Honk75

Teilnehmer
Hallo zusammen!


Nachdem ich zwischenzeitlich schon viel Hilfe aus dem Forum bekommen habe ist es jetzt an der Zeit, meine R80RT Monolever von 85 mal vorzustellen...
Mein Papa hat das Motorrad 1985 als halbjahres Motorrad direkt aus München bekommen und bis 2002 gefahren. 2001 wurden nach 100.000 Kilometern einige grosse Wartungsarbeiten durchgeführt. Leider kann ich nur mit Sicherheit sagen, das Übermasskolben verbaut wurden. Die restlichen Arbeiten kann ich nur erahnen. Wieso nur erahnen? Der Schrauber (BMW Zweiradmechaniker) der das seinerzeit gemacht hat, hat an der ein oder anderen Stelle seine Spuren hinterlassen. Mehr will ich dazu nicht sagen.
Die Gute stand ab 2002 dann vollgetankt mit leeren Vergasern bei einem Bauern, gut abgedeckt, in der Scheune. 2018 begann dann die Reanimation.

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Mit geringstem Aufwand betriebsbereit gemacht. Lohnt es sich noch, Geld in die Q zu stecken? Ja. Es hat sich gelohnt. Keine 3 Sekunden orgeln und die Gute läuft. Sogar erstaunlich ruhig, ohne mürrisch zu sein. Wow!
Das die RT keine RT bleibt, war von vornherein klar. Hat mir damals schon nicht wirklich gefallen und bis heute hat sich daran auch nichts geändert. Um fair zu bleiben: Die org. RT lässt sich aber sehr schön fahren!
Was sollte geändert werden? Verkleidung, Lenker, Heck, Sitzbank. Ein konkretes Bobber, Caferacer oder sonstwas Konzept gab es nicht. Sie sollte gefallen. So der Ursprünglich Plan. Der Umbau war von vornherein nie dazu ausgelegt worden, sofort fertig zu werden. Ich wollte im ersten Step ein umgebautes Motorrad zum fahren, dass mir auch gefällt. Teurere Teile, wie ein elektronischer Tache, oder andere Auspufftöpfe waren für den ersten Wurf nicht geplant.

Mit jedem Teil das abgebaut wurde, wurde die Baustelle grösser. Der Rost hatte sich an sehr vielen Stellen breit gemacht. Sein Kumpel, das aufgeblühte Alu war auch gut mit dabei.

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Am Ende war der Rahmen nackig. Felgen und Rahmen gingen zum Sandstrahler und Lackierer. Der Motor war beim Trockeneisstrahlen. Von der Reinigung mit Trockeneis hatte ich mehr jedoch mehr erhofft... gerade in den schwer zugänglichen Stellen, wie zwischen den Kühlrippen, war doch noch einiges an Dreck. Ich vermute hier aber, dass derjenige, der die Arbeiten ausgeführt hat, etwas "unsauber" gearbeitet hat. Mein Lackierer hat den Motor noch weiter gereinigt und mit (teurer) RH Motorfarbe lackiert. Auch hier muss ich sagen: Das Geld für die Farbe hätte ich mir sparen können. Trotz RH Grundierung ist die Haltbarkeit der Farbe eher mässig. Platzt ziemlich leicht ab.

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Der weitere Zusammenbau verlief soweit nach Plan. Mein bester Freund war in dieser Zeit die Messingbürste. Das Motto lautete Teileaufarbeitung. In der Zeit habe ich gefühlt JEDE Schraube der Messingbürste vorgestellt.
Grundsätzlich finde ich den Geruch von Benzin als nicht sooo störend wie manch anderer. Das gilt jedoch nicht, für Benzin, welches sich seit 16 Jahren in einem Tank befunden hat... echt übel. Nachdem ich es geschafft hatte, den Tankdeckel zu öffnen und die fast 20 Liter ordnungsgemäss zu entsorgen, war das Rostdrama im Tank in vollem gang. Den Tank habe ich dazu rund eine Woche, befüllt mit Zitronensäure, stehen lassen. Was da am Ende rauskam war auch nicht schön. Aber egal. Der Tank war nach zwei weiteren Spülungen blitzeblank! Trocknen lassen und anschliessend mit Phosporsäure behandelt. Sieht nach inzwischen fast einem Jahr immernoch super aus. Ich hoffe, das bleibt auch so.

