Die R 100 R ist von den Getriebeproblemen auch nicht verschont, wobei die GS durch die längeren Federwege da etwas anfälliger ist. Aber irgendwann erwischts jede mal

Wichtig in diesem Zusammenhang ist regelmässige Schmierung des Längenausgleichs der Kardanwelle mit Staburags bzw. Optimol MP3.
Die Lebensdauer ist abhängig von Pflege und Fahrweise, mir sind Exemplare mit mehr als 500.000 km auf em ersten Rumpf bekannt. Die Ventilführungen haben allerdings nicht annähernd diese Lebenserwartung, man kann in den meisten Fällen zwischen 80.000 und 100.000 km mit Überholungsbedarf rechnen. Die Zylinder-/Kolbengarnitur ist hingegen praktisch nicht kleinzubekommen, auch hier lassen sich locker mehrere 100.000 km ohne nennenswerten Verschleiss draufbrennen.
Mitunter fällt auch der Fixierstift des vorderen Hauptlagers in die Ölwanne, mal unbemerkt, mal mit richtig Schaden, weil sich das Lager verdreht. Das ist aber kein Konstruktionsfehler, sondern die Nachlässigkeit eines Fixierstifts in Spandau, der die Fixierstifte nicht immer verstemmt hat.
Kardanwellen sind auch öfter mal dran, die Serienlösung ist mit Lebensdauerschmierung versehen, ist die Schmierung raus, ist auch die Lebensdauer vorbei. Abhilfe schaffen abschmierbare Wellen, etwa von Andreas Mattern. Gibts dort auch mit härterem Ruckdämpfer 8oder auch ganz ohne), da dieser sehr oft verdreht ist.
Die Achsgetriebe machen wenig Kummer, mitunter löst sich mal die Mutter des Trieblings oder ein Simmerring geht durch.
Die Gabel gehört mit zum Besten, was bei BMW verbaut wurde, allerdings sind gelegentlich mal die Gleitbuchsen ausgeschlagen. Der Ersatz bedingt aber Spezialwerkzeug (auch leicht selbst herzustellen).
Bei der elektrischen Anlage ist primär der Lichtmaschinenrotor und der Anlasser ein ausfallkandidat. Der Rest macht selten Ärger, ab und an kontaktet ein Schalter nicht mehr durch oder ein Kabelbaum ist durchgescheuert und brennt ab. Nichts Wildes also

Kurzum: Mit der R 100 R kann man nicht viel verkehrt machen, vorausgesetzt, man ist sich stets darüber im Klaren, daß man ein Motorrad fährt, das in den Neunzigern als quasi Auslaufmodell eines Entwurfs vom Ende der Sechzigerjahre gebaut wurde.