,

Es gibtz die auch ohne Körnerschlag :oberl:
Wer weiss, was da schon mal eingebaut wurde.
Die ohne Körnerschlag haben eine waagrechte Durchgangsbohrung und sind von unten hohlgebohrt.
Die mit Körnerschlag haben einen schrägen Ölkanal.

Nicht die Zündkerzen mein ich, sondern die Kipphebelachsen.... woisch
 
Sind die mit Körnerschlag. Körnerschlag vom Zylinder weg, also außen. Schlitz ebenfalls jeweils nach außen (Auspuff/Vergaser).

Gut dann werde ich das morgen testen. Hätte ich ja nicht gedacht dass das so lange dauert. Als ich das ohne Öl- und Filterwechsel das letzte mal gemacht hab gings in Sekunden! Deshalb war ich ja so verwirrt. Melde morgen Vollzug!
 
so, heute hab ich nochmal alles penibelst zusammengebaut. Ich hab nun in Erwartung, dass es länger dauert auch gleich die Vergaser drangebaut und das Möppi 30 Sekunden bei 2000 rpm laufen lassen. Immer noch nix!! Das kann doch nicht sein, dass das so lange dauert?

Wenn ihr jetzt wieder sagt das ist bedenkenlos, dann mach ich noch nen Testlauf und lass sie länger tuckern? :nixw:
 
geh mal von aus, das der stift des grauens da wech is. da ist dann nix mehr mit öl am kipphebel. die versorgungsbohrung ist dann verdreht.
 
Ich habe den Motor jetzt nochmal ne Minute laufen gehabt. Es kommt was an, mMn aber sehr wenig! Muss das laufen oder sprötteln?

Es haben sich unter jedem Kipphebel am Werkstattboden ca 1€ große Ölpfützchen gebildet. Nun da der Motor aus ist, tropfen alle 4 noch nach.

Reicht?

@Rolf: Danke für die Antwort! Der Stift ist nach der Drahtmethode gemäß Datenbank noch an Ort und Stelle. Ein Draht lässt sich in die vorhandene Bohrung nur minimal einführen. Auch habe ich bisher immer das Öl durch ein Tuch laufen lassen beim wechsel. Seit 80.000 km kam da nix.

EDITH: Nun nochmal mit Ventildeckeln druff, nach einer Minute steht in allen vier Kammern gut viel Öl. Ich denke das wars dann, oder? :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Vincent,

soviel muss da nicht kommen.
Das erste Mal nach Zusammenbau scheint es wenig, wenn du aber mal gefahren bist, dann steht die Suppe dann schon in den Ventildeckeln.

Wenn man sich die Versorgung anschaut, kann es nicht laufen. Die Kurbelwelle hat vorne am Lagerschild eine abgeflachte Stelle, die das Öl in die beiden Kanäle drückt.
Im Stand ist das sehr wenig, zumal auch noch das Luftpolster überwunden werden muss, das hinter der Verschlussschrauben steht.
Die waagrechten Ölkanäle werden in den Block gebohrt und von der Kettenkastenseite mit einem Stehbolzen verschlossen, an dem der Kettenkasten befestigt wird.
Such mal nach Kein Öl im linken Kopf..... (LINK, Hans)
 
Danke Hans und Joachim (ups), dann bin ich nun beruhigt! Ich werde das auf jeden Fall erstmal genau im Auge behalten. Danke auch für den Link! Sehr interessant dass man an den Ölkanal so leicht hinkommt!

Danke schonmal an die vielen Schreiber und die Hilfe!

Viele Grüße,

Vincent
 
Zuletzt bearbeitet:
@Hans, danke.

Ich bin am Handy und hab das noch nicht raus, ob und wie das geht. Muss ich auch nicht :D bei solchen Moderatoren :applaus::fuenfe:
 
Heute nach 10 KM Fahrt und anschließender Kontrolle zu Hause ergab in allen 4 Kammern der Ventildeckel eine gute Menge Öl. Ich denke damit hat sich das Thema erledigt. :hurra: Werde hier aber weiterhin von Zeit zu Zeit mal nachsehen.

Der Unterschied 1000cm3 / 800cm3 ist ja mal der Hammer! Bin absolut begeistert! :D

Viele Grüße und allzeit gute Fahrt,

Vincent!
 
Guten Abend Vincent,

1000ccm und das kurze HAG - das machts aus :D

Gruß Holger

P.S. leg schon mal Kleingeld beiseite für neue Reifen A%!
 
Aber Hallo! Das geht richtig gut! :D

Reifen hinten kam bei der ganzen Umbauerei in weiser Vorraussicht gleich neu :pfeif:

Jetzt kann die Saison losgehen A%!

Viele Grüße,

Vincent
 
Hi Vincent, da bin ich echt mal gespann!
Bin gestern gerade mit dem Umbau von 800 auf 1000ccm fertig geworden. Öl kommt an den Kipphebeln an. Am Sonntag solls trocken bleiben und ich kann endlich die ersten 100 km probe fahren.
Freu mich drauf!!:hurra:
Gruß Lutz
 
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