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Die nächste Baustelle war das Heck. Umbau zum Einsitzer war klar. Aber die Länge des Hecks nicht ... viel probiert, Schablonen gebastelt und Schlussendlich etwas biegen lassen und angebaut. Nach einem kurzen Vorgespräch mit dem Sattler wurde die Platte für die Sitzbank aus einer Forex Hartschaumplatte mit 10mm geformt. Das ganze ging dann für knapp eine Woche zum Sattler um den Anschluss an den Tank herstellen zu können.

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Der Kotflügel über dem Hinterrad ... dem könnte man auch ein eigenes Kapitel widmen. Wie soll man sowas an einer Einarmschwinge vernünftig befestigen?? Google hilft. Zumindestens zum Teil... Die Schelle ist aktuell noch aus 1mm Edelstahl geformt. Die Strebe von der Einfüllschraube des Kardans ist inzwischen die zweite Variante. Die erste ist nach rd. 200 KM im unteren Winkel abgerissen. 2mm Stahlblech war wohl doch zu dünn... Nach Kontakt mit Sunny hat er mir seine Variante näher Erläutert, der ich wohl auch folgen werde. Ich sage nur Rohrschelle für Zusatzscheinwerfer. Dabei wird auch nochmals eine Überarbeitung der Strebe erfolgen.
Nächste zeitaufwendige Baustelle war der seitliche Kennzeichenhalter. Eigentlich stehe ich auch nicht unbeding darauf. Aufgrund des kurzen Hecks, bekomme ich da aber TÜV konform kein Nummernschild montiert. Für die Anpassung des Bügels habe ich einige KM in der Garage zurückgelegt. Bügel grob geformt, zum Motorrad und angehalten, wieder etwas verändert, wieder zum Motorrad. Und täglich grüsst das Murmeltier ...

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Juni 2019 TÜV Termin: Sehr ernüchternd ... eine Liste mit 8 Punkten. Ob gerechtfertigt oder nicht ist egal. Die Punkte stehen auf der Liste. Aber einer war echt gut: Lenker nicht von innen entgratet. Für die Ochsenaugen wurde der Lenker angebohrt um die Kabel entsprechend zu den Blinkern führen zu können. Loch gebohrt, von aussen entgratet und innen so gut es ging mit Dreikantschaber und kleiner Feile den Grat bearbeitet. Das war dem Prüfer allerdings nicht ausreichend. Ja, es gibt Innenentgrater! Soetwas habe ich seither ... mit einer bebilderten Dokumentation wie der Lenker von innen entgratet wurde, war dann auch der Prüfer zufrieden.
Im zweiten Anlauf beim TÜV gab es danach sogar Lob. Oha! Hätte ich nach dem ersten Termin nicht gedacht. Aber egal. §21 Abnahme und HU in der Tasche!

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Nach den ersten Ausfahrten haben sich ein paar Schwächen gezeigt, die zum Teil schon behoben wurden. Vergaser wurden nochmal komplett gereinigt, gedichtet und syncronisiert. Gabelsimmerringe müssen über den Winter gemacht werden. Kotflügel über dem Heck muss noch überarbeitet werden und der Kennzeichenhalter muss auch noch hübscher werden. Das Nivomat Federbein wird wohl auch weichen müssen (falls jemand interesse hat ...). Achja, Farbe ... evtl. grau mit schwarzen Streifen. Aber das wird sich zeigen.


Bei der Gelegenheit will ich auch nochmal allen einen grossen DANK aussprechen, die das Forum unterstützen! :respekt:


Gruss Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Pass gut auf das Motorrad auf.
Der Umbau ist jetzt ca. 17000-19000,- € wert.
Es steht den Umbauten von Wunderlichs, Schizzos, Hammerkrafträdern, Sportevolutionen, und vielen anderen, in nichts nach.:fuenfe:
 
Pass gut auf das Motorrad auf.
Der Umbau ist jetzt ca. 17000-19000,- € wert.
Es steht den Umbauten von Wunderlichs, Schizzos, Hammerkrafträdern, Sportevolutionen, und vielen anderen, in nichts nach.:fuenfe:

Hallo,

nix für ungut, aber solche Preise zahlt nach meiner Erfahrung niemand.

Die RT wird original mit 3-4 k gehandelt und auch verkauft.

