Vergaserfrage

gespannpit

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01. Mai 2009
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Saarland
Hallo,
mal ne Frage zu Vergasereinstellung: Hab heute mal meine Zündkerzen nachgesehen. Dabei fiel mir auf, dass diese alle beide rehbraun sind, wie es sein soll. Aber umliegend sind sie schwarz. Das bedeutet mein Leerlaufgemisch scheint zu fett zu sein, oder? Vergaser: 40-er Bing`s. Wenn ich nun bei warmem Motor die Leerlaufgemisch-Regulierschrauben reindrehe, wird doch das Gemisch magerer. Aber dann ändert sich ja die Standgasdrehzahl. Beide Vergaser laufen sehr sauber im Standgas. Alles mit Twin-Max eingestellt. Mir fiel auch auf, dass ich bei den herrschenden Temperaturen keinen Choke brauche. Ist doch auch nicht normal. Also, wenn ich die LLG Schrauben reindrehe, kann ich dann an den Drosselklappen-Anschlagschrauben wieder das Standgas regulieren? Woran sehe ich dann, dass beide Vergaser weder zu fett, noch zu mager abgestimmt sind? An den Kerzen?
Vielen Dank.
Gruß
Pit
 
Hallo Pit,
das Einstellen des Leerlaufs ist ein Zusammenspiel aus Drosselklappenanschlag und Gemischregulierung. Sobald du die Gemischschrauben in ihrer Einstellung veränderst, wird auch eine Korrektur an den Drosselklappen nötig.
Wann das richtige Gemisch erreicht ist, hört man mit einiger Erfahrung am Leerlauf des Motors. Stellst du zu mager ein, patscht der Auspuff z. B. im Schiebebetrieb bei geschlossenem Gasgriff.

PS: Habe noch ein Bildchen gefunden dazu:

LL.jpg
 
Danke Michael,
und wenn ich zu fett eingestellt habe? Woran ist das zu hören?
Gruß
Pit
Eigentlich läuft der Leerlauf nicht schlecht.
 
Aber umliegend sind sie schwarz. Das bedeutet mein Leerlaufgemisch scheint zu fett zu sein, oder?

Der Zündzeitpunkt kann auch leicht daneben liegen.

Vor der Dreherei an den Schrauben ist erstmal sicherzustellen, daß Ventile und ZZP top eingestellt sind.

Ich betreibe einen 900er Motor mit 32er Bings, HD 140, LLD 45, und die nur 3/8 Umdrehungen offen.

Mit der Einstellung hab ich auch absolut saubere Übergänge Standgas/Teillast/Vollgas.

Nur Standgas alleine betrachten bringt's nicht.
 
Hallo Tommy,
die 45-er Leerlaufdüse ist bei dir 3/8 Umdrehungen offen? Kann ich fast nicht glauben.
Gruß
Pit
 
...und wenn ich zu fett eingestellt habe? Woran ist das zu hören?

Weniger hören als sehen.

Die Farbe im Ausgang der Schalldämpfer indiziert mit klebrig-schwarz, daß hinten unverbrannte Briketts rausfliegen.

Silbrig-grau, ohne abgelagerte Flocken, indiziert einen furztrocken laufenden Motor.

Die allermeisten Qe, die ich im Leben gesehen habe, leiden an Überfettung, das ist nur Tankstellen-Sponsoring.
 
Ha Männer,
Spaß muss sein. Auch im neuen Jahr.
Also nochmal: Ich stelle die Gaser ein wie beschrieben. Alle Züge haben genug Spiel. Gaser in Grundstellung. Dann rechten Stecker ziehen, und LLG Schraube drehen, bis der höchst drehende Leerlauf erreicht ist. Ebenso auf der anderen Seite. Wenn beide Gaser mit ca. 900U/min laufen, (synchron mit Twin-Max), dann Synchronisierung der Züge.
Das klappte bisher sehr gut. Mir geht es nur darum, dass beide Gaser zu fett laufen. Erkennbar am Kerzenbild. Ich drehe morgen mal die LLG Schraube an jedem Gaser eine kleine Umdrehung rein. Dann korrigier ich an der Drosselklappen-Anschlagschraube die Drehzahl. Dann fahr ich mal wieder ein paar Hundert km. Und guck mir die Kerzen von neuem an.
Danke Leute für die Antworten.
Gruß
Pit
 
Weniger hören als sehen.

