Moin Frank.
Ich bin verwirrt. Ernsthaft.
Da werden Argumente hin & her geschmissen, die eigene Reputation hervorgehoben und doch das Problem umgangen.
Nach meinem Verständnis geht es um die Flächenpressung (nach Hertz) an der Nockenspitze in Abhängigkeit von der Drehzahl.
Generationen von Ingenieuren betrachten die dort wirkende Federkraft im Verhältnis zu bereits beschleunigtem Nockenfolger, Stange, Kipphebel und Ventil als maximal bei LL-Drehzahl. Wohlgemerkt am Übergang von positiver zu negativer Beschleunigung.
Deine Einlassungen habe ich jedenfalls als anderslautend empfunden.
Oder meinst Du nur die Flächenpressung an den Flanken (auf- wie absteigend) ?
Ich habe schon mehrere Nockenwellen gesehen, die an den Flanken verschlissen sind. Wenn der Nocken den Vornockenbereich ueberwunden hat, dann beginnt der Nocken gegen die Federkraft zu arbeiten, die mit zunehmenden Nockenhub steigt. Außerdem will er die Stößel, Stoßstangen, Kipphebel, das Ventil und anteilig die Ventilfeder bewegen, was die aber nicht wollen, weil sie Massenträgheit haben. Also addieren sich Massenkräfte und Federkräfte, das kannst du bei Bensinger nachlesen. Hier Bilder der Nockenwelle einer Honda CB 250. Und wo sind sie verschlissen? An den Flanken! Das ist auch kein Wunder, weil dort die höchsten Pressungen im Betrieb auftreten. Dazu mal ein Beschleunigungsverlauf eines Beispielnockens, von mir berechnet. Den Link zu meinem Berechungsprogramm, das übrigens auf den Formeln von Bensinger (s.u.) fusst, habe ich für die Interessierten angegeben. Und dass du es mal kapierst: Ich habe es nicht nötig, mich hier wichtig zu machen; daher werde ich aus diesem Forum auch aussteigen. Solche verdeckten Beleidigungen muss ich mir nicht geben. Vor allen Dingen von Leuten, die selbst feige anonym aus dem Hinterhalt schießen.
Aber du ja anscheinend das alles besser weißt: Leg' hier doch mal eine Berechnung der Pressungen, abhängig vom Nockenwinkel vor. Es reicht, es bei, sagen wir 1000 U/min und einmal bei 6000 U/min zu machen. Ich bin auf die Unterschiede gespannt. Und was Heerscharen von Ingenieuren angeblich(!) bisher angenommen haben: Zahlen und saubere Berechungen lügen nicht! Wenn du verwirrt bist, empfehle ich dir mal die Lektüre von
Bensinger, W.D.: Die Steuereung des Gaswechsels in schnellaufenden Verbrennungsmotoren,. Springer Verlag. Berlin, Heidelberg: 1968.
Wolf-Dieter Bensinger war Abteilungsdirektor der Daimler-Benz AG. Das Buch ist immer noch
das Referenzwerk zum Thema Ventiltrieb.
Im Übrigen: Du und andere sind mich schon mehrfach angegangen (komisch, im Honda-CB-750-Forum, im Kawasaki Z1-Forum, im FJR-Forum und dem Zweitaktforum sind die Leute viel kollegialer und entspannter!), und du machst mir meine Entscheidung leicht, die ich schon lange treffen wollte: Ich werde hier in diesem Forum nichts mehr schreiben, sondern nur noch amüsiert mitlesen, was hier so mache Mitglieder zum Besten geben.
Gruß
Frank