Der Umbau muss einem schon übermäßig gut gefallen um mehr als das doppelte zu erzielen.
Aufrufen können die umbauer erstmal jeden Preis (gerechtfertigt oder nicht), der Markt betimmt den Preis.
Ich kenne genug Leute mit Wertgutachten in unglaublicher Höhe, die Ernüchterung folgt dann oft bei einer Beobachtung des realen Marktes. Auch wenn die gezahlten Preise manchmal jenseits von allem sind (meine Meinung).

Gruß
Bernoulli
 
Hallo,

nix für ungut, aber solche Preise zahlt nach meiner Erfahrung niemand.

Die RT wird original mit 3-4 k gehandelt und auch verkauft.

Der Umbau muss einem schon übermäßig gut gefallen um mehr als das doppelte zu erzielen.
Aufrufen können die umbauer erstmal jeden Preis (gerechtfertigt oder nicht), der Markt betimmt den Preis.
Ich kenne genug Leute mit Wertgutachten in unglaublicher Höhe, die Ernüchterung folgt dann oft bei einer Beobachtung des realen Marktes. Auch wenn die gezahlten Preise manchmal jenseits von allem sind (meine Meinung).

Gruß
Bernoulli



Ihr versteht nix. Das sind die Dinger wert. :fuenfe:
 
Das sind die sicher nicht wert im Vergleich mit einem Neu-Motorrad. Wenn du dir aber mal die Arbeit dahinter anschaust, dann ist der Preis doch gar nicht so abgehoben? Und die Nachfrage scheint den Anbietern momentan Recht zu geben. Nicht umsonst sammelt der Walz Monolever in ganz Deutschland ein.

Wem etwas was wert ist, das ist immer noch individuell. Ich bin mir relativ sicher, dass du für das Geld was dein 2-Ventiler verschlingt ein deutlich besseres Motorrad fahren könntest.....
 
Das sind die sicher nicht wert im Vergleich mit einem Neu-Motorrad. Wenn du dir aber mal die Arbeit dahinter anschaust, dann ist der Preis doch gar nicht so abgehoben? Und die Nachfrage scheint den Anbietern momentan Recht zu geben. Nicht umsonst sammelt der Walz Monolever in ganz Deutschland ein. Dann bin ich gespannt, wann ich die erste sehe. Die Austeller-/Vorführmaschinen sind immer noch dieselben wie die letzten Jahre. (Walz und SE)

Wem etwas was wert ist, das ist immer noch individuell. Ich bin mir relativ sicher, dass du für das Geld was dein 2-Ventiler verschlingt ein deutlich besseres Motorrad fahren könntest.....Das verstehe ich jetzt nicht? Welches Geld verschlingt mein 2-V? Reifen, Benzin und Öl braucht auch ein besseres Motorrad. Hubraum, Zündung, Tacho, Blinker, Kotflügel und Kennzeichenhalter, usw. war bei mir schon bei der Auslieferung dran. So hab ich sie dann vom Vorbesitzer übernommen.
.
 
Man muss das ganz nüchtern sehen:
Je umfangreicher ein Umbau, desto kleiner wird der Käuferkreis und entsprechend kleiner die Chance auf den gewünschten Preis.
 
Walz hat 40 Monolever als Ausgangsbasis auf Lager(wenn man seinen FB Posts glauben darf). Nur um an jeder einmal täglich zu lecken wird er die wohl kaum zusammengekauft haben...
 
Walz hat 40 Monolever als Ausgangsbasis auf Lager(wenn man seinen FB Posts glauben darf). Nur um an jeder einmal täglich zu lecken wird er die wohl kaum zusammengekauft haben...

Bei den Verkaufspreisen wird er schon noch ein paar Jahre lecken können. Bis ich so eine, um diesen Preis, kaufe, ist wahrscheinlich seine Zunge schon wund.:fuenfe:
 
:P:gfreu: ja, bei dir vlt. Aber es gibt durchaus einen Käuferkreis fuer die Teile. Solche die weder Zeit noch Fähigkeit haben so einen Umbau zu realisieren.
 