Die Farbe im Ausgang der Schalldämpfer indiziert mit klebrig-schwarz, daß hinten unverbrannte Briketts rausfliegen.

Silbrig-grau, ohne abgelagerte Flocken, indiziert einen furztrocken laufenden Motor.

Die allermeisten Qe, die ich im Leben gesehen habe, leiden an Überfettung, das ist nur Tankstellen-Sponsoring.

Bei mir trifft eher Nummer eins zu.
 
Beim 40ger Bing ist die Gemischschraube im Bereich von 0,8 bis 1,25 Umdrehungen auf nach zu einzustellen.

Nur das Fahrgemisch oberrhalb des Teillastgemisches ist hauptsächlich für ein "Kerzenbild" zuständig, es nach ewigen Einstellarbeiten zu beurteilen, ist eigentlich Unsinn.
Erst 'mal die Möhre ordentlich warmfahren und auch ein wenig BAB dazu und dann erneut nachsehen. Vorsicht - heiß !

Das klassische Zündkerzenbild "rehbraun" ist mit den neuen Benzinsorten Vergangenheit und lässt sich nur mit verbleitem Sprit erreichen. Silbrig-Grau sollte es heutzutage sein.

Andreas
 
Hallo Andreas,
danke für den Tipp. Ich hatte bei der Grundeinstellung die Schraube eine Umdrehung raus. Dann eingestellt, bis höchste Leerlaufdrehzahl. Dann an den Anschlagschrauben die LL Drehzahl eingestellt.
Wie weit die Schrauben nun offen sind, kann ich garnicht genau sagen. Kann sein, dass ich sie sogar etwas hineingedreht hatte. Werde morgen mal genau nachsehen.
Gruß
Pit
 
Du kannst dich schrittweise einer eher mageren Einstellung nähern, indem du die Schrauben weiter schließt. Das geht so lange bis entweder der Übergang beim Gasgeben nicht mehr passt ("verschluckt" sich) oder das Patschen im Schiebebetrieb anfängt.
 
Erst 'mal die Möhre ordentlich warmfahren und auch ein wenig BAB dazu und dann erneut nachsehen. Vorsicht - heiß !

Das kann garnicht oft genug betont werden.

Von ein bißchen Schraubendreherei gleich eine Wunderheilung zu erwarten endet regelmäßig im Frust.

Die alte Vergasereinstellung führt zu durchaus unterschiedllichen Ablagerungen in den Brennräumen, damit zu unterschiedlichen Arbeitsbedingungen der Zylinder, die wiederum ergeben den Gesamteindruck des Motors.

Wird jetzt an der Gemischeinstellung was geändert, schlägt sich das noch lange nicht sofort im gewünschten Maße im Verhalten des Motors nieder, da sich nicht sofort die Arbeitsbedingungen ändern, der Dreck muß erstmal weggebrannt werden.

Die erfolgreichste Stragegie zu einer "perfekten" Abstimmung ist viel Geduld und viele Kilometer.

Die 3/8 Öffnung der Gemischschrauben hab ich auf gut 2.000 Km erabeitet, immer einen kleinen Schraubendreher in der Jackentasche, und Änderungen nur in kleinsten Schritten.

Und nach jedem Schrittchen erstmal: siehe oben!

Es wäre extrem unwahrscheinlich, wenn nicht jeder einzelne Motor sein ganz eigenes Optimum für die Abstimmung hätte.

Also, nur die Ruhe, dann wird das schon ;)
 
Hallo Tommy,
ich erwarte keine Wunderheilerei. Ich mach das ja auch in kleinen Schritten. Das geht flott, weil mein Gespann jeden Tag bewegt wird. Werde mich da ganz langsam herantasten. Der Motor läuft ja gut, halt das fette Gemisch muss magerer werden. Wenn ich dann mal bei diesen Temperaturen den Choke ziehen muss, hat sich das für mich erledigt.
Danke nochmals für die vielen Antworten.
Gruß
Pit
 
Hallo,
ganz kurz: Habe heute mal die beiden LLG-Regul.schrauben eine achtel Umdr. hineingedreht. Das Standgas hatte sich ein klein wenig verändert. Macht nix. Twin-Max angestöpselt, und neu justiert das Ganze. Läuft nun bei 900U/min im Standgas. Weiter drehe ich das auch nicht runter. Jetzt werden mal einige kilometer gefressen. Dann guck ich mir die Kerzen und den Auspuff wieder an. Sollte immer noch Ruß zu sehen sein, wird wieder ein klein wenig reingedreht. Mal sehen...
Gruß
Pit
 
Hallo,

bislang lese ich stets, dass das Kerzengewsicht über die Farbe des Isolators definiert, nicht über die der Metallteile. Insofern scheint Dein Bild doch völlig in Ordnung :nixw:?

Beste Grüße, Uwe
 
Das dachte ich auch, bis ich gelesen habe, dass wenn am Gewindeansatz, der Ruß zu sehen wäre, das Gemisch zu fett eingestellt sei. Weiß aber nicht mehr, wer das hier geschrieben hatte.
Gruß
Pit
 
Bin etwas unzufrieden mit dem ruckeligen Motorlauf in Leerlaufnähe, also beim langsamen Bummeln von Ampel zu Ampel im Stau bspw.
Bietet man etwas Gas an, dann wird das Angebot so schlagartig angenommen, dass es die Fuhre schon ungewollt nach vorne zerrt. Umgekehrt wirkt das Zudrehen des Gasgriffs wie eine etwas heftig einsetzende Motorbremse.
Ich vermute, dass das Leerlaufgemisch etwas mager ist und eine etwas fettere Einstellung den Übergang weicher gestalten könnte, richtig??
Bin bei ca. 1 Umdrehung. Habe aber auch noch ein wenig langsame Vibrationen drin wegen Rest-Ungleichlauf :(.
Gruß
Walter
 
Ich hänge mich mal an diesen Fred dran. Die Kerzen meiner RS sehen wie auf den Fotos aus. Sie läuft eigentlich sehr schön, zieht sauber aus niedrigen Drehzahlen hoch und braucht fast immer unter 6 l Sprit. Einzig der Lastwechsel, z.B. vor Kehren ist sehr hart. Das kenn ich von meiner GS viel weicher. Reicht es die Leerlaufeinstellung etwas fetter zu stellen?
Gibt es andere Vorschläge?

Übrigens, das ist immer dieselbe Kerze auch wenn die Farbe durch das Licht sehr unterschiedlich wirkt. Die andere Seite (anderer Zylinder) sieht aber ähnlich aus.
Ich bin vorher eine Weile recht flott gefahren und dann aber die letzten Kilometer ruhig, inkl. Tempo 30 Zone und anschließend mit geschlossenen Benzinhähnen fast leer gefahren.

Gruß
Christoph
 

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Wie ist der Ölverbrauch?

Die Kerzen scheinen wohl NGK BP7EVS zu sein, nicht wahr?

Beste Grüße, Uwe

Edit: Die Iridiumkerzen heißen anders, nämlich BP7HVX.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, das sind Iridium Kerzen. Welche kann ich aber gerade nicht sagen. Die sind auch schon eine Weile drin. Ölverbrauch liegt je nach Fahrweise geschätzt bei 0,25 - 0,5l auf 1000 km.
Übrigens am Wochenende musste ich nach 2 km kurz anhalten und einen Brief einwerfen. Da hat es mir beim etwas laxen Starten den linken Vergaser abgesprengt. Außerdem habe ich vermutlich ein Problem mit dem Flatterventil. Im Leerlauf zwitschert es und nach dem Abstellen der Mühle habe ich öfter mal ein zwei Tröpfchen Öl an der Verbindung der Abflussrohre zum Vergaser hängen. Gibt ohne Zeitung unter den Gasern unschöne Flecken in der Garage.
Gruß
Christoph
 
Hallo,

mit den Iridium Kerzen habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht !

Die sind nicht für unsere "Bauernmotore" gedacht - sondern für modernere
Motoren.
 
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