Na ja, die Unikate sehen sich ja recht ähnlich!:pfeif:

Bei nem Walz-Treffen muss man da ja schon auf das Nummernschild schauen um seine Eigene wieder zu finden .:&&&:

Ich denk der Walz steht vor dem selbsterzeugten Erfolgsdilemma. Baust du 5 findets jeder geil, baust du 20 ist es schon fast Serie, baust du 100 wird es langweilig und deine Zielgruppe wandert weiter!

Gruß

Kai
 
.... naja, die ökonomische Betrachtung kann ich nachvollziehen . Das leppert sich ganz schön zusammen, wenn man so eine Prinzessin wachküssen will.

Das Moped unter 1k ( :pfeif:, freu)
Grundüberholung ( Köpfe, alle Flüssigkeiten , neue Reifen, Gummiteile ) 2k
Elektronikzündung 0,3 k ( Nase voll von Unterbrecher / Fliehkraftversteller, zu unzuverlässig )
Bremse / Gabel überholt + Umbau auf Doppelscheibe ca 0,7k ( da aber schon sehr gespart)
Lack ..... muss nicht, soll aber auch schön sein....( RaineR, du weißt warum:D) 0,7k
Kupplung ca 0.2k Teile und Werkzeuge... wenn selbst gemacht
beim freundlichen angedrohte weitere 1k für Arbeit

Bedeutet: 4,5 k gerundet, da ich Kleinkram wie Montagemittel, Kleber, Dichtungen. Embleme Schrauben garnicht rechnen wollte.
Und noch ist das Ende nicht in Sicht.( Des Nötigen: Instrumentenüberholung ....und der Wünsche Auspuffanlage, Sitzbank)

Dafür bekommst du locker einen schönen 4-Ventiler oder diverse schöne Suzis oder Hondas.
Das darf man nicht nur rational betrachten, muss ich auch nicht....:D
Dabei habe ich den Grad des Umbaus hier noch laange nicht erreicht.

Grüße Waldemar

PS. Das wichtigste zum Schluss: Deine Maschine sticht aus der Masse der Umbauten heraus. Schlicht, puristisch und einfach schön..... und einen neu beschichtetetn Rahmen hätte ich auch gern, traue mich allerdings nicht alles auseinanderzureißen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich sehe die 16000 Euro oder mehr (leider) auch nicht als realistisch an. Wie die Vorredner schon gesagt haben: Wer einen Umbau hat und diesen auch zu einem angemessenen Preis verkaufen möchte, muss lange auf den richtigen Käufer warten.
Da ein Verkauf aber nie zur Diskussion stand, ist das auch nicht tragisch.

Aber trotzdem ... ich habe das Gefühl es geht etwas Off-Topic ...
 
Hallo,

du hast aber schon gesehen das die Preise von 14990 auf das Basis Modell abzielen und in zwei Schritten bis 24900 gehen mmmm
Völlig klar ist dass sich immer ein Käufer finden muss der auch bereit ist mehr Geld auszugeben für eine Sache in die er keine Zeit, Nerven, evtl. falsch investiertes Geld und Probleme investieren muss sondern sich das wohl überlegt und kalkuliert erkauft.

Mein Umbau war vor einem Jahr auf einer Druckermesse die nichts mit Motorräder zu tun hatte an einem Stand als "Anziehmagnet" (ich weis, das liegt im Sinne des Betrachters).
Nach der Messe bekam ich mehr als 15 Zuschriften mit Angeboten. 5 davon unter 10k alle anderen zum Teil weit darüber.
Ein US Amerikaner und seine Frau schreiben mich heute noch an ob ich das Bike nicht nach USA überführen würde, sie würden die Kosten (Verschiffung) sowie meinen Flug bezahlen.

Aber ich gebe euch allen Recht, man muss sie finden und meistens wenn man sie dann braucht ist keiner mehr da.

Gruß

 
Hallo,

auch wenn ich mir solch einen Umbau nie antun würde, vermag er im Kreis von ähnlichem durchaus zu gefallen. Es stört mich persönlich einzig der gekürzte Vorderrad-Kotflügel in der Originalfarbe. Dem würde ich eine Farbe geben, ähnlich wie sie der hintere besitzt, oder gleich ein Leichtmetallteil anbauen.

Übrigens hatte meine erste R 80 RT, Bj. '86, die gleiche Farbe - Coloradorot 614. Sehr schön, zumal Deine noch eine gute Lackierung gehabt zu haben scheint.

Beste Grüße, Uwe